Fitnessprogramm für KMU und Familienunternehmen
Verbesserung der Ertragslage, -sicherheit, Zukunftsfähigkeit und Flexibilität von Unternehmen in Zeiten turbulenter und dynamischer Märkte
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Thomas Schlüter
- Abgabedatum: September 2006
- Umfang: 128 Seiten
- Dateigröße: 2,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: International School of Management (ISM) Dortmund Deutschland
- Bibliografie: ca. 85
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1729-1
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schlüter, Thomas September 2006: Fitnessprogramm für KMU und Familienunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmensberatung, Strategisches Management, Unternehmensführung, Familienunternehmen, Flexibilität
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MA-Thesis / Master von Thomas Schlüter
Einleitung:
Fitness heißt gute Kondition, Beweglichkeit, schnelle Reaktionsfähigkeit, optimales Zusammenspiel aller Zellen und Muskeln im Körper und kein überflüssiges Fettgewebe. Fitness ist eine Geisteshaltung, für sie muss man etwas tun, sie ist Ausdruck von Dynamik und vitalem Veränderungswillen und Vorstellungskraft. Fitness kommt nicht von selbst, sie muss aktiviert, mobilisiert und entwickelt werden. Fitness hilft die Dynamik des Lebens zu beherrschen, unvorhergesehene Ereignisse, außergewöhnliche Belastungen oder auch gefährliche Situationen zu bewältigen; vor allem aber im normalen Lebensablauf und sogar bei mancher Widrigkeit die gestellten Aufgaben mit Leichtigkeit und Überlegenheit zu meistern. Sie ist eine Art Vorsorge für belastende und schwierige Situationen und dient dem Aufbau und der Erweiterung von Potenzialen körperlicher und geistiger Art. Fitness bedeutet eine qualitative Verbesserung des Lebens.
Auch Unternehmen benötigen Fitness. Das Umfeld von Unternehmen hat sich in den letzten Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit verändert. Wesentliche Ursachen sind die Turbulenz und Dynamik auf den Märkten, die Ausschöpfung von Innovationspotenzialen der IuK-Technologie und der damit einhergehende Wertewandel in der Arbeitswelt und Gesellschaft.
Man kann von einer Wiederholung der angespannten Situation von Unternehmen in den Neunzigerjahren sprechen. Auch damals kam es aufgrund konjunktureller und struktureller Probleme zu Ergebniseinbrüchen bei Unternehmen vieler Branchen. Interne Versäumnisse und Schwächen aus Zeiten der Hochkonjunktur konnten nicht länger verdeckt werden. Während einige Unternehmen den Weg aus der Krise fanden, schieden andere aus dem Wettbewerb aus. Geht man davon aus, dass diese Herausforderungen nicht nur konjunkturelle Ursachen haben, kann man ein permanentes Selektionsprinzip im Sinne einer evolutionären Marktentwicklung unterstellen.
Jedes Unternehmen muss in diesem dynamischen Umfeld flexibel agieren und ständig an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich verbessert werden, um langfristig im Wettbewerb zu bestehen. Insbesondere in der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es für Unternehmen unverzichtbar, Verbesserungspotenziale in allen Bereichen des Unternehmens zu ergründen und geeignete Maßnahmen einzuführen, um die Potenziale weitgehend auszuschöpfen. Somit entsteht die nachhaltige Notwendigkeit der dauerhaften Fitness von Unternehmen.
Managementmodelle wie das EFQM-Modell, das McKinsey 7s Modell, „Die fünfte Disziplin“ oder „4P – The Toyota Way“ sind zwar nachweislich erfolgreiche Managementmodelle zur Erhöhung der unternehmerischen Fitness, jedoch sind diese zum Teil 20 Jahre alt und stammen ausnahmslos aus der Großindustrie und Serienherstellung. Sie sind somit aufgrund grundsätzlicher Schwächen bzgl. heutiger Anforderungen und der besonderen Bedingungen in kleinen und mittleren Unternehmen sowie Familienunternehmen nicht direkt anwendbar.
Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) beträgt 99,7 % in Deutschland. 84 % aller deutschen Unternehmen sind Familienunternehmen. Betrachtet man die qualitative Definition von KMU und Familienunternehmen, ergeben sich Vorteile und Nachteile durch die enge finanzielle Bindung einzelner Personen oder einer Familie ans Unternehmen. Wichtigster Vorteil ist das Engagement der Führungskräfte; das bedeutendste Hemmnis ist, dass Führungskräfte in KMU und Familienunternehmen in der Regel zwar in ihrem branchenspezifischen Fachgebiet qualifiziert sind, jedoch häufig über unzureichende Kompetenzen der Unternehmensführung unter heutigen Bedingungen verfügen.
Ziel der Arbeit:
Obwohl die betriebswirtschaftliche Forschung kleine und mittlere Unternehmen und Familienunternehmen sowie deren Probleme zunehmend thematisiert, liegen bis heute nur wenige Arbeiten vor, die sich mit den theoretischen und empirischen Grundlagen eines ganzheitlichen Entwicklungskonzeptes für KMU und Familienunternehmen auseinandersetzen. Wertet man unter diesem Gesichtspunkt die betriebswirtschaftliche Forschung aus, so gelangt man zu der Erkenntnis, dass derzeitige Projekte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen Einzelaspekte der beschriebenen Problemlage und Herausforderungen für KMU und Familienunternehmen zwar aufgreifen, jedoch nur aus eingeschränkten fachlichen Perspektiven geeignete Lösungsstrategien vorschlagen. Weiterhin werden Größeneffekte von KMU und Familienunternehmen nicht berücksichtigt.
Man kann jede der Perspektiven als eine Dimension in einem n-dimensionalen Raum verstehen. Besteht der Raum aus wenigen Dimensionen, ist die Findung des Optimums relativ einfach, bildet jedoch nicht die Wirklichkeit ab. Es entsteht somit folgendes Problem: Je mehr Dimensionen betrachtet werden, desto komplexer wird die Analyse und Findung von Optima in dem n-dimensionalen Raum. Der Anspruch dieser Arbeit begründet sich in dem Versuch der Beschreibung dieses n-dimensionalen Raumes speziell mit dem Fokus KMU und Familienunternehmen.
Von einer solchen betriebswirtschaftlichen Theorie für KMU und Familienunternehmen, die auf Erkenntnissen der modernen Betriebswirtschaftslehre aufbaut und diese unter Berücksichtigung der unternehmens-, kunden- und wettbewerbsspezifischen Merkmale diskutiert, kann noch nicht gesprochen werden. Vor diesem Hintergrund besteht ein hoher Bedarf an praktisch-normativen Beiträgen, um das bestehende Forschungsdefizit in Bezug auf die theoretischen Grundlagen und praktischen Gestaltungsanforderungen an ein ganzheitliches Entwicklungskonzept für KMU und Familienunternehmen zu schließen.
Die Besonderheit des in dieser Arbeit betrachteten Fitnessprogramms für KMU und Familienunternehmen, ist die vernetzte Analyse und ganzheitliche Perspektive zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zur Steigerung der kurz- und langfristigen Erträge, sowie deren Zukunftsfähigkeit und Flexibilität. Ziel ist es, generische Strategie- und Handlungsempfehlungen zur Findung des optimalen Entwicklungskonzeptes/Managements in KMU und Familienunternehmen zu erarbeiteten.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit ist in fünf wesentliche Arbeitsschritte unterteilt: In einem ersten Schritt werden die Besonderheiten von KMU und Familienunternehmen ausgearbeitet und die spezifischen Problemstellungen dieser Unternehmen benannt.
Auf Basis dieser Vorüberlegungen und empirischer Erfahrungen aus der Beratungstätigkeit werden im zweiten Schritt Überlegungen zu Beratungsinstrumenten für KMU und Familienunternehmen vorgenommen. Die Entwicklung der klassischen bis zur modernen, systemorientierten Betriebswirtschaftslehre wird aufgezeigt.
Der dritte Schritt beinhaltet die thematische Ausarbeitung des Beratungskonzeptes als „Fitnessprogramm für KMU und Familienunternehmen“.
Der vierte Abschnitt dieser Arbeit widmet sich der praktischen Umsetzung und Beschreibung von Instrumenten in Form von Projekten, Workshops und Interviews.
Zuletzt wird im fünften Schritt aus dem Konzept ein Analyse/Bewertungstool für Unternehmen entwickelt.
