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Führung im Wandel

Anforderungen an Kernkompetenzen von Führungskräften in Veränderungsprozessen

Führung im Wandel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Käsler
  • Abgabedatum: Oktober 2001
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 3,6 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Märkische Fachhochschule Iserlohn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6366-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6366-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6366-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Käsler, Stefan Oktober 2001: Führung im Wandel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Change, Führungskompetenzen, Methodenkompetenzen, Kommunikation, Sozialkompetenz

Diplomarbeit von Stefan Käsler

Einleitung:

In den letzten Jahren ist die Menge der Informationen gerade zu explodiert. Aufgrund der weltweiten Vernetzung und dem leichten Zugang zum Internet existiert ein Datenüberangebot. Dabei gestaltet es sich jedoch immer schwieriger, die gewünschten Informationen von dem Müll zu trennen, der einen nicht interessiert.

Erste Aufgabe der Angestellten eines Unternehmens ist es, allmorgendlich die Email-Inbox nach wichtigen Nachrichten zu durchforsten, um bei entsprechenden „Treffern“ sofort reagieren zu können. Vielleicht wartet ja z.B. ein Interessent auf ein Angebot und wenn das eigene Unternehmen nicht unter den ersten drei ist, die antworten, braucht man sich die Arbeit gar nicht erst zu machen.

Auf Märkten, die den Kunden immer transparenter und schneller mit den gewünschten Informationen versorgen, können auf Dauer nur die Unternehmen überleben, die den Bedürfnissen der Kunden am besten nachkommen. Dazu ist es erforderlich das Unternehmen ständig aufs Neue den wechselnden Anforderungen der Kunden und den kontinuierlich verbesserten technologischen Möglichkeiten anzupassen, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein.

Unternehmen, in denen sich in der Vergangenheit Wandlungsphasen mit eher statischen Phasen abwechselten, sehen sich, aufgrund der rasanten Entwicklung auf den Märkten, immer mehr in einer Situation ständigen Wandels, der zunehmend durch parallel und sich überschneidende Veränderungsprozesse gekennzeichnet ist. Der Wandel ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel geworden.

Welche Anforderungen müssen nun aber Unternehmen erfüllen um den Wandel erfolgreich zu gestalten und welche Anforderungen werden an die Fähigkeiten der Mitarbeiter und insbesondere der Führungskräfte gestellt?

Diese Arbeit beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Anforderungen an die Kernkompetenzen von Führungskräften in Veränderungsprozessen. Quasi als „roter Faden“ durch diese Arbeit, sollen die geforderten Fähigkeiten der Führungskräfte, um den Wandel erfolgreich zu bewältigen immer wieder beleuchtet werden.

Es geht nicht darum zu beschreiben, wie die „perfekte“ Führungskraft auszusehen hat – nach meiner Auffassung gibt es keine Patentrezepte, die nur befolgt werden müssen, um garantiert eine erfolgreiche Führungskraft zu sein – ich verfolge mit dieser Arbeit das Ziel, dass der interessierte Leser Anregungen erhält – die, gestützt durch Literaturverweise, meiner Meinung nach, wichtige Kompetenzen von Führungskräften in Veränderungsprozessen darstellen – die, wenn sie beherzigt werden, dazu beitragen den Wandel effektiver und effizienter und somit konkurrenzfähig zu gestalten. Wenn ich durch diese Arbeit erreiche, dass der ein oder andere Manager neue Erkenntnisse erhält, die dazu beitragen, dass er sich bewusster mit den Anforderungen an seine Kompetenzen auseinandersetzt, ist mein Hauptziel schon erreicht.

Führung im Wandel, so lautet der Oberbegriff dieser Arbeit. Im Rahmen dieser Arbeit soll beschrieben werden, welche Führungskompetenzen notwendig sind um Veränderungen erfolgreich zu gestalten.

Es handelt sich hierbei absichtlich um eine Zweideutigkeit. (Die) Führung (selbst, befindet sich) im Wandel. Hiermit ist nicht etwa ein grundsätzlich verändertes Führungsverhalten in Unternehmen, weg von dem autoritären oder patriarchalischen Führungsstil hin zum kooperativen, gemeint. In dieser Arbeit soll das sich bewußt verändernde Verhalten der Führungskräfte im Veränderungsprozess, wo immer angebracht, erläutert werden.

Zum einen mit dem Blickwinkel auf die Mitarbeiter gerichtet, die erst langsam lernen mit einem neuen Rollenverständnis umzugehen. Es ist nicht mehr der reine Befehlsempfänger gefragt, sondern der mitdenkende und an der Entscheidung beteiligte Teamarbeiter. Zum anderen mit dem Blickwinkel auf die Führungskraft, die oftmals nach erfolgreichen Jahren mehr oder weniger autoritärer Führung, in Zeiten tiefgreifenden, rasanten Wandels nicht mehr der Situation gewachsen zu sein scheint. Diese Führungskräfte stellen dann fest, dass sie sich mit der Veränderung selbst verändern müssen oder sie werden verändert.

Anforderungen an Kernkompetenzen von Führungskräften in Veränderungsprozessen, so heißt es weiter im Titel dieser Arbeit. Die Konzentrierung auf die Kernkompetenz der Geschäftstätigkeit wird heute oft von Unternehmen gefordert, um gerade mit dem, was man wirklich gut beherrscht, am Markt zu bestehen. Was muss nun davon abgeleitet, die Führungskraft besonders gut beherrschen, um den Wandel erfolgreich zu gestalten? Kompetenz [lat. das Zusammentreffen] heißt allgemein Sachverstand oder Zuständigkeit. Im übertragenen Sinn geht es hier also um die Anforderungen an den Kern-Sachverstand von Führungskräften. Wofür sind Führungskräfte in Veränderungsprozessen im Kern zuständig? Es geht um die wichtigen Fähigkeiten von Führungskräften in Veränderungsprozessen, nicht etwa um alle.

Insbesondere diese Fragen will diese Ausarbeitung beantworten.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT 2
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 9
EINLEITUNG 10
1. GRUNDLAGEN UND BETEILIGTE VON VERÄNDERUNGSPROZESSEN 12
1.1 DEFINITION UND ABGRENZUNG DER VERWENDETEN TERMINOLOGIE 12
1.2 DAS TOPMANAGEMENT 13
1.3 DAS MITTLERE MANAGEMENT 16
1.4 (EXTERNE) PROZESSBEGLEITER 17
1.5 DER BETRIEBSRAT 19
1.6 DER CHANGE-MANAGER 19
1.7 PROMOTOREN - UNENTSCHLOSSENE - WIDERSTÄNDLER 22
1.8 ZUSAMMENSPIEL ALLER BETEILIGTEN 26
2. FÜHRUNGSKOMPETENZEN UND -INSTRUMENTE DES WANDELS 28
2.1 FACHLICHE KOMPETENZ 31
2.2 METHODENKOMPETENZ 33
2.3 SOZIALE KOMPETENZ 34
2.4 DIE BEDEUTUNG DER INFORMATIONSTECHNOLOGIE 37
2.5 PERSONALENTWICKLUNG - SCHULUNGEN 39
2.6 GRUPPENARBEIT - ARBEITEN IN TEAMS 42
2.7 DAS REPERTOIRE DER FÜHRUNGSSTILE? 45
2.8 FÜHREN MIT ZIELEN - VORGABE ODER VEREINBARUNG? 47
2.9 KUNDENORIENTIERUNG VERSUS SELBSTVERWIRKLICHUNG - ZIELE DES INDIVIDUUMS 50
3. AUSGANGSSITUATION - VERÄNDERUNG DURCH DEN WANDEL - ZUKUNFTSBETRACHTUNGEN 53
3.1 INITIALISIERUNG DER VERÄNDERUNG 54
3.2 DIE PHASEN DES WANDELS 56
3.3 DER WEG HIN ZUM KLIMA STÄNDIGER VERÄNDERUNGSBEREITSCHAFT 62
4. DIE BEDEUTUNG DER SPIELREGELN, WERTE UND NORMEN 65
4.1 UNTERNEHMENSKULTUR 65
4.2 ZIELE DES UNTERNEHMENS 69
4.3 DIE GERÜCHTEKÜCHE 70
4.4 HEIMLICHE SPIELREGELN 71
5. KOMMUNIKATION - DIE BASIS FÜR VERÄNDERUNGEN 74
5.1 DAS VERSTÄNDNIS FÜR DIE BEDEUTUNG DER KOMMUNIKATION - REGELN DER KOMMUNIKATION 74
5.2 KOMMUNIKATION IM WANDEL 77
6. WIDERSTAND UND KONFLIKTMANAGEMENT 82
6.1 OHNE WIDERSTAND KEINE WIRKLICHE VERÄNDERUNG 82
6.2 KONFLIKTE ERKENNEN 85
6.3 KONFLIKTE NACHHALTIG BEILEGEN 86
7. ABLEITUNG DER ANFORDERUNGEN AN (KERN-)KOMPETENZEN DER FÜHRUNGSKRÄFTE FÜR DEN WANDEL 90
7.1 IM ZEITLICHEN VERLAUF 90
7.2 IM UMGANG MIT SPIELREGELN, WERTEN UND NORMEN 93
7.3 IN DER KOMMUNIKATION 94
7.4 IN DER KONFLIKTBEWÄLTIGUNG 95
FAZIT 97
LITERATURVERZEICHNIS 98
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 100
ERKLÄRUNG 102
INTERNETVERZEICHNIS 103

Automatisiert erstellter Textauszug:

„Massen von Führungskräften leiden heute an ihrem Schicksal, weil sie den Übergang vom Fachmann zum Manager nie als Berufswechsel erkannt und nachvollzogen haben. Ebenso viele werden morgen leiden – und leiden über andere bringen – weil sie die Notwendigkeit der nächsten beruflichen Neuorientierung nicht erkennen und nachvollziehen: den Übergang vom klassischen Manager zum „Change Agent“.26 Dabei ist es unerheblich an welcher Position im Unternehmen die Führungskraft tätig ist. Change-Manager sind somit der neue Typus von Managern schlechthin, da heute Wandel ständig und im gesamten Unternehmen stattfindet. Auch wenn auf der Umsetzungsebene – aus den übergeordneten Zielen und Anweisungen werden die konkreten Aufgaben abgeleitet – die Hauptaufgaben hinsichtlich des ChangeManagements anfallen, so ist diese Aufgabe nicht, oder zumindest schwierig zu erfüllen, wenn das Topmanagement diesen Geist nicht selbst an oberster Stelle verkörpert. „Moving-Manager beziehungsweise Change-Agents sind die Schrittmacher des pulsierenden Veränderungsprozesses. Um ihr Moving-Ziel zu erreichen, tun sie zweierlei: Sie erkennen menschliche Change-Ressourcen und motivieren die Moving-Teamer zum richtigen Zeitpunkt zu Höchstleistungen.“27 An die Change-Manager werden hohe „passive“ und „aktive“ Anforderungen gestellt. Sie müssen über gute Menschenkenntnis verfügen, um zu erkennen, welche Mitarbeiter besonders motiviert sind, zusätzlich müssen sie aber auch erkennen wer nicht zum Wandel fähig oder willens ist. [...]

Im Bereich der Arbeits- und Sozialordnung gibt es eine ganze Reihe von Gesetzen, die die Anhörung oder Zustimmung des Betriebsrates erforderlich machen. Hiervon sind insbesondere grundlegende und tiefgreifende Veränderungsprozesse betroffen, gerade dann wenn es z.B. um die Veränderung arbeitspolitischer Spielregeln, wie Veränderungen der Arbeitszeit, der Entgeldregelungen oder Qualifizierungsfragen geht. Oft werden durch Veränderungsprozesse Strukturen derart verändert, dass ganz neue Anforderungen an die zu besetzenden Positionen entstehen. Hier ist dann unter Mitwirkung des Betriebsrates die Frage zu klären, inwieweit Personal umgeschult werden kann, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, oder ob Freisetzungen unumgänglich werden. Als Führungskraft ist man aufgrund der Gesetzeslage schon gezwungen, den Betriebsrat mit ins Boot zu holen, warum bindet man ihn dann nicht aktiv in den Veränderungsprozess ein, um zum einen, spätere Blockaden und damit Zeitverzug zu vermeiden und zum anderen kann der Betriebsrat auch als Promotor des Wandels genutzt werden25 . [...]

te nicht lange und die Besprechung der A-Leute störten die B-Leute bei ihrer Arbeit. Die A-Leute wiederum störte es, dass ständig Kollegen der Fertigung die B-Leute aufsuchten. Als Konsequenz dieser „unhaltbaren“ Arbeitsbedingungen wurde eine Wand quer durch das Großraumbüro gezogen. In dieser Wand befand sich jedoch noch eine Tür. Als auch nach Monaten niemand diese Türe nutzte, um von dem einen Teil dieses Büros in den andern zu gelangen, wurde der Platz vor der Türe zum Aufstellen von Schränken genutzt. Wenn Mitarbeiter augenscheinlich das gleiche tun, bedeutet es noch nicht, dass sie sich „automatisch“ auch sinnvoll ergänzen. Eine weitere Folge der „vermarkteten“ Ergebnisse der Zirkelrunden war es, dass aufgrund von Synergieeffekten Personal obsolet wurde. An einem Tag wurden alleine über 30 Menschen entlassen. Wenn Berater benötigt werden, um Entscheidungen der Geschäftsleitung als Gruppenentscheidungen zu verkaufen, mit der Zielsetzung lediglich Leute rauszuschmeißen, dann benötigt man keine Berater. Soweit Berater aber in Ihrer Rolle nicht mißbraucht werden, sind sie durchaus in Veränderungsprozessen sinnvoll einzusetzen. Berater verfügen in der Regel über umfangreiches Methodenwissen, es sind quasi die Experten für den Wandel. Erfahrene Spezialisten kennen aus ihrer Beratungspraxis unterschiedlichste Veränderungsvorhaben und wissen deshalb wie mit Unwägbarkeiten umzugehen ist. Getreu der Weisheit, dass der eigene Prophet im eigenen Land nichts gilt, sind Berater eher in der Lage sowohl positive als auch negative Maßnahmen zu vermarkten.20 Sie sind nicht betriebsblind und somit Inspiration für neue Ansätze. Dabei sollten sich Berater hüten, von einem Unternehmen auf das andere zu schließen. Denn jeder Betrieb, auch wenn er sich aufgrund von Eckdaten mit anderen Unternehmen ähnelt, hat seine eigene Kultur, seine eigenen ungeschriebenen Gesetze. Deshalb soll der Berater kompetenter Begleiter gleich einem Reiseführer, der das Wissen über z.B. Navigationsinstrumente, Notfallausrüstung und über die zumutbare Belastung mitbringt, sein.21 „Gute Berater begleiten den Kunden auf dem Weg zur Lösung, sie geben Hilfestellung ohne Lösungen vorwegzunehmen. Denn, die Stabilität einer Lösung durch den Betroffenen selbst ist dabei um ein vielfaches größer, als die von außen an den Klienten herangetragene Musterlösung „auf Rezept“, nach dem Motto: „Egal, was sie benötigen, wir liefern alles prompt ins Haus“.22 Wenn es jedoch um die Mobilisierung der Belegschaft geht, ist nach Wilfried Krüger23 und Niko Mohr und Jens Marcus Woehe24 das Topmanagement gefragt. Wenn das Management nicht in der Lage ist die Notwendigkeit für den Unternehmenswandel glaubwürdig darzustellen, dann ist es nicht im Stande die notwendige Motivation aufzubringen, um die Veränderung erfolgreich zu bewältigen. [...]

Arbeit zitieren:
Käsler, Stefan Oktober 2001: Führung im Wandel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Change, Führungskompetenzen, Methodenkompetenzen, Kommunikation, Sozialkompetenz

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