Formen und Arbeitsweisen von Freiwilligenagenturen in Deutschland
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benno Weber
- Abgabedatum: Oktober 1999
- Umfang: 174 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Erfurt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2818-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2818-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2818-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Weber, Benno Oktober 1999: Formen und Arbeitsweisen von Freiwilligenagenturen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Freiwilligenarbeit, Freiwilligenzentrale, Soziale Arbeit, Ehrenamtsbörse, Ehrenamt
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Diplomarbeit von Benno Weber
Einleitung:
Freiwillige soziale Hilfstätigkeit ist der Ursprung aller Sozialarbeit. Freiwilligenarbeit findet sich besonders oft in der Sozialen Arbeit fast aller Organisationen in freier Trägerschaft. Professionelle Sozialarbeit und Freiwilligenarbeit treffen also bei freien Trägern häufig aufeinander.
Das Phänomen Freiwilligenarbeit wurde in der Entwicklung der Sozialen Arbeit nur in Zusammenhang mit der Geschichte und den Ursprüngen der Sozialarbeit und den Wohlfahrtsverbänden angesprochen. Inzwischen wurde Freiwilligenarbeit aber unter anderem durch die Probleme der Finanzierbarkeit sozialer Sicherung in Deutschland als Kostendämpfungsmittel wiederentdeckt.
Die Politik versucht deshalb, mit Aktionen wie „Reden ist Silber - Handeln ist Gold.“ oder „Ich für Dich“ Freiwilligenarbeit wieder als bürgerschaftliches Engagement zu etablieren. Gleichzeitig werden aber Auslagenentschädigungen z. B. für Sportübungsleiter gekürzt. Neben diesen Aktionen entstehen neue Formen freiwilligen Engagements, die auf den sich verändernden Bedingungen der Gesellschaft aufbauen, z. B. Freiwilligenagenturen, welche durch Modellprojekte beispielsweise gefördert werden.
Mein studienbegleitendes Praktikum absolvierte ich als ehrenamtlicher Vorsitzender eines katholischen Jugendverbandes, so dass ich Freiwilligenarbeit mit ihren Höhen und Tiefen erfahren konnte. Auffällig war dabei, dass immer der selbe kleine Personenkreis für ehrenamtliches Engagement zu begeistern war.
Nicht nur kleine freie Träger klagen darüber, wie schwer es ist, Ehrenamtliche zu rekrutieren, sondern auch die etablierten Wohlfahrtsverbände. Aus diesem Grund haben sie angefangen, Freiwilligenagenturen einzurichten. Ein Lösungsweg, um Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern, sehen viele in der Werbung und Vermittlung durch sogenannte Freiwilligenagenturen oder -zentren, wie sie in den letzen 10 Jahren in vielen größeren Städten entstanden sind.
Gang der Untersuchung:
Die hier vorgelegte Arbeit befasst sich in einem ersten Teil mit dem Themenkomplex Freiwilligenarbeit/Ehrenamt, der im Sinne einer Konzeptionserstellung sehr weit reicht und damit die Grundlage für den zweiten empirisch-analytischen Teil bildet.
Im theoretischen Teil möchte ich mich mit den vielfältigen Begriffen auseinandersetzen, mit denen heute die ehrenamtliche Tätigkeit umschrieben wird und welche Dimensionen das Ehrenamt beinhaltet. Des weiteren kommt ein geschichtlicher Rückblick hinzu, sowie der sozialstaatliche und rechtliche Kontext ehrenamtlicher Arbeit.
Ausgehend von der aktuellen Situation des freiwilligen Engagements möchte ich im zweiten Teil der Arbeit die Formen der Freiwilligenagenturen darstellen.
Daran anschließend sollen im dritten und vierten Teil die Arbeitsweisen der Freiwilligenagenturen erläutert werden. Die Daten hierzu wurden anhand eines Fragebogens ermittelt.
Im fünften Abschnitt der vorliegenden Arbeit werden diese Daten diskutiert. Im sechsten Abschnitt der Studie finden sich Implikationen für die Praxis und die Forschung zu den Freiwilligenagenturen.
