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Fundraising in Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit

Fundraising in Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Knaus
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 326,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9853-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9853-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9853-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Knaus, Frank September 2002: Fundraising in Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Social Marketing, Fundraising, Sponsoring, Akquise, NGOs

Diplomarbeit von Frank Knaus

Einleitung:

Die Einsparung öffentlicher Finanzmittel macht sich in der Sozialen Arbeit immer stärker bemerkbar. Im Sozialbereich wird versucht, mittels verschiedener modifizierter Methoden aus der Betriebswirtschaft Geld einzusparen und die Folgen des Geldmangels zu verringern. Begrifflichkeiten wie Qualitätsmanagement und Marketing werden vermehrt in den Nonprofit-Sektor übertragen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Themenbereich Fundraising in Nonprofit-Organisationen in den letzten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Dies wird unter anderem an der zunehmenden Zahl von Fachliteratur zu diesem Thema sowie an der Zunahme von entsprechenden themenbezogenen Verbänden und Vereinen deutlich. Der wachsende Geldmangel in der Sozialarbeit, aufgrund fehlender staatlicher Mittel, verlangt ein Umdenken. Der Finanzquellen-Mix macht eine anderweitige Beschaffung von Mitteln, seien sie monetärer oder sachlicher Natur, ergänzend oder gänzlich möglich. In vielen Einrichtungen der Sozialen Arbeit scheint dies jedoch weiter erfolgreich ignoriert zu werden.

Während meiner Praktika und meiner Tätigkeiten als Honorarkraft habe ich mehrfach versucht etwas über die Finanzierung von neuen Projekten wie z. B. einer dringend benötigten Drogenberatungsstelle zu erfahren. Es wurde jedoch schnell deutlich, dass ich mir Informationen und Wissen über Finanzierungsmöglichkeiten sowie Fördermittel auf andere Weise würde beschaffen müssen.

Aufgrund dieser Erfahrungen entstand die Idee für nachfolgende Diplomarbeit, welche ich als eine Einführung ansehe, da der Themenbereich für eine vollständige Betrachtung bei weitem zu komplex ist. Wer an einer eingehenden Beschäftigung mit dem Thema Fundraising interessiert ist, findet im Anhang entsprechende Adressen, Buchquellen und Internetseiten mit Informationen.

Der Anfang dieser Arbeit soll einen Einblick in den Nonprofit-Sektor der Bundesrepublik Deutschland geben. Verschiedene Begriffe zum Thema Nonprofit-Organisationen und Fundraising werden in den ersten Kapiteln kurz erklärt und definiert. Eine Beschreibung von grundlegenden organisatorischen Voraussetzungen, welche die Nonprofit-Organisationen schaffen oder schon aufweisen sollten, schließt sich dem an. Ein kleiner Einblick in die Methodenvielfalt der Mittelakquisition soll vermittelt werden. Das von mir theoretisch entwickelte Projekt mit pädagogischem Hintergrund soll die Möglichkeit bieten, in groben Zügen den Planungs- und Organisationsaufwand deutlich zu machen. Die notwendige Vernetzung von Öffentlichkeitsarbeit, Projektleitung und Fundraising soll anhand dieses Beispiels dargestellt und ein Bezug zur praktischen Anwendung der vorgestellten Methoden geschaffen werden.

Zusammenfassung:

Die Fundraising-Methoden ermöglichen einen Finanzquellen-Mix, der die Abhängigkeit von einer einzigen Geldquelle verringert. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die Finanzierung unseres sozialen Netzwerks nicht mehr ohne weiteres gewährleistet werden kann. Für die Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit bedeutet dies ohne Zweifel, dass ein Umdenken stattfinden muss. Die pädagogischen Studiengänge werden sich verstärkt mit dem Thema der Finanzierung auseinandersetzen müssen. Die Hochschulen sind gefordert, Aufbaustudiengänge zu entwickeln und anzubieten. Das Thema Fundraising sollte in jeder Nonprofit-Organisation der Sozialen Arbeit als mögliche zukünftige Finanzierungsergänzung diskutiert werden. Doch nicht nur die Sozialarbeit ist von öffentlichen Mitteln abhängig, für Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser und viele andere institutionelle Einrichtungen gilt dies in Deutschland genauso. In diesen Institutionen wäre es sinnvoll, eine ähnliche Diskussion, falls noch nicht im Gange, anzuregen um die Qualität der Arbeit und der Arbeitsmittel auch in Zukunft gewährleisten zu können. Dies birgt jedoch die Gefahr der Abhängigkeiten in sich und kann sich schnell zu einer Gratwanderung entwickeln.

