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Fusionskontrolle in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika

Fusionskontrolle in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Constantin
  • Abgabedatum: September 2007
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 538,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • Bibliografie: ca. 29
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0732-2
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Constantin, Christian September 2007: Fusionskontrolle in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Europäische Union, Fusionskontrolle, Rechtsvergleich, USA, Kartellrecht

Diplomarbeit von Christian Constantin

Einleitung:

Suez und Gaz de France, Vivendi und Universal, Thomson West und Reuters, Endesa und Gaz Natural, T-Mobile und Telering… Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Medien nicht von Unternehmens-Zusammenschlüssen und Fusionen in bisher ungeahnten Dimensionen berichten. Die Vorstände prognostizieren enorme Synergieeffekte, effizientere Produktions- und Distributionssysteme, signifikante Fortschritte bei Forschung und Entwicklung, innovativere Produkte, höhere Dividenden und günstigere Preise für den Endverbraucher.

Sind diese Ankündigungen realistisch? Gibt es auch negative Aspekte von Zusammenschlüssen?

Wenn zwei Unternehmen auf Grund eines Zusammenschlusses zu mächtig werden, wird dies vermutlich zu negativen Auswirkungen auf die Marktsituation führen. Konkurrierenden Unternehmen können vom Markt verdrängt, potentielle Marktteilnehmer von einem Zutritt abgehalten werden. Die marktbeherrschenden Firmen müssen sich bei der Preisgestaltung nicht mehr an die Regeln des Wettbewerbs halten. Die Qualität der Erzeugnisse kann abnehmen.

Um solche negativen Auswirkungen von Zusammenschlüssen zu vermeiden, werden in vielen Staaten Fusionskontrollregeln angewandt. Sie sollen eine Marktstruktur gewährleisten, die den Wettbewerb fördert und damit auch dem Kunden und der gesamten Volkswirtschaft zum Vorteil gereicht.

Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit den Vorschriften der Fusionskontrolle in den zwei dynamischsten und mächtigsten Wirtschaftsräumen der Welt: den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union. Während die Regeln bezüglich „Merger Control“ in den USA seit beinahe 100 Jahren existieren, ist das Pendant der Europäischen Union wesentlich jünger. Aufgrund immer häufigerer, grenzüberschreitender Zusammenschlußvorhaben (auch zwischen in den USA und der EU ansässigen Unternehmen) befaßt sich diese Arbeit mit den Fusionskontrollregimen diesseits und jenseits des Atlantiks.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 8
I. EINLEITUNG 9
II. FUSIONSKONTROLLE IN DER EUROPÄISCHEN UNION 10
A Einleitung 10
1 Rechtsgrundlagen 10
2 Entwicklung der europäischen Fusionskontrolle 10
3 Extraterritorialität 12
B Aufgreifkriterien 12
1 Allgemeines 12
2 Der Zusammenschlußbegriff 13
2.1 Allgemeines 13
2.2 Fusion 13
2.3 Kontrollerwerb 14
2.3.1 Definition der Kontrolle 14
2.3.2 Erwerber der Kontrolle 15
2.3.4 Formen des Kontrollerwerbs 16
2.3.4.1 Kontrolle durch Vermögenserwerb (Asset deal) 16
2.3.4.2 Kontrolle durch Anteilserwerb (Share deal) 16
2.3.4.3 Sonstige Formen des Kontrollerwerbs 16
2.3.5 Inhaber der Kontrolle 17
2.3.6 Alleinige Kontrolle 17
2.3.7 Gemeinsame Kontrolle 17
2.3.7.1 Gemeinsame Kontrolle von GU 18
a) Gemeinsame Kontrolle 18
b) Dauerhafte, selbständige, wirtschaftliche Einheit 18
2.3.7.2 Gemeinsame Kontrolle durch wirtschaftliche Fusion 20
2.3.8 Änderungen in der Art der Kontrolle 20
2.3.9 Dauerhaftigkeit der strukturellen Veränderung 21
2.3.10 Branchenspezifische Besonderheiten 21
3 Gemeinschaftsweite Bedeutung 21
3.1 Allgemeines 21
3.3 Beteiligte Unternehmen 24
3.4 Berechnung der Umsatzhöhe 25
3.4.1 Begriff des Umsatzes 25
3.4.2 Maßgeblicher Zeitraum für die Umsatzberechnung 26
3.4.3 Umsatzzurechnung 26
3.5 Geographische Zuordnung der Umsätze 28
3.6 Branchenspezifische Besonderheiten 29
C Eingreifkriterien 29
1 Der relevante Markt 29
1.1 Allgemeines 29
1.2 Produktmarkt 30
1.2.1 Bedarfsmarktkonzept 30
1.2.2 Verbraucherpräferenzen 31
1.2.3 Preis 31
1.2.4 Produkteigenschaften 31
1.2.5 Wettbewerbsbedingungen 32
1.2.6 Kosten eines Produktwechsels beim Kunden 32
1.2.7 Substitution in der Vergangenheit 32
1.2.8 Quantitative Tests 33
1.2.9 Marktdefinition im Falle von Preisdiskriminierung 33
1.2.10 Angebotssubstituierbarkeit 34
1.2.11 Systemmärkte 34
1.3 Der geographische Markt 34
1.3.1 Das Tätigkeits- bzw Absatzgebiet der beteiligten Unternehmen 35
1.3.2 Nachfragemerkmale 36
1.3.3 Käuferverhalten 36
1.3.4 Schranken und Kosten bei der Verlagerung von Aufträgen an Unternehmen in andere Gebiete 36
1.3.5 Umlenkung von Aufträgen in andere Gebiete 37
1.3.6 Marktanteile 37
1.3.7 Die verschiedenen räumlichen Märkte 37
1.3.7.1 Gemeinschaftsweiter Markt 37
1.3.7.2 Nationale Märkte 38
1.3.7.3 Regionale und lokale Märkte 38
2 Wettbewerbliche Beurteilung 39
2.1 Beurteilungsmaßstab 39
2.2 Die einzelnen Beurteilungskriterien 41
2.2.1 Marktstellung der beteiligten Unternehmen 41
2.2.1.1 Marktanteile 41
a) Absolute Höhe des Marktanteils 41
b) Relative Höhe des Marktanteils 42
c) Marktanteilsschwankungen und Marktphasen 42
2.2.1.2 Konzentrationsgrad 43
2.2.2 Finanzkraft 43
2.2.3 Wahlmöglichkeiten der Lieferanten und Abnehmer 44
2.2.4 Nachfragemacht 44
2.2.5 Zugang zu den Beschaffungs- und Absatzmärkten 45
2.2.6 Entwicklung des Angebots und der Nachfrage 45
2.2.7.1 Wahrscheinlichkeit eines Markteintritts 46
2.2.7.2 Rechtzeitigkeit des Markteintritts 48
2.2.7.3 Ausreichender Umfang des Markteintritts 48
2.2.8 Effizienzen 48
2.2.8.1 Vorteil für die Verbraucher 49
2.2.8.2 Fusionsspezifische Effizienzvorteile 49
2.2.8.3 Nachprüfbarkeit 50
2.3 Kollektive Marktbeherrschung 50
2.3.1 Anwendbarkeit der FKVO auf Oligopole 50
2.3.2 Bedingungen für eine stillschweigende Koordinierung 51
2.3.3 Voraussetzungen einer kollektiven Marktbeherrschung 51
2.3.3.1 Marktransparenz 52
2.3.3.2 Abschreckungsmechanismen 52
2.3.3.3 Reaktion von Wettbewerbern und Kunden 53
2.3.4 Unilateral effects 53
2.4 Kategorien von Zusammenschlüssen 53
2.4.1 Horizontale Zusammenschlüsse 54
2.4.2 Vertikale Zusammenschlüsse 55
2.4.3 Konglomerate Zusammenschlüsse 56
2.7 Sanierungsfusion 56