Die hier vorgelegte Arbeit soll sich entsprechend der Studienrichtung Sozialpädagogik hauptsächlich mit dem freiwilligen sozialen Engagement beschäftigen. Die hierzu vorhandenen empirischen Daten sind aber alle auf unterschiedlichen Grundlagen erstellt, weichen in den einzelnen Zahlenangaben voneinander sehr stark ab und sind damit nicht vergleichbar. Selbst von den Wohlfahrtsverbänden gibt es nur Schätzungen über die bei ihnen beschäftigten freiwillig engagierten Menschen.
Deshalb greife ich auf die Eurovol-Studie zurück, die 1994 in zehn Ländern Europas durchgeführt wurde, und deren Datenmaterial zur Freiwilligenarbeit in Deutschland einmalig ist. Die Eurovol-Studie konzentriert sich nicht nur auf die Freiwilligenarbeit des sozialen Sektors, sondern auf alle dem englischen Begriff „Voluntary Work“ entsprechenden Tätigkeiten. Da sie 1994 zum erstenmal durchgeführt wurde, lässt auch sie keine Vergleichsmöglichkeit über die Jahre zu. Sie wurde von mir aber trotzdem aufgrund ihres Umfangs als Basis aller empirischen Daten, die im ersten Teil dieser Arbeit vorkommen, verwendet.
Durch die fehlende Vergleichbarkeit der Daten soll auf eine Unterscheidung zwischen Deutschland Ost und Deutschland West, wie sie in der Eurovol-Studie ausgewiesen ist, verzichtet werden. Falls nicht, weise ich explizit darauf hin.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit habe ich davon abgesehen, bei personenbezogenen Aussagen die männliche und die weibliche Form zu verwenden. Die Leserinnen und Leser mögen dafür Verständnis haben.
Inhaltsverzeichnis:
| 0. | Vorwort | 7 |
| 1. | Freiwilligenarbeit | 10 |
| 1.1 | Dimensionen des Phänomens „Ehrenamt“ | 11 |
| 1.1.1 | Begriffsbestimmung | 11 |
| 1.2 | Geschichte der sozialen Freiwilligenarbeit | 14 |
| 1.2.1 | Symbolische Repräsentanz und Kooptationsmechanismus | 14 |
| 1.2.2 | Das Ehrenamt des Elberfelder Systems | 15 |
| 1.2.3 | Ehrenamt als Selbstverwirklichung und Weg in den Beruf | 15 |
| 1.2.4 | Organisationsformen der Freiwilligenarbeit | 16 |
| 1.2.5 | Abkopplung von der Staatsgemeinschaft | 17 |
| 1.2.6 | Anbindung an die Wohlfahrtsverbände | 18 |
| 1.2.7 | Das duale System der Wohlfahrtspflege | 18 |
| 1.2.8 | Organisierte Freiwilligenarbeit in der NS-Zeit | 19 |
| 1.2.9 | Professionalisierung verdrängt Freiwilligenarbeit | 20 |
| 1.2.10 | Freiwilligenarbeit in Selbsthilfegruppen | 21 |
| 1.2 11 | Neues Ehrenamt | 21 |
| 1.2.12 | Bürgerschaftliches Engagement | 21 |
| 1.2.13 | Freiwilligenagenturen | 22 |
| 1.3 | Freiwilligenarbeit im sozialstaatlichen Kontext | 23 |
| 1.3.1 | Subsidiaritätsprinzip | 24 |
| 1.3.2 | Subsidiarität und Solidarität | 26 |
| 1.4 | Freiwilligenarbeit im rechtlichen Kontext | 28 |
| 1.4.1 | Freiwilligenarbeit und Arbeitsrecht | 28 |
| 1.4.2 | Rechtliche Verortung von Freiwilligenarbeit | 29 |
| 1.4.3 | Haftungsrechtlicher Handlungsrahmen | 29 |
| 1.4.4 | Krankenversicherungsrechtlicher Handlungsrahmen | 30 |
| 1.4.5 | Rentenversicherungsrechtlicher Handlungsrahmen | 31 |
| 1.4.6 | Arbeitslosenversicherung und Freiwilligenarbeit | 31 |
| 1.4.7 | Steuerrechtliche Regelungen zur Freiwilligenarbeit | 32 |
| 1.4.8 | Qualifizierung der Mitarbeiter der Freiwilligenarbeit | 32 |
| 1.5 | Aktuelle Situation der Freiwilligenarbeit | 34 |
| 1.6 | Institutionelle Motive | 43 |
| 1.6.1 | Gewinnung und Unterstützung von Volunteers | 43 |
| 1.7 | Ausblick | 46 |
| 2. | Freiwilligenagenturen | 53 |
| 2.1 | Freiwilligenagenturen - eine neue soziale Organisation | 53 |
