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Fusionen im Finanzdienstleistungsbereich

Fusionen im Finanzdienstleistungsbereich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Sandker, Markus Frerker
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 158 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8838-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8838-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8838-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Frank Sandker, Markus Frerker Dezember 2002: Fusionen im Finanzdienstleistungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strukturwandel, Pre-Merger, Post-Merger, Fusionskonzept, strategisch

Diplomarbeit von Frank Sandker, Markus Frerker

Problemstellung:

Die deutsche Kreditwirtschaft erschien über lange Zeit hinweg in sich gefestigt, mit weitgehend festgeschriebenen Marktanteilen der einzelnen Bankengruppen und einer relativen Unempfindlichkeit gegenüber Konjunkturschwankungen und Strukturveränderungen in anderen Sektoren der Wirtschaft. Dies hat sich grundlegend geändert.

Mit anhaltender Konsolidierung im deutschen Bankensektor und mit zunehmender Integration und Liberalisierung der internationalen Finanzmärkte stellt sich die Frage nach den Wettbewerbswirkungen dieser Entwicklungen für den deutschen Bankenmarkt. Die Anstrengungen zur Integration der europäischen Märkte für Finanzdienstleistungen und die Einführung des EURO wirken zusätzlich als Katalysator für ein weiteres Zusammenwachsen der Banken im nationalen Bereich und über nationale Grenzen hinaus.

Bei der Einschätzung der wettbewerblichen Aspekte des am deutschen Bankenmarkt schon länger zu beobachtenden Konzentrationsprozesses sind sowohl Effizienzgesichtspunkte – gerade auch im Hinblick auf sehr kleine Kreditinstitute – als auch die Ergebnisse der Theorie „kontestabler Märkte“ heranzuziehen.

Kennzeichnend für den deutschen Bankenmarkt sind grundsätzlich seine zur Zeit ca. 2700 Kreditinstitute, sein geringer Konzentrationsgrad, ein relativ hoher Marktanteil des öffentlichen und des genossenschaftlichen Bankensektors, eine erhebliche Zweigstellendichte sowie die weite Verbreitung der sog. Hausbankbeziehungen. Zwar bestimmten einige Fusionen bzw. Fusionsabsichten unter großen privaten Banken zeitweise die öffentliche Wahrnehmung des Konsolidierungsprozesses, rein zahlenmäßig konzentriert sich der Prozess jedoch in erster Linie auf den genossenschaftlichen Sektor und die Sparkassen.

Bei der Betrachtung der strukturellen Veränderungen auf dem deutschen Bankenmarkt wird deutlich, dass diese sich nicht auf eine bloße Konsolidierung beschränken. Die rasanten Fortschritte im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung und der Telekommunikation haben die Wirkungen dieser Liberalisierungsprozesse auf das Bankengeschäft beschleunigt und verschärft. Angesichts neuer Vertriebswege über das Internet ist der Marktzutritt für Banken und andere Finanzdienstleister deutlich erleichtert worden. Gleichzeitig hat sich für Banken der Kreis potentieller Konkurrenz durch die Schaffung eines einheitlichen europäischen Bankenmarktes ständig ausgeweitet. Damit ist insgesamt auch der drohende Markteintritt von Wettbewerbern zum wettbewerbsstimulierenden Faktor auf dem deutschen Bankenmarkt geworden.

Gang der Untersuchung:

Neben der Einführung (Kapitel 1) und Zusammenfassung/ Ausblick (Kapitel 9) gliedert sich die vorliegende Arbeit in sieben wesentliche Teile.

Zunächst wird in Kapitel 2 auf die strukturellen Veränderungen und den damit verbundenen Auswirkungen für die Branche eingegangen. Diese haben sich über einen längeren Zeitraum entwickelt oder haben sich durch Entscheidungen der jüngsten Zeit in der deutschen Bank und Finanzwirtschaft ergeben.

