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Frauen und Depression

Frauen und Depression
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Melanie Cremer
  • Abgabedatum: Februar 2004
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 576,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2689-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2689-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2689-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Cremer, Melanie Februar 2004: Frauen und Depression, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gender, Hilflosigkeit, Diagnosekriterien, Theorie, psychologisch

Diplomarbeit von Melanie Cremer

Einleitung:

Die Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Obwohl sie beide Geschlechter betrifft, wirkt die Beziehung „Frauen und Depression“ ebenso vertraut wie die These „Männer leiden an ihrem Körper und Frauen an ihrer Psyche“.

Genauere Untersuchungen beweisen tatsächlich eine in vielen westlichen Industriegesellschaften signifikant höhere Ausprägung von Depressionen bei Frauen. Das Konzept der psychischen Störung unter geschlechtsspezifischen Aspekten wird zwar erst seit den 70er Jahren diskutiert, dennoch hat die damit einhergehende intensivierte Berücksichtigung des weiblichen Geschlechts in der wissenschaftlichen Diskussion dazu geführt, dass heute Frauenthemen auf klinisch-psychologischen Kongressen sowie in fast allen Lehrbüchern einen höheren Stellenwert einnehmen.

Gerade aus meiner, also der weiblichen, Sicht ist die Betrachtung von „Frauen und Depression“ unter verschiedenen Aspekten interessant. Als zukünftige Sozialarbeiterin sind mir besonders soziale und gesellschaftliche Faktoren wichtig. Ich möchte zeigen, was es bedeutet, in unserer Gesellschaft eine Frau zu sein und wo die Auslöser für die höheren Prävalenzraten der Depression bei Frauen zu suchen sind. Entscheidend ist für mich dabei die Lebenssituation der Frau, die weibliche Sozialisation und das Geschlechterverhältnis im Hinblick auf Gewalt, Arbeitsteilung und Rollenverhalten.

Ich verzichte auf eine ausführliche Darstellung medizinischer und biologischer Hintergründe und beschränke mich auf eine allgemeine Diskussion der Frage nach der genetischen Veranlagung von Depression. Auch räumliche Strukturen, deren Bedeutung für psychische Störungen in einem Ost-West-Vergleich Deutschlands erkennbar werden, stellen für mich keinen zentralen Aspekt meiner Arbeit dar, obgleich der Zusammenhang zwischen Raum und psychischen Erkrankungen interessante Hinweise liefern könnte.

Alles dreht sich um die Frage: Die Frau – das depressive Geschlecht?

Um diese Frage beantworten zu können, ist zunächst eine Begriffserklärung der Depression sowie eine Definition der klinischen Symptomatik notwendig. Zur Ermittlung der messbaren Faktoren, die mit Depression signifikant in Zusammenhang gebracht werden können, werden dann einige empirische Untersuchungen analysiert. Dafür werden sowohl Erhebungen auf bundesdeutscher Ebene wie auch Ergebnisse aus anderen Ländern und Kulturen herangezogen, um die Relevanz der Thematik „Frauen und Depression“ global zu überprüfen.

Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Herrn Dr. Frank Jacobi an der technischen Universität Dresden, der mir bisher teilweise noch unveröffentlichte Materialien aus dem Zusatzsurvey „Psychische Störungen“ des bundesweiten Gesundheitssurveys 1998 zur Verfügung gestellt und eine geschlechtsspezifische Auswertung zur Prävalenz psychischer Erkrankungen im Ost-West-Vergleich ergänzend durchgeführt hat.

Basierend auf den Ergebnissen dieser Analyse werden dann Erklärungsansätze im Hinblick auf die Fragestellung dargestellt und geprüft. Dies umfasst sowohl medizinisch-biologische, psychologische als auch soziokulturelle Theorien, wobei letzteren mit der Diskussion von Gender, Erwerbstätigkeit und Gewalt der höchste Stellenwert beigemessen wird.

