Fundamentale Aktienanalyse
Darstellung und Kritik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marcus Hopf
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 88 Seiten
- Dateigröße: 698,8 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5998-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5998-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5998-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hopf, Marcus Juni 2002: Fundamentale Aktienanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Discounted Cash Flow, Bewertung, Innerer Wert, Informationseffizienz, Realoptionsansatz
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Diplomarbeit von Marcus Hopf
Einleitung:
Die fundamentale Aktienanalyse nimmt seit dem Erscheinen der im Jahr 1934 erschienenen Erstauflage des Buches „Security Analysis“ von B. Graham und D. Dodd einen zunehmenden Raum ein. Das dort entwickelte umfassende Instrumentarium zur Analyse und Bewertung von Wertpapieren verspricht Antworten auf die drängenden Fragen der Anleger nach dem wahren Wert einer Aktie. Der Vergleich mit dem Preis als Ergebnis der Bewertung durch die Börse soll beantworten, ob eine Aktie fair, unter- oder überbewertet ist. Die massiven Preiseinbrüche der letzten 2 Jahre an den europäischen Börsen sowie in den Vereinigten Staaten haben allerdings zu einem erheblichen Vertrauensverlust in die Methoden der Aktienanalyse geführt. Die fundamentale Aktienanalyse als bevorzugte Methode der Wertpapieranalysten stand dabei besonders im Kreuzfeuer der Kritik.
Zugleich hat sich allerdings auch das Bedürfnis nach einer rationalen Möglichkeit zur Bewertung von Aktien verstärkt. Dabei können die Determinanten des Wertes von Aktien scheinbar einfach identifiziert werden: Der Wert einer Aktie ist eine Funktion des Gewinns bzw. Cash Flows, des Risikos und der zukünftigen Wachstumsrate. Das Problem der Implementierung dieser Wertdeterminanten innerhalb einer Bewertungsmethode, welche den wahren Wert einer Aktie bestimmt, scheint dagegen eine schwierige Aufgabe zu sein. Die Ermittlung der Ausprägungen der Wertdeterminanten ist dabei nicht die einzige Schwierigkeit, denn die Problemstellung der Aktienbewertung geht über die der Unternehmensbewertung hinaus. Dies liegt daran, dass die fundamentale Aktienanalyse das Ziel verfolgt, einen Wert zu bestimmen, der den zukünftigen Aktienkurs prognostiziert.
Somit müssen zwei Themengebiete untersucht werden: Zum einen die Bewertungsmethoden der fundamentalen Aktienanalyse und zum anderen die Preisbildung auf dem Aktienmarkt. Letztere vollzieht sich zwar analog zur Preisbildung auf Gütermärkten über den Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Die zugehörigen konkreten Informations-, Bewertungs- und Entscheidungsprozesse sowie die daraus resultierenden Verhaltensweisen der Investoren konnten allerdings bisher nicht in einer allgemeinen Theorie der Börsenkursbildung beschrieben werden.
Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Bewertungsmethoden der fundamentalen Aktienanalyse vor dem Hintergrund der Preisbildung auf dem Aktienmarkt zu beurteilen. Aus der Analyse der Preisbildung sollen die notwendigen Erkenntnisse gewonnen werden, um die Grundlage für eine sachgerechte Untersuchung der fundamentalen Aktienanalyse zu schaffen. Die Analyse der Bewertungsmethoden soll zum einen zeigen, wie diese anzuwenden sind und zum anderen deren Schwächen transparent machen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Untersuchung beginnt in Kapitel 2 mit einer Diskussion der Informationseffizienz des Kapitalmarktes. Nach einer einführenden Begriffsdefinition werden die drei Formen des Konzepts der Informationseffizienz voneinander abgegrenzt. Es folgt eine formale Präzisierung des Preisbildungsprozesses auf informationseffizienten Märkten. Die Diskussion der Testmethoden der Informationseffizienz und deren Ergebnisse schließen dieses Kapitel ab.
In Kapitel 3 werden die Grundlagen der fundamentalen Aktienanalyse erörtert. Das Kapitel wird mit einer Skizzierung der Aufgabe der Aktienanalyse eingeleitet. Anschließend wird das Konzept des Inneren Wertes eingeführt und mögliche Ineffizienzen auf dem Kapitalmarkt analysiert. Es folgt die explizite Untersuchung von externen und internen fundamentalen Faktoren. Die Analyse der internen Faktoren mit Hilfe der Bilanzanalyse bildet dabei den Schwerpunkt und zugleich den Schluss dieses Kapitels.
