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Fluoreszenzfarbstoffe zur Vitalitätsbestimmung von Mikroorganismen

Fluoreszenzfarbstoffe zur Vitalitätsbestimmung von Mikroorganismen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ralf Oltmanns
  • Abgabedatum: November 1996
  • Umfang: 90 Seiten
  • Dateigröße: 10,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1271-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1271-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1271-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Oltmanns, Ralf November 1996: Fluoreszenzfarbstoffe zur Vitalitätsbestimmung von Mikroorganismen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Dormancy, Starvation, viable-but-not-culturable, Stress, Reaktivierung

Diplomarbeit von Ralf Oltmanns

Zusammenfassung:

Im Laufe dieser Arbeit wurden aktive und durch Nährstoffmangel inaktivierte Zellen von Pseudomonas fluorescens in Chemostaten bzw. Schüttelkolben kultiviert. An diesen Bakterienzellen wurden verschiedene Fluoreszenzfarbstoffe auf ihre Eignung als Indikatoren zur Vitalitätsbestimmung untersucht.

Die Experimente mit den verschiedenen Fluoreszenzfarbstoffen führten zu den folgenden Ergebnissen.

Der AT-spezifische Nucleinsäure-Farbstoff DAPI erwies sich bei einer Konzentration von 20 µg/ml als ein zuverlässiger Nachweis für die Erfassung der Gesamtzellzahl. DAPI ist zudem ein sensibler Indikator für die Zellaktivität und ermöglicht präzise Aussagen über die Zusammensetzung einer Bakterienpopulation in Hinblick auf ihre Vitalität. Im Verlauf der Reaktivierungsversuche teilte sich die Gesamtpopulation aller DAPI-gefärbten Zellen in eine DAPIintensiv- und eine DAPIschwach-gefärbte Teilpopulation, die aktive bzw. inaktive Zellen repräsentieren. Eine Aufteilung mit annähernd gleichen Verhältnissen konnte bei der Untersuchungen der Zellvolumina ermittelt werden. Eine Anfärbung der Zellen durch die Umsetzung des Dehydrogenase-Substratanalogons CTC (1,52 mg/ml) zu seinem konjugierten, fluoreszierenden Formazan ergänzte die DAPI-Färbung und untermauerte ihre Ergebnisse, da das Formazan die Mikroorganismen anzeigt, die über respiratorische Aktivität verfügen.

Auch die Verwendung von 10 µg/ml des Nucleinsäure-Farbstoffes Hoechst 33342 erbrachte bei der Gesamtzellzahlerfassung konsistente und reproduzierbare Ergebnisse, zeigte jedoch im Verlauf von Reaktivierungsversuchen keine signifikanten Unterschiede im Bezug auf die Zellaktivität.

Acridinorange (800 µg/ml), ein unspezifischer Nucleinsäure-Farbstoff mit einem konzentrationsabhängigen rot-grün-Metachroismus, eignet sich wenig für die Kombination mit anderen Farbstoffen. Separat und in geeigneter Konzentration verwendet, vermag AO jedoch durchaus mit unterschiedlicher Intensität der Rotfluoreszenz auf Aktivitätsunterschiede zu reagieren.

Konzentrationen von 100 bis 500 µg/ml des an freie Amino-Funktionen bindenden Farbstoffs FITC ergaben nur sehr kontrastarme Bilder mit starker Hintergrundfluoreszenz und nur geringen, nicht signifikanten Unterscheidung zwischen aktiven und inaktiven Zellen.

Das Esterase-Substratanalogon SFDA (300 µM) und der nur für defekte Zellmembranen permeable DNA-Farbstoff PO-PRO™-3-Iodid (30 µM) erwiesen sich als ungeeignet für Vitalitätsbestimmungen von Pseudomonas fluorescens, da sie zu keinerlei Färbung führten.

Der Einsatz von 0,75 µg/ml des Oxonols DiBAC4(3), das nur durch ungeladene Membranen diffundieren sollte, erfüllte ebenso nicht die Erwartungen und unterschied nicht zwischen den Aktivitätszuständen. Zumindest für die verwendete "Stain-Filter"-Technik ist der Farbstoff nicht geeignet.

Besonders die Farbstoffe DAPI und CTC, im begrenzten Maße auch Acridinorange, geben uns neue Werkzeuge in die Hand, mit denen wir die Aktivitätszustände und das Wachstumsverhalten von Mikroorganismen differenzierter beschreiben können. Bei der Verwendung von Fluoreszenzfarbstoffe zur Vitalitätsbestimmung von Mikroorganismen sollte jedoch stets bedacht werden, daß jedes Bakterium auf seine Art auf die Färbung reagiert und das die hier dargestellten Ergebnisse so nur für Pseudomonas fluorescens gelten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Physiologische Zustände von Bakterien und ihre Bedeutung 1
1.2 Einsatz von Fluoreszenzfarbstoffen zur Vitalitätsbestimmung 3
1.2.1 Fluoreszenz 4
1.2.2 Nucleinsäure-Farbstoffe 4
1.2.3 Fluoreszierende Substratanaloga 6
1.2.4 Farbstoffe mit Abhängigkeit von Membraneigenschaften 8
1.2.5 Farbstoffe mit anderen Eigenschaften 9
2. Aufgabenstellung 11
3. Material und Methoden 12
3.1 Mikroorganismen 12
3.2 Kulturmedium 12
3.3 Lebendzellzahl (Kolonienbildenden Einheiten) 12
3.4 Fluoreszenzfarbstoffe 13
3.4.1 Lagerung 13
3.4.2 Fluoreszenzeigenschaften der Farbstoffe und Fluoreszenzfilter 14
3.5 Kultivierungstechnik 15
3.5.1 Vorkulturen in Schüttelkolben 15
3.5.2 Kontinuierliche Kultivierung in Fermentern 15
3.5.3 Reaktivierungsversuche in gerührten Batch-Fermentern 16
3.6 Bestimmung physiologischer Parameter 19
3.6.1 Zellvolumina und Zelldichten 19
3.6.2 Auswertungsverfahren zur Bestimmung der physiologisch unterschiedlichen Teilpopulationen 21
3.6.3 Das Biovolumen 23
3.7 Bestimmung physiologischer Parameter mit Hilfe der Fluoreszenzmikroskopie 23
3.7.1 Durchführung der Färbungen und Präparation der Bakterien 23
3.7.2 Vorbereitung für die fluoreszenzmikroskopischen Aufnahmen 24
3.7.3 Fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen 24
3.8 Analyse der Bilder 26
3.8.1 Auswahl idealer Zellen 27
3.8.2 Mehrfachfärbungen 27
3.8.3 Das Bildverarbeitungssystem 28
3.9 Messung des organischen Kohlenstoffs 30
3.9.1 Der gelöste organische Kohlenstoff (DOC) 30
3.9.2 Der partikuläre organische Kohlenstoff (POC) 30
3.9.3 Meßvorgang 31
3.10 Glucosebestimmung mit dem Glucoseoxidase-Peroxidase-Test (modifiziert nach HÖFLE, 1981) 31
4. Ergebnisse 33
4.1 Untersuchte Fluoreszenzfarbstoffe 33
4.1.1 Acridinorange 33
4.1.2 Fluorescein-isothiocyanat 35
4.1.3 DAPI 36
4.1.4 Hoechst 33342 36
4.1.5 Fluoresceindiacetat und Sulfo-fluoresceindiacetat 37
4.1.6 CTC 38
4.1.7 Oxonol DiBAC4(3) 38
4.1.8 PO-PRO(tm)-3-Iodid 39
4.2 Farbstoffkombinationen 39
4.2.1 Kombination von DAPI und CTC 39
4.2.2 Kombination von DAPI und Oxonol 39
4.2.3 Kombination von Hoechst 33342 und Oxonol 40
4.3 Auswertung und Darstellung der Meßparameter: Zellvolumen, Glucose-Gehalt und Fluoreszenzintensitäten 41
4.3.1 Strukturierung der Populationen nach dem Zellvolumen 41
4.3.2 Glucose, gelöster (DOC) und partikulärer organischer Kohlenstoff (POC) 41
4.3.3 Strukturierung der Populationen nach den Fluoreszenzintensitäten 41
4.4 Exemplarische Darstellung einer Reaktivierung aus einer 280 Stunden alten Kohlenstoff-Mangelkultur 42
4.4.1 Gesamtzellzahl, Zellzahl der Ngroß- und Nklein-Teilpopulationen 42
4.4.2 Intensitätsverteilung bei der DAPI-Färbung 43
4.4.3 CTC- und CTF-Teilpopulationen 45
4.4.4 Kolonienbildende Einheiten - die Lebendzellzahl 46
4.4.5 Das arithmetische mittlere Zellvolumen und das Biovolumen 46
4.4.6 POC und Glucose 46
4.4.7 Ergebnisse aus den Hoechst 33342/Oxonol-Färbungen 46
4.5 Übersicht über alle durchgeführten Reaktivierungsversuche 47
4.5.1 Die Vorkulturen 47
4.5.2 Reaktivierungsverhalten in allen Batch-Experimenten 48
4.5.3 Gliederung in die lag- und exponentielle Wachstumsphase 51
4.5.4 Die lag-Phase 51
4.5.5 Die log-Phase 55
4.5.6 Die stationäre Phase 61
5. Diskussion 62
5.1 Einsatz von Fluoreszenzfarbstoffen zur Bestimmung bakterieller Stoffwechselaktivität 62
5.1.1 Acridinorange 62
5.1.2 FITC 63
5.1.3 FDA und SFDA 64
5.1.4 DAPI 64
5.1.5 Hoechst 33342 65
5.1.6 CTC 65
5.1.7 Oxonol DiBAC4(3) 65
5.1.8 PO-PRO(tm)-3-Iodid 66
5.1.9 Resümee 66
5.2 Beurteilung der Ergebnisse aus den Reaktivierungen 67
5.2.1 Die Wachstumsphasen 67
5.2.2 Die Dynamik der DAPI-Fluoreszenzintensität in reaktivierenden Bakterien-Populationen 68
5.2.3 Verhalten der Zellen gegenüber CTC 68
5.2.4 Unterschiede bei den spezifischen Wachstumsraten µ 69
6. Zusammenfassung 70
7. Anhang 71
7.1 Bezugsliste der Chemikalien 71
7.2 Verwendete Abkürzungen 72
7.3 Literaturverzeichnis 73
7.4 Abbildungsverzeichnis 76
7.5 Tabellenverzeichnis 79

Arbeit zitieren:
Oltmanns, Ralf November 1996: Fluoreszenzfarbstoffe zur Vitalitätsbestimmung von Mikroorganismen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Dormancy, Starvation, viable-but-not-culturable, Stress, Reaktivierung

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