Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Förderung von sozialen Kompetenzen durch Musikpraxis bei alten Menschen

Förderung von sozialen Kompetenzen durch Musikpraxis bei alten Menschen
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Alexandra Loske
  • Abgabedatum: Februar 1997
  • Umfang: 308 Seiten
  • Dateigröße: 14,9 MB
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4982-7
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4982-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Loske, Alexandra Februar 1997: Förderung von sozialen Kompetenzen durch Musikpraxis bei alten Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Altenarbeit, Gerontologie, dementielle Erkrankung, musikalisch, Altenkulturarbeit

In den Warenkorb
38,00 €

Studienarbeit von Alexandra Loske

Einleitung:

Die Recherche zum Thema alte Menschen und Musik, wurde von Personen, die mit alten Leuten arbeiten, überaus positiv aufgenommen, jedoch von jüngeren, außenstehenden Menschen eher skeptisch beurteilt. Sie sagten oftmals, daß ihnen solch ein Thema „viel zu depressiv“ wäre. Simone de Beauvoir wurde mit ähnlichen Aussagen konfrontiert, als sie an ihrem Buch über „Das Alter“ schrieb: „ Wenn ich ihnen sagte, daß ich an einem Essay über das Alter arbeite, riefen die meisten: „Was für eine Idee!... Aber Sie sind doch noch gar nicht so alt!... So ein tristes Thema...“. Trotz großer Bedeutung der Seniorenbildung für die Gesellschaft, findet sich für die Musikpraxis mit alten Menschen nur wenig systematische Literatur, obgleich die Sozialpädagogik in dieser Richtung einige Anstrengungen unternommen hat. Auch die Gedanken über Möglichkeiten im Bereich der musiktherapeutischen Altenarbeit scheinen noch immer nicht hinlänglich systematisiert, wobei oftmals Anleihen zu anderen Fachbereichen wie etwa der gerontopsychiatrischen oder medizinischen Forschung genommen werden müssen und zu Begriffsverwirrungen führen: „Zeigt das Thema doch einen Bereich auf, der bisher in der fachlichen Literatur so gut wie gar nicht zusammenhängend bearbeitet wurde, der aber einer immer dringlicheren Reflexion bedarf. In den Bereichen musiktherapeutischer Wirkweisen finden sich erst seit jüngster Zeit neue Ansätze. Eine sinnvolle musiktherapeutische Vorgehensweise scheint noch immer nicht systematisiert vorzuliegen und hängt deshalb sehr stark von der Einschätzung und Kunst der einzelnen praktizierenden Therapeuten ab. Aus diesen Gründen herrscht eine Fülle von Möglichkeiten und begrifflichen Unklarheiten, die eine breite Öffentlichkeitsarbeit erschweren. Die Arbeit mit Senioren in Pflegeeinrichtungen, aber auch in der offenen Altenarbeit, wie sie vor allem durch caritative Einrichtungen geleistet wird, ist größtenteils durch verbandsinterne Praxisberichte dokumentiert. Das Anliegen vorliegender Arbeit ist es, die verfügbare Literatur zu untersuchen, um eine möglichst objektive Darstellung der Seniorenarbeit mit Musik zu bekommen. Dazuhin werden ergänzende empirische Untersuchungen, durch musikpraktische Experimente sowie Interviews und Fragebögen neue erweiternde Erkenntnisse schaffen.

