Förderung von Handlungskompetenzen in der betrieblichen Weiterbildung durch eLearning
Grenzen und Nutzen des Lernens mit neuen Medien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Silja Baese
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5670-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5670-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5670-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Baese, Silja Juni 2002: Förderung von Handlungskompetenzen in der betrieblichen Weiterbildung durch eLearning, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalentwicklung, eLearning-Software, Sozialkompetenz, Lerntheorie, Tutorial
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Diplomarbeit von Silja Baese
Einleitung:
„Viele Anzeichen sprechen dafür, dass Umfang und Qualität der Anstrengungen im Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung schon heute und erst recht in Zukunft für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und für die Position im Konkurrenzkampf maßgeblich sein werden. Betriebliche Aus- und Weiterbildung ist oder wird für immer mehr Unternehmen ein „strategischer Faktor“ für den Unternehmens-Erfolg.“.
Dieses Zitat, einem Diskussionsbeitrag zum Thema eLearning entnommen, beschreibt treffend den Zustand des Wandels im unternehmerischen Denken.
In Zeiten wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen sowie vermehrten Kostenzwängen auch in der betrieblichen Weiterbildung besteht für Unternehmen eine wichtige Aufgabe darin, möglichst schnell und flexibel auf neue Anforderungen des Marktes reagieren zu können.
Diesem Kontext entspringt auch die Entstehung einer neuen „Lernkultur“, die sich unter dem Schlagwort des lebenslangen Lernens subsumieren lässt.
In ihr wird deutlich, dass sich die Anforderungen an den Mitarbeiter der Gegenwart wandeln: Die zentrale Rolle der schulischen und beruflichen Erstausbildung weicht im Zuge der schwindenden Halbwertzeit des Wissens einer Anforderung zum permanenten berufsbegleitenden Lernen und Weiterbilden. Dementsprechend verschiebt sich der Fokus des Lernens und Lehrens von einer Wissensorientierung hin zu einer anwendungsbezogenen Könnens- und Kompetenzorientierung, innerhalb derer Handlungs- und Schlüsselqualifikationen einen hohen Stellenwert einnehmen.
Aus diesem Grunde setzen Unternehmen zur betrieblichen Kompetenzförderung in jüngerer Zeit große Hoffnungen auf den Einsatz neuer Weiterbildungsformen, die neben der Befriedigung des gesteigerten Weiterbildungsbedarfs auch eine Kostenreduktion und Flexibilisierung der betrieblichen Bildungsmaßnahmen versprechen.
Vor dem Hintergrund, dass Computer in der betriebswirtschaftlichen Praxis eine immer größere Rolle spielen und nahezu jeder Mitarbeiter im Arbeitsablauf mit ihnen in Berührung kommt, liegt der Schluss nahe, dass diese Instrumente auch in Bezug auf Qualifikationszwecke eine bedeutende Stellung einnehmen werden. So unterliegt computergestütztes Lernen besonders in den vergangenen zehn Jahren einer rapiden Weiterentwicklung, die von einer intensiven und kontroversen Diskussion um seine Praktikabilität begleitet wird. Ein Blick in die Literatur zeigt, dass diese Diskussion schnell in den Strudel einer Polarisierung von Computereuphorie und Computerablehnung geraten kann. Geprägt von divergenten Begrifflichkeiten und streitbaren Thesen sind nur wenige Beiträge zu einer neutralen und realistischen Abwägung von Nutzen und Gefahren einer computergestützten betrieblichen Weiterbildung bereit.
Gegenstand dieser Arbeit soll deshalb eine generelle Bewertung von computergestützten Qualifizierungsmaßnahmen sein.
Es ist folglich zu untersuchen, ob der Einsatz von eLearning eine Alternative oder eine Ergänzung zu konventionellen Weiterbildungsmaßnahmen darstellen kann. Ebenso stellt sich die Frage, welche Arten von Handlungskompetenzen sich im Einzelnen mit welchem Lernsoftware-Typ fördern lassen.
Aufgrund der unzulänglichen Vereinheitlichung technischer und wissenschaftlicher Termini und der Vielzahl parallel verwendeter Begrifflichkeiten wird in der vorliegenden Arbeit der Terminus eLearning als Sammelbegriff für alle Arten der computergestützten Weiterbildung eingesetzt. Desgleichen soll innerhalb des zu erarbeitenden Begriffsverständnisses die Verwendung neuer Medien in der betrieblichen Weiterbildung dem Einsatz des Mediums Computer gleichgesetzt werden.
