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Formen und Geschäftsmodelle des M-Commerce und ihre Implikationen für das Marketing

Formen und Geschäftsmodelle des M-Commerce und ihre Implikationen für das Marketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sönke Brinkmeier
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4847-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4847-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4847-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brinkmeier, Sönke November 2001: Formen und Geschäftsmodelle des M-Commerce und ihre Implikationen für das Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: UMTS, Mobile, Japan, Mobile-Business

Diplomarbeit von Sönke Brinkmeier

Einleitung:

Die heutige Zeit ist geprägt durch ein enormes technologisches Wachstum. Computer sind weder aus dem privaten noch dem geschäftlichen Leben wegzudenken und die Durchdringung an stationären Internetzugängen wächst. Immer mehr Menschen bewegen sich im World Wide Web und lösen Transaktionen aus während sich virtuelle Unternehmungen und elektronische Marktplätze herausbilden und unternehmensübergreifende Netzwerke den Globus umspannen. Doch erst mit der Integration des Mobilfunks löst man sich zum ersten Mal von den Fesseln der Ortsgebundenheit. Die Vision des von sämtlichen Kabeln befreite Mensch wird langsam zur Realität.

Die weite Verbreitung von mobilen Endgeräten und die wachsende Anzahl von mobilen Arbeitsplätzen zeigt, dass die Mobilität der Menschen stark zunimmt. Damit verbunden ist eine steigende Erwartung, jederzeit und überall hochpersonalisiert auf Informationen und mobile Services zugreifen zu können. Dies hat zur Folge, dass das bestehende Konzept des Electronic Commerce (E-Commerce) um eine mobile Komponente erweitert werden muss.

Der Begriff des Mobile Commerce (M-Commerce) hat sich in diesem Zusammenhang durchgesetzt und ist in der Fachliteratur und Presse ein vielbenutztes Schlagwort. Der „Konvergenz von Internet und Mobiltelefonie“ wird von vielen Experten eine wachsende Bedeutung sowie ein hohes Umsatzpotential vorausgesagt, Kritiker hingegen zweifeln am M-Commerce-Erfolg in Europa.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, bereits existierende sowie sich entwickelnde zukünftige Formen und Geschäftsmodelle des M-Commerce herauszustellen. Zudem bedingen die neuen Entwicklungen des mobilen Geschäftsfeldes Veränderungen der strategischen und operativen Marketingaktivitäten eines Unternehmens.

Die Arbeit setzt ein enormes technisches Potenzial, vielversprechende Prognosen und grundlegende Erfolgsfaktoren in Beziehung und zeigt kritische Punkte auf. Aus den Erfahrungen des E-Commerce und des japanischen Pioniermarktes ergeben sich wichtige Aspekte für die Gestaltung und das Potenzial zukünftiger mobiler Geschäftsmodelle und Endanwendungen.

Gang der Untersuchung:

Nach Begriffsdefinitionen und einer Grundlagenbetrachtung (Kapitel 2) werden die für M-Commerce relevanten Rahmenbedingungen untersucht (Kapitel 3). Anschließend werden die Erfolgsfaktoren des M-Commerce analysiert und in einer umfassenden Liste dargestellt. Aus den Erfolgsfaktoren lassen sich Implikationen für das Marketing ableiten (Kapitel 4). Dieser Aspekt umfasst dabei nicht nur die Betrachtung des sogenannten Mobile Marketing, sondern ebenso notwendige Veränderungen herkömmlicher Marketingstrategien sowie Besonderheiten im operationalen Marketing. Im Kapitel 5 werden Möglichkeiten der Klassifizierung mobiler Geschäftsmodelle diskutiert. Der Schwerpunkt der anschließenden Betrachtung liegt im Bereich des Geschäfts mit dem Endkunden (Business to Consumer), für den eine umfassende Liste mobiler Geschäftsmodelle präsentiert wird. Für jedes Geschäftsmodell werden die Beteiligten, beeinflussende Faktoren sowie die Struktur des Modells inklusive der Daten-, Informations-, Finanz- sowie der Waren- und Dienstleistungsflüsse analysiert. Darüber hinaus werden Ziele, Erwartungen und erste Erfahrungen (Lerneffekte) von im M-Commerce aktiven Unternehmen untersucht. Dazu wurde eine Befragung ausgewählter Unternehmen durchgeführt (ADAC, Bertelsmann Mobile, JET Online, mySaar.com, mediaBEAM und die IDS Scheer AG).

