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Wenn Frauen heute gut aussehen und sich schlecht fühlen: Der narzißtische Krieg gegen den Körper im Dienste der Schönheit

Wenn Frauen heute gut aussehen und sich schlecht fühlen: Der narzißtische Krieg gegen den Körper im Dienste der Schönheit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Eva Herkenrath-Völk
  • Abgabedatum: Januar 1998
  • Umfang: 172 Seiten
  • Dateigröße: 7,8 MB
  • Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0728-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0728-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0728-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Herkenrath-Völk, Eva Januar 1998: Wenn Frauen heute gut aussehen und sich schlecht fühlen: Der narzißtische Krieg gegen den Körper im Dienste der Schönheit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Attraktivitätsforschung, Körperablehnung, Medien und Schönheit, Narzisstische Perfektion, Schönheit

Diplomarbeit von Eva Herkenrath-Völk

Einleitung:

Schönheit ist von großer Bedeutsamkeit. In den letzten Jahren zeichnet sich auf dem Hintergrund der höheren Signifikanz der Schönheit für Frauen eine Zunahme der Bedeutung von Schönheit ab - insbesondere ist der Druck, der auf Frauen heute lastet, gut auszusehen, enorm angewachsen. Noch nie zuvor standen die Forderungen an die Attraktivität der Frau in solch engem Zusammenhang zu Erfolg und gesellschaftlicher Achtung; ein ansprechendes Äußeres ist heute zur Voraussetzung geworden.

Das Thema Schönheit wird von der Autorin auf persönlicher Ebene als belastend und verwirrend empfunden. Das wissenschaftliche Interesse wurde auf diese Weise durch persönliche Erfahrung und Bedürfnisse motiviert, durch den Wunsch, sich selbst und Nahestehende besser zu verstehen.

Viele Frauen empfinden den Zwang, gut auszusehen, zunehmend als Belastung. Indem sie versuchen, ihre Körperlichkeit und Schönheit in die vorgegebene Schablone der idealen Schönheit, in eine allgemeine Vorstellung von Schönheit zu fügen, kann die Fähigkeit, sich selbst zu gefallen, aus dem Gleichgewicht geraten. Viele Frauen sehen heute in den Spiegel und empfinden sich als nicht schön genug, selbst und speziell diejenigen, die gutaussehend sind, leiden unter dem Gefühl, nicht schön genug auszusehen, und in Weiterführung, nicht gut genug zu sein. Das Leid unter dem Druck der Norm, gut auszusehen, ist groß, Attraktivitätsängste und das ständige Kreisen um den eigenen Körper wirken verzehrend. Das schöne Äußere kann zum zentralen Lebensthema werden, der Einsatz, der dem guten Aussehen gilt, sehr hoch und oft zerstörerisch werden. Zentraler Aspekt dieser Arbeit ist daher die nähere Betrachtung des Umgangs mit dem eigenen Körper in Auseinandersetzung mit dem weiblichen Schönheitsideal heute. Zum näheren Verständnis soll anfangs die gesellschaftliche Situation der Frau heute näher betrachtet werden, unter Vorbehalt, nicht alle Variationen und Tendenzen, die gegenwärtig erkennbar sind, berücksichtigen zu können.

Die individuelle Wahl des Verhaltens im Hinblick auf Schönheit ist gesellschaftlich geprägt. Auch Erziehung, und damit Sozialisation, wirken sich daher beeinflussend aus und sollen besonders in ihren psychologischen Wirkkräften näher betrachtet werden. Die Thematik Narzißmus' wird speziell ins Blickfeld gerückt, um Ursachen der Art und Weise des Umgangs mit dem eigenen weiblichen Körper zu beleuchten.

Das Bild, das sich unsere Gesellschaft von Schönheit, von einer schönen Frau macht, ist so beherrschend, daß es menschliches Handeln stark beeinflußt. Das Schönheitsideal der Zeit wird durch die häufige Darstellung in Medien und Werbung in seiner beeinflussenden Wirkung forciert, die im Zusammenhang dieser Arbeit zum näheren Verständnis der Rahmenbedingungen genauer betrachtet werden soll.

Zum erweiterten Verständnis soll die Medien- und Werbewelt der lebenden Modellmenschen ebenfalls näher beleuchtet werden. Schließlich wird mit der Betrachtung des machtpolitischen Aspektes eine weitere Verständnisperspektive eröffnet.

Mittels einer Darstellung des Schönheitsideals der heutigen Zeit wird die Wirkung dieses Ideals kritisch betrachtet. Allerdings sei angemerkt, daß diese Kritik nicht der Schönheit an sich, also dem Wunsch, gut auszusehen und der Realisierung eines guten Aussehens gilt, Frauen haben heute die Möglichkeit, sich zu entfalten und sich individuell weiterzuentwickeln. Im Gegensatz dazu ist das gute Aussehen, um das es bezüglich idealisierter Schönheit geht, starr, künstlich und stereotyp.