| 2.1.1 | „Freie“ Freiwilligenagenturen | 55 |
| 2.1.2 | Freiwilligenzentren der Caritas und Ehrenamtsbörsen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes | 57 |
| 2.1.3 | Seniorenbüros, Seniorengenossenschaften und Bürgerbüros | 59 |
| 3. | Methoden | 61 |
| 3.1 | Fragestellung | 61 |
| 3.2 | Untersuchungsdesign | 61 |
| 3.3 | Messinstrumente | 62 |
| 3.3.1 | Der „Fragebogen Freiwilligenagenturen“ | 63 |
| 3.4 | Variablenliste | 64 |
| 3.5 | Die Stichprobe (Repräsentativität) | 65 |
| 3.6 | Methoden der statistischen Auswertung | 66 |
| 3.6.1 | SPSS | 66 |
| 3.6.2 | Deskriptive Statistik | 66 |
| 4. | Resultate | 67 |
| 4.1 | Ergebnisse der Deskriptiven Statistik | 67 |
| 4.1.1 | Aussagen zu Dachverbänden und Rechtsformen | 67 |
| 4.1.2 | Aussagen zum Gründungsjahr | 68 |
| 4.1.3 | Aussagen über Öffnungszeiten | 68 |
| 4.1.4 | Aussagen über die Anzahl der Beschäftigten | 69 |
| 4.1.5 | Aussagen zur Anzahl der „echten Angestellten“ | 70 |
| 4.1.6 | Aussagen zur Finanzierung | 71 |
| 4.1.7 | Aussagen zur Vermittlung der Freiwilligen | 73 |
| 4.1.8 | Differenzierte Aussagen zur Vermittlung der Freiwilligen | 77 |
| 4.1.9 | Aussagen zur Öffentlichkeitsarbeit | 83 |
| 4.1.10 | Aussagen zu den Organisationen, an die Freiwillige vermittelt werden | 84 |
| 4.1.11 | Aussagen zur Vorbereitung und Betreuung der Freiwilligen | 85 |
| 5. | Diskussion | 86 |
| 5.1 | Diskussion der Resultate | 86 |
| 5.1.1 | Diskussion der Aussagen zu Dachverbänden und Rechtsformen | 86 |
| 5.1.2 | Diskussion der Aussagen zum Gründungsjahr | 87 |
| 5.1.3 | Diskussion der Aussagen über Öffnungszeiten | 87 |
| 5.1.4 | Diskussion der Aussagen über die Anzahl der Beschäftigten | 88 |
| 5.1.5 | Diskussion der Aussagen zur Anzahl der „echten Angestellten“ | 88 |
| 5.1.6 | Diskussion der Aussagen zur Finanzierung | 88 |
| 5.1.7 | Diskussion der Aussagen zur Vermittlung der Freiwilligen | 89 |
| 5.1.8 | Diskussion der differenzierten Aussagen zur Vermittlung der Freiwilligen | 91 |
| 5.1.9 | Diskussion der Aussagen zur Öffentlichkeitsarbeit | 93 |
| 5.1.10 | Diskussion der Aussagen zu den Organisationen, an die Freiwillige vermittelt werden | 94 |
| 5.1.11 | Diskussion der Aussagen zur Vorbereitung und Betreuung der Freiwilligen | 95 |
| 5.1.12 | Abschließende Diskussion | 95 |
| 5.2 | Fehlerbetrachtung „Fragebogen Freiwilligenagenturen“ von Reyer und Weber | 97 |
| 5.2.1 | Aussagen zur Validität und Reliabilität des „Fragebogens Freiwilligenagenturen“ | 97 |
| 5.2.2 | Allgemeine Kritik zum „Fragebogen Freiwilligenagenturen“ | 98 |
| 5.2.3 | Spezielle Kritik der einzelnen Items des „Fragebogens Freiwilligenagenturen“ | 98 |
| 6. | Implikationen für die Praxis | 107 |
| 6.1 | Zukunft der Freiwilligenagenturen | 107 |
| 6.2 | Zukunft der weiteren Forschung zu den Freiwilligenagenturen | 107 |
| Literaturverzeichnis | 110 | |
| Anhänge | 119 |
fahrt wieder näherbringt. Freiwilligenarbeit kann aber nicht die notwendigen professionellen Hilfen des Sozialstaates ersetzen. 