Die notwendige Suche nach neuen Quellen für Sach- und Finanzmittel sollte aber nicht ausschließlich als ein Muss aufgrund der mangelnden öffentlichen Mittel angesehen werden. Das Fundraising bietet gerade der Sozialen Arbeit in Deutschland eine Chance. Die Transparenz, die durch die Fundraising-Aktivitäten in Verbindung mit der Öffentlichkeitsarbeit zwangsläufig entsteht, könnte das negative Image von den „teetrinkenden und Kartoffeldrucke herstellenden Sozialarbeitern“ verbessern. Der Blick der Öffentlichkeit, welcher durch die Spendenakquisition verstärkt auf die Tätigkeiten von Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit gelenkt wird, erfordert von diesen vorzeigbare Qualitätsstandards. Das bezieht sich auf die Wirtschaftlichkeit sowie auf die qualitative Arbeit der sozialen Berufe in den Nonprofit-Organisationen. Ich sehe in dieser Entwicklung eine Möglichkeit, die Akzeptanz und das Ansehen der Sozialen Arbeit in der Gesellschaft zu vergrößern.

Die Umsetzung der Fundraising-Aktivitäten stellt jedoch nicht nur Veränderungsanforderungen an die Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit, sondern auch an die Entwicklungsfähigkeit der Bevölkerung und der Firmen. In der Bevölkerung muss die Entwicklung einer philanthropischen Grundhaltung gefördert werden, um die Mittelakquisition durch den Einsatz von Fundraising-Methoden zu ermöglichen.

Die Firmenchefs, Gesellschafter, Firmenvorstände usw. der großen Firmen in Deutschland sollten sich besser früher als später mit dem Themenkomplex Fundraising auseinandersetzen, denn soziale Stabilität ist für Wirtschaftsstandorte bekanntlich von Vorteil. Mit der reinen Profitmaximierung ist es nicht getan, und wie die Vergangenheit anhand der durch große Firmen gegründete Stiftungen und anderer auf wohltätige Zwecke ausgerichtete Institutionen zeigt, war es das auch noch nie.

Verbraucherverbände in den USA führen Listen mit dem jeweiligen Spenden-verhalten von großen Firmen und Konzernen. Diese Listen werden von einigen Verbrauchern als Richtlinie für den Einkauf genutzt. In Deutschland werden solche Listen bisher lediglich im Bereich der Unterstützung von Umweltaktivitäten erstellt. Die Möglichkeit der Verbraucher, mittels der Lenkung ihrer Kaufkraft Druck auszuüben, könnte in Deutschland durch Erstellung solcher Listen verbessert werden.

Die Veränderung der Grundhaltung zum Themenbereich Spendenverhalten ist ein großes Aufgabenfeld bzw. eine große Herausforderung für die Politik, die Nonprofit-Organisationen und die gesamte Gesellschaft. Um die Anspruchshaltung und die Meinung der Bevölkerung zu verändern, bedarf es mehr als von der Politik in die Welt geprägter Schlagwörter. Es wird notwendig, die Begrifflichkeiten wie z. B. Bürgergesellschaft mit Inhalten zu füllen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, diese zu erfassen und zu verinnerlichen. Die Werte, die vermittelt werden sollen, bedürfen Vorbildern, damit sie als Werte erfasst werden können.

