Franchising versus Individualgründung
Ein Vorteilhaftigkeitsvergleich der Existenzgründung aus Sicht des Unternehmensgründers
- Art: Diplomarbeit
- Autor: David Cerny
- Abgabedatum: November 1999
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 614,1 KB
- Institution / Hochschule: Universität der Bundeswehr Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2701-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2701-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2701-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Cerny, David November 1999: Franchising versus Individualgründung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Existenzgründung, Franchise
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Diplomarbeit von David Cerny
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob Franchise als 'erfolgreiche Existenzgründung' im Vergleich mit einer ordentlichen Individualgründung aus der Sicht des Existenzgründers überzeugen kann, welche Vorteile bzw. Nachteile das Franchising dem Gründer bietet, und ob eine prinzipielle Entscheidungsregel pro bzw. contra möglich ist.
Zum Thema Franchising gibt es inzwischen eine große Anzahl an Literatur. Diese geht jedoch im Schwerpunkt auf den rechtlichen Aspekt der Bindung, und die damit einhergehenden Probleme, ein. Der andere Teil beschränkt sich meist ausschließlich auf den Franchisegeber und den Aufbau eines neuen Franchisesystems bzw. dessen Vertriebsmöglichkeiten, oder ist auf den Franchisenehmer bezogen, erläutert diesem aber rein aus praktischer Sicht die wichtigsten Daten über Franchising und gibt praktische Hilfestellung. Wissenschaftlich orientierte Literatur ist nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Franchising als Forschungsobjekt der Betriebswirtschaft ist bisher vernachlässigt worden.
Sinn und Zweck dieser Untersuchung soll eine Betrachtung der sich einem Existenzgründer bietenden Alternativen bezüglich der Grundnatur seiner Unternehmung sein. Der Gründer kann hierbei zwischen einem Start als Franchise-Nehmer wählen oder sein eigenes Unternehmenskonzept, ohne die Hilfe eines Franchisesystems, aufbauen.
Fraglich ist, welche Vorteile ein Gründer geboten bekommt bzw. welche Nachteile er bei diesen beiden Gründungswegen in Kauf nehmen muss, welche Kriterien für den jeweiligen zukünftigen Unternehmer mit seinem jeweiligen individuellen Zielsystem überhaupt vereinbar sind, und welcher Gründungsweg seine Ziele in optimierter Form umsetzbar macht. Hier soll die Arbeit anknüpfen.
Inhaltsverzeichnis:
| II. | Abkürzungsverzeichnis | III |
| III. | Abbildungsverzeichnis | IV |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Existenzgründung und Franchiseentwicklung in Deutschland | 1 |
| 1.2 | Darstellung der vorliegenden Problematik | 5 |
| 2. | Grundlagen zum Franchising | 8 |
| 2.1 | Definition und Abgrenzung | 8 |
| 2.2 | Arten des Franchising | 15 |
| 2.3 | Der Franchise-Vertrag | 20 |
| 3. | Zielsystematischer Vergleich beider Gründungsformen | 21 |
| 3.1 | Zum Zielsystem des Unternehmensgründers | 22 |
| 3.2 | Gewinnstreben auf finanzwirtschaftlicher Ebene | 24 |
| 3.2.1 | Franchisekosten | 26 |
| 3.2.2 | Allgemeine Renditeentwicklung | 28 |
| 3.2.3 | Vermögensstreben | 32 |
| 3.2.4 | Einkommensstreben | 33 |
| 3.3 | Sicherheitsstreben und Risikominimierung | 34 |
| 3.3.1 | Allgemein | 35 |
| 3.3.2 | Aus kurzfristiger Sicht | 36 |
| 3.3.3 | Aus langfristiger Sicht | 39 |
| 3.4 | Unabhängigkeitsstreben | 43 |
| 3.5 | Prestigestreben | 49 |
| 3.6 | Machtstreben | 55 |
| 3.7 | Soziale & Ethische Werteumsetzung | 57 |
| 3.8 | Sonstige Ziele | 58 |
| 4. | Schlussfolgerungen aus dem Vergleich | 61 |
| 4.1 | Vorteile des Franchising | 61 |
| 4.2 | Nachteile des Franchising | 64 |
| 4.3 | Entscheidungsregel pro / contra Franchising | 67 |
| 5. | Fazit und Ausblick | 69 |
| V. | Literaturverzeichnis | V |
kosten sind in der Anfangszeit des jungen Unternehmens ein wichtiger Faktor, da sie unabhängig vom Absatz anfallen und bei kleinen Auftragszahlen unverhältnismäßig in die Kostenstruktur der Produkte einfließen. Da es sich aus o.g. Gründen um Produkte handelt, welche bereits auf dem Markt sind, könnten Erfahrungswerte aus anderen Unternehmen genutzt werden. Andere Unternehmen werden jedoch ungern interne Zahlen veröffentlichen, um damit ihre eigene Konkurrenz zu stärken und dadurch Marktanteile abgeben zu müssen. Der Franchise-Nehmer wird durch den Franchise-Geber mit eben solchen Daten versorgt und der Franchise-Nehmer kann eine Planung mit einer höheren Eintrittswahrscheinlichkeit erstellen, als dies einem Individualgründer möglich wäre. Sicherlich gibt es bei verschiedenen Betrieben des gleichen Franchisesystems unterschiedliche Ertragszahlen. Der Franchise-Nehmer kann aber in Zusammenarbeit mit dem Franchise-Geber aufgrund seiner bisherigen Erkenntnisse wichtige Hilfestellungen bieten. Es ist bei einigen Franchisesystemen auch üblich, dass neue Franchisebetriebe eine Patenschaft mit einem bereits eingeführten Betrieb eingehen.84 Der Gründer erhält somit einen weiteren kompetenten Insider als Ansprechpartner und kann so grundlegende Fehler in der Anfangszeit vermeiden. Problematisch ist allerdings die Planung auch bei der Franchise, wenn der Franchise-Geber nur einen Musterbetrieb betreibt. Hier muss sich das Konzept nicht unbedingt auch an anderen Standorten bewähren. Auch ist keine Garantie vorhanden, da der Erfolg bei anderen Betrieben des gleichen Franchisesystems dem neuen Gründer nicht zufließen muss. Aus der Sicht des Gründers ist zu beachten, dass Franchisesysteme, welche auch eigene Filialen betreiben, in strukturschwachen Gebieten eher zu einer Franchise als zu einer eigenen Filiale neigen könnten. Das Risiko der Wirtschaftlichkeit würde dann auf den Franchisenehmer abgewälzt werden. Der Gründer muss somit auch selbst, wie der Individualgründer, die Stand84 [...]