In Kapitel 4 erfolgt eine Diskussion der Methoden, welche von der fundamentalen Aktienanalyse zur Bewertung von Aktien eingesetzt werden. Die kritische Analyse erfordert zunächst die Behandlung der konzeptionellen Grundlagen der Bewertungsmethoden. Dem schließt sich die Darstellung und der Vergleich der konkurrierenden Discounted Cash Flow-Methoden an. Im Mittelpunkt des vierten Kapitels stehen die beiden zentralen Probleme einer jeden Aktienbewertung. Das Prognoseproblem wird mittels der Analyse von Werttreibermodellen gewürdigt. Die Bestimmung des Prognosehorizonts und des Restwertes ist ein wesentlicher Bestandteil des Prognoseproblems und wird im Anschluss diskutiert. Dieses zentrale Kapitel endet mit der Untersuchung von Modellen zur Ermittlung risikoangepasster Diskontierungssätze. Dazu werden das Capital Asset Pricing Model, die Arbitrage Pricing Theory und einfache Dividendenmodelle vorgestellt und auf ihre Eignung zur Aktienbewertung überprüft.
In Kapitel 5 werden mit dem Realoptionsansatz die Möglichkeiten und Grenzen der Bewertung von Handlungsspielräumen analysiert. Nachdem die Anwendungsgrenzen der DCF-Methoden aufgezeigt wurden, wird die Analogie zwischen Finanz- und Realoptionen hergestellt. Es folgt die Vorstellung eines Klassifikationsschemas für Realoptionen. Mit der sich anschließenden Herleitung des für die Realoptionsbewertung bedeutsamen Binomialmodells werden dessen zugrundeliegende Prämissen und Anwendungsvoraussetzungen verdeutlicht. Die Diskussion der Grenzen der Bewertung von Realoptionen schließt dieses Kapitel ab.
In Kapitel 6 werden die Ergebnisse der voranstehenden Kapitel abschließend zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Symbolverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Informationseffizienz des Kapitalmarktes | 3 |
| 2.1 | Definition | 3 |
| 2.2 | Formen und Testmethoden der Informationseffizienz | 4 |
| 2.2.1 | Abstufung des Konzepts | 4 |
| 2.2.2 | Famas theoretische Grundlegung | 5 |
| 2.2.3 | Tests der Informationseffizienz und Ergebnisse | 7 |
| 3. | Grundlagen der fundamentalen Aktienanalyse | 10 |
| 3.1 | Aufgabe und Nutzen der Informationsverarbeitung | 10 |
| 3.2 | Konzept des Inneren Wertes | 11 |
| 3.2.1 | Darstellung | 11 |
| 3.2.2 | Abweichungen zwischen Preis und Wert | 12 |
| 3.3 | Analyse der Ertragskraft | 15 |
| 3.3.1 | Entscheidungsverhalten der Marktteilnehmer | 15 |
| 3.3.2 | Analyse fundamentaler Faktoren | 16 |
| 3.3.2.1 | Externe Faktoren | 18 |
| 3.3.2.2 | Interne Faktoren | 20 |
| 4. | Discounted Cash Flow-Methoden zur Bewertung von Aktien | 25 |
| 4.1 | Konzeptionelle Grundlagen | 25 |
| 4.2 | Discounted Cash Flow-Methoden (DCF-Methoden) | 27 |
| 4.2.1 | Weighted average costof capital-Ansatz (wacc-Ansatz) | 28 |
| 4.2.2 | Adjusted Present Value-Ansatz (APV-Ansatz) | 29 |
| 4.2.3 | Equity-Ansatz | 30 |
| 4.2.4 | Vergleich der Methoden | 31 |
| 4.3 | Ermittlung der Wertdeterminanten | 34 |
| 4.3.1 | Prognose zukünftiger Zahlungsströme | 34 |
| 4.3.1.1 | Vergangenheitsanalyse und Identifikation von Werttreibern | 34 |
| 4.3.1.2 | Cash Flow-Prognose auf der Grundlage von Werttreibermodellen | 37 |
| 4.3.1.3 | Erweiterung um Funktionalmodelle | 38 |
| 4.3.1.4 | Bestimmung von Prognosehorizont und Restwert | 39 |
| 4.3.2 | Bestimmung marktwertorientierter Kapitalkosten | 42 |
| 4.3.2.1 | Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) | 42 |
| 4.3.2.2 | Die Arbitrage Pricing Theory (APT) | 48 |
| 4.3.2.3 | Dividendenmodelle | 49 |
| 5. | Erweiterung des Inneren Wertes um Wertbeiträge aus strategischen Handlungsmöglichkeiten - Der Realoptionsansatz | 51 |
| 5.1 | Anwendungsgrenzen der Kapitalwertmethode | 51 |
