Flexible Mechanismen im Kyoto-Protokoll
- Art: Studienarbeit
- Autor: Dirk Schäfer
- Abgabedatum: Januar 2001
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 526,6 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Technische Universität Darmstadt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4339-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4339-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4339-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schäfer, Dirk Januar 2001: Flexible Mechanismen im Kyoto-Protokoll, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Emissionshandel, Emissionszertifikate, flexible Mechanismen, Kyoto-Protokoll, Umweltpolitik
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Studienarbeit von Dirk Schäfer
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den im Protokoll von Kyoto festgehaltenen flexiblen Mechanismen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen, der Politik der Europäischen Union sowie dem ACID-RAIN-Programm in den USA.
Im ersten Kapitel „Einleitung“ wird der Treibhauseffekt und die Wirkung der verschiedenen Treibhausgase näher erläutert. Desweiteren werden mögliche Auswirkungen der globalen Erwärmung dargestellt.
Im nächsten Kapitel „Das Protokoll von Kyoto” wird zuerst das Protokoll von Kyoto näher vorgestellt und dann in einen zeitlichen Rahmen der Klimaverhandlungen der internationalen Gemeinschaft eingebunden. Danach werden die flexiblen Mechanismen vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion näher dargestellt und gegeneinander abgegrenzt. Dabei werden die Probleme, die beim Einsatz dieser Instrumente auftauchen können, beschrieben und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Das dritten Kapitel „Theoretische Aspekte zum Emissionszertifikatehandel” befasst sich mit den theoretischen Grundlagen des Emissionszertifikatehandels. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Ziele des Emissionshandels und die Komponenten der Emissionszertifikate gelegt. Auch die Ausgestaltung der handelbaren Zertifikate und die Preisfindung ist hier von Bedeutung. Schließlich werden noch die verschiedenen Möglichkeiten der Verteilung der Zertifikate ermittelt.
Das vierte Kapitel „Die Politik zur Umsetzung des Protokolls von Kyoto” untersucht die Politik der Europäischen Union und deren weiteres geplantes Vorgehen im Hinblick auf die Ziele des Protokolls. Die dargestellten Elemente einer Implementierungsstrategie für Emissionszertifikate innerhalb der Politik der Europäischen Gemeinschaft bilden den Schluss dieses Kapitels.
In den Kapiteln zwei bis vier werden die theoretischen und politischen Grundlagen eines zukünftigen Handelssystems für Emissionzertifikate vorgestellt. Im Kapitel 5 „Praktische Erfahrungen mit dem Handel von Emissionszertifikaten am Beispiel des ACID-RAIN-Programms in den USA“ soll nun ein Handelssystem dargestellt werden, das schon in die Praxis umgesetzt worden ist. Dazu wird das ACID-RAIN-Programm näher beschrieben und die möglichen Lehren für den Emissionszertifikatehandel auf Grundlage des Protokolls von Kyoto gezogen.
Im letzten Kapitel „Ausblick“ wird die zukünftige Entwicklung der Treibhausgasemissionen gegeben und die Schwierigkeiten bei der Erreichung der Emissionsreduktionsziele von Kyoto betrachtet.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Aufbau der Arbeit | 1 |
| 1.2 | Der Treibhauseffekt | 2 |
| 2. | Das Protokoll von Kyoto | 4 |
| 2.1 | Allgemeiner Überblick zum Protokoll von Kyoto | 4 |
| 2.2 | Chronologie der Klimaverhandlungen | 5 |
| 2.3 | Die Mechanismen zur Umsetzung der ökologischen Zielvorgaben im Protokoll von Kyoto | 8 |
| 2.3.1 | Begriffsabgrenzung der Emissionskontingente | 8 |
| 2.3.2 | Die Komponenten der flexiblen Mechanismen | 9 |
