Fließestrich unter Verwendung aufbereiteter Rohstoffe
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dietmar Thomaseth
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 179 Seiten
- Dateigröße: 3,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7125-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7125-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7125-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Thomaseth, Dietmar Januar 2002: Fließestrich unter Verwendung aufbereiteter Rohstoffe, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Estriche, Rohstoffe, Flugasche, Asche, Baustoffe
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Diplomarbeit von Dietmar Thomaseth
Zusammenfassung:
Inhaltlich setzt sich diese Arbeit aus einem allgemeinen Teil und einem Forschungsteil zusammen. Der allgemeine Teil beschäftigt sich vor allem mit der Zusammensetzung bzw. mit dem konstruktiven Aufbau der verschiedenen Estricharten. Weiters werden hier Schadenstypen und Begleitmaßnahmen die man beim Estricheinbau beachten sollte angeführt.
Die Versuchsreihe beschäftigt sich mit der Entwicklung eines neuen Bindemittels auf Basis von Braunkohlenflugasche.
Allgemeiner Teil:
Estrich bzw. Fließestriche setzen sich aus Zuschlagsstoffen, Zugabewasser, Zusatzstoffen, Zusatz- und Bindemitteln zusammen. Je nach ihrer Einbauart unterscheidet man grundsätzlich zwischen Verbundestrichen, Estrichen auf Trennschicht, Estrich auf Dämmschicht, Heizestrichen und Fertigteilestrichen. Desweiteren werden Estriche hinsichtlich ihrer Bindemittel unterschieden. Die marktbestimmenden Bindemittel sind dabei: Zement (Zementestrich), Anhydrit bzw. Calciumsulfat (Anhydritestriche bzw. Calciumsulfatestriche), Gußasphalt (Gußasphaltestrich), Magnesia (Magnesiaestrich).
Bei der Wahl des Estriches müssen die Eigenschaften dieser Bindemittel beachtet werden, so weisen beispielsweise Zementestriche ein relativ hohes Schwindmaß und Anhydritestriche eine hohe Feuchtigkeitsunbeständigkeit auf.
Ein besonders Augenmerk muß dabei auch auf die Anordnung von Fugen gelegt werden, die vor allem Quell- und Schwindschäden vorbeugen.
Forschungsteil:
Bindemittel auf Basis Zement bzw. CaSO4 weisen einen relativ hohen Herstellungsaufwand auf und führen im Estrich, wie bereits erwähnt, zu unerwünschten Begleiterscheinungen. Ein geeigneter Ersatz für ein Bindemittel stellt CaO-reiche Braunkohlenflugasche (BFA), die bei der Verbrennung von Braunkohlen in Elektrofiltern abgeschieden wird, dar. BFA besitzt starke hydraulische Eigenschaften und kann durch Aufbereitungsmaßnahmen durchaus als geeigneter Bindemittelersatz im Estrich angesehen werden.
Bei den Versuchsreihen wurde Braunkohleflugasche aus dem Kraftwerk Schkopau verwendet, die sich durch ihre hohen Freikalkanteile auszeichnet. Daher kommt es zu einen schnellen Erhärten der Asche.
Die Laboruntersuchungen setzten sich dabei folgendermaßen zusammen:
Untersuchung des Ausgangsstoffes Prüfung der Druck- Biegezugfestigkeit Prüfung des Quell- und Schwindverhaltens Prüfung der Gesamtporosität und Trockenrohdichte Rezepturoptimierung für Fließestriche Ergebnisse:
Durch die Verwendung von aufbereiteter Braunkohlenflugasche ist die Fertigung eines selbstnivellierenden, nachbearbeitungsfreien und schwindfreien Fließestrichs möglich.
Die Druck- bzw. Biegefestigkeit des BFA-Estriches erfüllt die in Normen vorgeschriebenen Werte.
