Fördermöglichkeiten für Bioenergie
Eine Untersuchung im ländlichen Raum
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Numa Sattrup
- Abgabedatum: Februar 2008
- Umfang: 81 Seiten
- Dateigröße: 469,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
- Bibliografie: ca. 90
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2158-8
- ISBN (CD) :978-3-8366-2158-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sattrup, Numa Februar 2008: Fördermöglichkeiten für Bioenergie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bioenergie, Erneuerbare Energie, Biogas, Förderung, Ländlicher Raum
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Diplomarbeit von Numa Sattrup
Problemstellung:
Ein bedeutender Nachteil der erneuerbaren Energieträger ist, dass die Kosten der Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern derzeit noch höher sind als die Stromerzeugungskosten der fossilen Energieträger. Somit ist eine wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit gegenüber fossilen Energieträgern nicht zu gewährleisten und macht eine Förderung erneuerbarer Energien durch wirksame Instrumente notwendig. Mit der Förderung erneuerbarer Energien werden neben den energie- und umweltpolitischen Zielen auch wirtschaftspolitische Ziele verfolgt. Seit Anfang der 90er Jahre ist in Deutschland durch eine starke Förderung eine stetige Zunahme von Bioenergieanlagen zu erkennen. Dazu beigetragen haben vor allem das Marktanreizprogramm (MAP) und das Inkrafttreten des Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG). Einen regelrechten Bioenergieboom löste zusätzlich die Novelle des EEG 2004 mit einer 20-jährigen gesicherten Förderung aus. Allerdings gilt es zu überprüfen, ob die Fördermittel zur finanziellen Unterstützung auch wirklich so zielgerichtet und effizient eingesetzt sind, dass neben den umweltpolitischen Zielen der EU auch positive Effekte erzielt werden können, beispielsweise zur Stärkung strukturschwacher Regionen. Vor allem die energetische Nutzung aus Biomasse kann dazu beitragen, Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte im ländlichen Raum zu schaffen. Zugleich ist Biomasse auch der bedeutendste Bioenergierohstoff aller regenerativen Energieträger. Da sich die Region Südniedersachsen durch ihre landwirtschaftlich geprägte Struktur hervorhebt und ein hohes Aufkommen an Biomasse besitzt, wird sie in dieser Arbeit als Beispielregion für den ländlichen Raum herangezogen. Ziel der Arbeit ist es anhand der Beispielregion Südniedersachsen zu überprüfen, wie zielgerichtet die möglichen Fördermittel einen Ausbau der Biomassenutzung im ländlichen Raum bewirken. So steht im Mittelpunkt dieser Arbeit die Frage:
Wie effizient wird der Wirtschaftsfaktor Bioenergie in der Region Südniedersachsen gefördert?
Gang der Untersuchung:
Um die Ausgangsfrage der vorherigen Seite zu beantworten, geht die Arbeit systematisch im Aufbau vor. So wird in Kapitel 2 zunächst anhand umweltökonomischer Grundlagen eine Rechtfertigung für einen staatlichen Eingriff zur Förderung erneuerbarer Energien gegeben. Da die erneuerbaren Energieträger noch nicht mit den fossilen konkurrieren können, reichen die bloßen Marktkräfte nicht aus, um die politischen Zielvorgaben zu erfüllen. Kapitel 3 gibt einen Überblick über alternative Energiequellen und konzentriert sich auf den Bioenergierohstoff Biomasse, da dieser den bedeutendsten Anteil am Primärenergieverbrauch erneuerbarer Energien besitzt und zudem vorwiegend im ländlichen Raum verbreitet ist. Es folgt ein kurzer Einblick in die energetische Erzeugung des Bioenergieträgers Biomasse, sowie eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit der regionalen Biomasseanlagen. Aufgrund der mangelnden Konkurrenzfähigkeit der erneuerbaren Energieträger, ist eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für Anlagenbetreiber von großer Bedeutung. Eine ausführliche Betrachtung der Vor- und Nachteile der energetischen Nutzung aus Biomasse soll klären, ob vom Wirtschaftsfaktor Bioenergie eine Stärkung des ländlichen Raumes ausgehen kann.
