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Frauen und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland

Frauen und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Martina Kurz
  • Abgabedatum: Juli 1996
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 4,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2731-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2731-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2731-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kurz, Martina Juli 1996: Frauen und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Frauen, Rassismus, Rechtsextremismus, Feministische Wissenschaft, Empirie

Staatsexamensarbeit von Martina Kurz

Einleitung:

Der Mainstream der soziologischen und politologischen Forschung betrachtete Rechtsextremismus bis Anfang der neunziger Jahre als „allgemeines Problem“. Durch den vorherrschend androzentrischen Blickwinkel geriet dies unwillkürlich zu einem „männlichen“ - meistens jedoch, ohne als solches benannt zu werden. Tatsächlich legen Kriminalstatistiken und Wahlanalysen den Eindruck nahe, dass Rechtsextremismus als „männliches Problem“ zu betrachten sei, da Frauen und Mädchen rein quantitativ in geringerem Maße vertreten sind. Im Hinblick auf frühere empirische Untersuchungen lässt sich jedoch erkennen, dass ein rechtsextremistisches Orientierungsmuster nicht mehr als rein „männliches Problem“ betrachtet werden darf, sondern dass auf der Ebene der latenten Einstellungen zunächst keine geschlechtsspezifischen Differenzen auszumachen sind.

Gang der Untersuchung:

Diesem Faktum, welches der Arbeit zugrunde liegt und der Annahme, dass geschlechtsspezifische Äußerungsformen dieser Einstellungen bestehen, gilt es genauer nachzugehen: In einem ersten Schritt diskutiere ich verschiedene Ansätze, die auf individueller sowie auf struktureller Ebene ansetzen, um die Zuneigung oder Resistenz von Frauen zu rechtsextremistischen Einstellungen zu erklären und die verschiedene Äußerungsformen rechtsextremistischer Einstellungen aufzeigen, wobei sie nur Vermutungen über zugrundeliegende Motive anstellen können.

Ziel der Diskussion ist es nicht, eine Erklärung für eine geschlechtsspezifische Zuneigung zu rechtsextremistischen Einstellungen zu konstruieren, sondern zu erkennen, welche Frauen welche Motive haben können, um verschiedenen Dimensionen einer rechtsextremistischen Einstellung zuzuneigen, da davon auszugehen ist, dass entsprechend der Heterogenität unter Frauen unterschiedliche Begründungszusammenhänge gefunden werden müssen.

Bei der Darstellung der interpretativen Ansätze wird es auch darum gehen, eine Entwicklungslinie in der feministischen Wissenschaft aufzuzeigen, die versucht, der aktiven Beteiligung von Frauen am Geschlechterverhältnis auf die Spur zu kommen. Erst mit dieser Entwicklung ist es möglich, das Phänomen Rechtsextremismus nicht mehr ausschließlich als ein „männliches“ zu konstruieren. Mit Bezugnahme auf den heutigen Forschungsstand kristallisieren sich zudem zwei Theoriestränge heraus, die jeweils Eingang in die Theorie gefunden haben.

Der zweite Arbeitsschritt besteht in einer genauen geschlechtsspezifischen Analyse verschiedener empirischer Untersuchungen (s. Inhaltsverzeichnis meiner Arbeit). Eine Analyse unter einem erweiterten Blickwinkel, wie er durch die Diskussion der interpretativen Ansätze geschaffen wurde, ermöglicht es mir zu erkennen, ob auf der Ebene der Einstellungen doch Differenzen zwischen den Geschlechtern bestehen, die einerseits zu einem geschlechtsunspezifischen Ergebnis führen und andererseits Differenzen in der Zuneigung oder Resistenz gegenüber einzelnen Dimensionen einer rechtsextremistischen Einstellung ausblenden. Mit der Annahme, dass Geschlecht als soziale Strukturkategorie zu betrachten ist, darf diese Kategorie nicht hinter geschlechtsunspezifischen Ergebnissen unsichtbar werden.

