Führung durch Ziele
Kritische Darstellung von theoretischen Grundlagen, Instrumenten und personalwirtschaftlichen Anwendungsfeldern
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexandra Lessau, geb. Zuber
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 854,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Jena Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7812-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7812-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7812-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lessau, geb. Zuber, Alexandra Juli 2003: Führung durch Ziele, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Zielvereinbarung, Entgeltsystem, Balanced Score Card, Personalentwicklung, Management by Objectives
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Diplomarbeit von Alexandra Lessau, geb. Zuber
Zusammenfassung:
Die Führung durch Ziele ist ein Managementkonzept, das heute in vielen Unternehmen Einzug gehalten hat und aus dem aktuellen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken ist. Für seine Umsetzung wurden verschiedene Instrumente entwickelt. So findet man Zielvereinbarungen z.B. im Rahmen von Balanced Scorecards, Benchmarkingprozessen, Innovationsmanagement, Qualitätsmanagement und dem wohl verbreitetsten und bekanntesten Konzept: Management by objectives. Letzteres gewann v.a. in den vergangenen zwanzig Jahren stark an Popularität, wurde allerdings bereits 1954 durch Drucker, Odiorne und Humble eingeführt.
Während Arbeitgeber früher betriebliche und individuelle Ziele v.a. mit Führungskräften in Großunternehmen vereinbarten, ist das Konzept „Führen durch Ziele“ heute auch auf mittleren und unteren Hierarchieebenen sowie in kleinen Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Rechts zu finden.
Die Implementierung des Modells tangiert auch die personalwirtschaftliche Arbeit. So werden z.B. die Bereiche Personalentwicklung, Vergütung oder Personalauswahl und Personalbeurteilung beeinflusst.
Ziel und Aufbau der Arbeit:
Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser ein umfassendes sowie kritisches Bild über das Managementkonzept „Führen durch Ziele“ zu geben. Zu diesem Zweck werden zunächst Werte sowie Menschen- und Leitbilder vorgestellt, auf deren Basis dieses System arbeitet. Es soll dabei deutlich gemacht werden, dass eine hohe Übereinstimmung der heutigen gesellschaftlichen Werte mit den Leitbildern des Managementkonzepts „Führen durch Ziele“ besteht und aufgrund dessen eine Anwendung im Unternehmen zu befürworten ist.
Das darauf folgende Kapitel gibt Auskunft über mögliche Zielarten, ihre Funktionen und ihre Vor- und Nachteile. Ebenso wird die psychologische Wirkung von Zielen beschrieben und die dieser Arbeit zugrunde liegende Zielsetzungstheorie von Edwin A. Locke vorgestellt.
Der innerhalb jedes Instruments anzutreffende Zielvereinbarungsprozess wird im Anschluss beschrieben. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der kooperativen Form liegen, d.h. auf der gemeinsamen Vereinbarung von Zielen zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter — die autokratische Form der Zielvorgabe wird vernachlässigt, da sie mit den heutigen Partizipationswünschen der Mitarbeiter nicht konform läuft.
Gegenstand der Darstellung sind sowohl die Prozessphasen, seine personalen und strukturellen Voraussetzungen, als auch die Implementierung und die Pflichten der Geschäftsführung und des Vorgesetzten. Auf die Chancen und Risiken von Zielvereinbarungen soll am Ende dieses Kapitels eingegangen werden.
Das Kapitel 4 beschäftigt sich ausschließlich mit möglichen Instrumenten. Instrumente sind dabei konkret konzipierte Systeme, mit deren Hilfe „Führung durch Ziele“ in einer Organisation durchgesetzt wird. Dazu gehören Managementkonzepte wie Management by objectives, Balanced Scorecard, Qualitäts- und Innovationsmanagement sowie Benchmarking.
Das fünfte Kapitel mit dem Titel „Personalwirtschaftliche Anwendungsfelder“ stellt dar, dass die „Führung durch Ziele“ ein integrativer Bestandteil von Personalbeurteilung, -entwicklung, -auswahl, und -einsatz sowie der Entgeltsysteme ist.
Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit rechtlichen Fragestellungen, die im Zusammenhang mit der „Führung durch Ziele“ zu beachten sind.
Inhaltsverzeichnis:
| Darstellungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Grundlegung | 1 |
| 1.1 | Einführung | 1 |
| 1.2 | Ziel und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 1.3 | Führung durch Ziele | 3 |
| 1.4 | Aktuelle gesellschaftliche Werte als Basis für den erfolgreichen Einsatz von „Führung durch Ziele“ | 3 |
| 1.5 | Menschen- und Leitbild des Zielvereinbarungsprozesses | 5 |
| 2. | Ziele in Unternehmen | 8 |
| 2.1 | Definition und Zielarten | 8 |
| 2.2 | Funktionen von Zielen | 9 |
| 2.3 | Psychologische Wirkung von Zielen | 10 |
| 2.4 | Zielsetzungstheorie von Edwin A. Locke | 12 |
| 3. | Zielvereinbarungen | 16 |
| 3.1 | Formen von Zielvereinbarungen | 16 |
| 3.2 | Phasen des Zielvereinbarungsprozesses | 17 |
| 3.3 | Personale und strukturelle Voraussetzungen | 27 |
| 3.4 | Implementierung von Zielvereinbarungssystemen | 30 |
| 3.5 | Pflichten der Geschäftsführung und des Vorgesetzten | 34 |
| 3.6 | Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Zielvereinbarungen | 36 |
| 4. | Instrumente | 42 |
| 4.1 | Management by objectives (MBO) | 42 |
| 4.2 | Balanced Scorecard | 43 |
| 4.3 | Qualitätsmanagement | 48 |
| 4.4 | Benchmarking | 52 |
| 4.5 | Innovationsmanagement | 55 |
| 5. | Personalwirtschaftliche Anwendungsfelder | 59 |
| 5.1 | Zielorientierte Beurteilung | 59 |
| 5.2 | Anreiz- und Entgeltsysteme | 61 |
| 5.3 | Personalentwicklung | 71 |
| 5.4 | Personalauswahl und Personaleinsatz | 73 |
| 6. | Rechtliche Probleme | 75 |
| 6.1 | Betriebsverfassungsgesetz | 75 |
| 6.2 | Weitere arbeitsrechtliche Regelungen | 77 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 80 |
| Anhang | 81 | |
| Literaturverzeichnis | 89 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 94 |
welche auch die wesentlichste Neuerung dieses Systems bei seiner Einführung darstellte. Während der Zielrealisierungsphase finden immer wieder regelmäßige Feedbackgespräche statt. Der Mitarbeiter erhält hier Informationen bezüglich seines Zielerreichungsgrades. Nicht mehr relevante Ziele werden aufgegeben und neue Ziele werden bei Erforderlichkeit in die Zielvereinbarung mit aufgenommen. Die Resultate des Mitarbeiters werden anhand der Ziele mittels eines Soll/ Ist-Vergleichs ermittelt. Die Unternehmensleistung wird ebenso überprüft. Danach beginnt ein neuer Kreislauf. Wie aus diesen Ausführungen bereits ersichtlich ist, stimmt der Zyklus im Wesentlichen mit den im Kapitel 3 gemachten Ausführungen überein, so dass an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen werden soll. Die Aufführung von MBO in diesem Kapitel soll lediglich deutlich machen, dass Zielvereinbarungssysteme nicht nur innerhalb von Instrumenten wie bspw. Balanced Scorecard oder Qualitätsmanagement eine Rolle spielen, sondern auch als eigenständiges Instrument eingesetzt werden können. [...]
Diese Zuordnung muss aber nicht immer mit der Realität übereinstimmen. Die Bildung von Rankings oder Gesamtwerten kann so ebenfalls die Zerstörung von Teamgeist und Kooperation unterstützen und zur Demotivation von leistungsschwächeren Mitarbeiter führen.101 Probleme bei der Anwendung von Zielvereinbarungssystemen entstehen auch durch fehlerhafte Anwendung des Modells. Die häufigste Fehler dabei sind:102 • • • • • • • Vereinbarung zu vieler Ziele Formulierte Ziele entsprechen nicht den Anforderungen Keine ausreichende Berücksichtigung der Mitarbeiterziele, der Personalentwicklungsziele sowie der Gruppen- und Kooperationsziele Vereinbarung nur weniger Team- und abteilungsübergreifender Ziele Keine ausreichenden Kompetenzen sowie Handlungsspielräume seitens der Mitarbeiter Vereinbarung individueller Leistungsziele bei Gruppenstrukturen Zielvorgaben anstelle der bei Einführung des Systems kommunizierten Zielvereinbarungen; Zielvorgaben können u.a. dazu führen, dass der natürliche Trieb des Menschen, sich Ziele zu setzen, unterdrückt wird und sie nur noch abwarten bis neue Ziele vorgegeben werden103 [...]
Der mit dem Prozess verbundene Aufwand sowie das Gefühl, sich festlegen zu müssen, lassen beide Seiten genauso zurückschrecken wie der fragliche Nutzen des Systems, denn die Einführung von Zielvereinbarungen ist noch kein Garant für den Erfolg.95 Ziele können voll erfüllt sein und trotzdem lässt der Unternehmenserfolg auf sich warten, wenn es die falschen Ziele waren. Probleme können sich auch durch die stetige Leistungsverdichtung ergeben. Erfüllen Mitarbeiter ihre Ziele, werden diese im folgenden Jahr weiter oben angesetzt.96 Dies ist v.a. dann gefährlich, wenn die Übererfüllung bzw. Erfüllung von Zielen nur aufgrund besonderer, außergewöhnlicher Umstände (wie z.B. eines außerordentlichen staatlichen Großauftrags) möglich war. Eine Erhöhung der Ziele in den kommenden Jahren könnte dann zu Unzufriedenheit und Resignation führen, da die erhöhten Zielen unter den dann herrschenden Rahmenbedingungen nicht mehr realistisch wären. Die Mitarbeiter würden eine Zielerhöhung dann sogar als Strafe für gute Leistungen im Vorjahr empfinden. Möglicherweise halten sie einen Teil ihrer Leistungen sogar zurück, um die Vorgaben für die künftige Periode nicht in die Höhe zu treiben. Die Vereinbarung von Zielen kann u.a. zu einem sog. Tunnelblick führen. Die Mitarbeiter sind so auf das Erreichen der Ziele fixiert, dass sie anderweitige Trends, Chancen oder bessere Alternativen nicht sehen und dadurch den Anschluss auf dem Markt verpassen. 97 Negative Folgen ergeben sich auch dadurch, dass Mitarbeiter mit individuellen Leistungsvorgaben nur die Erreichung ihrer Ziele interessiert. Als Folge sinken Werte wie Kooperation oder Teamfähigkeit. Besonders lässt sich diese Entwicklung bei Zahlenvorgaben im Sinne von „Umsatz, Umsatz, Umsatz“ beobachten. In diesem Fall leiden zusätzlich die qualitative Kundenbetreuung sowie Kundenbindungen.98 Dem Vertriebs- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832478124
Arbeit zitieren:
Lessau, geb. Zuber, Alexandra Juli 2003: Führung durch Ziele, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Zielvereinbarung, Entgeltsystem, Balanced Score Card, Personalentwicklung, Management by Objectives