III. FUSIONSKONTROLLE IN DEN VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA 58
A Einleitung 58
1 Rechtsgrundlagen 58
2 Behörden 60
3 Extraterritorialität 60
B Aufgreifkriterien 61
1 Allgemeiner Anwendungsbereich 61
2 Hart-Scott-Rodino Act 62
C Eingreifkriterien 64
1 Horizontale Zusammenschlüsse 64
1.1 Der relevante Markt 64
1.1.1 Produktmarkt 65
1.1.2 Der geographische Markt 66
1.2 Bestimmung der im relevanten Markt tätigen Unternehmen 67
1.3 Bestimmung der Marktanteile 68
1.4 Marktkonzentration 69
1.5 Potentielle wettbewerbswidrige Wirkungen des Zusammenschlusses 70
1.5.1 Koordinierte Verhaltensweisen 70
1.5.1.1 Vereinbarung über die Bedingungen der Koordination 71
1.5.1.2 Entdeckung und Bestrafung abweichenden Verhaltens 72
1.5.2 Unilateral Effects 72
1.5.2.1 Differenzierte Produkte 73
1.5.2.2 Unterschiedliche Kapazitäten 73
1.6 Marktzutrittsanalyse 74
1.6.1 Rechtzeitigkeit des Markteintritts 75
1.6.2 Wahrscheinlichkeit des Markteintritts 75
1.6.3 Hinreichender Umfang des Markteintritts 77
1.7 Efficiencies 78
1.7.1 Merger-Specific Efficiencies 78
1.7.2 Cognizable Efficiencies 79
1.7.3 Sufficiency of Efficiencies 79
1.8 Failing Firm Defence 80
2. Nicht-Horizontale Zusammenschlüsse 81
2.1 Allgemeine Voraussetzungen unter denen ein nicht-horizontaler Zusammenschluß Wettbewerbsbedenken auslösen kann 81
2.2 Wettbewerbsbedenken bei vertikalen Zusammenschlüssen 82
2.2.1 Verstärkung von Marktzutrittsschranken 82
2.2.2 Vertikale Integration mit Einzelhändlern 83
2.2.3 Eliminierung eines besonders aggressiven Nachfragers 83
2.2.4 Umgehung von Preisregulierungen 83
2.3 Wettbewerbsbedenken bei konglomeraten Zusammenschlüssen 84
IV. ZUSAMMENFASSUNG 85
Literaturverzeichnis 88
Entscheidungsverzeichnis 90
Rechtsquellenverzeichnis 93

Textprobe:

Kapitel 2.2.7, Potentieller Wettbewerb und Marktzutrittsschranken:

Das Kriterium des potentiellen Wettbewerbs spielt bei der wettbewerblichen Prüfung eines Zusammenschlusses eine wichtige Rolle. In den Horizontalleitlinien führt die Kommission aus, daß ein Zusammenschluß keine spürbaren wettbewerbswidrigen Risiken in sich tragen wird, sofern es keine nennenswerten Marktzutrittsschranken gibt.