| 2.3.3 | Der Handel mit Emissionszertifikaten | 10 |
| 2.3.3.1 | Teilnahme am Handel | 11 |
| 2.3.3.2 | Zeitpunkt des Emissionshandels | 12 |
| 2.3.3.3 | Die nationale und die internationale Ebene beim Emissionshandel nach dem Protokoll von Kyoto | 13 |
| 2.3.4 | Joint Implementation (JI) | 13 |
| 2.3.4.1 | Definition und Wirkungsweise des Joint Implementation | 14 |
| 2.3.4.2 | Projektorganisation beim Joint Implementation | 14 |
| 2.3.4.3 | Die zwischenstaatliche Organisation beim Joint Implementation | 16 |
| 2.3.4.4 | Abgrenzung zu Activities Implemented Jointly (AIJ) | 19 |
| 2.3.5 | Clean Development Mechanism (CDM) | 19 |
| 2.3.5.1 | Definition und Wirkungsweise des Clean Development Mechanism | 19 |
| 2.3.5.2 | Projektorganisation beim Clean Development Mechanism | 20 |
| 2.3.6 | Banking | 22 |
| 2.3.7 | Zielgemeinschaften | 22 |
| 2.3.8 | Senken | 23 |
| 2.4 | Baselines | 24 |
| 2.4.1 | Bestimmung der Projektwirksamkeit durch Baselines | 24 |
| 2.4.2 | Aufstellen der Baselines | 26 |
| 2.4.3 | Statische und dynamische Baselines | 28 |
| 2.5 | Probleme bei der Anwendung der flexiblen Mechanismen | 28 |
| 2.5.1 | Transformationsländer (Hot Air) | 29 |
| 2.5.2 | Entwicklungsländer (tropische Luft) | 31 |
| 2.5.3 | Das Wachstum des internationalen Flug- und Schiffsverkehrs | 32 |
| 3. | Theoretische Aspekte zum Emissionsrechtehandel | 34 |
| 3.1 | Die Ziele des Zertifikatehandels | 34 |
| 3.1.1 | Die Schaffung von Zertifikatemärkten | 35 |
| 3.1.2 | Die ökonomische Effizienz des Zertifikatehandels | 35 |
| 3.1.3 | Die ökologische Effektivität des Zertifikatehandels | 36 |
| 3.1.4 | Das Funktionieren der Zertifikatemärkte | 37 |
| 3.1.4.1 | Kosten des Zertifikatehandels | 38 |
| 3.1.4.2 | Kontrolle des Zertifikatemarktes | 41 |
| 3.1.5 | Der Innovationsanreiz durch den Zertifikatehandel | 42 |
| 3.2 | Die Komponenten der Emissionszertifikate | 43 |
| 3.2.1 | Die ökologische Komponente | 43 |
| 3.2.2 | Die distributive Komponente | 45 |
| 3.2.3 | Die ökonomische Komponente | 46 |
| 3.3 | Ausgestaltungformen handelbarer Emissionszertifikate | 47 |
| 3.3.1 | Ausgestaltung der Zertifikate nach dem Halter der Zertifikate | 47 |
| 3.3.2 | Ausgestaltung der Zertifikate nach Vorgabe der Ziele und Ausübung der Kontrolle | 48 |
| 3.3.3 | Die zeitliche Ausgestaltung der Emissionszertifikate | 49 |
| 3.3.4 | Differenzierte und undifferenzierte Ausgestaltung der Zertifikate | 51 |
| 3.4 | Die Preisfindung bei Emissionszertifikaten | 51 |
| 3.5 | Anfangsausstattung mit Emissionszertifikaten | 53 |
| 3.5.1 | Die anfängliche Ausstattung mit Zertifikaten auf nationaler Ebene | 53 |
| 3.5.1.1 | Die Versteigerung der Zertifikate | 53 |
| 3.5.1.2 | Der Verkauf zum staatlichen Festpreis | 55 |
| 3.5.1.3 | Das Verfahren der kostenlosen Verteilung (Grandfathering) | 55 |
| 3.5.2 | Ein mögliches System der Zertifikateverteilung | 56 |
| 3.5.3 | Die Anfangsausstattung mit Zertifikaten auf internationaler Ebene | 58 |
| 4. | Die Politik der Europäischen Gemeinschaft zur Umsetzung des Protokolls von Kyoto | 59 |
| 4.1 | Das weitere geplante Vorgehen der EU | 59 |
| 4.1.1 | Die Ratifizierung des Protokolls von Kyoto | 59 |
| 4.1.2 | Politische Maßnahmen zur Erfüllung der Emissionsziele des Protokolls von Kyoto | 60 |
| 4.1.3 | Politische Maßnahmen zur Vorbereitung der Anwendung der Kyoto-Mechanismen | 62 |
| 4.1.4 | Die Überwachung der Emissionen innerhalb der Europäischen Union | 64 |
| 4.1.5 | Politik zur Senkung der Emissionen aus der Luftfahrt | 65 |
| 4.2 | Elemente einer Implementierungsstrategie für Emissionszertifikate innerhalb der Politik der Europäischen Gemeinschaft | 66 |
| 5. | Praktische Erfahrungen mit dem Handel von Emissionsrechten am Beispiel des ACID RAIN Programms in den USA | 68 |
