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Neue Formen der Steuerung und die berufliche Identität im sozialen Dienstleistungsbereich

Unter besonderer Berücksichtigung der Behindertenhilfe

Neue Formen der Steuerung und die berufliche Identität im sozialen Dienstleistungsbereich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Hilke Kaukers
  • Abgabedatum: April 2000
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 6,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3165-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3165-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3165-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kaukers, Hilke April 2000: Neue Formen der Steuerung und die berufliche Identität im sozialen Dienstleistungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Qualitätssicherung, Personalentwicklung, Dienstleistung, Behindertenhilfe

Diplomarbeit von Hilke Kaukers

Zusammenfassung:

Den Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit bilden die aktuellen Ökonomisierungstendenzen im sozialen Dienstleistungsbereich. Am Beispiel der Behindertenhilfe wird gefragt, inwieweit sich die Einführung moderner, betriebswirtschaftlich orientierter Managementkonzepte mit der traditionell christlich-humanistischen Ausrichtung sozialer Institutionen und dem beruflichen Selbstverständnis der dort beschäftigten Menschen verträgt. Die Themenwahl zielt auf ein umfassendes Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen der Person und den sozialen Einflüssen durch gesellschaftliche, sozialpolitische und institutionelle Gegebenheiten, in welche die persönliche Interaktion sozialer Arbeit als Hilfeleistung von Menschen für Menschen eingebunden ist. Angesichts einer politisch gewollten Einführung von Kriterien der Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nützlichkeit wird diskutiert, inwieweit Instrumente der Steuerung, der Qualitätssicherung und des Controllings, die in den Bereichen Produktion und Verwaltung bereits praktiziert werden, auf den Bereich sozialer Dienstleistungen angewendet werden können.

In drei großen Kapiteln werden gesellschaftliche und sozialpolitische Rahmenbedingungen, neue Formen der Steuerung und die berufliche Identität professioneller Helfer behandelt.

Bei der Auswertung sowohl psychologischer und sozialwissenschaftlicher wie auch verwaltungs- und wirtschaftswissenschaftlicher Quellen zeigt sich, daß eine erfolgreiche Implementierung neuer Managementkonzepte wesentlich davon abhängig sein wird, inwieweit eine Kombination fachlich begründeter Standards mit betriebswirtschaftlicher Logik gelingt. In diesem Zusammenhang werden Grenzen und Möglichkeiten einer Modifikation ökonomischer Konzepte entsprechend den spezifischen Merkmalen und Erfordernissen helfender Dienstleistungsinteraktionen diskutiert.

Einen weiteren Themenschwerpunkt bildet die Akzeptanz neuer Formen der Steuerung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf allen Ebenen der Hierarchie. In der Frage der Vereinbarkeit sozialer Werthaltungen und neuer sozioökonomischer Konzepte werden berufssoziologische und psychoanalytische Studien zur Bestimmung der sozialmotivierten beruflichen Identitätsbildung professioneller Helferinnen und Helfer herangezogen. Als eine entscheidende Herausforderung auf personeller Ebene ergibt sich, Widersprüche und Paradoxien beruflichen Hilfehandelns zu reflektieren und abgewehrte Aspekte wie administrative Tätigkeiten, Kontrollfunktionen und wirtschaftliche Notwendigkeiten in das berufliche Selbstverständnis zu integrieren.

In dieser Arbeit werden gesellschaftliche, institutionelle und individuelle Faktoren im System sozialer Dienste beleuchtet und in ihren Wechselwirkungen diskutiert. Aus der Charakteristik sozialer Tätigkeiten, die stets Interaktion zwischen Menschen bedingt, lassen sich Handlungsempfehlungen für die Einführung neuer Formen der Steuerung bezüglich Planung und Methodik, sowie für die Bereiche Personalentwicklung und Interessenvertretung ableiten. Bei der angepaßten Entwicklung und Einführung wirtschaftswissenschaftlicher Instrumente der Effizienz- und Qualitätskontrolle ist besonders die am Hilfehandeln ausgerichtete Handlungsrealität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hinblick auf ihr Klientel zu berücksichtigen, da deren beider Kompetenzen und Motivation die Qualität und Leistung sozialer Arbeit entscheidend beeinflussen. Von grundlegender Bedeutung erscheint eine sorgfältige Operationalisierung der Zielsetzungen, um den qualitativen Charakter und die Werthaltungen human-sozialen Tuns angemessen zu berücksichtigen. Es wird deutlich, daß begleitende Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung zu einer bewußten Auseinandersetzung mit den Widersprüchen der Berufsrolle beitragen können, um Tendenzen des Sinnverlusts, der Desillusionierung und Resignation entgegenzuwirken. Weiterer Trainingsbedarf besteht für die meist pädagogisch-therapeutisch ausgebildeten Führungskräfte bezüglich Managementaufgaben und verantwortliche Mitarbeiterführung.

