Formelle und informelle Einsatzmöglichkeiten eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements
Am Beipiel eines Stromnetzbetreibers
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marie Christine Heinekamp (geb. Duda)
- Abgabedatum: Februar 2003
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 809,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Rheinbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7392-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7392-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7392-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Heinekamp (geb. Duda), Marie Christine Februar 2003: Formelle und informelle Einsatzmöglichkeiten eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Change Management, Veränderungsprozess, Veränderungskonzept, Strom, Strommarkt
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Diplomarbeit von Marie Christine Heinekamp (geb. Duda)
Einleitung:
Nichts ist beständiger als der Wandel. Dieser Ausspruch von Heraklit vor ca. 2500 Jahren, scheint heute mehr denn je zuzutreffen. Unsere Welt hat sich in den letzten beiden Jahrhunderten gravierend verändert. Die industrielle Revolution mit der Erfindung der Dampfmaschine hat im 19. Jahrhundert die Unternehmenslandschaft stark beeinflusst. Heute ist das Internet der Wirtschaftskatalysator, der die Unternehmens- und Arbeitslandschaft schwerwiegend verwandelt. Aufgrund der Informationstechnik hat sich die Geschwindigkeit von Veränderungsprozessen und damit der Bedarf für ein kontinuierlich praktiziertes Management der Veränderungen erhöht. Der amerikanische Mathematiker und Begründer der Kybernetik Norbert Wiener hat diesen Prozess wie folgt zusammengefasst: „Wir haben unsere Welt so radikal verändert, dass wir gezwungen sind, uns selber zu ändern, um in ihr existieren zu können“.
Problemstellung:
Die vollkommene, fast übergangslose Deregulierung des Strommarktes in Deutschland am 1. April 1998 stellte die Stromversorger und Stromnetzbetreiber vor eine große Herausforderung. Für die vorherigen Monopolisten wie auch RWE Energie war das oberste Gebot die Energiesicherung. Die Liberalisierung und der gravierende Wandel vom Monopol zum Wettbewerb zwang die Energieunternehmen zum Umdenken. An diese schwerwiegende Veränderung schließen sich in einer Art Kettenreaktion zahllose weitere Anpassungen an: Formen der Zusammenarbeit innerhalb der neuen Organisation, Vertriebswege, Transportkonzepte, Einkaufstrukturen, um nur einige wenige Felder zu nennen, werden neu geordnet, Befugnisse neu definiert und Fragen nach Art und Stil des Hauses neu gestellt. Die Auslöser dieser Veränderungen sind sowohl unternehmensintern bestimmt, wie beispielsweise neue ökonomische Ziele, als auch unternehmensextern, wie z.B. durch gesetzliche Rahmenbedingungen.
Vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Dynamik und Komplexität, mit denen sich die RWE Net AG aufgrund der Liberalisierung auseinandersetzen muss, entwickelt sich ein effizientes Management von Veränderungsprozessen zu einem wichtigen Erfolgsfaktor. Das Unternehmen ist daher gefordert, den permanenten Wandel zu institutionalisieren und Ansprechpartner zu bestimmen. Die Frage dabei ist, wie man Veränderungen kompetent managen und so den zukünftigen Erfolg des Unternehmens sichern kann. Langfristiges Ziel von Veränderungsmanagement besteht also in der Gestaltung einer Organisation, die durch eine hohe Innovationsorientierung und Flexibilität gekennzeichnet ist. Nach anfänglichen Strohfeuern der Begeisterung verlaufen die meisten Veränderungsprozesse schon nach kurzer Zeit im Sande – Studien sprechen sogar von 90 Prozent. Daher ist eine professionelle Umsetzung der Veränderungsprozesse in allen Teilen des Unternehmens unter Einbezug aller Mitarbeiter unumgänglich. Somit bedeutet Veränderungsmanagement, Veränderungsprozesse auf Unternehmens- und persönlicher Ebene zu planen, zu initiieren, zu realisieren, zu reflektieren und zu stabilisieren. Dazu ist eine gesamtheitliche Betrachtung des Unternehmens notwendig. Das bedeutet eine Beachtung der sachlichen ebenso wie der politisch-verhaltensmäßigen und wertmäßig-kulturellen Dimensionen von Veränderungen. Die Mitarbeiter müssen den Wandlungsprozess nicht nur verstehen, sondern zugleich bejahen und danach handeln. Denn ein Veränderungsprozess hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn er von den Mitarbeitern akzeptiert und mitgetragen wird. Wir Menschen sind jedoch nur bereit, unsere Verhaltensweisen zu ändern, wenn wir den Sinn dazu verstanden haben. Das Wandlungsmanagement bietet einige Ansatzmöglichkeiten, wie dieser Human Touch im Veränderungsprozess berücksichtigt werden kann. Ein effizientes Veränderungsmanagement versteht sich somit als Schnittstelle zwischen diesen o.g. unterschiedlichen Dimensionen.