Dies bezüglich wird in Kapitel 4 die Region Südniedersachsen als Beispiel für den ländlichen Raum betrachtet und dahingehend untersucht, ob sich der Wirtschaftsfaktor Bioenergie auch in dieser Region positiv auswirkt. Dafür erfolgt eine Betrachtung der Landwirtschaft und der regionalen Unternehmen, die direkt in Verbindung mit der Biomassenutzung stehen. Der letzte Abschnitt des Kapitels prüft, ob in der Region noch genügend Biomassepotential vorhanden ist. Vorhandenes Potential ist von Bedeutung, um die positiven Effekte zur Stärkung der Region, die durch den Wirtschaftsfaktor Bioenergie aus Biomasse ausgehen, weiterhin zu verstärken.
Ein Ausbau des Wirtschaftsfaktors zur Stärkung der Region ist derzeit nur über Fördermittel zu erreichen. Zur politischen Umsetzung bieten sich insbesondere zwei Instrumente an, entweder ein mengen- oder ein preisgesteuertes Fördersystem. Kapitel 5 fokussiert sich nach einer Gegenüberstellung der zwei Varianten auf die derzeit vorherrschende Förderpraxis der preisorientierten Förderungsinstrumente. Dazu beschreibt die Arbeit einige dieser möglichen Förderinstrumente zur energetischen Biomassenutzung. Eine Analyse der Förderung zur Biomassenutzung soll Aufschluss geben darüber, wie die zuvor beschriebenen Förderinstrumente die Region Südniedersachsen beeinflussen und ob die Region durch Bottom-up Maßnahmen zu einer effizienteren Förderung beitragen kann. Dazu wurden die schon existierenden, relevanten Netzwerke der Region untersucht und zur Förderung des Biomasseausbaus befragt. Diese Analyse beruht aufgrund sehr begrenzter Literaturbasis auf telefonischen Befragungen von Beteiligten relevanter Bioenergieanlagen und Akteuren relevanter Netzwerke. Kapitel 6 fasst abschließend die ermittelten Untersuchungen zusammen und entwickelt Handlungsempfehlungen für die eingangs gestellte Frage.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 6 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 7 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 8 |
| 2. | Ökonomische Rechtfertigung der Förderung von erneuerbaren Energien | 10 |
| 2.1 | Umweltökonomische Grundlagen | 10 |
| 2.1.1 | Externe Effekte | 11 |
| 2.1.2 | Marktversagen bei natürlichen Ressourcen | 12 |
| 2.2 | Internalisierung externer Effekte | 14 |
| 2.2.1 | Theoretische Ansätze von Pigou und Coase | 15 |
| 2.2.2 | Praktische Lösungsansätze | 16 |
| 2.2.2.1 | Der Standard-Preis-Ansatz | 16 |
| 2.2.2.2 | Handelbare Umweltnutzungsrechte | 17 |
| 2.3 | Zwischenfazit | 18 |
| 3. | Bioenergie aus Biomasse als bedeutender regenerativer Energierohstoff | 19 |
| 3.1 | Energieerzeugung aus alternativen Energiequellen | 19 |
| 3.1.1 | Energetische Erzeugung aus Biomasse | 21 |
| 3.1.2 | Wirtschaftlichkeit von Anlagen zur Biomassenutzung | 22 |
| 3.2 | Vorteile der Biomassenutzung | 24 |
| 3.2.1 | Volkswirtschaftliche Aspekte | 24 |
| 3.2.2 | Ökologische Aspekte | 25 |
| 3.2.3 | Agrarpolitische Aspekte | 25 |
| 3.3 | Unerwünschte Nebenwirkungen der Biomassenutzung | 26 |
| 3.3.1 | Volkswirtschaftliche Aspekte | 26 |
| 3.3.2 | Ökologische Aspekte | 26 |
| 3.3.3 | Agrarpolitische Aspekte | 27 |
| 3.4 | Zwischenfazit | 28 |
| 4. | Bioenergie aus Biomasse als Wirtschaftsfaktor in der Region Südniedersachsen | 29 |
| 4.1 | RegionSüdniedersachsen als Wirtschaftsraum | 29 |
| 4.2 | Ausgangslage für die energetische Biomassenutzung in Südniedersachsen | 30 |
| 4.2.1 | Unternehmen in der Bioenergienutzung aus Biomasse | 31 |
| 4.2.2 | Struktur der Landwirtschaft in der Biomassenutzung | 32 |
| 4.2.3 | Einschätzungen zum Biomassepotential | 34 |