Ich bin der Ansicht, dass Fundraising als notwendige Quelle für Geld- und geldwerte Mittel in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Diese Diplomarbeit stellt eine Einführung in die Fundraising-Grundlagen dar. Sie soll die Möglichkeit eines ersten Einblicks in die für Deutschland verhältnismäßig neuen Finanzierungswege bieten. Ich hoffe, damit Hemmschwellen die häufig zwischen pädagogischen Berufen und der Betriebswirtschaftslehre bestehen, verringern zu können. Das Erproben neuer Wege und die Entwicklung einer neuen Ausbildungsform für gemeinnütziges Management erfordern Offenheit bei der traditionellen Betriebswirtschaft wie auch bei den Pädagogen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 01
2. Begriffserklärung und Definition der Nonprofit-Organisation 03
2.1 Finanzierungsstruktur des deutschen Nonprofit-Sektors im internationalen Vergleich 05
3 Begriffserklärung und Definition des Fundraising 09
3.1 Begriffe des Fundraising: 10
3.1.1 Philanthropie 10
3.1.2 Marketing und Social Marketing 11
3.1.3 Die Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) 14
3.2 Organisation und Planung des Fundraising 15
3.2.1 Organisations- und Situationsanalyse 15
3.2.2 Marktanalyse 16
3.2.3 Organisationsphilosophie und Corporate Identity (CI) 17
3.2.4 Zielorientierung 18
3.2.5 Personelle Voraussetzungen 19
3.2.6 Qualitätsmanagement im Fundraising 19
4. Ausgewählte Fundraising-Methoden 21
4.1 Spendenbriefe (Mailings) 21
4.2 Haus- und Straßensammlungen 24
4.3 Fundraising-Event oder Event-Marketing 26
4.4 Telefon-Fundraising 27
4.5 Das Internet 28
4.6 Warenverkauf (Merchandising) 29
4.7 Großspenden 30
4.8 Spenden von Unternehmen 33
4.9 Erbschaftsmarketing 35
5. Spenderdank und Beschwerdemanagement 38
5.1 Der Spenderdank 38
5.2 Das Beschwerdemanagement 39
6. Busgeldakquisition 41
7. Sponsoring 43
7.1 Ziele des Sponsors 43
7.2 Ziele des Gesponsorten 44
7.3 Grundlagen von Sponsoring-Partnerschaften 45
7.4 Das Sponsoring-Konzept 47
7.5 Recht und Steuern 47
8. Stiftungen 50
8.1 Akquisition von Stiftungsgeldern 51
9. Staatliche Mittel und EU-Förderung 54
9.1 Staatliche Mittel 54
9.2 EU-Förderung 57
10. Projektvorstellung 59
10.1.1 Stigmatisierung 59
10.1.2 Delinquenz und Devianz 60
10.1.3 Projekttitel und Projektbeschreibung 61
10.1.4 Ausstattung der Ausbildungsstelle 62
10.1.5 Notwendige Vorbereitungen 65
10.1.6 Koordination des Fundraising und der Öffentlichkeitsarbeit 66
10.1.7 Von Theorie und Praxis 68
11. Schlussbetrachtung 72
12. Anhang und Quellenverzeichnis 74
Quellenverzeichnis 74
Nützliche Adressen und Internetseiten 78
Diagramme und Tabellen 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bevor ich mich in diesem Kapitel der Stiftungsakquisition zuwende, möchte ich vorab eine grobe Einführung zum Thema Stiftungen geben. Die Stiftung dient traditionell einem am Gemeinwohl orientierten Zweck. Bei den Vermögen, die von den Stiftungen verwaltet werden, kann es sich um private, öffentliche oder kirchliche Mittel handeln. Die älteste noch existierende Stiftung stammt aus dem Jahr 930, somit ist die Stiftung die älteste Rechtsform, die überdauert hat. Zwei Drittel aller heutigen Stiftungen entstanden jedoch nach 1945 und von diesen 60 Prozent nach 1980. Dies kann als deutliches Zeichen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung gewertet werden. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland mit ca. 12 000 Stiftungen verhältnismäßig gut ab. An der Spitze liegen Staaten wie die Schweiz und die Niederlande, also Staaten mit einer ausgeprägten Bürgertradition. Frankreich findet sich am Ende der Skala, was auf die geschichtlichen Entwicklungen in Frankreich zurückgeführt werden kann. 55 Prozent aller Stiftungen dienen teilweise oder ausschließlich sozialen Zwecken. 35 Prozent dienen Bildungs-, Ausbildungs-, und Erziehungszwecken. Stiftungen können von jeder natürlichen oder juristischen Person errichtet werden, wobei die Rechtsformen von Stiftungen sehr heterogen gestaltet sind. Was trotz aller Heterogenität gewährleistet sein muss, ist eine klare präzise Zweckformulierung der Stiftung in der Stiftungssatzung. Heute ist die Stiftung im allgemeinen als Stiftung des bürgerlichen Rechts ausgebildet. Das Stiftungsrecht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch und in den Stiftungsgesetzen, im Sinne der konkurrierenden Gesetzgebung der Bundesländer geregelt. Neben der Stiftung des bürgerlichen Rechts, gibt es noch weitere Rechtsformen, wie z. B. die Stiftung des öffentlichen Rechts, welche mittels eines Verwaltungsaktes erlassen wird. Unternehmensträgerstiftung, Familienstiftung, Kirchenstiftung und die unselbständige (nicht rechtsfähige) Stiftung stellen weitere Stiftungsformen dar. Stiftungsähnliche Gebilde, die sich unter bestimmten Voraussetzungen Stiftungen nennen dürfen gibt es auch in den Rechtsformen eines eingetragenen Vereins (e.V.), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder als Aktiengesellschaft (AG). Ausführlich auf die Rechtsformen als solche und die Stiftungserrichtung einzugehen, erscheint mir im Zusammenhang mit dieser Diplomarbeit nicht sinnvoll. [...]