Zielsetzung:
Das Ziel der Arbeit besteht darin, formelle und informelle Einsatzmöglichkeiten eines Veränderungsmanagements aufzuzeigen sowie deutlich zu machen, wie Veränderungsbedarf erkannt und der Wandel im Unternehmen umgesetzt werden kann. Diese Aufgaben soll im Falle der RWE Net AG ein kontinuierliches Veränderungsmanagement erfüllen, das es als eigenständige Abteilung im Unternehmen aufzubauen gilt. Daher ist zu belegen, inwieweit ein kontinuierliches Veränderungsmanagement Vorteile für das Unternehmen bringt.
Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Erarbeitung potentieller Gestaltungsfelder und deren Einsatzinstrumente, die insbesondere für den Stromnetzbetreiber RWE Net AG zu empfehlen sind. Diese Arbeit entwickelt kein vollständiges Konzept einer Abteilung Veränderungsmanagement, sondern zeigt vielmehr Einsatzmöglichkeiten auf, die als Basis eines ganzheitlichen Veränderungskonzeptes dienen können. Diese Vorschläge werden anhand eines dreidimensionalen Würfelmodells des Veränderungsmanagements kategorisiert und nach dem Mehrwert für den Netzbetreiber RWE Net AG untersucht.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 1.1 | Problemstellung | 6 |
| 1.2 | Zielsetzung | 8 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 8 |
| 2. | Abgrenzung zentraler Begriffe | 11 |
| 2.1 | Veränderung | 11 |
| 2.1.1 | Begriff und Wesen der Veränderung | 11 |
| 2.1.2 | Phasen individueller Veränderungsprozesse | 13 |
| 2.1.3 | Veränderungsbarrieren und Veränderungsbereitschaft | 15 |
| 2.2 | Management | 17 |
| 2.2.1 | Begriff und Wesen des Managements | 18 |
| 2.2.2 | Management-Regelkreis | 18 |
| 2.2.3 | Managementkonzepte | 19 |
| 2.3 | Veränderungsmanagement | 20 |
| 2.3.1 | Begriff und Wesen des Veränderungsmanagements | 21 |
| 2.3.2 | Phasen von Veränderungszyklen | 24 |
| 2.3.3 | Aktuelle Konzepte des Wandels | 25 |
| 2.4 | Formelle und informelle Einsatzmöglichkeiten des Veränderungsmanagements | 27 |
| 3. | RWE Net AG | 30 |
| 3.1 | Auswirkungen der Strommarktderegulierung | 30 |
| 3.2 | Historie und Leistungen der RWE Net AG | 31 |
| 3.3 | Integrationsmanagement bei der RWE Net AG | 34 |
| 4. | Konzeption einer Abteilung Veränderungsmanagement bei der RWE Net AG | 35 |
| 4.1 | Aufbau der Abteilung Veränderungsmanagement | 35 |
| 4.2 | Aufgabe eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements | 37 |
| 4.3 | Querschnittsfunktion des Veränderungsmanagements | 39 |
| 5. | Einsatzmöglichkeiten eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements | 41 |
| 5.1 | Einsatz eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements zur Diagnose | 43 |
| 5.1.1 | Diagnose im Würfelmodell des Veränderungsmanagements | 44 |
| 5.1.2 | Beurteilung eines systematischen Diagnosesystems | 46 |
| 5.1.3 | Methoden zur Diagnose von Diskontinuitäten | 48 |
| 5.1.3.1 | Mitarbeiterbefragung | 48 |