Die Basis für die vorliegende Arbeit ist eine differenzierte Betrachtung der Wirkungen von Musik auf den Menschen. Dazu werden verschiedene physiologische Untersuchungen des Musikeinflusses auf Körper, Geist und Seele herangezogen. Interessant scheint insbesondere der Bereich der Psychosomatik und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Altenarbeit mit Musik. Heilvorgänge durch Musikeinfluß gibt es vermutlich seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte, sie wurden jedoch erstmals von den alten Griechen schriftlich fixiert. Erst seit Anfang dieses Jahrhunderts begann eine systematische musiktherapeutische Erforschung, wobei interessante Phänomene der Heilung durch Musik sowie magisch-musikalische Rituale untersucht und beschrieben wurden. Einige der heute angewendeten musiktherapeutischen Vorgehensweisen haben sich aus den bereits bestehenden alten ritualisierten Musikpraktiken entwickelt, wobei die musiktherapeutische Wissenschaft oft unabhängig von archaischen Erfahrungen alter Kulturen zu den gleichen Ergebnissen fand. Kultische Handlungen werfen immer die Frage nach Religion auf und lassen vermuten, daß bereits in der Musik selbst eine Art sinnstiftendes Prinzip, eine Hilfe für menschliche Schwierigkeiten liegt. Musik kann ohne Zweifel ein geeignetes Medium für sakrale Verkündigung sein, wie beispielsweise die Passionen von J.S. Bach verdeutlichen. Des weiteren stellt sich die Frage, inwieweit durch Musik und deren spirituell-transzendente Bezüge Altersund Sterbeprozesse verarbeitet werden können. Verschiedene Alterskrankheiten sowie gerontopsychiatrische Störungen scheinen durch Musik positiv beeinflußbar. Ferner lassen sich Gedächtnisfunktionen durch Musikeinfluß stützen und verbessern, wodurch wertvolle Hilfestellungen für demente Personen geleistet werden. Es stellt sich die Frage inwieweit soziale Kompetenzen wie beispielsweise Kontaktfähigkeit durch Musikeinfluß gefördert, die Motivation bestärkt, das persönliche Wollen überhaupt erst geweckt und die Konfliktfähigkeit geschult werden können?

