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Fusionen

Fusionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Björn Hoffmann
  • Abgabedatum: Dezember 2007
  • Umfang: 50 Seiten
  • Dateigröße: 431,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin Deutschland
  • Originaltitel: Fusionen
  • Bibliografie: ca. 29
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1947-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hoffmann, Björn Dezember 2007: Fusionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Merger & Aquisitions, Unternehmenszusammenschlüsse, Unternehmen, Markt, Management

Diplomarbeit von Björn Hoffmann

Einleitung:

Die Bedeutung von Fusionen in der Gegenwart: Der Abbau von Handelsschranken und Kapitalverkehrsbeschränkungen, die Deregulierung vieler Märkte sowie die rasante Entwicklung neuer Technologien und der Information und Transporttechnik, erzeugen erhebliche und schnelle Veränderungen im Wirtschaftsleben. Sie erhöhen den Druck auf die Untenehmen, mit diesem Wandel Schritt zu halten und ihn mit zu gestalten, um sich langfristig eine erfolgversprechende Wettbewerbsposition im Markt zu sichern.

Ein enormes Potenzial, um mit diesen rasanten Entwicklungen Schritt zu halten und um das Unternehmen zielgerichtet zu verändern, bieten Fusionen. Mit Fusionen können Veränderungen mit einer Geschwindigkeit durchgeführt werden, die durch internes Wachstum nicht so rasch erreicht werden können. Die Unternehmen wachsen durch den Zusammenschluss sprunghaft in Größenordnungen hinein oder stoßen in neue Geschäftsfelder, die eine schnelle Etablierung ermög-lichen. Durch eine Fusion kann ein erprobtes Leistungsprogramm und neues Know-how erworben werden, es können Machtpositionen ausgebaut bzw. Marktanteile gewonnen, sowie Synergien und Skaleneffekte erzielt werden.

Diese Arbeit soll einen groben Überblick über die Thematik der Fusionen geben. Nach einem Rückblick auf die historische Entwicklung von Fusionen, wird der Begriff Fusion abgegrenzt, Motive erläutert und der mögliche Ablauf von Fusionen dargestellt. Abschließend wird auf mögliche Probleme bei Fusionen eingegangen und wettbewerbsrechtliche Aspekte betrachtet.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1. Die Bedeutung von Fusionen in der Gegenwart 1
1.2. Historischer Rückblick 2
2. Die Fusion als eine Form der Unternehmensverbindung 6
2.1. Unternehmensverbindungen 6
2.1.1. Kooperationen 7
2.1.2. Konzentrationen 9
2.2. Arten von Fusionen 11
2.2.1. Horizontale 11
2.2.2. Vertikale 12
2.2.3. Konglomerate 13
2.3. Der Begriff Mergers & Acquisitions 13
3. Motive für Fusionen 15
3.1. Reale Motive 15
3.1.1. Synergie und Effizienz 15
3.1.2. Marktmacht 16
3.1.3. Risikominimierung 17
3.1.4. Kostenreduktion 18
3.2. Spekulative Motive 20
3.2.1. Unterbewertung und Informationsdefizit 20
3.2.2. Gewinnträchtige Veräußerung von Unternehmensteilen 21
3.3. Management Motive 22
3.3.1. Macht- und Prestigestreben 22
3.3.2. Selbstüberschätzung des Managements 23
4. Phasen und Ablauf von Fusionen 24
4.1. Pre-Merger-Phase 24
4.2. Merger-Phase 26
4.3. Post-Merger-Phase 28
5. Probleme bei Fusionen 33
5.1. Unternehmenskultur 33
5.2. Kommunikation und Information 36
6. Wettbewerbsrechtliche Aspekte bei Fusionen 38
6.1. Fusionskontrolle in Deutschland 38
6.2. EU-Fusionskontrolle 40
7. Zusammenfassung 44
Literaturverzeichnis 4

Textprobe:

Kapitel 3, Motive für Fusionen:

Die verfolgten Zielsetzungen bei Fusionen sind zahlreich. Die Zusammenschlussmotive müssen nicht immer einzeln gelten, so können auch mehrere Motive für einen Unternehmenszusammenschluss in verschiedenen Kombinationen entscheidend sein. Das Hauptziel, welches Unternehmen mit der Entscheidung zu einem Zusammenschluss verfolgen, ist es, die Chancen zur langfristigen Gewinnmaximierung zu verbessern.

