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Frauenwahlverhalten und Generationenwandel in der Bundesrepublik Deutschland

Frauenwahlverhalten und Generationenwandel in der Bundesrepublik Deutschland
Über dieses Buch

Magisterarbeit von Tanja Zinterer

Gang der Untersuchung:

Die Magisterarbeit beschäftigt sich mit der in der Wahlsoziologie eher vernachlässigten Frage, ob und warum Frauen anders wählen als Männer. Diese Fragestellung ist insofern interessant, als Frauen seit einigen Jahren eine immer wichtigere Zielgruppe für alle politischen Parteien geworden sind.

Im theoretischen Teil, der die bisherigen Ergebnisse der Wahlforschung aufarbeitet, wird die These aufgestellt, daß die von Männern differente soziale Situation der Frauen in der Bundesrepublik sich auch auf ihr Wahlverhalten auswirkt, Wahlverhalten also sozialstrukturell determiniert ist. Die Arbeit beschäftigt sich demnach ausführlich mit der Entwicklung der sozialen Situation von Frauen. Neben den strukturellen Erklärungsfaktoren des sozialen Wandels kommt dabei insbesondere die Wertewandeltheorie zum Tragen. Auch die spezifische Situation der Frauen in der DDR bzw. den Neuen Bundesländern, die sich insbesondere in Fragen des Wertewandels deutlich von der Situation in der Bundesrepublik unterscheidet, wird nicht vernachlässigt.

Im empirischen Teil der Arbeit werden Rohdaten aus Politbarometer-Umfragen des Jahres 1993 statistisch ausgewertet. Dabei ergeben sich nur wenige strukturelle Unterschiede zwischen Männer- und Frauenwahlverhalten; auffallend sind jedoch die größeren Altersdifferenzen bei Frauen: Frauen höheren Alters unterscheiden sich von jüngeren Frauen im Wahlverhalten deutlicher als Frauen von gleichaltrigen Männern.

Dieses Ergebnis führt zum zweiten Hauptteil der Arbeit - der Anwendung des Generationenkonzepts auf das Frauenwahlverhalten. Neu hierbei ist die Entwicklung von politischen Frauengenerationen, die sich durch jeweils spezifisches Wahlverhalten auszeichnen. Das Generationenkonzept, das von einer im Jugendalter erworbenen, stabilen politischen Grundeinstellung und einer daraus folgenden Persistenz des Wahlverhaltens ausgeht, ermöglicht eine Vorhersagbarkeit des Wahlverhaltens in der Zukunft. Die in der Arbeit aufgestellte These lautet hierbei, daß die Unterschiede zwischen den Generationen bei Frauen deutlicher zum Tragen kommen und sich daher auch deutlicher auf das Wahlverhalten auswirken als bei Männern. Diese Erkenntnisse ermöglichen demnach eine genauere Vorhersagbarkeit von zukünftigem Frauenwahlverhalten und können Wahlprognosen erleichtern.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Entwicklung des Frauenwahlverhaltens - historisch-statistische Darstellung 8
2.1 Frauenwahlverhalten in der Weimarer Republik 8
2.2 Frauenwahlverhalten in der Bundesrepublik 10
3. Theoretische Modelle zum Wahlverhalten 24
3.1 Der soziologische Gruppenansatz 25
3.2 Der sozialpsychologische Ansatz 27
3.3 Der "rational choice"-Ansatz 29
3.4 Die aktuelle Situation der Wahlforschung 30
3.5 Theoretische Ansätze zum Frauenwahlverhalten 32
4. Die Entwicklung des Frauenwahlverhaltens in der Bundesrepublik 33
4.1 Konservatives Wahlverhalten von Frauen 33
4.2 Die Angleichung des Männer- und Frauenwahlverhaltens 36
5. Sozialstruktureller Wandel und Wertewandel - Veränderung der sozialen Position der Frauen 41
5.1 Sozialer Wandel und Wertewandel 41
5.2 Änderung der sozialen Position von Frauen 44
5.3 Die soziale Situation von Frauen in der DDR/den neuen Bundesländern 58
6. Aktuelles Frauenwahlverhalten 63
6.1 Merkmale geschlechtsspezifischen Wahlverhaltens 63
6.1.1 Sozialfaktoren 64
6.1.2 Parteibindung 68
6.1.3 Kandidatenorientierung 71
6.1.4 Issueorientierung 73
6.1.5 Politisches Interesse 80
6.2 Altersunterschiede im Frauenwahlverhalten 83
6.3 Exkurs: Frauen und kleine Parteien 88
6.3.1 Die Republikaner 88
6.3.2 Die Grünen 91
6.4 Ein "gender gap" der Protestwahl? 96
6.5 Geschlecht als soziale Kategorie 100
7. Frauenwahlverhalten in den Generationen 102
7.1 Der Generationenbegriff 103
7.2 Das Konzept der politischen Generationen 105
7.2.1 Politische Generationen und Wahlverhalten 110
7.3 Die politischen Generationen in Deutschland - unter besonderer Berücksichtigung der Frauen 111
7.3.1 Die Generationen in der heutigen Bundesrepublik 113
7.3.2 Frauen und Generationenbildung 118
7.4 Das Wahlverhalten der politischen Generationen in Deutschland 124
7.4.1 Das Erstwahlverhalten der Generationen 124
7.4.2 Generationseffekte im Frauenwahlverhalten 128
8. Zusammenfassung und Ausblick 132
9. Literaturverzeichnis 134
10. Quellennachweis 147

Arbeit zitieren:
Zinterer, Tanja Januar 1996: Frauenwahlverhalten und Generationenwandel in der Bundesrepublik Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Änderung der sozialen Situation von Frauen, Entwicklung von Frauengenerationen, statistische Auswertung von Umfragedaten, Theorien des Wahlverhaltens

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