| 5.1.3.2 | Globale Umweltanalyse und Szenariotechnik | 51 |
| 5.2 | Einsatz eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements zur Umsetzungsunterstützung | 53 |
| 5.2.1 | Umsetzungsunterstützung im Würfelmodell des Veränderungsmanagements | 53 |
| 5.2.2 | Beurteilung einer methodischen Umsetzungsunterstützung | 55 |
| 5.2.3 | Methoden zur Unterstützung von Veränderungen | 58 |
| 5.2.3.1 | Wissensmanagement | 59 |
| 5.2.3.2 | Promotorentechnik | 62 |
| 5.3 | Einsatz eines kontinuierlichen Veränderungsmanagement zur Stabilisierung | 65 |
| 5.3.1 | Stabilisierung im Würfelmodell des Veränderungsmanagements | 66 |
| 5.3.2 | Beurteilung einer konsequenten Stabilisierung | 68 |
| 5.3.3 | Methoden zur Stabilisierung von Veränderungsvorhaben | 70 |
| 5.3.3.1 | Erfolgsmessung | 70 |
| 5.3.3.2 | Feedbackgespräch | 72 |
| 5.4 | Einsatz eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements zur Einführung von ganzheitlichen Veränderungskonzepten | 74 |
| 5.4.1 | Ganzheitliche Systeme im Würfelmodell des Veränderungsmanagements | 74 |
| 5.4.2 | Beurteilung ganzheitlicher Systeme | 75 |
| 5.4.3 | Methoden der ganzheitlichen Verbesserung | 75 |
| 5.4.3.1 | Kaizen oder Kontinuierliche Verbesserung | 76 |
| 5.4.3.2 | EFQM | 78 |
| 6. | Fazit | 81 |
| Literaturverzeichnis | 84 |
45 stellt eine spezielle Form eines Informationssystems dar, dessen Ziel die möglichst frühzeitige Erkennung, Diagnose und Weitergabe von führungsrelevantem Wissen ist135. Bei RWE Net AG besteht weder intern noch externe eine solche systematische Vorgehensweise. Leitfragen einer internen Diagnose sind laut dem Praxisleitfaden für das Change Management136: Was unterscheidet die RWE Net AG grundlegend von den Wettbewerbern? Wie definieren sich die Abläufe bei der RWE Net AG? Welche Arten von Kommunikation herrschen bei der RWE Net AG vor? Wie werden üblicherweise Konflikte gelöst? Gibt es bestimmte Führungsstile, die mitentscheidend für den Erfolg sind? Was wird getan um die Teamarbeit zu fördern? Wie unterstützt die RWE Net AG das unternehmerische Denken und Handeln der Mitarbeiter? Wie fördert die RWE Net AG Flexibilität, Lernbereitschaft und Innovationskraft der Mitarbeiter? Wie bekommen Mitarbeiter Anerkennung und Belohnung für besondere Leistungen? Wie sichert die RWE Net AG die Weiterentwicklung des Unternehmens? Was unternimmt die RWE Net AG noch um in Zukunft weiter erfolgreich zu sein? Ebenfalls lückenhaft ist die methodische Beobachtung der Unternehmensumwelt. Es besteht kein Frühindikatorensystem, das den Markt in regelmäßigen Abständen überwacht und ökonomische, technologische, politischrechtliche, soziokulturelle sowie ökologische Trends oder Tendenzen aufzeigt. Lediglich die Abteilung Netzvertrieb beobachtet intervallweise den Markt137. Da das Erkennen von Veränderungsdruck aus dem näheren und weiteren Umfeld [...]