Viele Wirtschaftsunternehmen suchen eine herausragende Idee, um diese mit der NPO zusammen auszuarbeiten und vermarktbar zu machen. Andere Unternehmen erwarten ausgefeilte Konzepte von der NPO. Ob ein Konzept gefordert ist, sollte spätestens nach der Recherche bekannt sein. Im folgenden sollen einige Punkte, die ein Konzept beinhalten kann, aufgezählt werden. Die Idee oder das Projekt kann in einer Kurzbeschreibung dargestellt werden, welche die klassischen W-Fragen (Wer? Was? Wieso? usw.) abklärt. Dieser Anfang sollte zum Weiterlesen animieren. In diesem Anfangsteil können auch bekannte Förderer erwähnt werden. Das Konzept sollte beinhalten, welche Zielgruppen regional und überregional, indirekt (Poster, Medien, Flyer) und direkt (Zuschauer, Mitglieder, Gäste, Klienten) angesprochen werden sollen. Der Mittelbedarf, also die Leistungserwartung an den Sponsor, muss konkret benannt werden können. Dies gilt auch für die Form, also ob Geld- oder Sachmittel gewünscht sind. Dann werden die möglichen Gegenleistungen, welche die Nonprofit-Organisation anbieten kann, dargestellt. Dies sind z. B. gemeinsame Pressearbeit, Logo-Einbindungen auf Plakaten und Flyern, Internet-Links zur Homepage des Sponsors usw.. Empfehlenswert ist, die Ansprechpartner in der NPO für die Marketing- bzw. Sponsoringabteilung anzugeben und entsprechende Broschüren sowie Referenzen oder Presseberichte beizulegen. Eine allgemeingültige Regel zur Gestaltung eines Konzepts gibt es nicht, wichtig ist jedoch, dass die Idee kurz und bündig dargestellt wird. Außerdem sollte eine nachvollziehbare Herleitung über den Grund und den Nutzen einer Partnerschaft enthalten sein. [...]

Um negative Auswirkungen des Sponsorings zu verhindern, sollte im Vorfeld eine ausführliche Recherche vorgenommen werden, welche Umsatzentwicklungen, Fusionsgerüchte und vergangene Skandale des potentiellen Sponsors beinhaltet. Ein Sponsor mit fragwürdigen Geschäftspraktiken, in Verbindung mit einer NonprofitOrganisation als Sponsoring-Partner, kann sich durch kritische Presseberichte sehr negativ auf die Glaubwürdigkeit der NPO auswirken. Es ist z. B. nicht sinnvoll, wenn ein Kinderhilfswerk für Kriegskinder von einer Minenfabrik gesponsert wird, oder eine Chemiefabrik eine Umweltgruppe unterstützt. Ein Produktbezug zwischen dem Unternehmen und der Organisation kann die Glaubwürdigkeit des Sponsors fördern. Es sollte jedoch beachtet werden, dass eine zu klare Verbindung z. B. von einer Kinderbekleidungsfirma und einer Kindertagesgruppe, unter Umständen von der Öffentlichkeit als zu profitorientiert bewertet wird. [...]

Arbeit zitieren:
Knaus, Frank September 2002: Fundraising in Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Social Marketing, Fundraising, Sponsoring, Akquise, NGOs

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