Neben der Analyse, Interpretation und Bewertung der gesammelten Erkenntnisse sollen schließlich die Ergebnisse dieser Diskussion auf die geeigneten psychologischen Erklärungstheorien zurückgeführt werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Die Depression: Wissenschaftliche Einordnung 3
2.1 Diagnosekriterien für Depression 3
2.1.1 Zur spezifischen Diagnose und Symptomatik von Depression 4
2.1.1.1 Allgemeine symptomatische Einordnung 5
2.1.1.2 Psychische Symptomatik 6
2.1.1.3 Vegetative Symptomatik 7
2.1.1.4 Somatische Symptomatik 7
2.1.1.5 Komorbide Symptomatik 8
2.2 Empirische Studien zur Häufigkeit von Depression 8
2.2.1 Prävalenzen psychischer Störungen in Deutschland 9
2.2.2 Geschlechtsspezifische Prävalenzen affektiver Störungen 10
2.2.3 Psychische Erkrankungen im kulturellen Vergleich 11
2.2.4 Prävalenzen psychischer Störungen im Ost-West-Vergleich 13
2.2.5 Soziodemographische Faktoren psychischer Störungen 14
2.2.5.1 Familienstand 14
2.2.5.2 Berufstätigkeit 15
2.2.5.3 Anzahl der Kinder 16
2.3 Fazit: Depression ist geschlechtsspezifisch und multifaktoriell 16
3. Medizin und Biologie: Sind Frauen depressiv veranlagt? 16
4. Psychologische Theorien zur Depression 18
4.1 Die psychoanalytische Theorie 19
4.2 Die kognitive Theorie 20
4.2.1 Die kognitive Triade: Ich - Umwelt - Zukunft 21
4.2.2 Schemata: Die negative Einordnung von Erfahrungen 22
4.2.3 Informationsverarbeitung: Kognitive Fehler 22
4.2.4 Unlogische Gedanken: Ursache oder Wirkung? 22
4.3 Depression und die erlernte Hilflosigkeit 23
4.3.1 Unkontrolliert und hilflos: Die Wurzel der Depression 23
4.3.2 Das Konzept der Attribution 25
4.3.3 Depression durch Hoffnungslosigkeit 26
4.3.4 Macht und Hilflosigkeit: Ein Erklärungsansatz für die Depression der Frau? 26
4.4 Fazit: Die Psychologie allein reicht nicht! 27
5. Soziokulturelle Erklärungstheorien 27
5.1 Gender: Definition des Geschlechts 27
5.1.1 Das Biologische Geschlecht: Sex 28
5.1.2 Soziales Geschlecht: Gender 29
5.1.2.1 Interaktion: Das Verhältnis zwischen den Geschlechtern 29
5.1.2.2 Doing gender: Geschlecht als soziale Handlung 30
5.1.2.3 Die Konstruktion des Geschlechts 31
5.1.3 Geschlecht und psychische Gesundheit 33
5.1.4 Das Frauensyndrom: Historische Entwicklung der „kranken Frau“ 34
5.1.5 Die Sozialisation des Geschlechts 36
5.1.5.1 Die frühkindliche Geschlechtsidentifikation 37
5.1.5.2 Die Kindheit: Bilderbücher 39
5.1.5.3 Die Pubertät: Abgrenzung 40
5.1.5.4 Die Auswirkungen der Sozialisation des Geschlechts auf Frauen und Depression 41
5.1.6 Auswirkungen von Gender: Bedeutung des Geschlechts in Medizin und Psychiatrie 42
5.1.7 Das Geschlecht im gesundheitlichen Versorgungssystem 44
5.1.8 Die Auswirkungen von Gender auf Frauen und Depression 45
5.2 Frauen und Erwerbstätigkeit 46
5.2.1 Die horizontale Segregation 46
5.2.2 Vertikale Segregation 47
5.2.3 Arbeitsteilung in der Familie 47
5.2.4 Die Auswirkungen der Erwerbsarbeit auf Frauen und Depression 49
5.3 Gewalt gegen Mädchen und Frauen 51
5.3.1 Formen sexueller Gewalt 52
5.3.2 Gewalt in der Partnerschaft 54
5.3.3 Sexueller Missbrauch von Kindern 55
5.3.4 Vergewaltigung 56
5.3.5 Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz 57
5.3.6 Die Auswirkungen von Gewalt auf Frauen und Depression 59
6. Abschließendes Fazit: Depression bei Frauen als Ausdruck gesellschaftlicher Konflikte 59
7. Anhang 61
8. Literaturverzeichnis 66

Arbeit zitieren:
Cremer, Melanie Februar 2004: Frauen und Depression, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gender, Hilflosigkeit, Diagnosekriterien, Theorie, psychologisch

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