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ziel der Arbeit | 2 |
| 1.2 | Vorgehensweise der Untersuchung | 3 |
| 1.3 | Definition des Fitnessprogramms | 3 |
| 1.4 | Nutzen-Argumentation für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Familienunternehmen | 4 |
| 2. | Besonderheiten von KMU und Familienunternehmen | 5 |
| 2.1 | Quantitative Definition kleiner und mittlerer Unternehmen | 5 |
| 2.2 | Quantitative Definition von Familienunternehmen | 6 |
| 2.3 | Qualitative Merkmale von KMU und Familienunternehmen | 7 |
| 2.4 | Der strukturelle Wandel in der Industriegesellschaft | 9 |
| 2.5 | Ergebnisse der Krisenforschung bei KMU und Familienunternehmen | 11 |
| 2.6 | Schlüsselproblem: Qualifikation der Fach- und Führungskräfte | 12 |
| 2.7 | Ansatzpunkte von KMU und Familienunternehmen | 13 |
| 2.8 | Zukünftige Entwicklungen, Risiken und Chancen | 14 |
| 3. | Theoriegeleitete Überlegungen zu Beratungsinstrumenten in KMU | 15 |
| 3.1 | Entwicklung der klassischen Betriebswirtschaftslehre | 15 |
| 3.2 | Aktuelle Trends in der Betriebswirtschaftslehre | 16 |
| 3.3 | Besonderheiten der KMU-Beratung | 17 |
| 3.3.1 | Gründe geringer Inanspruchnahme von Beratungsleistungen | 18 |
| 3.3.2 | Einschränkung Problemorientierung | 19 |
| 3.4 | Mögliche Blockaden im Beratungsprozess | 19 |
| 3.5 | Empirische Identifikation von Erfolgsfaktoren der KMU-Beratung | 20 |
| 3.6 | Methodische Erfolgsfaktoren der KMU-Beratung | 21 |
| 4. | Beratungskonzept Fitnessprogramm | 23 |
| 4.1 | Kausalität von Fitness und Unternehmenserfolg | 23 |
| 4.2 | Analyse erfolgreicher Managementmodelle | 24 |
| 4.2.1 | EFQM-Modell | 25 |
| 4.2.2 | Malcolm Baldrige Award | 26 |
| 4.2.3 | McKinsey 7s-Modell | 27 |
| 4.2.4 | Die fünfte Disziplin | 28 |
| 4.2.5 | 4P - The Toyota Way | 28 |
| 4.3 | Handlungsfelder des Fitnessprogramms | 29 |
| 4.4 | Strategisches Management | 32 |
| 4.5 | Wertorientiertes Management | 34 |
| 4.6 | Marktorientiertes Management (Marketing & Vertrieb) | 38 |
| 4.7 | Personalmanagement (Human Ressources Management) | 41 |
| 4.8 | Change Management und Organisationsentwicklung | 43 |
| 4.9 | Prozessmanagement | 45 |
| 5. | Die Umsetzung des Fitnessprogramms | 47 |
| 5.1 | Struktur der Arbeitsschritte | 47 |
| 5.2 | Visualisierung der Ergebnisse des Fitnesschecks | 49 |
| 5.3 | Projektplan zum Fitnessprogramm | 51 |
| 5.4 | Projektorganisation zum Fitnessprogramm | 54 |
| 5.5 | Fitnessprogramm in Workshops | 56 |
| 5.6 | Institutionalisierung des Fitnessprogramms | 59 |
| 6. | Beschreibung der Handlungsfelder | 61 |
| 6.1 | Strategisches Management | 61 |
| 6.1.1 | Vorgehensweise zur Formulierung der Unternehmensstrategie | 63 |
| 6.1.2 | Umfeld und Ressourcenanalyse | 64 |
| 6.1.3 | Grundauftrag | 67 |
| 6.1.4 | Kernkompetenzen | 67 |
| 6.1.5 | Vision | 69 |
| 6.1.6 | Ziele | 69 |
| 6.1.7 | Strategische Geschäftsfelder | 70 |
| 6.1.8 | Umsetzungsprogramm | 71 |
| 6.2 | Wertorientiertes Management | 72 |
| 6.2.1 | Kennzahlen zur Ermittlung des Unternehmenserfolgs | 72 |
| 6.2.2 | Ertragswertmethode | 75 |
| 6.2.3 | Discounted Cashflow | 76 |
| 6.2.4 | Multiplikatormethode | 78 |