Die Ergebnisse aus der theoretischen Betrachtung sowie aus der Unternehmensbefragung werden weiterhin mit der Entwicklung des M-Commerce in Japan und den Erfahrungen japanischer Unternehmen verglichen, die in diesem Bereich als Vorreiter gelten (Kapitel 6). Es werden spezielle Erfolgsfaktoren und interessante Geschäftsideen dargestellt und kritisch auf die Übertragbarkeit auf den europäischen Markt hin überprüft.

Abschließend werden im Kapitel 7 die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammengefasst.

Die Arbeit bietet neben einer guten Zusammenfassung der Hintergründe und Erfolgspotenziale des M-Commerce eine vertiefende und systematische Analyse von mobilen Geschäftsmodellen. Dabei werden Chancen, Risiken und zukünftige Trends abgeleitet. Die Verknüpfung mit Marketingfragen ist gerade im Hinblick auf die kommende Entwicklung im Bereich des Customer Relationship Management von enormer Bedeutung. Auch der Blick auf das japanische Referenzmodell i-mode deckt neue Innovationspotenziale auf und bietet eine Chance für die Stärkung des Vertrauens der europäischen Nutzer in mobile Geschäftsmodelle.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
2. GRUNDLAGEN DES M-COMMERCE 3
2.1 GRUNDBEGRIFFE 3
2.1.1 M-BUSINESS 3
2.1.2 M-COMMERCE 4
2.1.3 ABGRENZUNG M-BUSINESS ZU M-COMMERCE 5
2.1.4 ABGRENZUNG M?COMMERCE ZU E-COMMERCE 6
2.2 WERTSCHÖPFUNGSKETTE DES M-COMMERCE 9
3. RAHMENBEDINGUNGEN DES M-COMMERCE 12
3.1 TECHNOLOGISCHE FAKTOREN 12
3.1.1 NETZTECHNOLOGIEN/ PROTOKOLLE 12
3.1.2 MOBILE ENDGERÄTE 16
3.1.3 SERVICE-TECHNOLOGIEN 19
3.1.3.1 SMS (Short Message Service) 19
3.1.3.2 WAP (Wireless Application Protocol) 20
3.1.3.3 Mobile Sicherheit 21
3.1.3.4 Mobile Zahlungssysteme 21
3.1.3.5 Lokalisierung 22
3.2 ÖKONOMISCHE FAKTOREN 23
3.2.1 MOBILFUNKMARKT 23
3.2.2 M-COMMERCE-MARKT 25
3.3 SOZIODEMOGRAPHISCHE / KULTURELLE FAKTOREN 27
3.3.1 MOBILE NUTZERGRUPPEN 27
3.3.2 NUTZERVERHALTEN 30
3.4 POLITISCH-RECHTLICHE FAKTOREN 31
3.4.1 POLITISCHE FAKTOREN 31
3.4.2 RECHTLICHE FAKTOREN 32
4. POTENZIALE DES M-COMMERCE 34
4.1 ERFOLGSFAKTOREN DES M-COMMERCE 34
4.1.1 UBIQUITÄT 34
4.1.2 ERREICHBARKEIT 35
4.1.3 LOKALISIERUNG 36
4.1.4 SICHERHEIT 36
4.1.5 CONVENIENCE 37
4.1.6 SOFORTIGE VERFÜGBARKEIT 37
4.1.7 KOSTENGÜNSTIGKEIT 38
4.1.8 PERSONALISIERUNG 38
4.2 IMPLIKATIONEN FÜR DAS MARKETING 39
4.2.1 BEWERTUNG DER ERFOLGSFAKTOREN UNTER MARKETINGGESICHTSPUNKTEN 39
4.2.2 NEUE MÖGLICHKEITEN FÜR UND ANFORDERUNGEN AN DAS MARKETING 40
4.2.2.1 Neue Möglichkeiten im strategischen Marketing 41
4.2.2.2 Neue Möglichkeiten im operativen Marketing 52
5. FORMEN UND GESCHÄFTSMODELLE DES M-COMMERCE 60
5.1 FORMEN DES M-COMMERCE 60
5.1.1 KATEGORISIERUNG NACH GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN 60
5.1.2 WEITERE KATEGORISIERUNGEN 61
5.2 GESCHÄFTSMODELLE DES M-COMMERCE 63
5.2.1 MODELLIERUNG DER GESCHÄFTSMODELLE 66
5.2.2 GESCHÄFTSMODELLE IM BEREICH B2C 67
5.2.2.1 Mobile Informationsdienstleistungen 67
5.2.2.2 Mobile Kommunikation 69
5.2.2.3 Mobile Office 70
5.2.2.4 Mobile Finanzdienstleistungen 72
5.2.2.5 Mobile standortbezogene Dienstleistungen 75
5.2.2.6 Mobile Telematikdienste 76
5.2.2.7 Mobile Shopping 77
5.2.2.8 Mobile Portale 79
5.2.2.9 Mobile Sicherheitsdienstleistungen 80
5.2.2.10 Mobile Entertainment 81
5.2.3 ÜBERSICHT DER GESCHÄFTSMODELLE IM B2C-BEREICH 83
5.2.4 ÜBERSICHT DER GESCHÄFTSMODELLE IM B2B-BEREICH 85
5.3 UNTERNEHMENSBEFRAGUNG ZUM M-COMMERCE 87
6. M-COMMERCE IN JAPAN 90
6.1 RAHMENBEDINGUNGEN IN JAPAN 90
6.1.1 TECHNOLOGISCHE FAKTOREN 90
6.1.2 WIRTSCHAFTLICHE FAKTOREN 92
6.1.3 SOZIODEMOGRAFISCHE FAKTOREN 93
6.2 DAS PHÄNOMEN I-MODE 94
6.2.1 ERFOLGSFAKTOREN DES M-COMMERCE IN JAPAN 94
6.2.2 MOBILE GESCHÄFTSMODELLE IN JAPAN 98
6.3 AUSBLICK 100
7. SCHLUSSBETRACHTUNGEN 103
ANHANG: FRAGEBOGEN ZUR UNTERNEHMENSBEFRAGUNG 106
LITERATURVERZEICHNIS 114
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 122

Automatisiert erstellter Textauszug:

beschreibt, hat sich kaum durchgesetzt, von ihm wird kaum gesprochen. Die Rede ist vom Viralen Marketing.128 „Viral marketing describes any strategy that encourages individuals to pass on a marketing message to others, creating the potential for exponential growth in the message's exposure and influence.“129 Das Virale Marketing ist ein strategisches Kommunikations- und Distributionskonzept, das sich an solche Kunden richtet, denen eine Multiplikatorfunktion für die übermittelten Botschaften zukommt.130 Aus dieser schnellen Vermehrung zieht die Strategie ihren Nutzen, ohne große Investition kann eine Werbebotschaft eine große Anzahl von Mobilfunknutzern erreichen. Zugrunde liegt dem Konzept die Tatsache, dass sich „geeignete Produkte und Dienstleistungen im Internet durch Mund-zu-Mund-Propaganda wie ein Lauffeuer verbreiten.“131 Die Kunst des erfolgreichen Viralen Marketing besteht nun darin, den Vermehrungsprozess geschickt selbst anzustoßen und die Verbreitung automatisiert ablaufen zu lassen. Werkzeuge des Viralen Marketing sind zunächst die eigene WAP-Seite und insbesondere die Kommunikation per SMS oder mobiler E-Mail. Die wesentlichen Faktoren für ein erfolgreiches Virales Marketing ist in erster Linie ein Produkt oder Dienstleistung mit einem erkennbaren, gut kommunizierbaren Mehrwert für den Kunden. Handelt es sich zusätzlich noch um ein internet-affines Produkt, welches kostengünstig oder gar kostenfrei abgegeben werden kann, ist dies natürlich von weiterem Vorteil. Durch das Ermöglichen einer einfachen Übertragung kann die Marketingbotschaft weiterverschickt werden, wobei von fremden Ressourcen und von [...]

kundenbezogenen Daten, anstatt sie sich selbst zu verschaffen oder zu kaufen. Wie kann die Anwendung des kontextuellen Marketing aussehen? Johnson & Johnson platziert seine Produkte beispielweise in einem digitalen Kontext, der für diese jeweils am erfolgsversprechendsten ist. Die Werbung für das Kopfschmerzmittel Tylenol erscheint auf den Seiten elektronischer Wertpapierhändler, wenn der Aktienindex um mehr als 100 Punkte nachgegeben hat oder das Hautreinigungs-Sortiment für weibliche Teenager wird auf Seiten mit der gleichen Zielgruppe (Jugendzeitschriften etc.) beworben. 127 In beiden Fällen verfügt das werbende Unternehmen nicht über die Kundebeziehungen, sondern es schaltet sich in den Dialog ein, sobald die Chancen für mehr Absatz ansteigen. Darüber hinaus lassen sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten finden, die ausschließlich im M-Commerce zu nutzen sind. Kontextuelle Anbieter können ihre virtuellen Informationen und Angebote direkt mit realen Situationen im Leben der Kunden verbinden, egal wann und wo sich der Kunde befindet. So ist das mobil zugängliche Kochbuch als Orientierungshilfe im Supermarkt ebenso denkbar wie ein mobiler Orientierungsdienst: Der Kunde entscheidet sich für ein Gericht und findet automatisch eine Werbebotschaft eines Markenherstellers oder das Sonderangebot eines Supermarktes in der Nähe. Im zweiten Fall sucht der Anwender per Mobilfunkgerät den Bahnhof der Stadt und wird zeitgleich über die neuen Tarife informiert. Er lässt sich den Weg zum Theater beschreiben und wird parallel auf Veranstaltungen im Anschluss hingewiesen. Dies sind Szenarien, in denen ein Produkt oder eine Dienstleistung kontextuell beworben wird. Der Werbetreibende schaltet sich in den Dialog mit dem Kunden ein, ohne selbst die Kundeninformationen zu besitzen. [...]

„Nur Unternehmen, die sich zu echten kontextuellen Anbietern entwickeln, werden auf der Gewinnerseite stehen.“125 Eine Schwierigkeit für das One-to-One-Marketing ist die Beschaffung der persönlichen Informationen der Kunden. Während die Mobilfunkbetreiber bereits über nützliche Informationen durch den Vertragabschluss mit dem Kunden verfügen, ist es für die anderen Mitglieder der mobilen Wertschöpfungskette ein diffiziler und langwieriger Prozess, ausreichend Informationen zu sammeln, um sich ein detailliertes Bild des Kunden machen zu können. Neben einem erfolgreichen Internetauftritt und einer Dienstleistung mit erkennbarem Zusatznutzen muss ein spezifischer Mehrwert vorhanden sein, der die Kunden zu einem wiederholten Besuch der Seite oder Inanspruchnahme des Dienstes veranlasst. Denn nur so können erfolgreich Kundeninformationen gesammelt werden, die das Kaufverhalten und die Interessen und Wünsche des Kunden präzisieren. Das kontextuelle Marketing „nutzt das Potenzial und die Reichweite d [mobilen] es Internet, um den Kunden individuell zugeschnittene Botschaften und Informationen genau in dem Augeblick zu liefern, wenn diese sie brauchen“126 und greift dabei nicht auf explizite Kundeninformationen, sondern auf situationsbezogene Informationen zurück. Das kontextuelle Marketing ist damit für jene Unternehmen interessant, die aus verschiedenen Gründen keine dauerhaften Kundenbeziehungen aufbauen können. Die Strategie folgt dem Leitsatz: ‚Nicht auf die eigene Internetseite bauen, sondern die Botschaft direkt zum Kunden tragen, sobald er für sie empfänglich ist.’ Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass sich das Unternehmen nicht mehr den Schwierigkeiten stellen muss, die mit dem Entwurf einer attraktiven Internetpräsenz, der Seitenanpassung an persönliche Präferenzen und dem Management einer allumfassenden elektronischen Präsenz einhergehen. Kontextuelle Vermarkter borgen sich die erforderlichen [...]

Arbeit zitieren:
Brinkmeier, Sönke November 2001: Formen und Geschäftsmodelle des M-Commerce und ihre Implikationen für das Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
UMTS, Mobile, Japan, Mobile-Business

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