Frauen als Opfer von Vergewaltigungen
- Art: Fachstudie
- Autor: Wieland Metschurat
- Abgabedatum: Juni 1997
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 4,2 MB
- Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0181-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0181-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0181-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Metschurat, Wieland Juni 1997: Frauen als Opfer von Vergewaltigungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Et Alterae, Frauenselbstverteidigungskurse, Opferschutz, Ostasiatische Kampfsportarten, Selbstverteidigungs"waffen"
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Fachstudie von Wieland Metschurat
Gang der Untersuchung:
Der PROLOG dient als kurze Einführung in das Thema "Vergewaltigung".
Das zweite Kapitel "Begriff und Erscheinungsform der Vergewaltigung" umreißt die Deliktserscheinung in Hinblick auf ihr Hellfeld, Dunkelfeld, doppeltes Dunkelfeld, Falschbeschuldigungen, Anzeigeverhalten, polizeiliche Aufklärung und die gerichtlichen Verurteilungen insbesondere aus aktuellen Datenbeständen der Polizeilichen Kriminalstatistiken. Des weiteren wird hier zur wissenschaftlichen Theorie des Gegenwehrverhaltens kritisch Stellung genommen.
Im dritten Kapitel der Arbeit wird sich mit der Tätertypologie sowohl bei der Gruppen- als auch bei der Einzelvergewaltigung auseinandergesetzt. Das wissenschaftliche vierteilige Täterbild wird hierbei auf seine Mängel hin durchleuchtet. Zudem wird zum ewigen Streit der Wissenschaft, ob Vergewaltigung ein Sexual- oder Gewaltdelikt ist, kritisch Stellung genommen. Ebenso wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich die Vergewaltigung häufiger im sozialen Nahbereich ereignet.
Das vierte Kapitel der Arbeit umreißt frühere Erklärungsmodelle des Deliktes und würdigt alle aktuellen wissenschaftlichen Ursachentheorien der Vergewaltigung äußerst kritisch, da sie nach Meinung des Verfassers in keiner Weise in der Lage sind, die Verursachung der Tat überzeugend und abschließend zu erklären.
Seelische und körperliche Opferschäden und Therapieansätze werden im fünften Kapitel der Arbeit dargestellt.
Schließlich wird im sechsten Kapitel der Arbeit hinterfragt, ob der Opferschutz im heutigen Kriminaljustizsystem seinen Ansprüchen gerecht werden kann.
Als Hauptteil der Arbeit wird schließlich im siebenten Kapitel die täter- als auch opferbezogene Prävention der Vergewaltigung erläutert. Im Rahmen der primären Prävention werden Ansätze wie das Ethos der Gewaltlosigkeit in der Kindeserziehung, Prävention durch Strafverschärfung, Probleme der kollektiven Verantwortlichkeit in Großstädten diskutiert. Hierbei wird insbesondere auf die positiven Einflüsse von traditionellen ostasiatischen Kampf"sport"arten vor allem in der Kindeserziehung kritisch Stellung genommen. Näher erläutert wird das Projekt "Karate statt Gewalt" der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt Münster.