| 6.2.5 | Balanced Scorecard (BSC) | 79 |
| 6.2.6 | Umsetzungsprogramm | 83 |
| 6.3 | Marktorientiertes Management | 84 |
| 6.3.1 | Produktlebenszyklus | 84 |
| 6.3.2 | Ansoff-Matrix | 86 |
| 6.3.3 | Neun-Felder Portfolio nach McKinsey | 87 |
| 6.3.4 | Produktlebenszyklus nach Arthur D. Little | 88 |
| 6.3.5 | BCG Portfolio | 89 |
| 6.3.6 | Umsetzungsprogramm | 91 |
| 6.4 | Personalmanagement | 92 |
| 6.4.1 | Personalbedarfsplanung | 93 |
| 6.4.2 | Personalbeschaffung | 95 |
| 6.4.3 | Personalentwicklung | 96 |
| 6.4.4 | Personaleinsatz | 101 |
| 6.4.5 | Personalentlohnung | 103 |
| 6.4.6 | Personalführung | 104 |
| 6.4.7 | Umsetzungsprogramm | 105 |
| 6.5 | Change Management/Organisationsentwicklung | 106 |
| 6.5.1 | Initialisierung von Veränderungsprojekten | 107 |
| 6.5.2 | Phase der Konzeptionierung | 108 |
| 6.5.3 | Mobilisierung der Mitarbeiter | 108 |
| 6.5.4 | Umsetzungsphase | 108 |
| 6.5.5 | Verstetigung der Veränderungen | 109 |
| 6.5.6 | Umsetzungsprogramm | 110 |
| 6.6 | Prozessmanagement | 111 |
| 6.6.1 | Prozessanalyse und -optimierung | 113 |
| 6.6.2 | Wert- und Stoffstromanalyse | 114 |
| 6.6.3 | Umsetzungsprogramm | 116 |
| 7. | Zusammenfassung | 117 |
| 8. | Quellenverzeichnis | 119 |
Textprobe:
Kapitel 4, Beratungskonzept Fitnessprogramm:
Kausalität von Fitness und Unternehmenserfolg:
Eines der grundlegenden Probleme von Unternehmen besteht darin, die Zukunft nicht vorhersagen zu können oder gar, im extremsten Fall, mit einer prinzipiellen Unprognostizierbarkeit von Markt-, Kunden- und Wettbewerbsstrukturen konfrontiert zu sein. Diese Schwierigkeiten werden durch eine zunehmende Intransparenz, Dynamik, Diskontinuität und Vielfalt der relevanten Bedingungen im Unternehmensumfeld und dem Unternehmen noch gesteigert. Die Leitung von Unternehmen ist deshalb einem hohen Maß an Unsicherheit bei gleichzeitiger Forderung nach Führung, Vorgaben und Planungssicherheit ausgesetzt. Persönliche Grenzen werden erreicht und es wächst die Einsicht, dass eine veränderte, intensivere Beschäftigung mit Zukunfts- und Überlebensfragen des Unternehmens dringend notwendig ist.
Das Fitnessprogramm für KMU und Familienunternehmen ist ein Werkzeug zur Ausarbeitung und Verankerung eines zukunftsorientierten, unternehmensindividuellen Entwicklungskonzeptes. Das Fitnessprogramm umfasst sowohl einen Leitfaden für den Fitnesscheck, d. h. eine Unternehmensanalyse, als auch Handlungsanleitungen für eine sach- und situationsgerechte Vorgehensweise und unterstützt das Lernen aller Beteiligten. Partizipation und Konsensorientierung sichern das Verständnis, die Akzeptanz und die aktive Mitwirkung der Beschäftigten.
Unternehmensführung findet zwar in jedem Unternehmen statt, häufig jedoch in einer vorwiegend impliziten, intuitiven Form. Demgegenüber will der Begriff Fitness strategisches Denken und Handeln mit dem Ziel der Leistungssteigerung explizit bewusst machen, rationalisieren und die Entwicklung von Unternehmen gezielt gestalten. Aufgegriffen werden Themen, die als überlebenswichtig für die Entwicklung des Unternehmens nach außen zur Umwelt und nach innen zu sich selbst angesehen werden.
