Fit und schlank durch Fitnesstraining?!
Eine empirische Studie zu den Auswirkungen eines komplexen Interventionsprogramms zur Gewichtsreduktion
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Vanessa Paetke
- Abgabedatum: Mai 2003
- Umfang: 173 Seiten
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7161-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7161-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Paetke, Vanessa Mai 2003: Fit und schlank durch Fitnesstraining?!, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Adipositas, Übergewicht, Bewegungsprogramm, Adipositatherapie, Diät
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Diplomarbeit von Vanessa Paetke
Einleitung:
In der heutigen Industriegesellschaft rückt die Problematik des Übergewichts immer mehr in den Blickpunkt der Wissenschaft. Dies liegt vor allem daran, „dass in unserem Nahrungsmittelschlaraffenland inzwischen jeder Dritte an Übergewicht leidet“ (SCHNEIDER 1995, 8). Durch den extremen Nahrungsmittelüberfluss in den westlichen Industrienationen kommt es zu ungünstigen Auswirkungen auf verschiedene Stoffwechselparameter. Viele Erkrankungen, wie z.B. Hypertonie, Hyperlipidämie, Adipositas, metabolisches Syndrom etc. entstehen aufgrund von Fehlernährung (vgl. PUDEL 1997, 151).
Gleichzeitig wird unsere Gesellschaft durch einen hohen Grad körperlicher Inaktivität dominiert. Der Mensch wird am Arbeitsplatz wie im Privatleben kaum noch gefordert. Beschwerliche Tätigkeiten werden von Maschinen übernommen, so dass die menschliche Muskelkraft immer weniger zum Einsatz kommt. Wir fahren mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn; zu Fuß gehen, ist für die meisten ein Fremdwort. Anstatt die Treppe zu nutzen, lassen wir uns lieber vom Fahrstuhl oder der Rolltreppe fahren. Die Bewegung wird immer mehr reduziert, vor allem dann, wenn Fernsehen und Computer zu den Hauptfreizeitbeschäftigungen zählen.
All dies sind Gründe warum der Energieverbrauch so deutlich zurückgegangen ist. Die Menschen verbrauchen heutzutage wesentlich weniger Kalorien als früher und nehmen bei gleicher Nahrungszufuhr viel schneller an Gewicht zu. Bewegungsmangel gilt als eine der Hauptgründe für die Entstehung von Übergewicht sowie Adipositas. Betrachtet man die 18 bis 55 jährigen Menschen in Deutschland ist festzustellen, dass maximal ein Drittel von ihnen sich in dem Maße sportlich betätigt, dass eine präventive Wirkung angenommen werden kann.
Folge der beschriebenen Veränderungen der Lebensbedingungen und Lebensgewohnheiten des Menschen ist die zunehmende Verbreitung von Zivilisationskrankheiten. Adipositas gilt dabei als ein großes medizinisches Problem der Industriegesellschaften. Immer mehr Menschen leiden an dieser Krankheit. Sie weisen eine erhöhte Mortalität auf und es besteht die Gefahr an einer der vielen Begleiterkrankungen von Adipositas zu erkranken. Hinzu kommt das adipöse Menschen in ihrem Alltag häufig Problemen ausgesetzt sind. Sie finden nur schwer die passende Kleidung und selbst die Arbeitsplatzsuche wird ihnen erschwert. Außerdem sind ihre beruflichen Aufstiegschancen schlechter, als die der schlanken Mitarbeiter und ihr Gehalt fällt häufig geringer aus. Dies hat zur Folge, dass von Adipositas Betroffene Tag täglich einem hohen psychischen Druck ausgesetzt sind. Besonders bedenklich sind die Ergebnisse von Umfragen, die gezeigt haben, dass dicken Menschen häufiger schlechte Eigenschaften zugetraut werden als schlanken, wie z.B. Faulheit, Ungepflegtheit, sowie Willensschwäche (vgl. HAUNER 1996, 45).