| 5.1 | Überblick und Ziele des ACID-RAIN-Programms | 68 |
| 5.2 | Ausgestaltung der SO2-Zertifikate | 70 |
| 5.3 | Verteilung und Überwachung der Zertifikate | 70 |
| 5.4 | Kontroll- und Sanktionsmechanismen des ACID-RAIN-Programms | 72 |
| 5.5 | Erfahrungen mit dem ACID RAIN Programm | 73 |
| 5.5.1 | Ökonomische Effizienz | 73 |
| 5.5.2 | Ökologische Effektivität | 74 |
| 5.6 | Lehren für den Emissionszertifikatehandel auf der Grundlage des Protokolls von Kyoto | 75 |
| 6. | Ausblick | 77 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 78 |
Die Beachtung der sachlichen Äquivalenz ist wichtig, falls die Zertifikate mehrere Schadstoffe abdecken sollen. Jeder Schadstoff ist gemäß seiner Immissionswirkung zu gewichten und in einen einheitlichen Wert umzurechnen. Diese Größe bildet die Grundlage für den Inhalt eines Zertifikats. Die ökologische Wirkung hängt stark von der Genauigkeit ab, mit der es möglich ist die Immissionen in entsprechende Emissionen umzurechnen.152 Die zuständige Umweltbehörde hat dabei auf „die Interdependenzen zwischen den Umweltmedien, Transformationsprozesse zwischen Schadstoffen, sowie sämtliche technischen Substitutionsbeziehungen zwischen Emissionen“ zu achten, um die richtige Gewichtung der Schadstoffe vornehmen zu können.153 Die räumliche Äquivalenz bezieht sich auf den gleichen geographischen Wirkungsraum für Belastungen aus unterschiedlichen Emissionsquellen. Daraus resultiert die Forderung der Anpassung der Zertifikateregion an die Wirkungsregion. Für kleinräumig wirksame Schadstoffe wird man eine enge Region für den Handel [...]
43 Nach der Theorie senken die technischen Weiterentwicklungen die Nachfrage nach Zertifikaten, so daß sich am Markt ein niedrigerer Preis bildet, der sich wiederum mindernd auf den Innovationsanreiz auswirkt.145 Dies ist aber nicht schädlich für das Modell des Zertifikatehandels, da bei einem richtig gesetzten Emissionsziel auch keine weitere Reduktion der Emissionen benötigt wird. In der Praxis wird dieser Fall kaum eintreten, da die Wirtschaft nicht statisch ist, sondern wächst. Dieses Wirtschaftswachstum wird die sinkende Nachfrage nach Zertifikaten mehr als ausgleichen und das Absinken der Zertifikatpreise auf ein für Innovationen zu niedriges Niveau verhindern.146 Da die Nutzung von Zertifikaten Opportunitätskosten in Höhe der entgangenen Erträge verursacht, ist das Vergabeverfahren für die Zertifikate nicht ausschlaggebend für den Innovationsanreiz.147 [...]
Bei der Verkäuferhaftung gibt es für den Käufer keinen Anlaß die Bonität des Verkäufers zu überprüfen. Es entstehen ihm also keine Informationsbeschaffungskosten hinsichtlich des Verkäufers, was dazu führt, daß auch ökonomisch sinnvoll ist kleinere Mengen zu handeln.142 Die erworbenen Zertifikate können auf jeden Fall vom Käufer benutzt werden und nur der Verkäufer muß mit Restriktionen rechnen. Im internationalen Zertifikatehandel ist es notwendig ein aufwendiges Überwachungssystem einzuführen, da die Schöpfung der Rechte in diesem Fall bei den einzelnen Ländern liegt. Dutschke et al. (1998c, S. 79) schlagen hierfür eine „Klima-Zentralbank“ vor, die das Recht besitzt Ländern im Falle eines Verkaufs nicht genehmigter Zertifikate die Teilnahme am Handel zu verbieten. Das führt dazu das die privaten Marktteilnehmer des betroffenen Landes ihre Zertifikate nur noch landesintern handeln können und diese damit an Wert verlieren. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832443399
Arbeit zitieren:
Schäfer, Dirk Januar 2001: Flexible Mechanismen im Kyoto-Protokoll, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Emissionshandel, Emissionszertifikate, flexible Mechanismen, Kyoto-Protokoll, Umweltpolitik