| 5.2 | Analogie von Finanz- und Realoptionen | 52 |
| 5.3 | Klassifikation von Realoptionen | 54 |
| 5.4 | Bewertung auf der Grundlage des Binomialmodells | 55 |
| 5.5 | Anwendungsgrenzen der Optionspreistheorie | 58 |
| 6. | Zusammenfassung | 59 |
| Literaturverzeichnis | 63 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 80 |
Der Wert des vollständig eigenfinanzierten Unternehmens ergibt sich dabei aus der Diskontierung des freien Cash Flows mit der Renditeforderung der Eigenkapitalgeber für das unverschuldete Unternehmen.186 Diese bezieht sich dementsprechend nur auf das operative Risiko, finanzierungsbedingte Risiken sind auszuklammern.187 Der Diskontierungssatz bleibt daher von Änderungen in der Kapitalstruktur des Unternehmens unbeeinflusst.188 Der Wert des Tax Shields berechnet sich als Barwert der zukünftigen Steuerersparnis aus den Fremdkapitalzinsen. Teilweise wird das Tax Shield als bekannt angenommen und daher der risikolose Kapitalmarktzins zur Diskontierung verwendet.189 Orientiert sich die Fremdfinanzierung jedoch am Unternehmenswert, so kann die zukünftige Höhe des Tax Shields nicht als bekannt vorausgesetzt werden; es schwankt vielmehr mit dem unbekannten zukünftigen Unternehmenswert.190 Der korrekte Diskontierungssatz ist in diesem Fall die Renditeforderung der Eigenkapitalgeber.191 [...]
Bei der Ermittlung des Marktwertes des Gesamtkapitals nach dem waccAnsatz werden erwartete Zahlungsüberschüsse nach Abzug von Investitionsausgaben und Steuern, aber vor Fremdkapitalzinsen kapitalisiert.172 Dieser sog. freie Cash Flow ist daher der Zahlungsstrom, der als Saldo für die Bedienung von Eigen- und Fremdkapitalgebern zur Verfügung steht.173 Aufgrund der Finanzierungsneutralität des freien Cash Flows kann ein fiktiv rein eigenfinanziertes Unternehmen angenommen werden.174 Der aus der tatsächlich realisierten Fremdfinanzierung resultierende steuerliche Vorteil, das Tax Shield, bleibt dabei jedoch unberücksichtigt. Der in diesem Fall um den Barwert des Tax Shields zu niedrige Unternehmenswert wird korrigiert, indem der Diskontierungssatz steuerlich angepasst wird.175 Charakteristisch für den wacc-Ansatz ist die Diskontierung mit den gewogenen Kapitalkosten. Da der zu diskontierende freie Cash Flow definitionsgemäß allen Kapitalgebern zufließt, muss auch der Kapitalkostensatz die Rendite167 168 [...]
nativanlage des Investors dar.161 Da sich der Gegenwartswert aus dem bekannten tatsächlichen Preis eines Vergleichsobjektes ergibt, ist er immer ein relativer Wert.162 Soll ein entscheidungstheoretisch fundierter Gegenwartswert bestimmt werden, ist allerdings die Kenntnis der Risikonutzenfunktion des Investors notwendig, um das Risiko subjektiv bewerten zu können.163 Da die Präferenzen der potentiellen Investoren dem Bewerter i.d.R. jedoch nicht bekannt sind „... bedarf es der Findung eines Entscheidungspreises, der weniger subjektiv ist, stattdessen in sinnvoller Weise typisiert, d.h. auf die durchschnittlichen Interessen der Bewertungssubjekte - insbesondere bezüglich der besten alternativen Mittelanlage - abstellt.“164 Die Verwendung kapitalmarktbezogener Gleichgewichtsmodelle stellt eine solche Typisierungsmöglichkeit dar. Dort werden Aussagen über die Beziehung zwischen der erwarteten Rendite und dem Risiko einzelner Wertpapiere getroffen. Diese Renditeerwartungen sind grundsätzlich als Opportunitätskosten interpretierbar.165 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832459987
Arbeit zitieren:
Hopf, Marcus Juni 2002: Fundamentale Aktienanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Discounted Cash Flow, Bewertung, Innerer Wert, Informationseffizienz, Realoptionsansatz