Potentieller Wettbewerb kann von Unternehmen ausgehen, die bisher nicht im betreffenden sachlich oder räumlich benachbarten Markt tätig sind, es aber durch Produktionsumstellung oder Importe sein könnten. Unternehmen, die bisher ausschließlich für den Eigenbedarf produzierten und solche, welche die Möglichkeit der Eigenfertigung haben, kommen ebenfalls als potentielle Wettbewerber in Betracht.

Ein potentieller Markteintritt schränkt Marktmacht allerdings nur dann ausreichend ein, wenn er wahrscheinlich und rechtzeitig ist und in ausreichendem Umfang erfolgt.

Wahrscheinlichkeit eines Markteintritts:

Ein Markteintritt ist wahrscheinlich, wenn er unter Berücksichtigung der Preisentwicklung und der Reaktion der Mitbewerber auf einen neuen Marktteilnehmer, ausreichend profitabel ist. Dies ist beispielsweise nicht der Fall, wenn ein Markteintritt in großem Umfang erfolgen müßte und deshalb ein Preisrückgang zu erwarten ist. Der Marktzutritt ist mit höheren Risiken und Kosten verbunden, wenn die angestammten Unternehmen ihre Marktanteile schützen können. Auch dies macht einen Markteintritt unrentabler und damit unwahrscheinlicher.

Die zu erwartende Marktentwicklung ist bei der Frage, ob ein Markteintritt wahrscheinlich ist, ebenfalls zu berücksichtigen. Ein Eintritt in einen Wachstumsmarkt ist profitabler und mit weniger Risiko behaftet als ein Zutritt in einen gesättigten Markt.

Die potentiellen Neuzugänger können auf Zutrittshindernisse stoßen, die ihnen den Markteintritt zusätzlich erschweren bzw. sogar unmöglich machen können. Damit ist eine Reihe von Marktzutrittsschranken angesprochen, welche als Kriterium für die Bestimmung der Stärke des potentiellen Wettbewerbs eine gewichtige Rolle spielen. Niedrige Marktzutrittsschranken stärken mögliche Neuzugänger, weil sie es leichter haben, (erfolgreich) in den Markt einzutreten. Bei hohen Marktzutrittsschranken gilt das Gegenteil. Grundsätzlich sind Marktzutrittsschranken in allen Branchen hoch, in denen ein Markteintritt zu hohen sog „sunk costs“ führt. Unter sunk costs versteht man Investitionen in materielle und immaterielle Güter, welche für den Markteintritt unbedingt notwendig sind, die aber bei einem Marktaustritt auf keinem anderen Markt von Nutzen sind und somit verloren sind.

Marktzutrittsschranken können verschiedenste Formen annehmen. Mit rechtlichen Marktzutrittsschranken sind in erster Linie behördliche Genehmigungen, Zulassungen, Urheber- und Patentrechte sowie Normen und Standards gemeint. Marktzutrittsbarrieren können auch technischer Natur sein. Darunter fallen Zugang zu Technologie, Ressourcen und wesentlichen Einrichtungen, sofern diese für einen erfolgreichen Eintritt notwendig sind. Zur letzten Gruppe der strategischen Marktzutrittsschranken zählen hohe Aufwendungen, die für Werbe- und Promotionstätigkeiten sowie Kundendienst erforderlich sind, weitere Vorteile für bestehende Marktteilnehmer aufgrund von bestehenden Verbraucherpräferenzen, Markenloyalität und kulturellen Schranken.

Rechtzeitigkeit des Markteintritts:

Ein Marktzutritt muß binnen kurzer Zeit stattfinden, damit die drohenden wettbewerbswidrigen Folgen eines Zusammenschlusses rasch wieder abgebaut werden können. Welcher Zeitraum als kurz genug angesehen wird, hängt stark von den Umständen des Einzelfalles ab. Grundsätzlich ist ein Markteintritt nur rechtzeitig, wenn er innerhalb von zwei Jahren stattfindet.

Ausreichender Umfang des Markteintritts:

Markteintritte müssen in einem ausreichenden Umfang erfolgen, damit negative Wirkungen auf den Wettbewerb verhindert werden. Erfolgt ein Eintritt nur in geringem Umfang, z.B. in eine Marktnische, so ist dies nicht ausreichend um die Macht marktbeherrschender Unternehmen zu begrenzen.

Arbeit zitieren:
Constantin, Christian September 2007: Fusionskontrolle in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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