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Die Fortführungswertproblematik in der Discounted-Cash-Flow-Methode und in der Adjusted-Present-Value-Methode

Die Fortführungswertproblematik in der Discounted-Cash-Flow-Methode und in der Adjusted-Present-Value-Methode
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Brandt
  • Abgabedatum: Februar 1998
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 511,8 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2706-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2706-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2706-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brandt, Stephan Februar 1998: Die Fortführungswertproblematik in der Discounted-Cash-Flow-Methode und in der Adjusted-Present-Value-Methode, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Discounted-Cash-Flow-Methode, Horizon Value, Adjusted-Present-Value-Methode, Fortführungswert, Unternehmensbewertung

Diplomarbeit von Stephan Brandt

Einleitung:

Im Rahmen einer zunehmend weiter fortschreitenden Globalisierung bekommen die Kapitalmärkte, ausgehend von den anglo-amerikanisch geprägten Volkswirtschaften, eine immer größere Bedeutung auch im kontinental-europäischen Wirtschaftsraum. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die seit einiger Zeit stetig wachsende Anzahl von Unternehmenskäufen und -verkäufen bzw. von Unternehmenszusammenschlüssen, die sich durch nahezu sämtliche Branchen und Industrieländer zieht.

Hier setzt die Ausarbeitung an, denn die Unternehmensbewertung ist das zentrale Element nationaler und internationaler Unternehmensakquisitionen. Sie ist Bestandteil und Grundlage der Akquisitionsverhandlungen und bildet zumeist die entscheidende Größe für den Abschluss und die Durchführung einer solchen Transaktion. Es werden zwei moderne Unternehmensbewertungsmethoden vorgestellt, das DCF-Verfahren und das damit verwandte APV-Verfahren. Das DCF-Verfahren in der hier vorgestellten, auf dem WACC basierenden Variante findet mittlerweile auch in Deutschland eine recht verbreitete Anwendung als Entscheidungshilfeinstrument. Der APV-Ansatz als Weiterentwicklung der DCF-Methode stellt ein noch flexibleres Verfahren dar, insbesondere im Hinblick auf variierende Kapitalstrukturen und im Zeitablauf schwankende Steuersätze.

Beide Methoden haben gegenüber den oftmals verwendeten traditionellen Unternehmensbewertungsverfahren den Vorteil, dass sie investitionstheoretisch fundiert sind und dass sie auf pauschale Ergebnisabschläge und nicht überprüfbare Ableitungen des Kalkulationszinssatzes verzichten. Somit wird der Blick des Bewerters auf das Wesentliche fokussiert, nämlich auf die Planungsgrundlagen.

Es wird eine Brücke zwischen den Unternehmensbewertungsverfahren und den Planungsmodellen unter Unsicherheit geschlagen. Eine solche Verbindung findet man in der Literatur sehr selten. Es dominieren Bewertungsmethoden, die von als sicher angenommenen Cash Flows ausgehen. Oftmals scheint die Überzeugung vorzuherrschen, wenn man nur die „richtige“ Unternehmensbewertungsmethode verwendet, wird man auch den „richtigen“ Unternehmenswert berechnen können. Aussagen wie die von Carl Helbing, „auch der Kapitalkostensatz ist letztlich geschätzt, so wie jeder Kapitalisierungszinsfuß,“ haben Seltenheitswert, reflektieren jedoch genau die Situation eines jeden Bewerters. Es soll deshalb aufgezeigt werden, wie man bei Unternehmensbewertungen die Unsicherheit berücksichtigen und handhaben kann. Die vorgestellten Modelle liefern dazu m.E. verwendbare Ansätze. Der Bewerter erhält so Bandbreiten von Unternehmenswerten, „Werte-Cluster“ gewissermaßen, aus denen heraus er den seiner Ansicht nach realistischen Wert ermitteln muss.

Gang der Untersuchung:

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Behandlung der Fortführungswertproblematik. Auffällig ist dabei, dass der Fortführungswert in der deutschsprachigen Literatur fast gar nicht, und auch in der anglo-amerikanischen Literatur nur selten problematisiert wird, obwohl der Fortführungswert einen außerordentlich hohen Einfluss auf den gesamten Unternehmenswert hat.

Einige Beispiele können das belegen: Für eine sehr reife Industrie, die eher im Schrumpfen begriffen ist wie bspw. die Tabakindustrie, liegt er immerhin noch bei etwas über 50 %; in gesättigten Industrien, z.B. bei Sportartikelherstellern, schon bei über 80 %; für Wachstumsindustrien wie Körperpflegemittelhersteller bereits bei 100 % und bei dynamisch wachsenden High-Tech- oder Bio-Tech-Unternehmen sogar bei über 120 % des Unternehmensgesamtwertes.

Der sehr hohe Einfluss des Fortführungswertes auf den Unternehmensgesamtwert wird insbesondere bei jungen, innovativen Unternehmen deutlich, die versuchen, sich über ein Going Public an der Börse Kapital zu verschaffen. Die Bewertung dieser Unternehmen ist fast ausschließlich vom Fortführungswert abhängig, entsprechend wichtig sind geeignete Instrumente zur Abschätzung dieses Wertes. Hier ist es Ziel des Aufsatzes, praktikable Lösungsansätze anzubieten, die insbesondere auch im Bewertungsalltag hilfreich sein können.

Zur Bedeutung des Themas ist noch anzumerken, dass Unternehmensbewertungen nicht nur bei Unternehmensakquisitionen eine Rolle spielen, sondern auch im Rahmen wertorientierter Unternehmensführung (Shareholder-Value-Gedanke) immer weiter an Bedeutung gewinnen. Börsennotierte Unternehmen sehen sich in den letzten Jahren einem steigenden Performancedruck von Analysten und institutionellen Anlegern insbesondere aus dem anglo-amerikanischen Raum ausgesetzt. Das Management muss dem Rechnung tragen und auf die Interessen der Eigentümer intensiver eingehen als bisher, um eine Steigerung des Vermögens der Eigenkapitalgeber zu erreichen. Eine Ausrichtung der Unternehmenspolitik am Shareholder Value ist ohne Unternehmensbewertungen letztlich nicht denkbar.

Inhaltsverzeichnis:

I. Grundlagen der Unternehmensbewertung 4
A. Kurzer Überblick über die historische Entwicklung der Unternehmensbewertungstheorie 4
1. Subjektivisten versus Objektivisten 4
2. Funktionenlehre 5
B. Praktische Bedeutung von Unternehmensbewertungen 6
1. Anlässe und Gründe für Unternehmensbewertungen 6
2. Aktuelle Einflüsse 7
C. Bewertungsgrundlagen 8
1. Definitionen 8
a) Wert 8
b) Bewertung und Unternehmensbewertung 9
2. Unternehmensbewertung als betriebswirtschaftliches Problem 9
II. Discounted-Cash-Flow-Methode 10
A. Wachsende Bedeutung der Discounted-Cash-Flow-Methode in Deutschland 10
B. Theoretische Fundierung 12
1. Investitionstheorie 12
2. Kapitalmarkttheorie (Capital Asset Pricing Model) 12
C. Ziel der Discounted-Cash-Flow-Methode 14
D. Die Brutto-DCF-Methode 14
1. Grundsätzliches Vorgehen 14
2. Definition des Cash Flow in Literatur und Praxis 15
3. Berechnung des Free Cash Flow 16
4. Phasenkonzept und Fortführungswert 17
5. Nicht betriebsnotwendiges Vermögen 18
6. Kalkulationszinssatz nach dem CAPM 19
7. Wert des Fremdkapitals 21
E. Die Netto-DCF-Methode 22
1. Vorgehen und Unterschiede zur Brutto-DCF-Methode 22
2. Kritik 22
III. Adjusted-Present-Value-Methode 23
A. Adjusted-Present-Value-Methode als Weiterentwicklung der DCF-Methode 23
B. Vorgehen 24
1. Allgemein 24
2. Aufbereitung der Datenbasis 25
3. Abzinsung der Cash Flows und des Fortführungswertes 25
4. Identifizierung und Abzinsung finanzieller Nebeneffekte 26
a) Arten finanzieller Nebeneffekte 26
(1) Allgemein 26
(2) Tax Shield 26
(3) Transaktionskosten 26
(4) Kosten durch Finanzierungsprobleme 27
(5) Subventionen 27
5. Anpassung des Kalkulationszinssatzes für die Abzinsung der finanziellen Nebeneffekte 27
6. Berechnung des APV 29
7. Aufbereitung der Aussagen aus der Unternehmensbewertung für die Geschäftsleitung 29
C. Kritische Bewertung des APV-Ansatzes und Vergleich mit der DCF-Methode 30
IV. Der Fortführungswert in der DCF-Methode und im APV-Verfahren 31
A. Problematik des Fortführungswertes 31
B. Die Behandlung des Fortführungswertes im DCF-Kalkül 33
1. Bestimmung einer geeigneten Technik zur Ermittlung des Fortführungswertes 33
a) DCF-basierte Techniken 33
(1) Extrem langer Prognosezeitraum 33
(2) Berücksichtigung konstanten Wachstums im Fortführungszeitraum 34
(3) Nichtkonstantes Wachstum der Cash Flows im Fortführungszeitraum 36
(4) Konvergenz-Formel / Competitive-Equilibrium-Formel 36
(5) Aggressive Formel 38
(6) Nullwachstum 38
b) Nicht-DCF-basierte Techniken 39
(1) Liquidationswertansatz 39
(2) Wiederbeschaffungswertansatz 39
(3) Kurs-Gewinn-Verhältnis-Ansatz 40
(4) Market-to-Book-Ansatz 41
(5) Weitere Multiplikatormethoden 41
2. Festlegen des Prognosehorizontes 42
3. Problem der Schätzung der entscheidenden Parameter 43
C. Die Behandlung des Fortführungswertes im APV-Kalkül 45
D. Einführung einer Investitionskontrolle zur Verbesserung der Schätzgenauigkeit 46
E. Fehlerquellen bei der Ermittlung des Fortführungswertes 48
F. Behandlung der Unsicherheit im Rahmen einer Unternehmensbewertung 51
1. Unsicherheit 51
2. Verwendbare Methoden zur Bewältigung der Unsicherheit 51
a) Szenario-Technik 51
(1) Grundlagen 51
(2) Vorgehen 52
(3) Schritte der Szenario-Technik 53
b) Sensitivitätsanalyse 55
V. Fazit und Ausblick 57
Abkürzungsverzeichnis 60
Literaturverzeichnis 62

Arbeit zitieren:
Brandt, Stephan Februar 1998: Die Fortführungswertproblematik in der Discounted-Cash-Flow-Methode und in der Adjusted-Present-Value-Methode, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Discounted-Cash-Flow-Methode, Horizon Value, Adjusted-Present-Value-Methode, Fortführungswert, Unternehmensbewertung

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