Reale Motive:

Unter realen Zusammenschlussmotiven können alle Motive verstanden werden, die auf der Annahme basieren, dass das nach der Fusion zusammengefasste Unternehmen erfolgreicher ist, als die einzelnen Unternehmensteile vor dem Zusammenschluss.

Synergie und Effizienz:

Eines der am häufigsten genannten Motive bei Unternehmenszusammenschlüssen, ist die Effizienzsteigerung von Prozessen zwischen den Fusionspartnern. Diese erhoffte Effizienzsteigerung von betriebswirtschaftlichen Prozessen zwischen den Partnern kann unter dem allgemeinen Begriff Synergieeffekte zusammengefasst werden.

Der Begriff Synergie bedeutet wörtlich übersetzt Zusammenwirken, und beschreibt, dass die entstehende Gesamtwirkung eines Vorgangs größer ist, als die Addition seiner Teile. Synergien können hierbei als erfolgswirksame positive Effekte verstanden werden, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstehen können.

Marktmacht:

Die Marktmacht eines Unternehmens ist durch hohe Marktanteile, sowie durch hohe Markteintrittsbarrieren für die Märkte, auf denen es tätig ist, gekennzeichnet.

Marktmachtvorteile als Motiv beruht auf der Annahme der positiven Beziehung zwischen Marktanteilen und Return on Investment und dem damit verbundenen verbesserten Unternehmenserfolg.

Marktmacht ermöglicht den jeweiligen Unternehmen, ohne eigene Leistung Marktpreise und somit den Gewinn zu erhöhen. Die Preissetzungsmöglichkeit von Unternehmen auf Absatz- und Faktormärkten ist eines der Hauptargumente im Rahmen von Marktmacht und der Monopolstellung.

Hohe Eintrittsbarrieren erschweren den Zugang zum Markt für mögliche Konkurrenten und lassen somit kurzfristig Preissteigerungen zu und erhöhen damit den Unternehmenserfolg.

Marktmacht wird am ehesten durch den Zusammenschluss von Unternehmen auf horizontaler Ebene ohne Produktausweitung erreicht. Der Marktanteil wird von dem oder den Konkurrenten übernommen. Diese Ballung von Macht öffnet auch die Möglichkeit, dass es unter den wenigen Anbietern des Marktes zu Absprachen über höhere Preisstellungen kommt. Es erschwert zudem den Eintritt von Konkurrenten, die den Wettbewerb mit großen Unternehmen scheuen.

Vertikale Zusammenschlüsse verringern einerseits die Abhängigkeit von Lieferanten und Zulieferern, andererseits wird die Marktposition des übernommenen Unternehmens gestärkt und führt zu einer Verringerung des Wettbewerbs im Zulieferer- oder Abnahmebereich; darüber hinaus werden wiederum Markteintrittsbarrieren geschaffen, die den Zugang für Konkurrenten zu Produktionsstufen erschweren.

Marktmachtpositionen können auch durch Zusammenschlüsse auf konglomerater Ebene erreicht werden. Dabei kann durch die Subventionierung von unrentablen Geschäftsbereichen aus Gewinnen anderer Geschäftsbereiche das Ziel verfolgt werden, mit nicht kostendeckenden Preisen Konkurrenten zum Aufgeben zu zwingen, um dann deren Marktanteile zu übernehmen.

Risikominimierung:

Der Aspekt der Risikominimierung steht bei Konglomeraten Unternehmens-Zusammenschlüssen im Vordergrund. Die Risiken sind durch die Abhängigkeit eines Unternehmens von Produkten oder einer Branche gekennzeichnet. Bei der Fusion mit Unternehmen aus branchenfremden Märkten kann eine hohe Risikostreuung erfolgen und die Abhängigkeit von einer Branche verringert werden. Unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen der einzelnen Branchen können so ausgeglichen werden, dass das gesamte Unternehmen zu einer gleichmäßigen und stabilen Umsatzentwicklung kommt.