43 stellungen, nach denen die Menschen im Unternehmen handeln und sich verhalten, die sog. Unternehmenskultur bildet sich aus. Die Kernkompetenzen lassen sich als das Können interpretieren, während sich der Handlungsrahmen eines ganzen Unternehmens durch seine globale Umwelt und den Markt determiniert. Das Wollen kann demzufolge als wertmäßig-kulturelle Dimension des Wandels aufgefasst werden, während das Können mit politisch-verhaltensorientiertem Wandeln interpretiert werden kann. Die Gleichsetzung der sach-rationalen Dimension und des Handlungsrahmens ist nur bedingt ersichtlich, da sich der Handlungsrahmen eines ganzen Unternehmens vor allem durch seine Umsysteme determiniert ist. Obwohl es grundsätzlich möglich ist für jedes der Gestaltungsfelder ein spezielles Instrument zu bestimmen, gibt es Konzepte des Wandlungsmanagements, die gleichzeitig zwei oder mehr Felder abdecken. Andere Methoden wie bspw. Kaizen oder Total Quality Management betreffen große Teile des Würfels. Ein kontinuierliches Veränderungsmanagement kann also einen ganzheitlichen Ansatz im Unternehmen einführen oder durch Koordinierung einzelner Methoden ein eigenes ganzheitliches Konzept erarbeiten und realisieren. Andererseits besteht die Möglichkeit verschiedene Instrumente auch losgelöst von dem Gesamtkonzept einzusetzen. [...]
42 Anhand des dreidimensionalen Würfels lassen sich 27 Gestaltungsfelder identifizieren, wie sie in Abbildung 10 dargestellt sind. Jedem dieser Felder sind Instrumente des Wandlungsmanagements zuzuordnen130. Das Wollen eines Individuums zu erläutern, kann viele Aspekte haben. Am wichtigsten sind jedoch, wie in Kapitel 2.1.3 bereits erwähnt, zum Einen das Bedürfnis nach Sicherheit und der Vermeidung von Unsicherheit und zum Anderen das Streben nach Leistung und Erfolg. Die individuellen Werte äußern sich in Verhaltensmustern und Paradigmen. Soll Verhalten langfristig modifiziert werden, gilt es, die Einstellungen und Werte zu verändern131. Dies kann z.B. durch Gestaltung der Anreizbedingungen geschehen. Klassische Ansätze der Mitarbeiterschulung verfolgen das Ziel, spezifische Kompetenzen des Trainierenden zu stärken132. Das Wissen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Individuums bestimmen das Können und sind wesentliche Voraussetzung um eine Veränderung zu stabilisieren. Individuelle Trainingsmaßnahmen können in diesem Würfelschema daher z.B. dem Quadrat MoveIndividuum-Können zugewiesen werden. Die persönlichen Entscheidungsbefugnisse und Kompetenzen prägen den Handlungsrahmen des Individuums. Die Festlegung desselben erfolgt oft durch eine Stellenbeschreibung und ein Anforderungsprofil. Dieser Handlungsrahmen wirkt sich dementsprechend auch auf das individuelle Verhalten aus, da bestimmte Verhaltensmuster je nach Rahmenbedingungen entweder erwünscht oder nicht erwünscht sind. Überträgt man die Auswirkungen des Wollens, Könnens und des Handlungsrahmens eines Individuums auf eine ganze Organisation oder einen Bereich, so lassen sich als oberste Ziele die Selbsterhaltung und das Wachstum des Unternehmens festhalten. Dadurch beeinflusst, ergeben sich Werte und Vor- [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832473921
Arbeit zitieren:
Heinekamp (geb. Duda), Marie Christine Februar 2003: Formelle und informelle Einsatzmöglichkeiten eines kontinuierlichen Veränderungsmanagements, Hamburg: Diplomica Verlag
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Change Management, Veränderungsprozess, Veränderungskonzept, Strom, Strommarkt



