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Führen alle Wege nach ... ROM?

Lernprogramme auf CD-ROM in der Schul- und Erwachsenenbildung

Führen alle Wege nach ... ROM?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sonja Schenk
  • Abgabedatum: April 1996
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 5,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule der Medien (ehem. Hochschule für Druck und Medien Stuttgart (FH)) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3364-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3364-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3364-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schenk, Sonja April 1996: Führen alle Wege nach ... ROM?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Sonja Schenk

Die Zunahme der Informationsmenge hat in den letzten Jahrzehnten eine atemberaubende Höhe erreicht: Allein in den Jahren zwischen 1972 und 1980 wurden soviel Informationen gesammelt wie in den gesamten 2000 Jahren zuvor. Heute werden beispielsweise weltweit mehr als 3.000 Bücher täglich publiziert, also weit über eine Million im Jahr. Doch die Menge der angebotenen Informationen führt nicht automatisch zu immer besser informierten Menschen. Laut Angaben der Vereinten Nationen ist das Analphabetentum in den armen Ländern auf dem Vormarsch. Aber auch in den Industrienationen breitet sich der funktionale Analphabetismus aus, d.h. die Unfähigkeit, trotz eines Schulbesuchs Druckerzeugnisse wie z.B. Tageszeitungen zu lesen und sich schriftlich auszudrücken. Die Schätzungen liegen für die Bundesrepublik zwischen einem und acht Prozent, für die USA sogar bei bis zu zwanzig Prozent.

Ein besonders starker Anstieg der Informationsflut ist vor allem im wissenschaftlichtechnischen Bereich zu beobachten: In den 90er Jahren verdoppelte sich die wissenschaftliche und technische Informationsmenge etwa alle 5 1/2 Jahre, was aus einer immer schnelleren Folge an technischen Neuerungen resultiert. Schätzungen für die 90er Jahre besagen, daß das technische Wissen in den meisten Bereichen etwa alle fünf bis sieben Jahre weitgehend erneuert ist, Tendenz fallend, Diese Entwicklung wird starke Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Decker Walker vertrat auf einer internationalen Konferenz 1985 zur beruflichen Bildung in den USA, die These, daß Arbeitnehmer heute damit rechnen müssen, mindestens zwei oder drei unterschiedliche Karrieren in ihrem Berufsleben durchlaufen zu müssen. Auf der Konferenz wurde auch deutlich, daß die Bildungssysteme der Industrienationen darauf nicht vorbereitet sind.

Daraus ergeben sich unter anderem Forderungen nach offenem Lernen und Lernen zu lernen, die zu neuen Zielen im Bildungssystem erneuert werden. Lernen soll kein Lebensabschnitt in abgeschirmten Bildungseinrichtungen mehr sein, sondern der Erwerb grundlegender Lernstrategien, um jederzeit und überall angepaßte Bildungsangebote wahrnehmen zu können. Längst ist in Ländern wie Kanada und Schweden, die weit verstreut wohnende Schülergruppen zusammenbringen müssen, das offene Lernen ein fester Bestandteil des Bildungssystems geworden. Vor allem der Computer hat die Hoffnungen auf universelle Bildung neu belebt. Immer mehr Schulen kooperieren über Computernetzwerke miteinander, weit verzweigte Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter mit Hilfe computerunterstützter Lernsysteme aus.

Nicht nur die Berufsbildung, auch das gesamte Ausbildungs- und Medienangebot ist einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. Nach einer Studie der Europäischen Union werden bis zum Jahr 2000 mindestens zehn Prozent aller Printprodukte in Europa durch elektronische Medien ersetzt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels rechnet sogar damit, daß bis zur Jahrtausendwende rund ein Viertel des deutschen Buchmarktes durch elektronische Medien abgedeckt sein wird. Die Forschung über das Lernen und Arbeiten am Computer ist noch am Anfang: Unterschiedliche Meinungen und Forschungsansätze erschweren die Orientierung und werfen oft mehr Fragen auf, als sie beantworten.

Das Wissen über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der menschlichen Kommunikation muß Bestandteil und Maßstab der «elektronischen Revolution» werden. Dabei kann das Grundlagenwissen der allgemeinen Psychologie über den Umgang des Menschen mit Informationen einen großen Beitrag leisten. Die neue Herausforderung ist es, dieses Wissen in die Aufbereitung von Informationsmedien einfließen zu lassen und die unterschiedlichen Medien zu kombinieren. Dieser Herausforderung bei der Gestaltung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien kann man sich stellen, indem die Methoden verbessert, bestehende Anwendungen überprüft und Grundlagenwissen konsequent umgesetzt werden.