Das 3. Kapitel befasst sich mit den Ursachen und Gründen einer Fusion in der Bank- und Finanzbranche. Es soll verdeutlicht werden, welche Ziele sich aus finanz- und betriebswirtschaftlicher Sicht hinter einer Fusion verbergen können und welchen Nutzen man sich aus einer Fusion - privat wie wirtschaftlich - erhofft.

Um jedoch alle Fusionshintergründe, vor allem im Sparkassen- und Genossenschaftssektor, zu erschließen, wird in Kapitel 4 auf die unterschiedlichen juristischen Faktoren und auf die verfolgten Grundaufträge der verschiedenen Institutsgruppen eingegangen.

Im Kapitel 5 wird die erste Phase, die sog. Pre-Merger-Phase, des Dreiphasenmodells einer Fusion erläutert. In ihr werden die für eine Fusionsentscheidung unabdingbaren strategischen Grundlagen, die Bedeutung einer Vision, die erste Ermittlung von Stärken und Schwächen, die Erstellung eines Anforderungsprofils für potentielle Kandidaten sowie die gezielten Partnersuche und -evaluation behandelt.

In dem sich anschließenden 6. Kapitel wird auf die Merger-Phase (die zweite Phase des Fusions-Modells) eingegangen. Neben der Kontaktaufnahme werden die verschiedenen Bewertungsverfahren zur Unternehmensbewertung und die Gestaltungsmöglichkeiten des Vertragstextes dargestellt.

Im 7. Kapitel, welches ebenfalls der Merger-Phase zugerechnet wird, steht einzig die Entwicklung des strategischen Fusionskonzeptes im Vordergrund. Hier werden die Analysen der Außen- und Innenverhältnisse der jeweiligen Fusionspartner vorgenommen und mit Hilfe von Methoden und Verfahren veranschaulicht. Ferner werden die neuen strategischen Geschäftsfelder des Gesamtinstitutes bestimmt und definiert.

Im Kapitel 8 werden ebenfalls Teile der Merger-Phase und darüber hinaus die dritte Phase des Fusionsmodells, die sog. Post-Merger-Phase, behandelt. Es werden verschiedene Vorgehensweisen während des Integrationsprozesses – die je nach Fusionsgestaltung Bestandteile beider Phasen sein kann - im Betriebs- und Vertriebsbereich beschrieben und außerdem geeignete Instrumente zur Integration dargestellt.

Um einen kompletten Fusionsprozess beschreiben zu können, ist Grundlage dieser Arbeit eine Fusion von Großbanken, da kleinere Fusionen – was bei den meisten Sparkassen und Genossenschaftsbanken der Fall ist – i. d. R. nicht alle Faktoren und Elemente des in der Arbeit beschriebenen Fusionsablaufes erfassen.

Ferner befasst sich die Arbeit nicht mit Fusionen, die die zu den Finanzdienstleistungsbereich zählende Versicherungsbranche betreffen, da eine näheres Eingehen aufgrund der Komplexität der Branche zu umfangreich gewesen wäre.

Inhaltsverzeichnis:

I. Abkürzungsverzeichnis VI
II. Abbildungsverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Vorgehensweise 1
1.2 Fusion 3
1.2.1 Begriffserklärung Fusion 3
1.2.2 Zielsetzung bei Fusionen 4
2. Strukturwandel und Komplexität der Bank- und Finanzdienstleistungsbranche 5
2.1 Verändertes Sparverhalten 5
2.2 Gewandeltes Finanzierungsverhalten 6
2.3 Veränderte Refinanzierung der Finanzintermediäre 8
2.4 Die Ertragssituation der Banken 9
2.5 Auswirkungen der technischen Evolution 10
2.6 Veränderte stationäre Präsenz 12
2.7 Neue Wettbewerber 13
2.8 Schaffung internationaler Rahmenbedingungen 14
2.8.1 Basel II 14
2.8.2 Anstaltslast und Gewährträgerhaftung 18
3. Ursachen und Gründe von Fusionen 20
3.1 Globalisierung/ Internationalisierung 20
3.2 Finanzpolitische Ziele 20
3.3 Betriebswirtschaftliche Ziele 22
3.3.1 Synergien 22
3.3.1.1 Unternehmensgröße (Economies of Scale) 23
3.3.1.2 Lerneffekte 25
3.3.1.3 Marktzugang (Economies of Skill) 25
3.3.1.4 Markterschließung (Economies of Scope) 26
3.3.1.5 Marktmacht 28
3.4 Persönliche Ziele 29
4. Einbeziehung sparkassen- oder bankbezogener Faktoren bei einer Fusion 30
4.1 Juristische Faktoren bei einer Kreditinstitutsfusion 30
4.1.1 Privatbanken 30
4.1.2 Sparkassen 31
4.1.3 Genossenschaftsbanken 32
4.1.4 Weitere Rechtsbestimmungen 33
4.2 Grundaufträge 34
4.2.1 Privatbanken 34
4.2.2 Sparkassen 35
4.2.3 Genossenschaftsbanken 36
5. Pre-Merger-Phase 39
5.1 Überarbeitung der Unternehmensstrategie/ Zielsetzung 39
5.2 Neue Unternehmensstrategie/ Zielsetzung 43
5.2.1 Wachstumsstrategie durch Fusion 43
5.2.2 Wachstumswege 47
5.3 Definition eines Suchprofils 49
5.4 Projektorganisation 51
5.5 Informationsbeschaffung 52
5.6 Auswahl des Fusionspartners 53
5.7 Verbandseinflüsse bei Fusionen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken 54
6. Merger-Phase 56
6.1 Kontaktaufnahme 56
6.2 Ermittlung des Kaufpreises bzw. Umtauschverhältnisses 58
6.2.1 Substanzwert 60
6.2.2 Marktwertverfahren 61
6.2.3 Ertragswertverfahren 61
6.2.3.1 Ermittlung des nachhaltigen Ertrages 61
6.2.3.2 Ermittlung des Kapitalisierungszinsfußes 62
6.3 Vertragsverhandlungen 63
6.4 Vertragsabschluß 65
7. Die strategische Fusion: Entwicklung des Fusionskonzepts (Merger-Phase) 66
7.1 Unternehmensleitbild 67
7.2 Einzelinstitutsanalyse 68
7.2.1 Strategische Geschäftsfelder (SGF) 70
7.2.2 Die Umfeldanalyse 71
7.2.2.1 Das globale Umfeld 74
7.2.2.2 Das aufgabenspezifische Umfeld 75
7.2.2.3 Das erweiterte aufgabenspezifische Umfeld 77
7.2.2.4 Methoden und Techniken 79
7.2.3 Die Unternehmensanalyse 83
7.2.3.1 Stärken-Schwächen-Analyse 83
7.2.3.2 Benchmarking 86
7.2.3.3 Zeitvergleich 88
7.2.4 Zusammenführung der Umfeld- und Unternehmensanalyse – Methoden und Verfahren 88
7.2.4.1 SWOT-Analyse 89
7.2.4.2 Portfolio-Analyse 91
7.3 Zusammenfassende Analyse der Fusionspartner 97
7.3.1 Allgemein zu berücksichtigende Einflussfaktoren 98
7.3.2 Untersuchung auf gemeinsame Potentiale am Beispiel der Portfolio-Methode 99
7.3.3 Ableitung der Strategie 102
8. Die technisch-organisatorische Fusion (Merger-/ Post-Merger-Phase) 105
8.1 Projektorganisation und Projektmanagement 105
8.1.1 Aufbauorganisation 106
8.1.1.1 Struktur, Aufgaben und Zuständigkeiten der Projektgremien 107
8.1.1.2 Personelle Besetzung der Projektgremien 109
8.1.1.3 Projektorganisation dokumentieren 110
8.1.2 Projektmanagement 112
8.1.2.1 Einsatz eines externen Benchmarking 112
8.1.2.2 Erarbeitung eines gegliederten Projektplans 113
8.1.2.3 Kontrolle der Zielerreichung 114
8.2 Integration der Institute 115
8.2.1 Integration der Betriebsbereiche 116
8.2.1.1 Personal 116
8.2.1.2 Informationstechnologie 120
8.2.1.3 Logistik 124
8.2.1.4 Controlling und Rechnungswesen 127
8.2.1.5 Information/ Kommunikation 129
8.2.2 Integration der Vertriebsbereiche 130
8.2.2.1 Kunden 131
8.2.2.2 Produkte 135
8.2.2.3 Vertriebswege 136
9. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung 140
III. Literaturverzeichnis 142
IV. Eidesstattliche Erklärung 142

