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Das Frechener Grundschul-Fördermodell

Konzeption, Ergebnisse und Perspektiven

Das Frechener Grundschul-Fördermodell
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Evelyn Jarosch
  • Abgabedatum: September 2003
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 486,5 KB
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7351-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7351-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7351-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jarosch, Evelyn September 2003: Das Frechener Grundschul-Fördermodell, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Grundschule, Hochbegabt, hochbegate Kinder, besonders Begabte, Hochbegabtenförderung

Diplomarbeit von Evelyn Jarosch

Einleitung:

In dieser Arbeit beschreibe ich die Konzeption, die Durchführung und die Ergebnisse eines Modellversuchs zur Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler an der Gemeinschaftsgrundschule Burgschule in Frechen (NRW).

Von September 1992 bis Juni 2003 war ich Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Burgschule in Frechen. Im Jahre 1997 wurde ich von einer kanadischen Grundschullehrerin, die an der Burgschule hospitierte, gefragt: „Was macht ihr eigentlich mit den hoch begabten Kindern an eurer Schule?“ Sie unterrichtete zu der damaligen Zeit einmal in der Woche eine Klasse besonders begabter Kinder in einer Grundschule in Toronto, an den übrigen vier Tagen arbeiteten die Kinder in ihrer eigenen Klasse in ihren jeweiligen Schulen. Diese Frage machte mich sehr nachdenklich. An der Burgschule wurden zwar gezielt lernschwächere Kinder gefördert, doch spezielle Fördermaßnahmen für besonders begabte Kinder gab es damals noch nicht. Das war für mich der Anstoß, mich intensiv mit dem Thema „Hochbegabung“, insbesondere mit der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur, auseinander zu setzen und in Frechen gezielte Fördermaßnahmen für besonders begabte Schülerinnen und Schüler anzuregen und mit zu entwickeln.

Inhaltsverzeichnis:

Abstract 5
Einleitung 6
1. Zur schulischen Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern 7
1.1 Gründe für die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler 7
1.2 Förderliche Voraussetzungen 11
1.3 Möglichkeiten der schulischen Förderung 13
1.4 Das HBZ-Fördermodell für Grundschulen (Consalter & Raack) 16
2. Das Frechener Grundschul-Fördermodell 19
2.1 Integrative Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler 19
2.2 Die Realisierung des Modells 22
2.2.1 Organisatorische Voraussetzungen 22
2.2.2 Überzeugungsarbeit leisten 24
2.2.3 Besonders begabte Schülerinnen und Schüler identifizieren und auswählen 25
2.3 Durchführung des Unterrichts zur integrativen Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler an der Burgschule in Frechen 30
2.3.1 Umsetzung im Schuljahr 2001/2002 30
2.3.2 Umsetzung im Schuljahr 2002/2003 34
3. Zur Evaluation des Frechener Grundschul- Förder-Modells: Erfahrungen, Wirkungen und Perspektiven 36
3.1 Ausgangspunkt und Methode der Evaluation 36
3.2 Auswertung bezogen auf die beteiligten Gruppen 38
3.3 Auswertung bezogen auf ausgewählte Aspekte 42
3.4 Auswirkungen auf den Regelunterricht 46
3.5 Zur Fortsetzung des Projekts 47
Schlusswort 49
Literaturverzeichnis 52
Anhang: Fragebögen 54

Automatisiert erstellter Textauszug:

Besondere Persönlichkeitsmerkmale erkennen: • Welche Kinder leiden darunter, sozial oder gefühlsmäßig nicht zu den anderen zu passen, sind aber doch begabt? • Welche Kinder passen sich nicht um jeden Preis der Mehrheit an, sind individualistisch? • Welche Kinder interessieren sich schon früh für ethische und moralische Themen wie Religion, Philosophie, Umweltschutz? • Welche Kinder haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden? (nach Jost 2000, S. 32f., 39f.) Bei der Identifizierung der besonders begabten Kinder ließen sich die Kolleginnen zunächst von den Fragen leiten und achteten auf die Lernbegierde von Kindern, auf ungewöhnliches Interesse in bestimmten Sachgebieten, auf Kinder mit vielen neugierigen Fragen, auf Kinder, die vor allem in Mathematik herausragende Leistungen zeigten, auf Kinder mit einem für ihr Alter ungewöhnlichem Wortschatz, auf Kinder mit herausragender sozialer Kompetenz. Für die Identifizierung wurde ein „eigener“ Ansatz entwickelt. Es wurde ein Kriterienkatalog zur Identifizierung besonders begabter Kinder für die Frechener Grundschulen in mehreren Arbeitssitzungen erstellt, denn eine Vergleichbarkeit der Anforderungen bei der Auswahl von besonders begabten Schüler/innen für den Förderunterricht sollte gegeben sein. Der Kriterienkatalog sollte dann als Grundlage für alle Frechener Grundschullehrerinnen dienen. Merkmals- und Checklisten, die sich in der Forschung und in der Schulpraxis bewährt haben wie: Lehrerchecklisten; Merkmale frühkindlichen, schulischen und sozialen Verhaltens, Lehrerbeobachtungs- und Lehrerberatungsbögen, waren Grundlage für die Erarbeitung dieses Kriterien- [...]