Mit der Zusammenführung der beiden Arbeitsschritte und einer Offenlegung eventueller Widersprüche zwischen interpretativen Ansätzen und empirischen Evidenzen ergibt sich ein strukturierteres „Bild“ von Affinität oder Resistenz von Mädchen und Frauen zu einzelnen Dimensionen eines rechtsextremistischen Orientierungsmusters.

Eine differenzierte Wahrnehmung soll im Hinblick auf Gegenstrategien weiterhelfen – einfache Lösungsansätze kann ich nicht bieten, allerdings überraschende Ergebnisse...

Inhaltsverzeichnis:

0. Kämpfen und siegen oder durchgreifen lassen? Frauen und Rechtsextremismus - zur Problematik 3
1. Begriffsdefinitionen 5
2. Diskussion der interpretativen Ansätze 9
2.1.1 Die „friedfertige Frau“ und das Konzept der „Mittäterschaft“ 9
2.1.2 Das Konzept der „Dominanzkultur“ 14
2.1.3 Der defizitäre Ansatz G. Sillers und das Individualisierungstheorem 18
2.1.4 Rassismus als Form ideologischer Vergesellschaftung 23
2.2 Zusammenfassung und Weiterführung der Diskussion 25
3. Auswertung der empirischen Untersuchungen 27
3.1.1 Begründung der Auswahl der empirischen Untersuchungen 27
3.1.2 Darstellung des Auswertungsschemas 28
3.2 Die empirischen Untersuchungen 29
3.2.1 Die SINUS-Studie 29
3.2.1.1 Theoretischer Argumentationsrahmen und Grundhypothese 29
3.2.1.2 Umsetzung des ersten Erkenntniszieles -Konstruktion der Skalen 30
3.2.1.3 Datenerhebung und-auswertung 31
3.2.1.4 Ergebnisse 31
3.2.2 Die Untersuchung von Heitmeyer 32
3.2.2.1 Theoretischer Argumentationsrahmen und Grundhypothesen 32
3.2.2.2 Umsetzung 33
3.2.2.3 Datenerhebung und –auswertung 35
3.2.2.4 Ergebnisse 36
3.2.3 Die geschlechtsspezifische Fallstudie 37
3.2.3.1 Theoretischer Bezugsrahmen und Grundhypothesen 37
3.2.3.2 Umsetzung 38
3.2.3.3 Datenerhebung und –auswertung 39
3.2.3.4 Ergebnisse 41
3.2.4 Die NRW-Studie 42
3.2.4.1 Theoretischer Argumentationsrahmen und Grundhypothesen 42
3.2.4.2 Umsetzung 44
3.2.4.3 Datenerhebung und –auswertung 44
3.2.4.4 Ergebnisse 45
3.2.5 Die qualitative Untersuchung im Rahmen der Rassismusforschung 47
3.2.5.1 Theoretischer Argumentationsrahmen und Grundhypothesen 47
3.2.5.2 Umsetzung 48
3.2.5.3 Datenerhebung und –auswertung 49
3.2.5.4 Ergebnisse 51
3.2.6 Interviews mit „Republikanerinnen“ 53
3.2.6.1 Theoretischer Argumentationsrahmen 53
3.2.6.2 Gesprächsführung 54
3.2.6.3 Auswertung 55
3.2.6.4 Ergebnisse 55
3.3 Zusammenfassung der Auswertung der empirischen Untersuchungen unter drei Aspekten 59
3.3.1 Gewaltakzeptanz 59
3.3.2 Gewalterfahrung 61
3.3.3 Individualisierungstheorem und Selbstkonzept 62
4. Fazit 64
5. Literatur 67
6. Anhang 77
6.1 Empirische Untersuchung Heitmeyers 77
6.2 Geschlechtsspezifische empirische Untersuchung 77

Arbeit zitieren:
Kurz, Martina Juli 1996: Frauen und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Frauen, Rassismus, Rechtsextremismus, Feministische Wissenschaft, Empirie

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