Das Fitnessprogramm ist keine Einmalaktivität, sondern ein revolvierender Prozess von der Analyse, Zielbestimmung, Planung und Umsetzung bis zur Ergebniskontrolle. Es ist ein beständiger Lern- und Gestaltungsprozess.
Im Unterschied zu Modellen der betriebswirtschaftlichen Planung, die davon ausgehen, die Entwicklung von Unternehmen könne vollumfänglich gesteuert werden, oder zu Annahmen, nach denen die Unternehmensentwicklung prinzipiell unsteuerbar ist und nur ein mühsames „durchwursteln“ bleibt, wird hier eine dritte Sichtweise favorisiert: Unternehmensfitness als geplante Evolution. Dabei dient eine grob gerasterte, konzeptionelle Gesamtsicht des Unternehmens zur Steuerung der einzelnen Unternehmensschritte und jeder konkrete Schritt hat wiederum Auswirkungen auf die Gesamtsicht und führt zu deren Modifikation und Konkretisierung. Wohin die Unternehmensentwicklung letztlich geht, wird in einem mehr oder weniger engen Korridor vorgedacht.
Die beteiligten Akteure lernen im Prozess aus ihren Erfahrungen und gewinnen Rückschlüsse für ihre weiteren Vorgehensweisen. In dem fortlaufenden kollektiven Lernprozess werden Ideen generiert, geprüft und durch Erfahrungen bestätigt oder revidiert. Dieser Prozess bewegt sich im Spannungsfeld von deduktiv abgeleiteten Ideen und induktiv gewonnener Erfahrung sowie top-down-Planungen und bottom-up-Initiativen. In einer solchen erweiterten Sicht sind strategische Aktivitäten zur Steigerung der Fitness des Unternehmens nun nicht mehr eine exklusive Aufgabe der betrieblichen Führung, sondern sie werden vielmehr zur betrieblichen Gemeinschaftsaufgabe. Ein lebendiges, erfolgreiches Fitnessprogramm besteht nicht nur aus Analysieren und Planen, sondern auch aus Umsetzen, Prüfen und Korrigieren, und bedarf weit mehr als ausschließlich Managementaktivitäten.
Analyse erfolgreicher Managementmodelle:
In der betriebswirtschaftlichen Literatur ist eine Vielzahl von Modellen zur Unternehmensentwicklung beschrieben. Hier werden fünf unterschiedliche Modelle stichwortartig vorgestellt und der Zusammenhang mit dem Fitnessprogramm aufgezeigt:
- EFQM-Modell – Europäisches Managementmodell für Business Excellence.
- Malcom Baldrige Award – Amerikanisches Modell für Qualtätsmanagement.
- McKinsey 7s Modell – Studie zu Bedingungen für Spitzenleistungen in Unternehmen.
- Die fünfte Disziplin – Rahmenbedingungen für eine lernenden Organisation.
- 4P - The Toyota Way – Managementmodell des weltweit erfolgreichsten Automobilproduzenten.
Den Managementmodellen sind der Veröffentlichungszeitpunkt und der fachliche Hintergrund der Autoren deutlich anzumerken. So sind die hauptsächlichen Perspektiven des EFQM-Modells und des Malcom Baldrige Awards die Themen des Qualitätsmanagements. Die Autoren argumentieren mit Annahmen aus dem Bereich der industriellen Großserienproduktion – also eines stabilen Marktumfeldes mit umfangreichen Absatzmöglichkeiten.
Das McKinsey 7s-Modell wurde 1981 veröffentlicht und Peter Senges Buch „Die 5. Disziplin“ kam 1990 auf den Markt. Die Autoren ermitteln auf Basis empirischer Daten und sozialwissenschaftlicher Ansätze Handlungsfelder und generische Strategien von erfolgreichen amerikanischen Unternehmen. Die Veröffentlichung „4P – The Toyota Way“ basiert auf dem Lean Management Ansatz mit dem Toyota zum erfolgreichsten Automobilproduzenten wurde.
Diese Modelle stammen somit ausnahmslos aus der Großindustrie und sind nur bedingt tauglich zur Anwendung in KMU und Familienunternehmen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836617291
Arbeit zitieren:
Schlüter, Thomas September 2006: Fitnessprogramm für KMU und Familienunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmensberatung, Strategisches Management, Unternehmensführung, Familienunternehmen, Flexibilität