In diesem Sinne besteht das Globalziel dieser Arbeit in der Untersuchung und Diskussion der Frage, inwiefern computerbasierte Bildungsmethoden für die Förderung von Handlungskompetenzen in der betrieblichen Weiterbildung geeignet sind.
Gang der Untersuchung:
Zur Erfüllung des gesetzten Ziels wird in Kapitel 2 zunächst ein Basisverständnis in Bezug auf Begrifflichkeiten und Inhalt der betriebswirtschaftlichen Personalentwicklung erarbeitet. Diese Darstellung soll als Grundlage der späteren Untersuchung fungieren.
Das 3. Kapitel vermittelt einen definitorischen und inhaltlichen Überblick über Neuen Medien und eLearning, wobei hier vor allem Unterschiede zu konventionellen Bildungsmedien und technische Leistungsmerkmale computergestützter Medien vor dem Hintergrund der folgenden Ausarbeitungen eine Rolle spielen.
Die in Kapitel 4 eingeführten lerntheoretischen Grundlagen werden in seinem Verlaufe intensiviert betrachtet, indem sie sowohl einer historischen, beschreibenden als auch einer kritisch-vergleichenden Betrachtung unterzogen werden.
Das 5. Kapitel synthetisiert daraufhin die theoretischen Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel in einer eingehenden Betrachtung einzelner Lernsoftware-Typen, in der besonders lernpsychologische, konzeptionelle und praxisbezogene Aspekte des Einsatzes von eLearning hervorgehoben werden.
Den abschließenden und ergebnispräsentierenden Teil der Untersuchung leitet das 6. Kapitel ein, in dem auf Nutzen und insbesondere auch auf Grenzen des Einsatzes von eLearning in der betrieblichen Weiterbildung eingegangen wird. Unter Bezugnahme auf die im vorigen Kapitel erarbeiteten Lernsoftware-Typen und deren Einsatzmöglichkeiten zu Zwecken der Förderung von Handlungskompetenzen in der betrieblichen Weiterbildung werden mögliche Problemfelder diskutiert und Handlungsempfehlengen aufgezeigt.
Vervollständigt wird der Gang der Untersuchung durch eine abschließende Reflexion der zentralen Thematik im 7. Kapitel, welches die Förderung von Handlungskompetenzen durch eLearning problematisiert. Hierbei werden insbesondere die unterschiedlichen Arten von Handlungskompetenzen und die intendierten Lernziele berücksichtigt. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse wird resümierend die Praktikabilität des eLearning-Einsatzes in der betrieblichen Weiterbildung bewertet.
Beendet wird die Ausarbeitung mit der im 8. Kapitel vorgenommenen Zusammenführung aller Erkenntnisse, die, verknüpft mit einem Ausblick auf die Zukunft der betrieblichen Weiterbildung und insbesondere auf den Stellenwert des eLearnings, den Abschluss bildet.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Personalentwicklung und betriebliche Weiterbildung | 5 |
| 2.1 | Begriff und Inhalt der Personalentwicklung und Handlungskompetenzbildung | 5 |
| 2.2 | Betriebliche Weiterbildung als Aktionsfeld der Personalentwicklung | 8 |
| 2.2.1 | Personalentwicklung into the job | 9 |
| 2.2.2 | Personalentwicklung out of the job | 9 |
| 2.2.3 | Personalentwicklung on the job/ along the job | 10 |
| 2.2.4 | Personalentwicklung near the job/ off the job | 11 |
| 3. | Neue Medien und eLearning | 13 |