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ausgangpunkt des Marktwertverfahrens ist die Überlegung, dass der Markt den Wert einer Unternehmung am effizientesten bestimmt. Im Fall börsennotierter Kreditinstitute entspricht der Marktwert der Summe der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Börsenkurs zzgl. einer Prämie (Aufgeld). Wird mit einer nicht börsennotierten Bank fusioniert, orientiert man sich an vergleichbaren Transaktionen. Der Preis (Kaufpreis oder Umtauschverhältnis), der bei einer vergleichbaren Fusion berechnet wurde, wird zu bestimmten Kennzahlen wie Eigenkapital, Umsatz oder Cash-flow jener Bank ins Verhältnis gesetzt, die bei der vergleichbaren Fusion der Kandidat war. Aus diesem Quotienten ergeben sich sog. „multiples“. Der Wert eines potentiellen Fusionspartners ergibt sich dann aus der Multiplikation der jeweiligen „multiples“ mit dem Eigenkapital, Umsatz oder Cash-flow des Fusionskandidaten.176 [...]

Der Substanzwert drückt den Wert des gesamten Betriebsvermögens am Bewertungsstichtag aus. Es ist ein synthetischer Wert und ergibt sich aus der Summe der Einzelwerte aller Vermögensgegenstände, die auf das übernehmende Institut übergehen. Der Substanzwert kann als Teilrekonstruktionswert oder Gesamtrekonstruktionswert ermittelt werden, wobei der erste nur die materiellen Wirtschaftsgüter eines Unternehmens ermittelt, der zweite zudem auch die immateriellen Güter mit einbezieht. Die Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit den Wiederbeschaffungs- bzw. Reproduktionskosten zu bewerten. Ausgenommen werden nur die Vermögensgegenstände, die der Käufer übernimmt, aber zu liquidieren beabsichtigt. Damit ergibt sich folgende Rechnung: Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten + = Abschreibungen für Abnutzung Fremdkapital Wert der immateriellen Wirtschaftsgüter Substanzwert [...]

Die an der Due Diligence Beteiligten sollten - um eine erfolgreiche Durchführung zu gewährleisten - eine gemeinsame Zielsetzung haben, offen kommunizieren und konstruktiv zusammenarbeiten. Ihr Ziel ist – vereinfacht dargestellt – herauszufinden, ob die Banken zu der geplanten Fusion miteinander vereinbar sind bzw. was zu unternehmen ist, um diese Kompatibilität herzustellen. In der Due Diligence geht es deshalb nicht um den Nachweis von Versäumnissen, Fehlern oder Schuldzuweisungen. Vorschläge für künftige Maßnahmen zur Erreichung der Fusion mit den Fusionskandidaten sollten mit allen Beteiligten erarbeitet und anhand eines Prioritätenplans fixiert werden. Sie stellt dadurch sowohl eine Voraussetzung als auch eine Ergänzung für eine detaillierte Unternehmensbewertung (Kaufpreis bzw. Umtauschverhältnis) dar.173 [...]

Arbeit zitieren:
Frank Sandker, Markus Frerker Dezember 2002: Fusionen im Finanzdienstleistungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strukturwandel, Pre-Merger, Post-Merger, Fusionskonzept, strategisch

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