Ein wesentlicher Punkt ist auch die Auseinandersetzung mit den Mahnungen, die jedesmal laut werden, wenn ein neues Medium beginnt sich durchzusetzen. Vor Büchern wurde gewarnt, weil sie das Volk aufrührerisch machen, vor der Kinematographie wurde gewarnt, weil sie die Moral untergräbt, vor dem Fernseher und vor dem Computer wird gewarnt, weil sie in die soziale Vereinsamung treiben. Untersuchungen aus den USA und Europa zeigen, daß Fernsehkonsum allein nicht zu sozialer Vereinsamung führt. Meistens kommen eine ganze Reihe sozialer Belastungen wie Verarmung, Suchterkrankung, Arbeitslosigkeit oder Scheidung zum massiven Medienkonsum hinzu. Nicht die Medien, sondern die vielschichtigen sozialen Bedingungen schaffen Probleme. Die Zukunftsaussichten und Freizeitmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen müssen verbessert werden, der Schulunterricht attraktiver gestaltet und der Umgang mit Medien trainiert werden. Wie es bei früheren Generationen das Radio, der Fernseher, die Videos waren, wird nun der Computer stärker in den Medienverbund integriert werden. Jedes Medium hat seine Stärken und Schwächen. Deshalb ist es erforderlich, sich differenziert mit den Möglichkeiten der Neuen Medien auseinanderzusetzen, diese nicht über- bzw. unterzubewerten, um dadurch die Chance ihrer sinnvollen Nutzung zu gewährleisten, Gerade im Bereich Lernen bietet der Computer eine gute Ergänzung zu den bisherigen Formen des Medieneinsatzes. Er soll nicht den Lehrer ersetzen, sondern ihn in seiner Funktion als Wissensvermittler unterstützen. Werden die Stärken, die das Neue Medium bietet, erkannt und in einen didaktischen Kontext gestellt, so kann sich daraus ein qualitativ hochwertiges Produkt entwickeln. In diesem Zusammenhang gewinnen multimediale CD-ROM-Anwendungen im Bildungsbereich immer mehr an Bedeutung. Diese neue Technik der Wissensvermittlung eröffnet ein breites Anwendungsfeld: Bildung soll und kann auch Spaß machen. Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung - das lebenslange Lernen - bekommen einen zentralen Stellenwert in unserer heutigen Entwicklung.

Im Jahre 1993 hat die UNESCO, die Organisation für sozio-kulturelle Entwicklung der Vereinten Nationen, und ihre angeschlossenen Organisationen in einer Konferenz in Bratislava weitreichende Forderungen für die elektronische Verbreitung von Informationen aufgestellt. Die Konferenz sah vor allem für die industriell wenig entwickelten Ländern ein große Chance darin, daß Breitenbildung über vergleichsweise billige Kommunikationskanäle angeboten werden kann. Computerunterstützte Lehr- und Trainingsprogramme sowie lnformationsdienste in Computernetzen bieten die Chance, aktuelles Wissen weltweit verfügbar zu machen. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß Informationen und Kommunikationsdienste frei zugänglich sind und die weltweit zusammengetragenen Informationen nicht nur technisch verfügbar, sondern auch vom Menschen einfach zu handhaben sind.

In der Hoffnung auf den wachsenden Multimedia-Markt haben sich in den letzten Jahren viele Medienkonzerne aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen zu strategischen Allianzen und Kooperationen zusammengefunden. Dieses Zusammenwachsen der traditionellen Medien, wie Presse, Verlage, Computerhersteller und Telekommunikationsdienste, hat mächtige neue Industrien entstehen lassen. Die politische Einflußnahme der unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessengruppen wird darüber entscheiden, ob computerunterstützte lnformationsdienste von vielen für die Arbeit, Bildung und Forschung sinnvoll eingesetzt werden können, oder ob sie nur wenigen Eingeweihten zur Verfügung stehen.

Ob der Aufbruch ins lnformationszeitalter gelingt, wird nicht nur von der technischen Entwicklung bestimmt werden, sondern von der Fähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit herzustellen und die geistigen und sozialen Fähigkeiten des Menschen ausreichend zu entwickeln.

Mittlerweile ist die CD-ROM als multimedialer Datenträger fester Bestandteil des Medienmarkts. Im Rahmen dieser Arbeit werden Entwicklung, technischer Aufbau und Verwendung der CD-ROM beschrieben. Dabei werden Anforderungen und Grenzen multimedialer Anwendungen aufgezeigt, sowie die Probleme der unterschiedlichen Systeme und Plattformen erläutert.