| 4.3 | Argumente für die politische Förderung energetischer Biomassenutzung in der Region Südniedersachsen | 35 |
| 4.4 | Zwischenfazit | 36 |
| 5. | Fördermöglichkeiten von Bioenergie aus Biomassein der Region Südniedersachsen | 38 |
| 5.1 | Instrumente zur Förderung erneuerbarer Energien | 38 |
| 5.1.1 | Preisorientierte Förderinstrumente | 38 |
| 5.1.2 | Mengenorientierte Förderinstrumente | 42 |
| 5.1.3 | Mengen versus Preise | 43 |
| 5.2 | Möglichkeiten zur Förderung der energetischen Nutzung aus Biomasse | 46 |
| 5.2.1 | EU-Förderung | 47 |
| 5.2.2 | Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) | 48 |
| 5.2.3 | Marktanreizprogramm (MAP) | 49 |
| 5.2.3.1 | Investitionszuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) | 50 |
| 5.2.3.2 | Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) | 50 |
| 5.2.4 | Förderung durch das Land Niedersachsen | 50 |
| 5.2.5 | Politische Feinsteuerung unterer Handlungsebenen | 51 |
| 5.2.5.1 | Regionale Kooperationen | 51 |
| 5.2.5.2 | Formen der Kooperation zwischen Kommunen | 53 |
| 5.2.6 | Ökologische Begleitforschung zur Bioenergie | 54 |
| 5.3 | Analyse der Förderung zur Biomassenutzung in der Region Südniedersachsen | 55 |
| 5.3.1 | Anlagen zur energetischen Biomasseerzeugung | 55 |
| 5.3.1.1 | Situation der regional betriebenen Biogasanlagen und Holzhackschnitzelanlagen | 57 |
| 5.3.1.1.1 | Ermittelte Wirtschaftlichkeitskomponenten | 57 |
| 5.3.1.1.2 | Inanspruchnahme möglicher Förderinstrumente | 58 |
| 5.3.1.2 | Problemsituation der Biogasanlagenbetreiber und der Landwirtschaft | 60 |
| 5.3.2 | Relevante regionale Akteure und Netzwerke | 62 |
| 5.4 | Zusammenfassung | 64 |
| 6. | Abschließende Bewertung und Schlussfolgerungen | 66 |
| 6.1 | Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse | 66 |
| 6.2 | Handlungsempfehlungen | 67 |
| 6.3 | Ausblick und kritische Anmerkungen | 68 |
| Literaturverzeichnis | 70 | |
| Anhang | 76 | |
| Anhang 1: Installierte elektrische Leistung von Biogasanlagen bundesweit | 76 | |
| Anhang 2: Biogasanlagen in Niedersachsen | 76 | |
| Anhang 3: Mögliche Ausgaben und Einnahmen bei Bioenergieanlagen | 77 | |
| Anhang 4: Die Region Südniedersachsen | 77 | |
| Anhang 5: Befragung regionaler Unternehmen | 78 | |
| Anhang 6: Flächennutzung in der Region Südniedersachsen | 78 | |
| Anhang 7: Energiemaisanbau in der Region Südniedersachsen | 79 | |
| Anhang 8: Tatsächliches Biomasseaufkommen LK Göttingen, 2003 | 79 | |
| Anhang 9: Leitfaden: Bioenergieanlagen in der Region Südniedersachsen | 80 | |
| Anhang 10: Zusammenarbeit mit dem Landvolk Göttingen | 81 |
Textprobe:
Kapitel 4., Bioenergie aus Biomasse als Wirtschaftsfaktor in der Region Südniedersachsen:
In diesem Kapitel überprüft die Arbeit, ob der Wirtschaftsfaktor Bioenergie auch zur Wertschöpfung in der Region Südniedersachen beiträgt und damit seine wirtschaftspolitische Förderung rechtfertigt. Dazu folgt eine kurze Vorstellung der Region Südniedersachsen, sowie eine Betrachtung der Ausgangslage für Biomasseanlagen. Dabei soll eine Darstellung der regionalen Unternehmen und der Landwirtschaft zeigen, ob diese Akteure von einer lokalen Wertschöpfungskette des Wirtschaftsfaktors Bioenergie aus Biomasse profitieren. Eine Einschätzung zum Biomassepotential soll klären, ob der Wirtschaftsfaktor Bioenergie in der Region Südniedersachsen auch umsetzungsfähig ist. Abschließend nennt die Arbeit politische Argumente für eine Förderung der energetischen Biomassenutzung, die notwendig ist für einen weiteren Ausbau der Biomassenutzung und eine Steigerung der wirtschaftspolitischen Effekte in der Region.