Adipositas birgt, jedoch nicht nur für die einzelnen Betroffenen, gesundheitliche Probleme mit schwerwiegenden Folgen, auch unserer Gesellschaft werden finanzielle Belastungen aufgebürdet. Diese können mittelfristig nur noch schwer von der Solidargemeinschaft finanziell bewältigt werden. Bei einer Übertragung der finanziellen Belastungen des Gesundheitssystems aus der USA nach COLDLITZ (1992) auf die Bundesrepublik, würden die Gesundheitskosten pro Jahr auf ca. 30 Mrd. DM (15 Mrd. €) geschätzt. Es wird deshalb ernsthaft über sinnvolle Therapiemaßnahmen nachgedacht, um den Betroffenen und der Gesellschaft zu helfen.
Bisher existieren überwiegend singuläre Therapieformen, die entweder ein reines Sportprogramm beinhalten oder sich ausschließlich mit der richtigen Ernährung befassen. Klassische Diäten bestehen häufig aus einer unausgewogenen und einseitigen Ernährung, die zu ernsthaften Essstörungen führen kann. Solche Maßnahmen wirken, wenn überhaupt, nur kurzfristig. Deshalb stellt eine Ernährungsberatung mit langfristiger Ernährungsumstellung die sinnvollere Alternative dar. Auftretende Mängel dieser Therapie liegen an der fehlenden sportlichen Betätigung sowie der Dauer der durchgeführten Maßnahme. Die Verhaltensänderung der Ernährungsgewohnheiten beginnt erst nach ca. drei Monaten und da sind die meisten Therapieprogramme bereits beendet.
Eine weitere Möglichkeit der Intervention stellt das Bewegungsprogramm dar. Diese Therapieform wird allerdings bisher nur selten in die Behandlung der Adipositas miteinbezogen, da die Ärzte über wenig Erfahrungen mit sportlicher Belastung im Bezug auf Gewichtsreduktion verfügen. Die Bewegungstherapie findet häufig erst nach einer Ernährungsumstellung Anwendung, um das reduzierte Gewicht zu halten. Mängel dieser Therapieart liegen ebenfalls in der Dauer der Maßnahme (drei Monate), der fehlenden Verhaltensänderung und Ernährungsumstellung sowie einer Vernachlässigung des Krafttrainings. In der Regel erfolgt nur ein Ausdauertraining, welches unstrukturiert und ohne einen sich aufbauenden Trainingsplan durchgeführt wird.
Um die Mängel der singulären Therapie zu beheben, erscheint zur langfristigen Gewichtsreduktion ein kombiniertes Ernährungs- und Bewegungsprogramm als sinnvoller. Es gibt bereits eine geringe Anzahl von Kombinationsprogrammen, die allerdings Mängel im Sportprogramm aufweisen. Das Sportprogramm umfasst bis auf wenige Ausnahmen nur ein Ausdauertraining, während der nicht unwesentliche Aspekt des Krafttrainings außer Acht gelassen wird. Außerdem fehlt meistens eine differenzierte Beschreibung des Trainingsplans. Über die Wirkungen dieser komplexen Interventionsprogramme ist bisher nur wenig bekannt, da bei der geringen Anzahl von Untersuchungen die diesbezüglich existieren ausschließlich anthropometrische Parameter betrachtet werden. Durch die Bewegung auftretenden positiven Effekte auf die Fitness und Psyche werden nicht mit überprüft.
Die Intention dieser Arbeit ist es ein ausdifferenzierteres Interventionsprogramm („Fit´n weight balance“), welches die oben beschriebenen Mängel ausgleicht, vorzustellen und als Therapiemaßnahme einzusetzen. Dabei erfolgt die Überprüfung der Effekte dieses Programms auf drei unterschiedlichen Ebenen. Es wird untersucht welche Effekte dieses Programm auf ausgewählte anthropometrischen Parameter, Fitnessparameter sowie psycho-soziale Parameter bei übergewichtigen Personen nach sich zieht. Gleichzeitig wird getestet, ob und in wieweit dieses standardisierte Kombinationsprogramm einer singulären Therapie – einer gezielten Ernährungsberatung – überlegen ist.
