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Frauen in der Werbung

Realismus vs. Idealismus – Wie sieht sich die Zielgruppe lieber?

Frauen in der Werbung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ulrike Kohlweiß
  • Abgabedatum: Juni 2006
  • Umfang: 202 Seiten
  • Dateigröße: 24,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule St. Pölten Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9796-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9796-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9796-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kohlweiß, Ulrike Juni 2006: Frauen in der Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Identifikation, Schönheitsideal, Testimonial, Celebrity Testimonial, Real-People Testimonial

Diplomarbeit von Ulrike Kohlweiß

Zusammenfassung:

Der Kosmetikkonzern „Dove“ präsentiert in seiner Werbekampagne normale bzw. molligere Frauen als Testimonials und sorgt damit für angeregte Diskussionen – sowohl unter den weiblichen als auch unter den männlichen Konsumenten. Die Kampagne von „Dove“ kann durchaus als Pioniertätigkeit auf dem Gebiet der Realismus- Werbung angesehen werden, da in der Werbung nach wie vor Bilder von Frauen dominieren, die nach dem Schema „schlank, hübsch und jung“ dem 90-60-90-Ideal entsprechen.

Ziel dieser Arbeit ist es festzustellen, wie sich die weibliche Zielgruppe zwischen 14- und 24 Jahren lieber in der Werbung repräsentiert sieht: als idealisiertes Model oder als realistische Frau?

Ausgehend von einem theoretischen Grundgerüst, welches den ersten Teil der vorliegenden Arbeit darstellt, folgen im zweiten Teil die Ergebnisse der durchgeführten empirischen Studie. Mit Fokus auf die Forschungsfrage wurde eine Zielgruppenbefragung unter 14- bis 24-jährigen Frauen durchgeführt. Entsprechend dem Titel der Arbeit lautete die Forschungsfrage: „Wie sieht sich die Zielgruppe lieber?“ Das Ergebnis der schriftlichen Befragung liefert die Antwort auf die forschungsleitende Frage: Der überwiegende Teil der befragten Frauen spricht sich für den Realismus in der Werbung aus. Diese Antwort ist allerdings nur ein Teilaspekt der Studienergebnisse. Zusätzlich haben sich weitere signifikante soziodemografische Besonderheiten herauskristallisiert, die für die Werbewirtschaft von großer Bedeutung sind, da sie neue Aspekte und wertvolle Anregungen für zukünftige Werbemaßnahmen liefern.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit besteht aus einem theoretischen und einem empirischen Teil. Unter Berücksichtigung der Forschungsfrage nähert sich die Arbeit über den Theorieteil an den empirischen Teil heran. Dabei liefert der Theorieteil das wissenschaftliche Fundament, auf dem die empirische Studie aufbaut.

Der Theorieteil der Arbeit gliedert sich in vier Kapitel: Im ersten Kapitelabschnitt („Frauen in der Werbung“, ab Seite 6) wird ein kurzer historischer Einblick auf die Anfänge der Frau in der Werbung gewährt. Es folgen psychologische Aspekte zur Identifikation und Modelle zur Werbewirkung. In Ausrichtung auf den Idealismus folgt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Schönheit sowie Studien zur Wirkung von Schönheit in der Werbung. Die Darstellung der Frau in der Werbung wird durch ein Psychogramm ergänzt und einer Einteilung in Rollentypen auf den Punkt gebracht. Abschließend zeigen primär weiblich besetzte Werbekampagnen die Produktspezifität im Zusammenhang mit Frauen in der Werbung auf.

Im zweiten Kapitelabschnitt („Frauendarstellung außerhalb der Werbung“, ab Seite 71) wird die Darstellung der Frau in den Printmedien und im Fernsehen untersucht, um eventuelle Querverbindungen aufzustellen. Der dritte Kapitelabschnitt („Start: Werbung im Allgemeinen“, ab Seite 84) bildet den Ausgangspunkt für den darauf folgenden letzten Kapitelabschnitt und fördert das allgemeine Verständnis für die Arbeit: Ausgehend von der Definition von Werbung trägt das Kapitel dazu bei, dass das nachfolgende letzte Kapitel in einen größeren Gesamtzusammenhang eingeordnet werden kann.

Im vierten und letzten theoretischen Kapitelabschnitt dieser Arbeit wird das Ziel erreicht: Die „Testimonialwerbung im Speziellen“ (ab Seite 90). Zunächst erfolgt eine fachspezifische Einordnung der Testimonialwerbung, bevor der Terminus näher definiert wird. Schließlich werden die in der Arbeit fokussierten Formen der Testimonialwerbung (Real People-Testimonials und Celebrity Testimonials) in Ausrichtung auf die forschungsleitende Frage charakterisiert und durch Kampagnenbeispiele veranschaulicht.

Der zweite Teil der Arbeit umfasst die empirische Studie inklusive Beantwortung der forschungsleitenden Frage (ab Seite 129). Der empirische Part der Arbeit setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen. Zu Beginn wird kurz die Ausgangslage zur Studie skizziert, darauf folgt eine Beschreibung der methodischen Vorgangsweise. Im letzten Teil werden die Forschungsergebnisse sowie signifikante soziodemografische Besonderheiten präsentiert.

Erklärtes Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung der zentralen Fragestellung: Realismus vs. Idealismus – Wie sieht sich die Zielgruppe lieber?

Mit dem Ziel, alle Aspekte abzudecken, die für das Verständnis der Forschungsfrage relevant sind, liegt der Fokus der Arbeit auf der Testimonialwerbung. Unter dem Begriff Testimonial wird eine Person verstanden, die für ein Produkt Werbung macht. Diese Person spricht über die Vorzüge des Produktes oder sie gibt an, dass sie das beworbene Produkt selbst verwendet. Ein Testimonial tritt in der Werbung somit als Bürge oder Fürsprecher auf, um auf das Produkt aufmerksam zu machen. Dies ist immer dann der Fall, wenn das Produkt von einer Person präsentiert wird und die Werbestrategie nicht auf der reinen Produktpräsentation basiert. Diese erste Definition des Begriffs Testimonial sollte den in der Arbeit verwendeten Terminus vorerst ausreichend erklären. Eine detaillierte Definition wird in Kapitel 5 nachgereicht, das die Testimonialwerbung im Speziellen behandelt.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
2. FRAUEN IN DER WERBUNG 6
2.1 Historischer Rückblick: „…und ewig lockt das Weib“ 7
2.2 Werbewirkung: Warum funktioniert das „Wunschbild-Schema“? 12
2.2.1 Der Mensch als soziales Wesen 13
2.2.2 Modelle zur sozialen Orientierung 17
2.2.3 Ziel: Absatzsteigerung. Maßnahme: Wunschvorstellungen schüren 19
2.2.4 Das Bedürfnis nach Prestige und Status 21
2.3 Der Idealismus und das Faszinosum Schönheitsideal 23
2.3.1 Heidi Klum und die starken Männer 24
2.3.2 „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?“ 24
2.3.3 Auf der Suche nach der Schönheitsformel 26
2.3.3.1 Beauty Index (BI) 26
2.3.3.2 Waist-to-Hip-Ratio (WHR) 27
2.3.3.3 Body Mass Index (BMI) 27
2.3.4 Veränderung des Körpergewichts bei Models 30
2.3.5 „Schönheit ist…“ sagt die Studie 31
2.3.6 Schönheit = Perfektion vom Haaransatz bis in die Zehenspitzen? 32
2.3.7 Realismus-Ruby als Alternative zur Idealismus-Barbie 35
2.4 Wie wirkt Schönheit in der Werbung? 37
2.4.1 Zerstörerischer Effekt auf das Selbstbild von Frauen 38
2.4.2 Die Macht der Situation 39
2.5 Die Darstellung der Frau in der Werbung 42
2.5.1 Psychogramm: Darstellung der Frau in der Werbung 43
2.5.1.1 Beruf 43
2.5.1.2 Nicht berufliche Rollen / Aktivitäten 44
2.5.1.3 Umgebung / Setting 44
2.5.1.4 Autorität 44
2.5.1.5 Alter 45
2.5.1.6 Psychische Gesundheit 46
2.5.1.7 Erotisierung 47
2.5.1.8 Gleichsetzung der Frau mit dem Produkt 49
2.5.1.9 Die Frau als groteskes Anti-Ideal 50
2.5.1.10 Mimik und Gestik 51
2.5.2 Rollentypologie: Zwischen Hausfrau und Superfrau 52
2.5.2.1 Tüchtige Hausfrau und liebende Mutter 53
2.5.2.2 Makellose Schönheit / Objekt der Begierde 56
2.5.2.3 Sportliche Amazone 59
2.5.2.4 Karrierefrau 61
2.5.2.5 Multitasking-Wunder 63
2.6 Der „Petersilieneffekt“ und primär weiblich besetzte Werbekampagnen 66
2.6.1 Primär weiblich besetzte Werbekampagnen 67
2.6.2 Der „Petersilieneffekt“ 69
3. FRAUENDARSTELLUNG AUSSERHALB DER WERBUNG 71
3.1 Einflussfaktor Printmedien: eine weibliche Magazinlandschaft 74
3.1.1 Frauen- und Männermagazine im Vergleich 75
3.1.2 Orientierung am Alpha-Weibchen aus den Printmedien 78
3.2 Einflussfaktor Fernsehen: Debatte um „Germany’s Next Topmodel“ 80
3.2.1 Eckdaten zur TV-Show 80
3.2.2 Mageres Österreich, fettes Österreich: Essstörungen im Fokus 82
4. START: WERBUNG IM ALLGEMEINEN 84
5. ZIEL: TESTIMONIALWERBUNG IM SPEZIELLEN 90
5.1 Kategorisierung der Testimonialwerbung 91
5.1.1 Die Komödie unterhält 91
5.1.2 Die Ästhetik emotionalisiert 92
5.1.3 Der Experte erklärt 93
5.1.4 Das Testimonial bürgt 93
5.2 Definition Testimonial 96
5.3 Celebrity Testimonials (=Idealismus) 98
5.3.1 Definition 99
5.3.2 IMAS PromiMeter 101
5.3.3 Charakteristiken 102
5.3.4 Vorteile und Risiken 105
5.3.5 Kampagnenbeispiele 109
5.4 Real People-Testimonials (=Realismus) 116
5.4.1 Definition 117
5.4.2 Charakteristiken 117
5.4.3 Vorteile und Risiken 118
5.4.4 Kampagnenbeispiele 121
6. EMPIRISCHE STUDIE: REALISMUS VS. IDEALISMUS - WIE SIEHT SICH DIE ZIELGRUPPE LIEBER? 129
6.1 Ausgangslage 130
6.2 Methodische Vorgangsweise 130
6.2.1 Forschungsfrage 130
6.2.2 Art der empirischen Sozialforschung 130
6.2.3 Zielgruppe 130
6.2.4 Klassifizierung 131
6.2.5 Fragebogen 131
6.2.6 Pretest 132
6.2.7 Grundgesamtheit 132
6.2.8 Stichprobengröße 133
6.2.9 Feldzugang 133
6.2.10 Sample Points 133
6.2.11 Befragungsgebiete 134
6.2.12 Erhebungsmethode 134
6.2.13 Erhebungszeitraum 135
6.2.14 Forschungsziel 137
6.3 Forschungsergebnisse 138
6.3.1 Soziodemografische Angaben zur Zielgruppe der Studie 139
6.3.2 Gesamtauswertung: Heidi Klum vs. natürliche Frauen 145
6.3.3 Gesamtauswertung: Kampagnensujet Realismus vs. Idealismus 150
6.3.4 Gesamtauswertung: Werbung und Medien allgemein 153
6.3.5 Gesamtauswertung: Wie sieht sich die Zielgruppe lieber? 156
6.3.6 Signifikante soziodemografische Besonderheiten 158
6.3.6.6 Differenzierte Studienergebnisse nach Alter bzw. Reife 158
6.3.6.7 Differenzierte Studienergebnisse nach Figur-Typen 162
6.3.6.8 Sympathie als Kriterium für zugesprochene Glaubwürdigkeit 164
6.3.6.9 Zusammenhang zwischen Körperzufriedenheit und Körper-Typ 166
7. SCHLUSSWORT 168
8. LITERATURVERZEICHNIS 177
9. WEITERE QUELLEN 182
10. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 183
11. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 184
12. GRAFIKVERZEICHNIS 186
13. TABELLENVERZEICHNIS 189
14. ANHANG 190

Automatisiert erstellter Textauszug:

Nicht nur die Werbung findet und fand immer Wege, um den Konsumenten ein Versprechen zu geben, das zum Kauf motivieren soll. Auch der Magazinsektor ist ein Indiz dafür, dass das weibliche Geschlecht dem propagierten Ideal der Medien nacheifert. So werben Frauenmagazine immer wieder mit Headlines, die Versprechen und Ratschläge beinhalten, um dieses Ideal zu erreichen. Headline-Beispiele von Frauenmagazinen (aus dem Zeitraum September 2005 bis April 2006): „Beauty-Quickies: Schnell schön wie die Stars“105, „4-Wochen-Plan zur Traumfigur“106, „Ihr perfektes Styling mit 20, 30, 40 und 50“107, „Beautygeheimnisse der Stars ganz leicht nachzumachen!“108, „Schön wie ein Top-Model – Star-Visagisten zeigen, wie’s geht“109, „Alle Jeans für eine sexy Figur“110 „500 Herbst Looks + So werden Sie zur Klassefrau! Beste Styling-Tricks“111 „So schnell - so schön. Minuten Make-ups. Die geheimen Blitztricks der Stars für XL-Wimpern, Traum-Teint & Co“112 „EXKLUSIV: Strahlen Sie wie Heidi Klum. Sie verrät ihre Tricks“113 „Wie Sie die Pfirsichhaut von Charlize Theron bekommen“114 [...]

Auch außerhalb der Werbung folgt die Darstellung der Frau dem Muster „schön, schlank und jung“. Medien vermitteln nahezu ausnahmslos das Bild, das dem aktuellen Schönheitsideal entspricht. Studien zum Bild der Frau in den Medien bestätigen diese Aussage. So zitiert Mühlen-Achs102 eine Studie von Küchenhoff ua. aus dem Jahr 1975, aus der hervorgeht, dass Frauen in deutschen Fernsehprogrammen beträchtlich unterrepräsentiert sind, vorwiegend schön, jung und schlank dargestellt werden und nicht berufstätig sind. Mühlen-Achs reduziert die Darstellung der Frau in den Medien auf folgende zwei Leitbilder: die junge, schöne, unabhängige Frau auf der Suche nach einer heterosexuellen Beziehung die Hausfrau und Mutter ohne Sexappeal Spätere Studien zum Bild der Frau in den Medien bestätigen die stereotype Darstellung der emotionalen Frau, die auf die Rollen Hausfrau, Ehefrau und Mutter reduziert wird. Eine neuerliche Untersuchung zum Bild der Frau in den Medien von Weiderer103 im Jahr 1993 ergänzt die Küchenhoff-Studie aus 1975. Die Studie hält fest, dass die stereotype Darstellung nunmehr durch „aktive, dominante, kompetente“ Frauendarstellungen ergänzt wird. Dennoch kommt Weiderer zu dem Fazit, dass die Tendenz zu „uniformer Jugendlichkeit und Attraktivität“ weiterhin aufrecht ist. Werden Frauen dargestellt, die nicht dem „Ideal der körperlichen Attraktivität“ entsprechen („z.B. große, dicke, massige, behaarte, alte, hässliche Frauen“), so [...]

Werden Frauen als Werbeträger eingesetzt, sollte darauf geachtet werden, dass der Einsatz der Frau auch zum beworbenen Produkt passt, um so eine Boykottwahrscheinlichkeit von vornherein minimieren zu können. Es ist beobachtbar, dass Frauen im Vergleich zu Männern häufiger für soziale Anliegen (z.B. karikative Aktionen) und „Produkte“, die stark mit Emotionalität zusammenhängen (z.B. Tiernahrung, Pflegeprodukte für Babys) Werbung machen. Aus diesem Motiv heraus ist es nicht verwunderlich, dass kaum Männer für Tiernahrung werben. Geht es um gefühlvoll inszenierte Spots mit emotional aufgeladenen Bildern, sind Frauen aufgrund ihrer sozial und emotional stärker ausgeprägten Veranlagung die glaubwürdigere Besetzung. In vielen Werbekampagnen ist die produktspezifische Darstellung tatsächlich dominant. Der Zusammenhang zwischen Produkt und Werbefrau ist zwar weiterhin aufrecht, allerdings scheint das Rollenklischee (Frauen werben für „weibliche Produkte“) gebrochen worden zu sein. [...]

Arbeit zitieren:
Kohlweiß, Ulrike Juni 2006: Frauen in der Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Identifikation, Schönheitsideal, Testimonial, Celebrity Testimonial, Real-People Testimonial

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