Gemeinsames Musizieren läßt sehr rasch zwischenmenschliche Beziehungen entstehen und diese Tatsache scheint vor allem im Hinblick des Austauschs der Generationen interessant zu untersuchen. Welche Möglichkeiten des Musikunterrichts bestehen bei verschiedenen Behinderungen, oder bei Instrumenten, die weit über das technische Niveau von Orff-Instrumenten hinausgehen? Außerdem soll anhand praktischer Studien geklärt werden, ob Senioren innerhalb einer Art therapeutischen Musikunterrichts ein Instrument erlernen können. Altenarbeit mit Musik läßt sich mit dem Anspruch, eine Hilfe zur Gestaltung des Lebensabends zu geben, ganz klar von gewöhnlicher, musikalischer Erwachsenenbildung abgrenzen: „In der Praxis unterscheidet man bei organisierten Veranstaltungen für ältere Menschen Angebote der Erwachsenenbildung (auch Andragogik genannt) in VHS u. ä. Institutionen und Angebote der,offenen Altenhilfe` im Rahmen der Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Kommunen usw. (Altenklubs, Altentagesstätten)“. Auch musikalische Programme der VHS, die für Senioren konzipiert wurden, richten sich an einen eher bildungsgewöhnten älteren Personenkreis. Sie bieten „günstige Bedingungen für Lernaktivitäten“, die „höhere Schulbildung und ein breites Interessenspektrum“ voraussetzen (ebd.). Alte Menschen der unteren Gesellschaftsschichten hatten jedoch in der Regel nur wenig Bildungsmöglichkeiten, konnten kaum persönliche Interessen verwirklichen oder Freizeitbeschäftigungen finden, die einen realen Bezug zu kulturellem Miteinander geben: „Auch wenn der Rentner oder Pensionär sich seine Gesundheit und seinen klaren Verstand erhalten hat, ist er dennoch einer schrecklichen Plage ausgesetzt.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 6
1. Einleitung 7
2. Altersproblematik 14
2.1 Bewertung von Alterserscheinungen 16
2.2 Musik als ergänzende Therapieform bei psychosozialenProblemsituationen alter Menschen 18
3. Therapeutische Wirkungen von Musik 19
3.1 Historischer Überblick therapeutischer Musikwirkungen 21
3.2 Allgemeine Aspekte 29
3.2.1 Musik und Religion 29
3.2.2 Musik und Magie 30
3.2.3 Musik als Heilmittel 31
3.3 Psychophysische Wirkungen von Musik 33
3.4 Musik und Persönlichkeit 46
4. Musikalische Seniorenenbildung 49
4.1 Überlegungen zur Altenkulturarbeit 50
4.2 Musikpraxis in der offenen Altenarbeit 52
4.2.1 Ziele offener Altenarbeit 54
4.2.2 Methoden offener Altenarbeit 56
4.3 Musik als Medium zur Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen 58
4.4 Musik als Kommunikationsphä omen 60
4.5 Musik als Mittel sozialer Interaktion 68
5. Musikalische Arbeit in der institutionellen Altenhilfe 71
5.1 Verschiedene musiktherapeutische Ansätze 74
5.1.1 Aktive und passive Therapieformen 76
5.1.2 Gerichtete und ungerichtete Ansätze 80
5.1.3 Rekreative und regulative Musiktherapie 81
5.2 Diskussion der verschiedenen Ansätze 83
5.2.1 Ziele institutioneller musikalischer Altenarbeit 85
5.2.2 Methoden institutioneller musikalischer Altenarbeit 90
6. Musiktherapie bei verschiedenen Alterskrankheiten 91
6.1 Altersproblematik und psychische Erkrankung 91
6.2 Gerontopsychiatrische Krankheiten 94
6.2.1 Demenz 94
6.2.2 Altersdepression 100
6.3 Musiktherapie im Pflege- und Krankenbereich 103
6.4 Musiktherapie bei Sterbenden 106
7. Singen im Altersheim 110
7.1 Aspekte des Seniorensingens 110
7.2 Situationsspezifische Wahl des Liedguts 112
7.3 Methoden zur Liedgestaltung 114
7.4 Therapeutisches Singen 117
7.4.1 Gruppensingtherapie 120
7.4.2 Einzelsingtherapie 124
8. Musizieren auf Orff-Instrumenten 125
8.1 Bereitstellung des geeigneten Instrumentariums 126
8.2 Methoden musikpraktischer Gestaltung 128
8.3 Verschiedene Möglichkeiten zur Entfaltung musikalischer Kreativität 133
8.4 Bedingungen instrumentaltherapeutischer Vorgehensweisen 134
8.5 Methoden und Zielsetzungen instrumentaler Improvisation 136
9. Musik und Bewegung 140
9.1 Allgemeine Aspekte 142
9.2 Freies rhythmisches Bewegen zur Musik 143
9.3 Bewegungsformen bei verschiedenen Krankheitsbildern 148
9.4 Seniorentanz 153
9.5 Sitztänze 156
10 Rezeptiver Umgang mit Musik 159
10.1 Werkhören 160
10.1.1 Möglicher Einstieg zum Musikhören 160
10.1.2 Anleitung zum bewußten Musikhören 162
10.2 Musikhören in Kombination zu anderen künstlerischen Medien 164
10.3 Musikhören und künstlerisches Gestalten 167
11. Polyästhetische Ansätze und musikalische Projektarbeit 173
11.1 Polyästhetische Therapieformen 173
11.2 Gestaltung festlicher Anlässe mit Musik 175
11.3 Musikalische Radioprojektarbeit 178
11.4 Generationenübergreifende musikalische Projektarbeit 179
12. Interviews 181
12.1 Grundlagen und Ansatzpunkte zur Durchführung der Interviews 181
12.2 Verfahrensweisen der Auswertung und Probleme der Interpretation 182
12.3 Grundlagen und repräsentative Ergebnisse der Studie vor Ort 183
12.4 Diskussion der Interviews und zusammenfassendes Resultat 185
12.4.1 Interviews der offenen Altenarbeit 185
12.4.2 Befragungen in einem Münchner Altersheim 191
12.4.3 Ein Interview aus dem Bereich musiktherapeutischer Altenarbeit 201
12.5 Zusammenfassendes Resultat der Interviews 203
13. Fragebogenaktion im Altenheim, der Nachbarschaftshilfe und der städtischen Altenhilfe 208
13.1 Aufbau und Entwicklung des Fragebogens 209
13.2 Durchführung der Untersuchung und Auswertungskriterien 210
13.3 Ergebnisse der Befragung 211
14. Zusammenfassung 215
14.1 Diskussion der Untersuchungen 215
14.2 Rückschlüsse auf den musikpraktischen und therapeutischen Umgang mit Musik 221
14.3 Ausblick und weiterführende Forschung 223
15. Anhang 225

In den Warenkorb
38,00 €

Arbeit zitieren:
Loske, Alexandra Februar 1997: Förderung von sozialen Kompetenzen durch Musikpraxis bei alten Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Altenarbeit, Gerontologie, dementielle Erkrankung, musikalisch, Altenkulturarbeit

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren