Finanzwirtschaftliches Risikomanagement: Eine kritische Analyse
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Christian Wendel
- Abgabedatum: Juni 2010
- Umfang: 141 Seiten
- Dateigröße: 5,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Koblenz Deutschland
- Bibliografie: ca. 106
- ISBN (eBook): 978-3-8428-1118-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wendel, Christian Juni 2010: Finanzwirtschaftliches Risikomanagement: Eine kritische Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Value at Risk, Risikokennzahl, Risikomanagementkreislauf, Risikosteuerung, Derivat
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MA-Thesis / Master von Christian Wendel
Einleitung:
Schon seit jeher mussten sich Menschen mit dem, was man umgangssprachlich ‘Risiko’ nennt, auseinandersetzen. Erst in der jüngeren Vergangenheit hat diese Thematik wieder eine erschreckende Aktualität gewonnen. Früher waren es so spektakuläre Unternehmenskrisen wie bei Bankers Trust, die ihren Kunden eine unzureichende Expertise im Handel mit Derivaten zukommen ließen, der deutschen Metallgesellschaft, die beim Handel mit Brennstoffverträgen auf dem amerikanischen Markt erhebliche Verluste realisierte, oder die britische Traditionsbank Barings, die aufgrund der Kapriolen eines einzigen, in Singapur tätigen Derivatehändlers in Konkurs ging. Heute sind es die sog. ‘Subprimekrise’, die einen massiven Vertrauensverlust im Bankensektor, gepaart mit der Gefahr von bank runs und entsprechenden realwirtschaftlichen Konsequenzen bewirkte, die aufgrund ihrer Risikomanagementpraktiken in die öffentliche Kritik geratenen Landesbanken, das Betreiben einer Ölbohrplattform im Golf von Mexiko oder die (scheinbar) einfache Durchführung einer Flugreise in Zeiten isländischer Vulkanasche – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Umsätze der Fluggesellschaften.
Aufgrund des auf den Produkt- und Faktormärkten eingesetzten Globalisierungsprozesses, geringeren Kapitalkostenunterschieden und gesunkenen Handelsbarrieren sind Unternehmen zunehmend internationalem Wettbewerb ausgesetzt. Gleichzeitig sind auf den Finanzmärkten durch die Entwicklungen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie Deregulierungs-, Integrationsprozesse und zeitweilig größere Kursschwankungen zu verzeichnen. Diese finden teilweise schon ihren Ursprung in dem Zusammenbruch des Systems von Bretton-Woods und der damit verbundenen Freigabe zahlreicher Wechselkurse zu Beginn der 70er Jahre sowie dem Aufkommen derivativer Finanzinstrumente.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen | 2 |
| 2.1 | Grundlagen des Risikos | 2 |
| 2.1.1 | Der allgemeine Risikobegriff | 2 |
| 2.1.2 | Probleme der Risikobemessung | 2 |
| 2.1.3 | Ansätze zur Risikokategorisierung | 3 |
| 2.2 | Zur Bedeutung des Risikomanagements | 4 |
| 2.2.1 | Der im Finanz-Management verwendete Risikobegriff | 4 |
| 2.2.2 | Die Definitionen von Risikomanagement | 5 |
| 2.2.3 | Der Nutzen von Risikomanagement | 6 |
| 2.3 | Rechtliche Grundlagen | 8 |
| 2.3.1 | Die Änderungen mit dem KonTraG | 8 |
| 2.3.2 | Das Risikomanagementsystem - Organisatorische Anforderungen | 10 |
| 2.3.3 | Die Aufgaben des Jahresabschlussprüfers | 12 |
| 2.4 | Der Prozess des Risikomanagements | 14 |
| 3. | Eine Bestandsaufnahme finanzwirtschaftlicher Risiken | 16 |
| 3.1 | Das Marktrisiko | 16 |
| 3.1.1 | Das Zinsänderungsrisiko | 16 |
| 3.1.2 | Währungsrisiken | 18 |
| 3.1.2.1 | Das allgemeine Währungsrisiko | 18 |
| 3.1.2.2 | Das Transaktionsrisiko | 19 |
| 3.1.2.3 | Das Translationsrisiko | 19 |
| 3.1.2.4 | Das ökonomische Risiko | 20 |
| 3.1.3 | Das Aktienkurs- und das Commodity-Risiko | 21 |
| 3.2 | Kreditrisiken | 21 |
| 3.3 | Das Liquiditätsrisiko | 24 |
| 4. | Die Instrumente zur Messung und Analyse von Risiken | 26 |
| 4.1 | Einfache Risikomaße | 26 |
| 4.1.1 | Der Maximalverlust | 26 |
| 4.1.2 | Der erwartete Verlust | 26 |
| 4.2 | Weiterführende Risikomaße | 27 |
| 4.2.1 | Die erwartete relative Vermögensänderung | 27 |
| 4.2.2 | Die mittlere absolute Abweichung | 28 |
| 4.2.3 | Varianz und Standardabweichung | 29 |
| 4.3 | Der VaR im Varianz-Kovarianz-Modell | 32 |
| 4.3.1 | Der VaR einzelner Risikopositionen | 32 |
| 4.3.2 | Der VaR von Portfolios | 39 |
| 4.3.2.1 | Der Diversifikationseffekt – Eine mathematische Darlegung | 39 |
| 4.3.2.2 | Der Diversifikationseffekt – Eine graphische Darlegung | 42 |
| 4.3.2.3 | Die Portfoliokorrelationen vor dem Hintergrund von Kreditportfoliomodellen und der Subprime-Krise | 42 |
| 4.3.2.4 | Implikationen zu kurzfristigen VaR für die Risikosteuerung | 53 |
| 4.3.3 | Die Verfahren der Volatilitätsprognose | 54 |
| 4.3.3.1 | Gleich gewichtete gleitende Durchschnitte | 54 |
| 4.3.3.2 | Exponentiell gewichtete gleitende Durchschnitte | 56 |
| 4.3.3.3 | GARCH-Schätzungen | 58 |
| 4.4 | Die Ermittlung des VaR durch Simulationsverfahren | 59 |
| 4.4.1 | Die historische Simulation | 59 |
| 4.4.1.1 | Die Vorgehensweise der historischen Simulation | 59 |
| 4.4.1.2 | Die historische Simulation – Ein Rechenbeispiel | 60 |
| 4.4.1.3 | Beurteilung der historischen Simulation | 62 |
| 4.4.2 | Die Monte-Carlo-Simulation | 66 |
| 4.4.2.1 | Zur Vorgehensweise der Monte-Carlo-Simulation | 66 |
| 4.4.2.2 | Die Monte-Carlo-Simulation – Ein Beispiel | 67 |
| 4.4.2.3 | Beurteilung der Monte-Carlo-Simulation | 69 |
| 4.5 | Sonstige Berechnungsmethoden | 70 |
| 4.5.1 | Der marginale VaR | 70 |
| 4.5.1.1 | Die kapitalmarkttheoretische Herleitung von Gleichgewichtsrenditen und Marktwerten | 70 |
| 4.5.1.2 | Die Nutzung des marginalen VaR | 71 |
| 4.5.2 | Der Incremental VaR | 72 |
| 4.5.3 | Der Component VaR | 73 |
| 4.5.4 | Der Conditional VaR (CVaR) | 73 |
| 4.5.5 | Lower Partial Moments | 74 |
| 4.5.5.1 | Die Eigenschaften von Lower Partial Moments | 74 |
| 4.5.5.2 | Die Lower Partial Moments nullter Ordnung | 75 |
| 4.5.5.3 | Die Lower Partial Moments 1. Ordnung | 76 |
| 4.5.5.4 | Die Lower Partial Moments 2. Ordnung | 77 |
| 4.5.5.5 | Die Standardabweichung des LPM der 1. Ordnung | 78 |
| 4.5.5.6 | Kritik an den Lower Partial Moments | 78 |
| 4.5.6 | Szenario-Analysen, Worst-Case-Szenarien und Stresstests | 79 |
| 4.5.7 | Sensitivitäten und Elastizitäten | 80 |
| 4.5.7.1 | Zur Anwendung von Sensitivitäten und Elastizitäten | 80 |
| 4.5.7.2 | Die Duration | 81 |
| 4.5.7.3 | Die modified Duration | 83 |
| 4.5.8 | Backtesting | 85 |
| 4.5.8.1 | Grundlagen des Backtesting | 85 |
| 4.5.8.2 | Backtesting mit Ausnahmen | 87 |
| 4.5.8.3 | Backtesting mit bedingter Deckung | 88 |
| 5. | Die Steuerung von Risiken | 88 |
| 5.1 | Die Möglichkeiten der Risikopolitik | 88 |
| 5.1.1 | Die Vermeidung von Risiken | 88 |
| 5.1.2 | Die Verminderung von Risiken | 89 |
| 5.1.3 | Die Abwälzung von Risiken | 90 |
| 5.1.4 | Die Steuerung von Restrisiken | 92 |
| 5.1.4.1 | Die Kompensation von Risiken | 92 |
| 5.1.4.2 | Die Selbsttragung von Risiken | 93 |
| 5.2 | Instrumente der Risikosteuerung | 102 |
| 5.2.1 | Bedingte Finanztitel | 102 |
| 5.2.1.1 | Versicherungen | 102 |
| 5.2.1.2 | Optionen | 103 |
| 5.2.2 | Unbedingte Finanztitel | 107 |
| 5.2.2.1 | Forwards (OTC-Markt) | 107 |
| 5.2.2.2 | Futures (börsengehandelt) | 111 |
| 6. | Fazit | 113 |
| Literaturverzeichnis | 119 |
Textprobe:
Kapitel 2.3.2, Das Risikomanagementsystem - Organisatorische Anforderungen:
Hinsichtlich der Frage, wie ein Risikomanagementsystem aussehen könnte, gibt § 90 Abs. 1 Nr. 1 AktG, der die Berichtspflichten des Vorstands gegenüber dem Aufsichtsrat regelt, einen ersten Ausblick: Die Kontrollfunktion des Aufsichtsrats ist so zukunftsbezogen auszurichten, dass Gegenmaßnahmen noch früh genug ergriffen werden können. Die Vorschrift nennt dazu beispielhaft für die Unternehmensplanung, dass finanz-, investitions- und personalplanerische Aspekte zu erläutern sind. Der Gesetzentwurf des KonTraG stellt aber klar, dass diese Aufzählung nicht enumerativ ist, sondern die gesamte betriebliche Wertschöpfungskette, kosten- und ergebnisplanerische Aspekte sowie Planungsphasen mit unterschiedlichen Zeitdauern umfassen kann.
Für einen Abschlussprüfer ist insofern die Ausgestaltung des sog. Internen Kontrollsystems von Interesse, von dem das Risikomanagementsystem ein Teilbereich ist. Es handelt sich dabei um die Instrumente und Regelungen zur Steuerung und Überwachung von Unternehmensaktivitäten. Die Überwachung beinhaltet die Gewährleistung prozessintegrierter Sicherungsmaßnahmen, welche individuellen, klar umrissenen Arbeitsverrichtungen bzw. verantwortlichen Personen zurechenbar sein müssen, gegenseitige Kontrollen und die durch eine interne Revision wahrgenommenen Aufgaben. Die interne Revision beschränkt sich aber nicht nur auf eine regelmäßige Plausibilitätsprüfung der Arbeitsanweisungen, wie z.B. Kontenplänen. Sie hat darüber hinaus die Effizienz sämtlicher Teilsysteme der Aufbau- und Ablauforganisation sicherzustellen, um Verlustquellen aus fehlerhaften Verfahren, Methoden, Maßnahmen sowie Kommunikations- und Kontrollsystemen aufzudecken. Um die Unabhängigkeit der internen Revision zu gewährleisten, ist eine organisatorische Distanz zur Vorstandsebene, die für die Unternehmenssteuerung verantwortlich ist, unerlässlich.
Entscheidend für den Ausbaugrad eines Risikomanagementsystems ist letztlich der durch den Vorstand definierte Bedarf. Dieser kann je nach Kapitalmarktzugang, Betriebsgröße, Rechtsform, den zu beachtenden rechtlichen Vorschriften, Anforderungen an die Datenverarbeitung und die Stellung des Unternehmens in einer bestimmten Branche, die sich durch eine entsprechende Komplexität und Diversifikation der Geschäftstätigkeit äußert, variieren.
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http://www.diplom.de/ean/9783842811188
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Wendel, Christian Juni 2010: Finanzwirtschaftliches Risikomanagement: Eine kritische Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag
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