Region Südniedersachsen als Wirtschaftsraum:
Für die Region Südniedersachen liegt keine genaue Definition vor, im Allgemeinen ist darunter der südliche Teil des Bundeslandes Niedersachen zu verstehen. Im Allgemeinen sind die Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode am Harz und zum Teil auch der Landkreis Eichsfeld gemeint, der dem benachbarten Bundesland Thüringen angehört. Das Oberzentrum der Region Südniedersachsen bildet die Stadt Göttingen (siehe Anhang 4). In dieser Arbeit ist unter dem Begriff Südniedersachen hauptsächlich das engere Gebiet Göttingen, Northeim und Osterode am Harz zu verstehen.
Die Bezeichnung ‘Südniedersachsen’ ist zudem gesellschaftlich weit verbreitet, da einige kommunale Kooperationen sie im Namen beinhalten wie z.B. Regionalverband Südniedersachsen e.V., Südniedersachsen Stiftung oder Landschaftsverband Südniedersachsen. Allerdings ist die beschriebene Region nicht klar abgegrenzt und ist daher nicht als eine eigenständige Region anzusehen.
In der Region Südniedersachsen leben ca. 500.000 Einwohner, davon die meisten im Landkreis Göttingen. Bei Beobachtung der bisherigen Trends zeigen sich bei der demographischen Entwicklung in der Region eine negative Beschäftigungsentwicklung und ein Bevölkerungsrückgang. Südniedersachsen ist landwirtschaftlich geprägt, daher könnte mit der energetischen Verwertung von Biomasse eine Chance für nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Region entstehen. Durch Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, besteht zugleich die Möglichkeit Bevölkerung in der Region zu halten.
Die Ackerbauregion Südniedersachsen ist im Hinblick das Thema Bioenergie aus Biomasse sehr engagiert. Die Region ist bereits seit Jahren aktiv in der Bioenergiebranche tätig und hat sich einen Namen gemacht. Obernjesa war Vorreiter in der ersten deutschlandweiten Biogasanlage, die nur mit NawaRo betrieben wird, auch entstand das deutschlandweit erste Bioenergiedorf in Jühnde. Einige regionale kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben sich auf den technischen Bereich der Biomassenutzung konzentriert und expandieren derzeit erfolgreich. Zahlreiche regionale Projekte sind noch in Planung. Der Landkreis Göttingen plant fünf weitere Energiedörfer in den nächsten drei Jahren aufzubauen. In Kooperation mit E.ON Mitte soll 2008 eine weitere Biogasanlage in Hardegsen in Betrieb gehen, dabei kauft E.ON Mitte das Rohbiogas von dezentralen Anlagen auf, um es nach Aufbereitung in das Erdgasnetz einzuspeisen.
Ausgangslage für die energetische Biomassenutzung in Südniedersachsen:
Das Vorkommen anderer Bioenergie in der Region ist eher gering, da sich die benötigten Rohstoffe für die Energiegewinnung nicht in der Region befinden. Windkraftanlagen stehen hauptsächlich im Norden Niedersachsens, Wasserkraftwerke befinden sich in der Region nur im Harz und Solaranlagen können in der Region aufgrund mangelnder Sonnentage nicht zur hohen Energiegewinnung herangezogen werden. Jedoch bietet sich aufgrund der landwirtschaftlichen Struktur Südniedersachsens ein großes Feld zur energetischen Nutzung der regional vorhandenen, bzw. anbaufähigen Biomasse, wie NawaRo und holzartigen Brennstoffen an. Aus diesen Gründen bezieht sich diese Arbeit vorwiegend auf die regional vorhanden Rohstoffe und die zur Energieumwandlung benötigten Anlagen, Holzhackschnitzelanlagen über 100 kW und Biogasanlagen.
Das Bioenergiedorfes Jühnde zeigt, wie erfolgreich Bioenergieanlagen eingesetzt werden können. So entstanden für die Landwirte eine gesicherte Absatzmarktalternative, sowie eine Vollzeitarbeitsstelle für einen Betriebswart. Hinzu kommt der jährliche Umsatz durch den Verkauf von Wärme und Strom, von dem 250.000 Euro an Land- und Forstwirte im Dorf gingen. Jeder Haushalt hat durch die Eigenversorgung an Wärme und Strom eine jährliche Ersparnis von ca. 700 Euro. Durch das Bioenergiedorf Jühnde entsteht somit eine regionale Wertschöpfungskette, zudem können jährlich ca. 3300 Tonnen CO2 eingespart werden. Der Wertschöpfungskette stehen allerdings auch hohe Gesamtinvestitionen von 5,3 Mio. Euro gegenüber, die eine effiziente Förderung solcher investitionsintensiven Projekte notwendig macht, um sie überhaupt realisieren zu können und um die regionale Wertschöpfung anzukurbeln.
Unternehmen in der Bioenergienutzung aus Biomasse Deutschlandweit ist die Wirtschaft hauptsächlich durch KMU geprägt, diese machen 99,7 % aller Unternehmen in Deutschland aus und stellen ca. 70 % der Arbeitsplätze bereit. Die überwiegende Zahl aller am Wirtschaftsprozess Beteiligten sind KMU und bilden damit das Rückrat der deutschen Wirtschaft. Die Region ist ebenso durch viele KMU geprägt, die eine große Bedeutung auch für den regionalen Arbeitsmarkt haben. Zu nennen sind Unternehmen wie Sartorius, Thimm, Hardenberg, Mahr und Unternehmen, die das Segment der wachsenden Bioenergiebranche betreten haben, wie Krieg & Fischer, Otto Bock, KWS Saat AG und die Hans-Jürgen Helbig GmbH.
Damit die energetische Nutzung von Bioenergie positive Effekte für die Regionalentwicklung haben kann, ist es nützlich Unternehmen anzusiedeln bzw. zu fördern, die in den Bereichen der Bioenergiebranche tätig sind. Diese Bereiche könnten in der Planung und Beratung für Bioenergieanlagen, in dem Know-how der Bioenergietechnik und in Bereichen der Forschung und Entwicklung (F&E) liegen. Wobei positive Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte insbesondere für lokal ansässige Unternehmen und damit eine Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft zu erwarten sind. Eine großzügige Nutzung der Bioenergie aus Biomasse könnte die Region Südniedersachsen als attraktiven Standort für energieintensive Unternehmen interessant machen, die durch ihre Ansiedlung das Wirtschaftswachstum zusätzlich steigern. An der Bioenergietechnologie beteiligte Handwerksbetriebe profitierten ebenso an der regionalen Wertschöpfungskette wie die Landwirte. So stehen die Chancen gut, durch eine positive Auftragslange Arbeitsplätze zu sichern oder sogar neue zu schaffen. Bei Befragungen einiger regionaler Unternehmen im Rahmen dieser Arbeit, konnten positive Beschäftigungseffekte und Umsatzsteigerungen zwischen den Jahren 2004 und 2007 ermittelt werden, die direkt in Verbindung mit der Biomassenutzung stehen. Zudem erwarten diese Unternehmen weitere positive Effekte bis zum Jahr 2010, indem die Beschäftigungseffekte und Umsatzsteigerungen anhalten sollen (siehe Anhang 5). Die entstandenen regionalen Arbeitsplätze stellen direkte Beschäftigungsplätze dar. Im begrenzten Rahmen dieser Arbeit ist es nicht möglich indirekte Beschäftigungseffekte zu ermitteln. Bundesweit sind sie nach dem ‘Jahrbuch Erneuerbare Energie 2007’ in der gleichen Größenordnung wie die direkten eingestuft. Diese Beschäftigungs- und Einkommenseffekte entstanden hauptsächlich dadurch, dass mit dem Ausbau der Biomasseanlagen insbesondere für die technischen Handwerksberufe neue Möglichkeiten und Tätigkeitsfelder entstanden sind. Um diese Effekte der Unternehmen weiterhin steigern zu können, sind neue Technologien und Innovationen nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit im Markt zu verbessern. Es ist nur möglich dieses Innovationspotential auszubauen, indem die Investitionsfähigkeit der KMU gestärkt wird.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836621588
Arbeit zitieren:
Sattrup, Numa Februar 2008: Fördermöglichkeiten für Bioenergie, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bioenergie, Erneuerbare Energie, Biogas, Förderung, Ländlicher Raum