Für eine Frau, die auf der Suche nach Identität ihre wahren Qualitäten entwickeln und mit ihren eigenen Fähigkeiten in Kontakt treten möchte, kann es nicht darum gehen, sich in vorgegebene Kategorien drängen zu lassen. Die Spannbreite vom betrachteten und zur Schau gestellten Objekt zum eigenen, mit den inneren Gefühlen in Verbindung stehenden Selbst bietet jeder Frau Spielraum zur Wahl individuellen Handelns.

Vielleicht kann sich durch eine größere Bewußtheit bezüglich des Einflußgebietes der Schönheit die Reflexion des Selbst, ein Bedenken des eigenen Standpunktes, ein veränderter, mit einer neuen Perspektive versehener Umgang mit der eigenen Schönheit, der mehr Toleranz, Selbstakzeptanz und körperliches Wohlbefinden einschließt, ergeben.

Die große Varianz der Themen, die in der Betrachtung der Wirkung des Schönheitsideals heute eine Rolle spielen, führt dazu, daß in dieser Arbeit nicht alle Bereiche in Ausführlichkeit abgedeckt werden konnten. Dies gilt vor allem für den Kontext des Themas Eßstörungen', welcher eine Arbeit für sich ergäbe. Auch das Gebiet der Mode wurde weitestgehend ausgeklammert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Frauen heute - Leben in einer komplexen Gesellschaft 3
3. Was ist schön? 8
3.1 Ein Definitionsversuch 8
3.2 Aus dem Bereich der Attraktivitätsforschung: Ist schön gleich gut? 14
3.3 Haben es schöne Menschen wirklich leichter? 18
4. Das Schönheitsideal 26
4.1 Schönheit im Wandel von Zeit und Kultur 26
4.2 Das Ideal der Schönheit 30
4.3 Das Schönheitsideal heute 34
5. Der Umgang mit dem eigenen Körper 38
5.1 Die Arbeit am Körper 38
5.2 Die Unzufriedenheit mit dem Äußeren 40
5.3 Natürlichkeit 46
5.4 Authentizität 47
5.5 Jugendlichkeit 49
5.6 Diäten oder der Kampf um das Gewicht 52
5.7 Fitneß 58
5.8 Kosmetische Chirurgie 60
6. Der Umgang mit dem eigenen Äußeren 64
6.1 Erziehung 64
6.1.1 Frühkindliche Abhängigkeit 65
6.1.2 Die Mutter-Tochter-Beziehunc, 69
6.1.3 Pubertät 71
6.2 Narzißmus 75
6.2.1 Primärer Narzißmus und die narzißtische Störung 75
6.2.2 Die Wurzeln der narzißtischen Störung 79
6.2.3 Das Verbercen des wirklichen Selbst 81
6.2.4 Zwischen Minderwertickeit und Grandiosität 83
6.2.5 Das Gefühl der inneren Leere 85
6.2.6 Der Körper als Ort narzißtischer Auseinandersetzung 86
6.3 Perfektion - der unerreichbare Wunsch, perfekt zu werden 89
7. Schönheitspolltik - Perspektive Wirtschaft 92
7.1 Die Schönheitsindustrie 92
7.2 Das Schönheitsideal in Medien und Werbung 98
7.2.1 Der Einfluß von Fernsehen und Frauenzeitschriften 99
7.2.2 Models: Vollkommene Reklamefrauen mit Vorbildfunktion 101
8. Frauen - das schöne Geschlecht? 105
8.1 Gesellschaftliche Erwartungen an das Aussehen der Frau 105
8.1.1 Aspekte männlicher Attraktivität - eine Gegenüberstellung 109
8.1.2 Schönheit als Objektstatus 111
8.1.3 Sexuelle Attraktivität 112
8.1.4 Konkurrenz unter Frauen 115
8.2 Perspektive Macht und sozialer Einfluß 116
8.2.1 Weibliche Schönheit im Rahmen des Machtgefüges 116
8.2.2 Schönheit im Rahmen der Weiblichkeit 120
8.2.3 Direkte und indirekte Anwendung von Macht 123
8.2.4 Schönheit als Erfolgskriterium 126
9. Individuelle Schönheit 129
9.1 Eine neue Perspektive im Umgang mit Schönheit 129
9.1.1 Persönlichkeit 129
9.1.2 Schönheit als Kunst 130
9.1.3 Individuation 131
9.1.4 Schönheit kann Spaß machen 133
9.2 Selbstwahrnehmung 136
9.2.1 Das Ablegen der Fassade 136
9.2.2 Gefühle als Orientierungshilfe 137
9.2.3 Körpertherapie und Körperarbeit 138
10. Resumee 140
11. Anhang 144
Bibliografie 158

Arbeit zitieren:
Herkenrath-Völk, Eva Januar 1998: Wenn Frauen heute gut aussehen und sich schlecht fühlen: Der narzißtische Krieg gegen den Körper im Dienste der Schönheit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Attraktivitätsforschung, Körperablehnung, Medien und Schönheit, Narzisstische Perfektion, Schönheit

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