1.7.4 Freiwilligenarbeit in der Europäischen Union Die Rechtsbestimmungen der Europäischen Union wirken sich bereits heute systembildend und verändernd auf den Sozialbereich der Bundesrepublik Deutschland aus: „Soweit nämlich Träger der Sozialarbeit in Ausübung ihrer ideellen Ziele wirtschaftlich tätig sind, unterliegen sie insoweit gleichem Recht, gleichen Freiheiten und Bindungen wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen, unbeschadet der jeweiligen Rechtsform des Unternehmens“ (SCHMIEDER, 1996, S. 23). Wohlfahrtsverbände sind aus Sicht der EU also nicht mehr Wertegemeinschaften oder Wohlfahrtsverbände, sondern vorrangig wirtschaftlich tätige Unternehmen, deren Tätigkeit sich auf die „Nächstenliebe“ erstreckt. Freiwilligenarbeit wird damit in einem Unternehmen geleistet, das nicht mehr vorrangig als Wohlfahrtsorganisation betrachtet werden kann, sondern als Wirtschaftsunternehmen. Freiwilligenarbeit verliert also den Kontakt zu Solidarität über die Organisation. Die Organisation muß, will sie für das, was Freiwilligenarbeit bis jetzt darstellte, weiterhin interessant sein und Volunteers an sich binden können, die Solidarität in ihrer Organisation und die Einmaligkeit der Organisation und ihrer Leistung in Bezug zum Gemeinwesen, neu wiederherstellen. Organisationen der Wohlfahrtspflege müßten in Zukunft ihr eigenes Image wieder besser und gegenüber den Konkurrenten deutlich abgegrenzt herausstellen. Ressourcen und Potentiale fallen den Organisationen nicht mehr automatisch zu, sie müssen marktwirtschaftlich wieder erobert werden. Nur die Organisationen, die ihre Dienstleistungen an den Bedürfnissen der Kunden und Klienten ausrichten, haben dann noch eine Chance wirtschaftlich zu überleben. [...]
Stellung. (...) In der Gesellschaft, in der das Leben auf dem Faden des Berufs aufgereiht ist, enthält dieser tatsächlich einige Schlüsselinformationen: Einkommen, Status, sprachliche Fähigkeiten, mögliche Interessen, Sozialkontakte usw.“ (BECK, 1986, S. 221). Die Existenzsicherung wird damit in nächster Zukunft das Risiko der Gesellschaft sein. Für Ansätze des Gemeinsinns bleibt dann wenig Raum beim Einzelnen. Freiwilligenarbeit wird ihren integrativen Charakter verlieren, da sie nur von einem kleinen Kreis, der schon über die sozio-ökonomischen Merkmale „Status“, „Schulbildung“ und „berufliche Tätigkeit“, also über die, gegenüber Arbeitslosen abgeschottete, Erwerbswelt, gesellschaftlich integriert ist, ausgeübt werden wird. Freiwilligenarbeit setzt voraus, daß die Person, die freiwillig tätig wird, über Zeit verfügt, die sie nicht für die eigene Existenzsicherung benötigt, und daß sie über die nötigen Mittel verfügt, die ihr erlauben, Zeit für Freiwilligenarbeit zur Verfügung zu stellen. „Zeitsouveränität und Existenzsicherung sind die grundlegenden Voraussetzungen des Ehrenamtes und die entscheidenden Selektionskriterien an der Schnittstelle zwischen der Bereitschaft zum Engagement und den Möglichkeiten seiner Verwirklichung“ (RAUSCHENBACH/ MÜLLER/ OTTO, 1992, S. 226). Menschen, die von der Erwerbswelt ausgeschlossen bleiben, können für Freiwilligenarbeit nur gewonnen werden, wenn ihnen einerseits die Sicherung der Existenz abgenommen wird, andererseits aber auch die Gesellschaft durch ihre Tätigkeit als Volunteer neue Wertschätzung entgegen bringt. Gerade für Arbeitslose bietet Freiwilligenarbeit aber die Möglichkeit der Teilnahme an der Gesellschaft und dem Ausbruch aus der Isolation des Wartens auf einen Arbeitsplatz, der nie mehr für alle erhältlich sein wird. Die Freiwilligenarbeit wird damit aber auch zu einer Möglichkeit für den Wiedereinstieg in die Erwerbswelt: Volunteers haben engen Kontakt mit der Erwerbswelt, nehmen über ihr freiwilliges Engagement daran teil, bringen ihre Fertigkeiten mit ein und können diese sogar noch verbessern, indem sie sich neuen Herausforderungen bei der Tätigkeit der Freiwilligenarbeit stellen. Freiwilligenar- [...]