auswählen Wer unterschiedliche Begabungsprofile fördern will, der muss sie zunächst einmal wahrnehmen. Huser (2000, S. 47) stellt fest: „Die sichere Erkennung von Kindern mit hohen Fähigkeiten ist bis heute eine der schwierigsten Aufgaben für Lehrpersonen (...). Studien belegen, dass weniger als 50 Prozent, der durch Testverfahren identifizierten Kinder von ihren Lehrkräften erkannt wurden.“ Lehrer/innen neigen dazu, nicht das, was ein Kind leisten könnte, zu beurteilen, sondern dessen gezeigte Schulleistungen. Besonders begabte werden häufig als solche erkannt, wenn ihre Schulleistungen überdurchschnittlich sind. Doch ein besonders begabtes Kind ist nicht immer ein leistungsstarkes Kind. Es kommt häufig vor, dass besonders begabte Kinder erst dadurch identifizierbar werden, dass sie schulische Probleme haben. Hochbegabung sollte nicht zu eng definiert werden, wenn alle die gefördert werden sollen, die zu bedeutenden Lebensleistungen fähig sind. Von daher bildeten IQ-Tests zunächst keine Grundlage für die Identifizierung besonders begabter Kinder. In dem Buch „Extra - Klasse?“ nennt Monika Jost Fragen, die Lehrer/innen helfen können, besonders begabte Kinder im Hinblick auf besondere Denkleistungen und nichtkognitive Persönlichkeitsmerkmale zu identifizieren: Besondere Denkleistungen erkennen: • Wer lernt am schnellsten und am leichtesten? • Wer behält leicht, was er gehört hat? • Wer weiß viel über Dinge, die andere Kinder nicht interessieren? • Wer erkennt Zusammenhänge und versteht ihre Bedeutung? • Wer ist wachsam, ein guter Beobachter und reagiert schnell? [...]

Nachdem ich der zuständigen Schulaufsicht mein Konzept vorgestellt hatte, und sie meinen Ansatz positiv unterstützte, stellte ich mein Konzept auf Dienstbesprechungen für Schulleiter und Schulleiterinnen vor. Ich wollte zunächst nur eine Fördergruppe zur Förderung besonders begabter/befähigter Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgänge aus allen Frechener Grundschulen Vormittags einrichten. Das wurde in den Lehrerkonferenzen der jeweiligen Grundschulen diskutiert. Im März 2000 ergab ein Meinungsbild, dass das Förderkonzept von allen unterstützt wurde. Gewünscht wurde jedoch ein Förderungsbeginn mit Schülerinnen und Schülern des dritten Jahrgangs. Mehr als die Hälfte der Schulleiter/innen votierten für einen Förderunterricht am Nachmittag. In Zusammenarbeit mit der Unteren Schulaufsicht und einem Psychologenteam aus Brühl fanden dann in der Burgschule ab Juni 2000 Treffen und Diskussionen in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen statt. Kolleginnen der zweiten und dritten Klassen aller Frechener Grundschulen, Schulleiter/innen, Untere Schulaufsicht, das Psychologenteam, Fachleiterinnen uns Seminarleitung des Primarstufenseminars in Düren/Vettweiß und andere Interessierte überlegten gemeinsam, wie sich das Konzept inhaltlich gestalten und umsetzen ließe. Wichtig bei dieser Diskussion war, die eigene Position zu Thema (Hoch)begabung zu bestimmen und zu benennen; das eigene Begabungsverständnis zu hinterfragen. Probleme sahen die Lehrerinnen vor allem bei der Identifizierung von besonders begabten Kindern und bei dem Herausziehen aus dem normalen Unterricht am Vormittag. [...]

Arbeit zitieren:
Jarosch, Evelyn September 2003: Das Frechener Grundschul-Fördermodell, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Grundschule, Hochbegabt, hochbegate Kinder, besonders Begabte, Hochbegabtenförderung

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