| 3.1 | Begriffsabgrenzung | 13 |
| 3.2 | Leistungsmerkmale Neuer Medien | 16 |
| 3.2.1 | Interaktivität | 16 |
| 3.2.2 | Adaptivität | 17 |
| 3.2.3 | Multimedialität | 17 |
| 3.2.4 | Multicodierung | 18 |
| 3.2.5 | Multimodalität | 19 |
| 3.3 | eLearning in der betrieblichen Weiterbildung | 21 |
| 3.3.1 | Bedeutung von eLearning | 21 |
| 3.3.2 | Einsatzformen von eLearning | 22 |
| 3.3.3 | Inhalte von eLearning-Aktivitäten | 25 |
| 3.3.4 | Fazit | 26 |
| 4. | Lerntheoretische Grundlagen | 27 |
| 4.1 | Lernen | 27 |
| 4.2 | Lernpsychologische Fundierung: Lerntheoretische Ansätze | 31 |
| 4.2.1 | Der Behaviorismus | 31 |
| 4.2.2 | Der Kognitivismus | 34 |
| 4.2.3 | Der Konstruktivismus | 37 |
| 4.3 | Vergleichende Würdigung der lerntheoretischen Ansätze | 40 |
| 5. | Typologisierung und lernzielspezifische Eignung von eLearning-Software | 42 |
| 5.1 | Typologische Einordnung von eLearning-Software | 42 |
| 5.1.1 | Programmierte Unterweisung: Behavioristische Merkmale | 43 |
| 5.1.2 | Tutorielle Systeme: Kognitivistische Ansätze | 49 |
| 5.1.3 | Situiertes Lernen: Konstruktivistische Prägung | 53 |
| 5.2 | Fazit | 58 |
| 6. | Grenzen und Nutzen des Einsatzes von eLearning | 61 |
| 6.1 | Kommunikativ-soziale Aspekte | 62 |
| 6.2 | Motivationale Aspekte | 65 |
| 6.3 | Finanzielle Aspekte | 67 |
| 6.4 | Technisch Aspekte und Medienkompetenz | 70 |
| 6.5 | Aspekte des Lernortes und der Lernzeit | 73 |
| 6.6 | Fazit | 75 |
| 7. | Förderung von Handlungskompetenzen durch eLearning - eine kritische Betrachtung | 77 |
| 7.1 | Handlungskompetenzförderung durch eLearning | 77 |
| 7.1.1 | Förderung von Fachkompetenzen | 78 |
| 7.1.2 | Förderung von Sozialkompetenzen | 80 |
| 7.1.3 | Förderung von Methodenkompetenzen | 83 |
| 7.2 | Fazit | 84 |
| 8. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 87 |
| Literaturverzeichnis | IV | |
| Erklärung | IX |
Weiterbildungsinhalte wie Kunden- beziehungsweise Mitarbeitergespräche nicht realitätsnah simuliert werden, da es sich hier um affektive Lernziele und nicht um die Vermittlung von Faktenwissen handelt.144 Ebenso eignen sich PUs nur in geringem Maße für einen Einsatz im Bereich der Schulung von Teamkompetenzen. Denkbar wäre hier eine Simulation des menschlichen Verhaltens und die Abfrage adäquater Reaktionen gemäß der Prinzipien einer Programmierten Unterweisung. Eine solche Simulation vermag jedoch keine realitätsnahe Abdeckung des gesamten Spektrums des menschlichen Verhaltens zu umfassen und wird daher nicht den gewünschten Lernerfolg erzielen. Die Software scheitert an dieser Stelle allein an der Komplexität der möglichen menschlichen Reaktionen, die nicht befriedigend über eine Dialogsequenz am Bildschirm repräsentiert werden kann. Gleichwohl ergeben sich für Software des Typs Programmierte Unterweisung in der betrieblichen Weiterbildung eine Fülle von Einsatzmöglichkeiten. Vorstellbar ist die Nutzung Programmierter Unterweisungen im Bereich der Vermittlung von betriebswirtschaftlichen Basiswissen146, Marktund Fremdsprachentraining Grundlagen145, und zur VorWeiterhin informationstechnologischem Produktinformationen147, und Nachbereitung Drill & werden zum von Practice- [...]