Schließlich wird die sekundäre Prävention vorwiegend opferorientiert in detaillierter Form eruiert. Zunächst wird der immer noch fortdauernde wissenschaftliche Streit darüber, ob sich das Opfer denn nun körperlich zur Wehr setzen soll oder nicht, aus einer situativ-psychologischen Betrachtungsweise heraus gänzlich neu beleuchtet. Es folgen Mittel der körperlichen Gegenwehr, welche der Verfasser in waffenlose, körpereigene Gegenwehr und in Verteidigung mit körperfremden "Waffen" differenziert. Bei letzterem wird insbesondere auf die Begriffsbestimmung, die Wirkungsweise und die Gefahr von körperfremden "Waffen" aufmerksam gemacht. Anschließend werden nahezu sämtliche Selbstverteidigungs"waffen" für Frauen mit all ihren Vor- und Nachteilen kritisch dargestellt. Eine persönliche Empfehlung des Verfasser zu einer bestimmten "Waffe" schließt sich diesem an. Schließlich wird auf die Verhältnismäßigkeit der Notwehr im juristischen Sinne detailliert eingegangen und auf die absolute Notwendigkeit der Überwindung der individuellen Gewaltschwelle hingewiesen. Die körpereigene, waffenlose Selbstverteidigung beinhaltet SV-Broschüren, -Bücher, -Videocassetten, als auch SV-Kurse für Frauen. Gerade letztere werden in all ihren unterschiedlichen Strukturen insbesondere auf ihren tatsächlichen Nutzen und ihre Gefahren hin diskutiert. Schließlich werden die Möglichkeiten der Gegenwehr durch ostasiatische Kampf"sport"arten elementar diskutiert. Dabei trennt der Verfasser reglementierte, versportlichte Systeme deutlichst von den Vorzügen der traditionellen Systeme i.V.m. mit ihren meditativen Lehren. Vor allem hierbei wird auf die notwendige Stärkung der Psyche durch den positiven Einfluß meditativer Ansätze bzw. durch bedingt bewußtseinsverändernde Methoden (z.B.: "Zen-Meditation") hingewiesen. Die in Betracht kommenden Kampf"sport"arten werden in ihren Vor- und Nachteilen und in ihrem tatsächlichem Nutzen kritisch gegeneinander abgewogen. Schließlich werden vor allem zwei Systeme für Frauen in der Situation der Vergewaltigung deutlich empfohlen.
Im Rahmen der tertiären Prävention werden Möglichkeiten wie der Täter-Opfer-Ausgleich, der Erfolg durch Psychotherapie, die lebenslange Sicherheitsverwahrung und die Kastration des Täters, kritisch diskutiert und zugleich Opferhilfsprogramme mit lokalen Bezugspunkten zur Stadt Münster erläutert.
Schließlich wird im Anhang der Arbeit auch in illustrierter Form auf die "Martial Arts for Peace Association Germany" bzw. die "Interessengemeinschaft Karate statt Gewalt" hingewiesen, welche die traditionellen Werte des heutzutage als "Kampfsport" bezeichneten "Budo" (Budo, jap.: Der geistig-meditative Weg des defensiven Kriegers) in Hinblick auf eine friedliche und gewaltfreie Welt zu verwenden versucht und sich am Ethos der Gewaltlosigkeit i.V.m. einer intensiven Körper- und (meditativen) Geistesbildung orientiert.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Prolog | 1 |
| 2. | Begriff und Erscheinungsform der Vergewaltigung | 1 |
| 2.1. | Begriff der Vergewaltigung | 1 |
| 2.2. | Erscheinungsform der Vergewaltigung | 2 |
| 2.2.1. | Hellfeld | 2 |