Zusammenfassend ergeben sich folgende Vorteile gegenüber konventionellen Estrichen:
vollständiger Ersatz herkömmlicher Bindemittel (Zement, Anhydrit) durch kostengünstigere BFA Kompensation der Neigung zur Schwindrißbildung durch Dehnungsreaktion des Bindemittels BFA => keine materialseitigen Maßnahmen zur Schwindreduzierung (Fasern) notwendig Nachbehandlungsfrei (kein zusätzlicher Schutz gegen Austrocknung bzw. Schwinden notwendig) oberflächenfertig (keine nachträgliche Maßnahmen zur Verbesserung der Oberflächengüte erforderlich) hohe Beständigkeit gegenüber Feuchte und betonschädigenden Medien.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | ALLGEMEIN | 1 |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | ESTRICH | 3 |
| 2.1 | WIE WERDEN ESTRICHE UNTERSCHIEDEN | 3 |
| 2.2 | BEGRIFFSBESTIMMUNGEN NACH ÖNORM B 2232 | 4 |
| 2.3 | GENERELLE ANFORDERUNGEN AN DEN ESTRICH (LAUT ÖNORM B 2232) | 6 |
| 3. | ZUSAMMENSETZUNG DES ESTRICHS | 7 |
| 3.1 | ZUSCHLAGSTOFFE | 7 |
| 3.1.1 | Zuschläge mit dichtem Gefüge | 8 |
| 3.1.2 | Zuschläge mit porigem Gefüge | 8 |
| 3.1.3 | Quarzsande und -mehle | 9 |
| 3.1.4 | Hartstoffe | 9 |
| 3.1.5 | Organische Stoffe | 9 |
| 3.2 | ZUGABEWASSER | 11 |
| 3.3 | ZUSATZSTOFFE UND ZUSATZMITTEL | 11 |
| 3.3.1 | Zusatzstoffe | 11 |
| 3.3.2 | Zusatzmittel | 12 |
| 3.4 | BINDEMITTEL | 13 |
| 3.5 | BEWEHRUNG | 14 |
| 4. | FUGEN | 15 |
| 4.1 | BEWEGUNGSFUGEN | 15 |
| 4.2 | RANDFUGEN | 17 |
| 4.3 | SCHEINFUGEN | 18 |
| 4.4 | BAUWERKSFUGEN | 19 |
| 4.5 | FUGENBREITE | 19 |
| 5. | MECHANISCHE BEANSPRUCHUNGEN VON ESTRICHEN | 20 |
| 6. | FEUCHTIGKEITSSCHUTZ BEI ESTRICHEN | 21 |
| 7. | ESTRICHARTEN IN KONSTRUKTIVER HINSICHT | 22 |
| 7.1 | VERBUNDESTRICH | 24 |
| 7.2 | ESTRICH AUF TRENNSCHICHT (GLEITEND VERLEGTER ESTRICH) | 30 |
| 7.3 | ESTRICH AUF DÄMMSCHICHT (SCHWIMMEND VERLEGTER ESTRICH) | 37 |
| 7.4 | HEIZESTRICH (SONDERFORM DES ESTRICHS AUF DÄMMSCHICHT) | 44 |
| 7.5 | FERTIGTEILESTRICH | 47 |
| 8. | ESTRICHARTEN HINSICHTLICH DER BINDEMITTEL | 52 |
| 8.1 | ZEMENTESTRICH (ZE) | 53 |
| 8.2 | TERRAZZO | 72 |
| 8.3 | ANHYDRITESTRICH (CALCIUMSULFATESTRICH) | 73 |
| 8.4 | MAGNESIAESTRICH (ME) | 91 |
| 8.5 | GUßASPHALTESTRICH (GE) | 95 |
| 8.6 | SONSTIGE ESTRICHE | 98 |
| II. | BRAUNKOHLENFLUGASCHE | 103 |
| 9. | BRAUNKOHLENFLUGASCHE ALLGEMEIN | 103 |
| 9.1 | EINLEITUNG ZUR VERWERTUNG VON BARUNKOHLEFLUGASCHE(BFA) | 103 |
| 9.2 | BRAUNKOHLENFLUGASCHEN ALLGEMEIN | 103 |
| 9.3 | CHEMISCHE INHALTSSTOFFE | 106 |
| 9.4 | PHYSIKALISCHE EIGENSCHAFTEN | 109 |
| 9.5 | QUANTITATIVE MINERALOGISCHE ZUSAMMENSETZUNG | 111 |
| 9.6 | QUALITATIVE MINERALOGISCHE ZUSAMMENSETZUNG | 112 |
| 9.7 | VORAUSSETZUNGEN FÜR ABBINDEEIGENSCHAFTEN VON BFA | 116 |
| 9.8 | ANWENDUNGSGEBIETE VON BFA IM BAU UND BAUSTOFFBEREICH | 118 |
| 10. | FORSCHUNGSOBJEKT | 120 |
| 10.1 | INHALTLICHE KONZEPTION | 120 |
| 10.2 | VERSUCHE, REZEPTURHERSTELLUNG- OPIMIERUNG | 124 |
| 10.3 | ERGEBNISSE | 126 |
| 10.4 | EINSATZ IN DER PRAXIS | 142 |
| 10.5 | ZUSAMMENFASSUNG DER VERSUCHSERGEBNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN | 145 |
| 10.6 | VORTEILE GEGENÜBER KONVENTIONELLEN ESTRICHEN | 146 |
| 10.7 | OFFENE FRAGEN | 147 |
| 11. | GRUNDBEGRIFFE ZUM ESTRICH NACH EN 13318 | 148 |
| 11.1 | GRUNDBEGRIFFE | 148 |
| 11.2 | BAUSTOFF-PRODUKTE | 150 |
| 11.3 | ESTRICHARTEN | 152 |