Freiwilligenarbeit taucht in diesem System als Umweltvariable auf, die zur Gestaltung des eigenen Lebens genutzt werden kann. Im Sinne des Baukastensystems wird Freiwilligenarbeit aber nur dann genutzt, wenn das institutionelle Angebot genau den Vorstellungen des Einzelnen entspricht und auch die entsprechenden Vorteile bietet. Menschen, die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit zeigen, treten mit den Organisationen der Freiwilligenarbeit in einen Aushandlungsprozeß. Die Menschen wollen die für sie selbst zugeschnittene Tätigkeit des freiwilligen sozialen Engagements. Die Pauschalangebote für alle und jeden, finden bei Volunteers keinen Anklang. „Die Mobilisierung dieses Potentials von an ehrenamtlicher beziehungsweise freiwillig-unentgeltlicher Arbeit Interessierten erfordert daher bestimmte (geänderte) Rahmenbedingungen, wie hohe zeitliche Dispositionsmöglichkeiten, materielle und symbolische Gratifikationen, organisatorische Hilfestellungen usw.“ (HEINZE/ OLK, 1988, S. 138). Sich Zeit für andere nehmen geschieht nicht mehr allein aus altruistischen Motiven heraus. Wer Zeit für andere hergibt, erwartet eine anderweitige Entlohnung des eigenen Zeiteinsatzes. Diese Gratifikation muß den Zeiteinsatz aufwiegen. „Die Norm der Reziprozität von Geben und Nehmen ist somit, so unsere zentrale Annahme, das entscheidende handlungsmotivierende Kriterium des sozialen Ehrenamtes. Die Erwartbarkeit je individuell attraktiver Rückerstattungen wird zum wichtigsten Parameter für das Zustandekommen ehrenamtlicher Mitarbeit (sofern Zeit und Geld kein Hindernis darstellen)“ (RAUSCHENBACH/ MÜLLER/ OTTO, 1992, S. 226). Die Organisationen der Freiwilligenarbeit bieten den Volunteers Anreize, um von diesen den Beitrag der Freiwilligenarbeit zu erhalten. Die Institution „…muß Anreize bieten, damit die anderen Beiträge leisten. Anreize sind für die anderen etwas Positives, Attraktives, das sie haben möchten und für das sie bereit sind, Beiträge in Form von Gegenleistungen zu erbringen“ (SCHWARZ, 1992, S. 37). Diese Anreize können sowohl monetärer als auch ideeller Natur sein. „Traditionelle Werte wie Pflichtethik und Opferbereitschaft scheinen an Bedeutung zu verlieren. An die Stelle der bedingungslosen Hingabe an die so- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832428181
Arbeit zitieren:
Weber, Benno Oktober 1999: Formen und Arbeitsweisen von Freiwilligenagenturen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Freiwilligenarbeit, Freiwilligenzentrale, Soziale Arbeit, Ehrenamtsbörse, Ehrenamt