Gerade in Institutionen des sozialen Dienstleistungsbereichs mit ihrer spezifisch engen Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Leistungsempfänger erscheinen psychologische Faktoren der Aufbau- und Ablauforganisation bedeutsam, um neue Modelle der Effizienzsteigerung und Leistungskontrolle erfolgreich umsetzen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT
EINLEITUNG
1. ZUR CHARAKTERISTIK DES SOZIALEN DIENSTLEISTUNGSBEREICHS 9
1.1 Soziale Dienstleistungen als Hilfehandeln 10
1.1.1 Tätigkeitsmerkmale persönlicher Dienstleistungen 11
1.1.2 Spezielle Merkmale sozialer Dienstleistungen 13
1.1.3 Schlußfolgerungen 15
1.2 Gesellschaftliche und sozialpolitische Rahmenbedingungen 15
1.2.1 Die Bundesrepublik Deutschland als Sozialstaat 17
1.2.2 Ein aktuelles Beispiel aus der Behindertenhilfe 19
1.2.3 Schlußfolgerungen 22
1.3 Zur Funktion der Wohlfahrtsverbände 22
1.3.1 Wohlfahrtsverbände als Organisationen des Dritten Sektors zwischen Markt und Staat 25
1.3.2 Ökonomisierungstendenzen in der freien Wohlfahrtspflege 30
1.3.3 Schlußfolgerungen 31
1.4 Fazit 32
2. NEUE FORMEN DER STEUERUNG IN ORGANISATIONEN DES SOZIALEN DIENSTLEISTUNGSBEREICHS 34
2.1 Steuerung im Rahmen der Systemtheorie 35
2.2 Zur Übertragbarkeit betriebswirtschaftlicher Konzepte auf den sozialen Dienstleistungsbereich 37
2.2.1 Controlling in Nonprofit-Organisationen 38
2.2.1.1 Probleme der Zielfestlegung und Erfolgskontrolle 40
2.2.1.2 Probleme von Führungskräften und Mitarbeitern 43
2.2.2 Modifikation betriebswirtschaftlicher Konzepte 45
2.2.3 Schlußfolgerungen 48
2.3 Qualitätsmanagement in der Behindertenhilfe 48
2.3.1 Evaluationsinstrumente zur Erfassung der Kundenzufriedenheit 51
2.3.2 Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterzufriedenheit 56
2.3.3 Schlußfolgerungen 58
2.4 Chancen und Risiken von Effizienz- und Qualitätskontrollen 58
2.4.1 Schlußfolgerungen 62
2.5 Fazit 62
3. BERUFLICHE IDENTITÄT PROFESSIONELLER HELFER IN WIDERSPRUCHSFELDERN 64
3.1 Soziale und persönliche Aspekte beruflicher Identität 65
3.1.1 Schlußfolgerungen 71
3.2 Hilfe und Eigennutz 72
3.2.1 Motive der Berufswahl 74
3.2.2 Berufliche Sozialisation 76
3.2.3 Schlußfolgerungen 79
3.3 Hilfe und Kontrolle 80
3.3.1 Bewältigungsstrategien 81
3.3.2 Macht und Abhängigkeit 84
3.3.3 Schlußfolgerungen 88
3.4 Fazit 89
4. RESÜMEE 90
5. AUSBLICK 95
LITERATUR 97
ANHANG

Arbeit zitieren:
Kaukers, Hilke April 2000: Neue Formen der Steuerung und die berufliche Identität im sozialen Dienstleistungsbereich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Qualitätssicherung, Personalentwicklung, Dienstleistung, Behindertenhilfe

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