| 2.2.2. | Dunkelfeld | 3 |
| 2.2.3. | Doppeltes Dunkelfeld | 3 |
| 2.2.4. | Falschbeschuldigungen | 4 |
| 2.2.5. | Anzeigebereitschaft | 4 |
| 2.2.6. | Deliktsaufklärung | 5 |
| 2.2.7. | Gerichtliche Verurteilungen | 5 |
| 2.2.8. | Widerstand des Opfers: Gegenwehrverhalten | 5 |
| 2.2.8.1. | Theorie des Opfers ohne Gegenwehr | 5 |
| 2.2.8.2. | Theorie der Opfergegenwehr | 5 |
| 2.2.8.3. | Stellungnahme | 6 |
| 3. | Tätertypologie | 7 |
| 3.1. | Tätertypologie bei der Gruppenvergewaltigung | 8 |
| 3.2. | Tätertypologie bei der Einzelvergewaltigung | 9 |
| 3.2.1. | Vergewaltigung: Ein Delikt im sozialen Nahbereich? | 9 |
| 3.2.2. | Vergewaltigung: Kein Delikt des sozialen Nahbereiches? | ».9 |
| 3.2.3. | Stellungnahme | 10 |
| 3.2.4. | Tätercharakterisierung | 10 |
| 3.2.4.1. | Der sog. "Ärger-Vergeltungstäter" | 10 |
| 3.2.4.2. | Der sog. "Macht-Vergewaltigungstäter" | 11 |
| 3.2.4.3. | Der sadistische Vergewaltigungstäter | 11 |
| 3.2.4.4. | Der impulsive Vergewaltigungstäter | 12 |
| 3.2.4.5. | Kritik an der vierteiligen Tätercharakterisierung | 12 |
| 3.2.5. | Vergewaltigung: Ein Sexual- oder Gewaltdelikt? | 13 |
| 3.2.5.1. | Gewaltdelikt | 13 |
| 3.2.5.2. | Sexualdelikt | 13 |
| 3.2.5.3. | Gewalt-Sexual-Delikt | 13 |
| 3.2.5.4. | Stellungnahme | 14 |
| 4. | Ursachen der Vergewaltigung | 14 |
| 4.1. | Frühere Erklärungsmodelle | 14 |
| 4.2. | Heutige Ursachentheorien | 15 |
| 4.2.1. | Kontrolltheorie | 15 |
| 4.2.2. | Kritik an der Kontrolltheorie | 15 |
| 4.2.3. | Sozialstrukturelle Theorie | 16 |
| 4.2.4. | Kritik an der sozialstrukturellen Theorie | 16 |
| 4.2.5. | Theorie der Subkultur der Gewalt | 17 |
| 4.2.6. | Kritik an der Theorie der Subkultur der Gewalt | 18 |
| 4.2.7. | Soziale Lerntheorie | 18 |
| 4.2.8. | Kritik an der sozialen Lerntheorie | 19 |
| 4.2.9. | Neutralisationstheorie | 20 |
| 4.2.10. | Kritik an der Neutralisationstheorie | 20 |
| 4.2.11. | Psychoanalytische Theorie | 21 |
| 4.2.12. | Kritik an der psychoanalytischen Theorie | 21 |
| 4.2.13. | Theorie der symbolischen Interaktion | 21 |
| 4.2.14. | Kritik an der Theorie der symbolischen Interaktion | 22 |
| 4.3. | Gesamtkritik an den modernen Ursachentheorien | 23 |
| 5. | Opferschäden und Therapieansatz | 24 |
| 5.1. | Körperliche Verletzungen | 24 |
| 5.2. | Seelische Schäden | 24 |
| 5.3. | Krisenintervention als Therapieansatz | 25 |
| 6. | Opferschutz im Krimin4ustizsystem | 26 |
| 6.1. | Erneutes Opferwerden im Kriminaljustizsystem | 27 |
| 6.2. | Opferanwalt | 28 |
| 6.3. | Männer als Dominante des Kriminaljustizsystems | 28 |
| 6.4. | Stellungnahme | 28 |
| 7. | Schutz vor dem Opferwerden: Prävention | 29 |
| 7.1. | Primäre Prävention | 30 |
| 7.1.1. | Allgemeine Aufgaben der primären Prävention | 30 |
| 7.1.2. | Primäre Prävention der Vergewaltigung | 31 |
| 7.1.2.1. | Gewaltfreie Erziehung und respektvolle Achtung des Art. 2 I GG | 31 |
| 7.1.2.2. | Traditionelles Karate-Do als Methode in Hinblick auf eine gewaltfreie Erziehung und respektvolle Achtung des Art. 2 I GG | 32 |
| 7.1.2.3. | Kollektive Verantwortungslosigkeit in Großstädten und strafrechtlich bedingtes Verbot der körperlichen Züchtigung in der Erziehung | 35 |