Die Arbeit gliedert sich folgendermaßen:
Im Theorieteil (Kap. 2) wird das Problem der Adipositas in unserer Gesellschaft erläutert. Es werden verschiedene Klassifizierungsarten vorgestellt und die Ursachen sowie Folgen der Adipositas näher beschrieben. Kapitel 3 erläutert die verschiedenen Therapiemaßnahmen, begründet ihre Notwendigkeit und stellt den aktuellen Forschungsstand zu den Wirkungen der einzelnen Therapieformen dar. Der empirische Teil (Kap. 4) umfasst die Ziele und die Fragestellung der Studie sowie deren Untersuchungsannahmen. Des weiteren werden unter Punkt 4.3 drei verschiedene Interventionsprogramme erläutert, die in dieser Studie untersucht werden. In besonderem Umfang erfolgt die Darstellung des komplexen Therapieprogramms „Fit´n weight balance“. Zudem wird der Versuchsplan aufgestellt (Unterkap. 4.4), die Stichprobe beschrieben (Unterkap. 4.5) sowie die Erhebungstechniken und Messinstrumente (Unterkap. 4.6) angeführt. Mit der Durchführung der Erhebung befasst sich das Unterkapitel 4.7, die statistische Auswertung erfolgt unter Punkt 4.8. Schließlich werden die Ergebnisse der Untersuchung beschrieben und graphisch dargestellt (Unterkap. 4.9). Im letzten Kapitel folgt eine Zusammenfassung der Arbeit, Diskussion der Ergebnisse sowie der Ausblick für zukünftige Untersuchungen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Das Phänomen Übergewicht/Adipositas in unserer Gesellschaft | 5 |
| 2.1 | Klassifizierung nach Gewicht-Längen-Indizes | 6 |
| 2.2 | Ursachen der Adipositas | 9 |
| 2.3 | Folgen der Adipositas | 14 |
| 2.3.1 | Gesundheitliche Folgen | 14 |
| 2.3.2 | Psycho-soziale Folgen | 18 |
| 2.3.3 | Sozioökonomische Folgen | 20 |
| 2.3.4 | Zusammenfassung | 23 |
| 3. | Therapie der Adipositas | 24 |
| 3.1 | Diätetische Therapie | 25 |
| 3.1.1 | Begründung der Notwendigkeit einer diätetischen Therapie | 33 |
| 3.1.2 | Forschungsstand zu Wirkungen einer diätetischen Therapie | 34 |
| 3.2 | Sport- und Bewegungstherapie | 35 |
| 3.2.1 | Begründung der Notwendigkeit einer Sport- und Bewegungstherapie | 37 |
| 3.2.2 | Forschungsstand zu Wirkungen von Sport- und Bewegungsprogrammen auf Übergewichtige | 40 |
| 3.3 | Komplexe Interventionsprogramme | 42 |
| 3.3.1 | Begründung der Notwendigkeit einer komplexen Intervention | 48 |
| 3.3.2 | Forschungsstand zu Wirkungen von komplexen Interventionsprogrammen | 49 |
| 3.3.3 | Zusammenfassung | 55 |
| 4. | Empirischer Teil | 58 |
| 4.1 | Ziele und Fragestellung | 58 |
| 4.2 | Untersuchungsannahmen | 59 |
| 4.3 | Interventionsprogramme | 60 |
| 4.4 | Versuchsplan/Design | 68 |
| 4.5 | Stichprobe | 68 |
| 4.6 | Erhebungstechniken und Messinstrumente | 70 |
| 4.7 | Durchführung der Erhebung | 82 |
| 4.8 | Statistische Auswertung | 83 |
| 4.9 | Darstellung der Ergebnisse | 84 |
| 5. | Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick | 117 |
| 6. | Literatur | 123 |
| 7. | Anhang | 129 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832471613
Arbeit zitieren:
Paetke, Vanessa Mai 2003: Fit und schlank durch Fitnesstraining?!, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Adipositas, Übergewicht, Bewegungsprogramm, Adipositatherapie, Diät