Programmierte Instruktionen bieten durch die im Vorfeld erfolgte Festlegung des Lernziels und aufgrund der klar definierten und quantitativ abgrenzbaren Ergebnisse die Möglichkeit einer exakteren Erfolgskontrolle des Lernprozesses. Der Ablauf einer Programmierten Unterweisung ist übersichtlich und somit auch für eLearning-unerfahrene Nutzer mühelos nachvollziehbar.140 Jedoch stellt diese Unkompliziertheit auch ein gravierendes Defizit der PU dar: Aufgrund der Schlichtheit und Inflexibilität dieses Softwaretyps führen PUs schnell zu Langeweile beim Lernenden. Trotz einer beispielsweise durch eine Melodie, Stimme oder ein Icon ausgedrückten Anerkennung für richtig gelöste Aufgaben lässt die Lernmotivation außerordentlich schnell nach.141 Gründe hierfür sind einerseits die Eintönigkeit der Nutzer-Intervention, die sich auf die Reproduktion von Wissen und das Drücken des richtigen Knopfes beschränkt, andererseits die ausbleibende Möglichkeit, das angeeignete Wissen in übertragenen Situationen anzuwenden. So ist zu beobachten, dass die „Motivation des Lerners (...) rapide sinkt, wenn der Neuigkeitseffekt verfliegt“142 und sich aufgrund der mangelnden Abwechslung und einem sturen Frage-AntwortMuster relativ rasch eine Langeweile beim Benutzer einstellt. Trotz der oftmals mit multimedialen, multicodalen und auch multimodalen Aspekten aufwendig angereicherten Lernumgebungen setzen diese negativen Erscheinungen häufig schnell ein. Eine weitere Einschränkung der Programmierten Unterweisung ist ihre begrenzte Eignung. Wie schon betont, kann mit diesen Lernprogrammen durchaus Faktenwissen vermittelt und abgefragt werden. In der betrieblichen Weiterbildung aber hat auch die Förderung derjenigen Handlungskompetenzen einen großen Stellenwert, die soziale Aspekte des Berufslebens betreffen.143 Kompetenz zur Gruppenarbeit, soziale Interaktionsformen und interkulturelle Kompetenzen, insbesondere im Zusammenhang im Auslandsentsendungen oder Fusionen mit ausländischen Partnern, erfordern Anstrengungen der Personalentwicklung, die allenfalls nur sehr eingeschränkt mit Mitteln einer Programmierten Unterweisung zu realisieren sind. So können beispielsweise im [...]
Jedoch ist bei dieser Kritik nicht zu vergessen, dass neben der Notwendigkeit von komplexen Wissensstrukturen diese mit einer gewissen theoretischen Fundierung, welche oftmals aus Faktenwissen bestehen muss, untermauert sein sollten.135 Deshalb haben zweifellos auch behavioristisch geprägte Lernanwendungen in bestimmtem Kontext ihre Berechtigung.136 Ein vielzitiertes Beispiel ist die sogenannte Drill & Practice-Software137, die durchaus sinnvoll zum Einüben von Fertigkeiten eingesetzt werden kann. In der betrieblichen Weiterbildung sind diese Programme zum Beispiel als Sprachtrainingsprogramme zur Vorbereitung einer Auslandsentsendung, als Maschinenschreibkurse oder als Trainingsmöglichkeit zum Einüben von Fachwissen anzutreffen. Die Drill-Komponente wird dabei realisiert durch das mehrmalige Wiederholen von Lerninhalten, die schleifenähnlich solange dem Lernenden vorgeführt werden, bis dieser durch das Angeben einer richtigen Antwort zur darauffolgenden Lernsequenz „weiterspringen“ kann. Der Practice-Teil138 dieses Softwaretyps bezeichnet das wiederholte mechanische Einüben durch die Aufgabenstellungen, die in ihrer detaillierten Abprüfung eine Art Kontrollfunktion haben. Dahingehend eröffnet sich möglicherweise ein vorteilhafter Aspekt des Einsatzes von Programmierten Instruktionen in der betrieblichen Weiterbildung: Durch eine strikte Kontrolle der Lernschritte kann eine Quantifizierung des Lernprozesses erfolgen und demgemäss der Lernerfolg messbar gemacht werden. Die oftmals einzig mögliche Orientierung an qualitativen Parametern in der betrieblichen Weiterbildung oder – wird – sei bei es als bei der der Messung des von Weiterbildungsbedarfs Weiterbildungsaktivitäten [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832456702
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Baese, Silja Juni 2002: Förderung von Handlungskompetenzen in der betrieblichen Weiterbildung durch eLearning, Hamburg: Diplomica Verlag
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Personalentwicklung, eLearning-Software, Sozialkompetenz, Lerntheorie, Tutorial