Die Integration verschiedener Medien soll differenziert dargestellt werden, um Perspektiven und Möglichkeiten bei der Umsetzung in Lernprogramme zu zeigen. Basierend auf wahrnehmungspsychologischen Erkenntnissen und verschiedenen Lerntheorien wird die Entwicklung von Lernprogrammen beschrieben. Wo liegen die Stärken und Schwächen eines «interaktiven» Lernprogrammes? Wie sind diese in bestehenden Lernprogrammen realisiert?

Führen wirklich alle Wege nach...?

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung
1. Die CD-ROM 4
1.1 Entwicklungsgeschichte der CD 4
1.2 CD-Formate 7
1.3 Physikalische Eigenschaften einer CD-ROM 10
1.4 Allgemeine Standards 12
1.5 Betrachtung verschiedener Speichermedien 13
1.6 CD-ROM als multimedialer Datenträger 15
2. Systeme und Plattformen 19
2.1 Plattformen und Konfigurationen 19
2.1.1 Die AV-Technologie von Apple 20
2.1.2 Die IBM-kompatiblen PCs 21
2.1.3 Multimedia Personal Computer (MPC) 22
2.2 Autorensysteme 24
2.3 Momentaufnahme des Marktes 29
2.3.1 Marketingaspekte 31
3. Klassifikation der CD-ROM Titel 32
4. Die Prozesse der Wahrnehmung und Speicherung von Informationen 33
4.1 Die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen 33
4.2 Die Speicherung im Gedächtnis 34
4.3 Die Speicherung von Bild- und Textinformationen 36
4.4 Mentale Denkmodelle und ihre Konsequenzen bei der Erstellung multimedialer Anwendungen 37
4.5 Ist eine Medienkombination wirklich sinnvoll? 40
5. Wissensvermittlung mittels verschiedener Medien 42
5.1 Eigenschaft und Wirkung von Text bei der Wissensvermittlung 43
5.2 Eigenschaft und Wirkung von Bildern 44
5.3 Die Rolle des Tons 45
5.4 Bewegtbilder-Video und Animationen 47
5.5 Informationsübermittlung und Mediennutzung 49
6. Lernen, Lernsoftware und multimediale Lernprogramme 50
6.1 Lernen 50
6.2 Lernsoftware 51
6.3 Multimediale Lernprogramme 52
7. Lerntheorien und deren Einfluß bei der Entwicklung von Lernprogrammen 54
7.1 Der Behaviorismus 54
7.2 Die Kognitive Theorie 55
7.3 Der Konstruktivismus 56
7.4 Die Künstliche Intelligenz 56
7.5 Bedeutung der Lernprozesse in Lernprogrammen 58
7.6 Lernen am Computer 59
7.7 Lernen im Medienverbund 62
8. Didaktische Überlegungen 63
8.1 Weiche Ziele lassen sich mit Hilfe der Lernprogramme erreichen? 63
8.2 Mediendidaktik 63
9. Planung und Konzeption eines interaktiven Lernprogrammes 66
9.1 Entwicklungsprozeß 66
9.1.1 Der Auftrag 66
9.1.2 Lernprogramm-Planung 67
9.1.3 Lernprogramm-Erstellung 69
9.2 lnteraktive Erlebnisweiten 72
9.2.1 Von der Linearität zur Vernetzung 73
9.2.2 Strukturelle Planung 75
9.2.3 Perspektiven zum Strukturbaum - Objektorientierte Programmierung 76
10. Die Vorzüge eines «echten» interaktiven Lernprogrammes 77
10.1 Struktur von interaktiven Lernsituationen 77
10.2 Die Grundformen der Interaktion 79
10.2.1 Die lnteraktionsform 1 und ihre Realisierungsmöglichkeit in einem Lernprogramm 80
10.2.2 Die lnteraktionsform 2 81
10.3 Die individuelle Gestaltung eines Lernprogrammes 84
10.4 Hypertext 86
11. Deutscher Bildungssoftware-Preis «digita» 88
12. Beurteilungskriterien 90
12.1 Der programmtechnische Aspekt 91
12.2 Fachlich und inhaltlicher Aspekt 92
12.3 Didaktisch-pädagogischer Aspekt 93
12.4 Mediendidaktischer Aspekt 94
13. Ausblick: «Lernen ohne Grenzen» 105
Schlussbetrachtung
Anhang

Arbeit zitieren:
Schenk, Sonja April 1996: Führen alle Wege nach ... ROM?, Hamburg: Diplomica Verlag

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