Darüber hinaus kann eine Risikominderung bei Zusammenschlüssen auf horizontaler Ebene ohne Produktausweitung durch das Vordringen in neue Wachstumsmärkte erfolgen oder durch die Aufnahme ähnlicher Produkte. Hierbei kann die Abhängigkeit von stagnierenden heimischen oder wettbewerbsintensiven Märkten oder Produkten reduziert werden, indem die negativen heimischen Ertragsentwicklungen durch die positiven Erträge im Wachstumsmarkt ausgeglichen werden.

Unternehmen, die vertikale Zusammenschlüsse anstreben, verringern mit einem Zusammenschluss die Abhängigkeit von Zulieferern oder Abnehmern und können damit den gesamten Wertschöpfungsprozess besser kontrollieren.

Kostenreduktion:

Nach vollzogener Fusion können im Zuge der Zusammenlegung von vorher getrennten Unternehmensbereichen oder Funktionen, wie z.B. Verwaltung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie der EDV Kostenersparnisse erzielt werden. Arbeitsplätze oder Betriebstätten fallen als Kostenfaktor dabei weg.

Man spricht hierbei von Gemeinkostenersparnissen, die bei allen Zusammenschlussarten möglich sind.

Ein weiterer Kostenvorteil, der durch Unternehmenszusammenschlüsse auf horizontaler Ebene ohne Produktausweitung entstehen kann, ist verbunden mit der entstehenden Unternehmensgröße. Dabei steht die Beziehung zwischen der Größenordnung der Produktion und der Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt. Dieser Zusammenhang wird mit dem Begriff „economies of scale“ (sog. Skaleneffekte) bezeichnet. Der Effekt beschreibt die positive Kostenentwicklung bei steigenden Ausbringungsmengen pro Periode bei konstanten Fixkosten. Die konstant bleibenden Fixkosten lassen sich auf höhere Produktionsstückzahlen verteilen, was zu sinkenden Fixkosten pro Stück führt. Dies gilt beispielsweise auch für die Möglichkeit einer zentralisierten Reserve- und Lagerhaltung oder Losgrößen-Ersparnissen, sowie die bessere Auslastung von Kapazitäten. Durch eine vertiefte innerbetriebliche Arbeitsteilung aufgrund der neuen Unternehmensgröße, können Spezialisierungsvorteile erreicht werden.

Durch die erzielte Unternehmensgröße lassen sich z.B. auch bessere Beschaffungspreise bei Lieferanten durchsetzen und die Verhandlungsmacht gegenüber Banken bezüglich der Fremdkapitalkonditionen wird gestärkt. Durch die Erlangung einer Mindestgröße ist der Weg offen, durch günstigere Finanzierungen über die Kapitalmärkte die Finanzierungskosten zu senken.

Mit horizontalen Unternehmenszusammenschlüssen mit Produktionsausweitung können Kostenersparnisse aufgrund von Verbundvorteilen, wie z.B.

Know-how-Transfer zwischen den Fusionspartnern erzielt werden. Die Verbundvorteile, die mit dem Begriff „Economies of Scope“ bezeichnet werden, beschreiben den Kostenvorteil eines diversifizierten Produktionsprogramms in einer gemeinsamen Produktion gegenüber mehreren getrennten, einzelnen Produktionen. Hier steht die Beziehung zwischen der Produktvielfalt und der Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt. Kostenvorteile können erzielt werden bei gleicher Nutzung von Produktionsfaktoren für unterschiedliche Produktionsbereiche und –Prozesse ohne die Verursachung zusätzlicher Kosten. Als Beispiel wäre hierfür das so genannte „Plattformkonzept“ der Automobilhersteller zu nennen, wo gleiche Bauteile für unterschiedliche Fahrzeugtypen genutzt werden können.

Die Senkung von Transaktionskosten kann durch vertikale Zusammenschlüsse von Unternehmen erreicht werden. Informationskosten, die durch die Suche nach Anbietern und durch Preis- und Produktvergleiche entstehen, sowie Vertragskosten, Kosten für die Verwaltung von Lieferungen und Zahlungen fallen weg

Arbeit zitieren:
Hoffmann, Björn Dezember 2007: Fusionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Merger & Aquisitions, Unternehmenszusammenschlüsse, Unternehmen, Markt, Management

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