3.3.2. Aus kurzfristiger Sicht Die kurzfristige Sicht sollte je nach Unternehmensart und Branche in den ersten Jahren der Unternehmung liegen. Gemeint ist damit die notwendige Zeit, bis sich der Betrieb etabliert hat. Viele Betriebe scheitern bereits in dieser Phase und müssen liquidiert werden. Europaweit scheitern ca. 50 Prozent der Gründungen in den ersten fünf Jahren.81 Die Erwartungen haben hier nicht mit den realen Ist-Werten übereingestimmt. Vielfach wird auch die Zeit, bis zu welcher das Unternehmen Gewinne verbuchen kann, zu kurz angesetzt. Eine Kapitalreserve ist meist nicht verfügbar und Zuflüsse durch Fremdkapital in dieser Phase nicht zu marktgerechten Kosten zu erhalten. Die Ursachen für Insolvenzen liegen vor allem in der mangelnden Unternehmerqualifikation und in ungenügenden Führungskenntnissen- bzw. Stil, im unzureichenden Informationsstand und in Charaktermängeln bezogen auf den Existenzgründer. Eine fehlende Praxiserfahrung liegt mit 13% Ursachenwirkung bei den Insolvenzgründen hinter den zuerst genannten Faktoren, welche jeweils mit 20 bis 30% als Ursache für Insolvenzen dienen.82 Fehlende Eigenkapitalausstattung führt meist zu Problemen in der Finanzierung, welche bei nicht plangerechter Entwicklung der Umsatzzahlen bzw. zu hohem und derartig nicht einkalkuliertem Kostenaufwand zur Überschuldung bzw. zur Zahlungsunfähigkeit führen kann.83 Hier ist es notwendig, dass realitätsnahe Sollwerte ermittelt werden. Es ist jedoch für einen Gründer nicht einfach zu erkennen, wie schnell sich der Kundenstamm und die Auftragsbücher auf ein notwendiges Mindestmaß füllen, wobei zufließende Erträge anfallende Kosten decken. Vor allem Fix81 [...]
3.3.1. Allgemein Ein Unternehmensgründer wird grundsätzlich daran interessiert sein, zu erfahren, wie seine Erfolgsaussichten sind. Gründet man nun ein Unternehmen, so gibt es zwei Alternativen. Das Produkt oder die Dienstleistung in gleicher oder ähnlicher Form existiert bereits auf dem Markt, oder es handelt sich um eine Innovation. Handelt es sich um eine Innovation, so kommt für ihn nur die Individualgründung in Frage, da ein Franchisemodell zu einer gänzlich neuen Idee nicht existent sein kann. Es müssen somit keine stark risikohaltigen Neugründungen mit kompletter Innovationsstruktur in den Produkten untersucht werden, da diese zum Franchisemodell nicht vergleichbar sind. Jedoch ist hier festzustellen, dass diese von der Grundstruktur risikoreicher als Franchisegründungen sind, jedoch in der Gewinnbetrachtung erheblich höhere Werte annehmen können. Nachteilig für das Franchising ist, dass diese Form gar nicht in einem Franchisemodell, jedenfalls für den Franchisenehmer, realisierbar ist. Franchising wird also nur auf Waren und Dienstleistungen Anwendung finden, welche bereits auf dem Markt vorhanden sind. Jedes Franchisesystem muss zumindest einen Musterbetrieb erfolgreich in den Markt eingeführt haben. Hieraus existieren bereits Erfahrungswerte und Zahlen zum Absatzmarkt, zur Kostenstruktur und anderen wichtigen Unternehmensfaktoren. Eine Gründung kann also mit einer höheren Erfolgswahrscheinlichkeit auf35 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832427016
Arbeit zitieren:
Cerny, David November 1999: Franchising versus Individualgründung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Existenzgründung, Franchise