| 7.1.2.4. | Primäre Prävention durch Strafverschärfung | 36 |
| 7.2. | Sekundäre Prävention | 37 |
| 7.2.1. | Nonsituative sekundäre Prävention | 37 |
| 7.2.1.1. | Vermeiden unsicherer Tageszeiten, Orte und Kleidung | 37 |
| 7.2.1.2. | Kritik | 37 |
| 7.2.2. | Situative sekundäre Prävention | 38 |
| 7.2.2.1. | Gegenwehr | 38 |
| 7.2.2.1.1. | Keine körperliche Gegenwehr | 38 |
| 7.2.2.1.2. | Körperliche Gegenwehr | 38 |
| 7.2.2.1.3. | Stellungnahme | 39 |
| 7.2.2.1.4. | Psychische Gegenwehr durch Opferpersonalisierung | 44 |
| 7.2.2.1.5. | Kritik an der psychischen Gegenwehr durch Opferpersonalisierung | 45 |
| 7.2.2.2. | Methoden und Mittel der körperlichen Gegenwehr | 45 |
| 7.2.2.2.1. | Waffenlose, körpereigene Verteidigung | 45 |
| 7.2.2.2.1.1. | Mittel und Gefahren | 45 |
| 7.2.2.2.1.1.1. | Schreien | 45 |
| 7.2.2.2.1.1.1.1. | Schreien um Hilfe | 46 |
| 7.2.2.2.1.1.1.2. | Aggressives Anschreien | 46 |
| 7.2.2.2.1.1.2. | Selbstverteidigungstraining | 46 |
| 7.2.2.2.1.1.2.1. | SV-Broschüren, -Bücher und -Videocassetten | 47 |
| 7.2.2.2.1.1.2.2. | SV-Kurse für Frauen | 47 |
| 7.2.2.2.1.1.2.2.1. | Tages- und Wochenendkurse | 48 |
| 7.2.2.2.1.1.2.2.2. | Wochen- und Monatskurse | 48 |
| 7.2.2.2.1.1.2.3. | Ostasiatische Kampf"sport"arten/Kampfkünste | 49 |
| 7.2.2.2.1.2. | Abschließende Betrachtungen zur Gegenwehr durch waffenlose, körpereigene Verteidigung | 53 |
| 7.2.2.2.1.2.1. | "Schwarzer Gürtel" als "Lebensversicherung" | 53 |
| 7.2.2.2.1.2.2. | Verhältnismäßigkeit der Notwehr i.S.d. § 32 II StGB | 54 |
| 7.2.2.2.2. | Verteidigung mit körperfremden "Waffen" | 54 |
| 7.2.2.2.2.1. | Begriffsbestimmung | 54 |
| 7.2.2.2.2.2. | Allgemeine Gefahren von "Waffen" | 55 |
| 7.2.2.2.2.3. | Wirkungsweise der "Waffen" allgemein | 55 |
| 7.2.2.2.2.4. | Funktion, Wirksamkeit und Gefahr der einzelnen "Waffen" | 56 |
| 7.2.2.2.2.4.1. | Angriff der Augen | 56 |
| 7.2.2.2.2.4.2. | Angriff der Ohren | 57 |
| 7.2.2.2.2.4.3. | Angriff des Geruchssinns | 58 |
| 7.2.2.2.2.4.4. | Angriff des Nervensystems | 59 |
| 7.2.2.2.2.4.5. | Angriff einzelner Körperteile | 59 |
| 7.2.2.2.2.4.6. | Empfehlung einer bestimmten "Waffe" | 60 |
| 7.2.2.2.2.4.7. | Verhältnismäßigkeit der Notwehr i.S.d. § 32 II StGB | 60 |
| 7.2.2.3. | Abschließende Betrachtung: Die Überwindung der individuellen Gewaltschwelle | 61 |
| 7.3. | Tertiäre Prävention | 61 |
| 7.3.1. | Tertiäre täterorientierte Prävention | 61 |
| 7.3.1.1. | Täter-Opfer-Ausgleich | 62 |
| 7.3.1.2. | Kastration des Täters | 63 |
| 7.3.1.3. | Lebenslange Sicherheitsverwahrung | 63 |
| 7.3.1.4. | Garantierter Erfolg durch Psychotherapie | 64 |
| 7.3.2. | Tertiäre opferorientierte Prävention | 64 |
| Anhang | 66 | |
| Martial Arts for Peace Association Germany | ||
| Interessengemeinschaft "Karate statt Gewalt" | ||
| Literaturverzeichnis | 73 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832401818
Arbeit zitieren:
Metschurat, Wieland Juni 1997: Frauen als Opfer von Vergewaltigungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Et Alterae, Frauenselbstverteidigungskurse, Opferschutz, Ostasiatische Kampfsportarten, Selbstverteidigungs"waffen"