| 11.4 | EIGENSCHAFTEN DES ESTRICHMÖRTEL | 153 |
| 11.5 | EIGENSCHAFTEN DER ESTRICHE | 154 |
| 11.6 | BAUELEMENTE | 158 |
| 11.7 | OBERFLÄCHENBEARBEITUNG | 159 |
| 11.8 | VERSCHIEDENES | 160 |
| 12. | LITERATURLISTE | 161 |
Der Zement bindet, bezogen auf seine Masse, etwa 18 % Wasser chemisch und etwa 22% Wasser physikalisch. Der Zement benötigt somit zur vollständigen Hydration, wie bereits erwähnt, einen Wasserzementwert von 0,4 d.h., daß bei einem Zementestrich mit z.B. 300 kg Zement/m3, bei einem W/Z-Wert von 0,4 120 l Wasser enthalten sind. Mit einem solch geringen Wasseranteil kann jedoch ein verarbeitbarer Estrichmörtel in der Regel nicht hergestellt werden. In der Praxis wird man bei einem schwimmend zu verlegenden Estrich der Güteklasse ZE 20 etwa mit einem W/Z-Wert 0,65 arbeiten. Ausgehend von 300 kg Zement/m3 und einem Wasser-Zement-Wert von 0,65 ergäbe sich dann ein Gesamtwassergehalt von 195 1/m3. Die Differenz zwischen 195 1 und 120 1 Wasser = 75 1 Wasser werden für die vollständige Hydration des Zementes nicht benötigt. Die 75 1 Überschußwasser müssen austrocknen und hinterlassen demzufolge den angesprochenen Porenraum. Man benötigt also in der Regel einen Wasserüberschuß, um dem Mörtel die erforderliche Verarbeitbarkeit bzw. Konsistenz zu geben.(3) [...]
Das Verhältnis Wasser zu Zement, kurz W/Z-Wert genannt, bestimmt in erster Linie die Festigkeit des Zementestrichs. Der Zement bindet chemisch und physikalisch rund 40% seines Gewichtes an Wasser. Die Hydratation ist dann abgeschlossen. Untersuchungen haben gezeigt, daß ein geringer Teil des Zementes kein Wasser bindet und lediglich als Zuschlag (Mehlkorn) wirkt. Dies ist für die Praxis jedoch nicht so bedeutend. Ideal wäre ein Mörtel mit einem W/Z-Wert von 0,4 wenn es gelänge, a)die gesamte Feuchtigkeit während der Erhärtungsphase im Mörtel zu halten, und b) bei begrenztem Zementgehalt einen verarbeitbaren Mörtel herzustellen, da jegliches Überschußwasser festigkeitsmindernde Poren erzeugt. Für die einzelnen Festigkeitsklassen enthält die folgende Tabelle die zugehörigen W/ZWerte.(3) [...]
Zement ist ein hydraulisches Bindemittel, das heißt ein anorganischer fein gemahlener Stoff, der mit Wasser vermischt Zementleim ergibt, welcher durch Hydratation erst erstarrt und dann erhärtet. Nach dem Erhärten bleibt der Zement auch unter Wasser fest und raumbeständig. Zement wird aus Kalkstein und Ton hergestellt. Die Rohgesteine werden in einem bestimmten Mengenverhältnis gemischt und gemahlen. Um aus dem Rohmaterial den Zementklinker herzustellen, wird das Material auf eine Temperatur von etwa 1450 °C aufgeheizt. Dieser Prozeß wird als Sinterung bezeichnet. Bereits während der Aufheizung bis zur Sintertemperatur laufen wesentliche Reaktionen ab. Bei Temperaturen bis etwa 200 °C entweicht das als ungebundene Feuchtigkeit vorliegende Wasser. Im Temperaturbereich etwa zwischen 100 und 400 °C geben die Tonminerale ihr adsorptiv gebundenes Wasser ab. Je nachdem, welche Tonmineralarten vorliegen, wird dann zwischen 400 und 750 °C auch das chemisch gebundene Wasser ausgetrieben (Dehydratation). Je nach Zementart wird beim Mahlen ein Teil des Klinkers durch mineralische Stoffe ersetzt. Dadurch entstehen die verschiedenen Zementarten. [...]
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