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Finanzportale

Herausforderung der Banken im e-Commerce

Finanzportale
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Schmitz
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Gießen-Friedberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6367-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6367-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6367-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmitz, Michael September 2002: Finanzportale, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kundenbindung, Kundengewinnung, Finanzportalmodelle, Positionierungsmöglichkeiten, Erfolgsfaktoren

Diplomarbeit von Michael Schmitz

Einleitung:

Das Internet revolutioniert das Bankgeschäft: waren Kunden noch vor wenigen Jahren an die Öffnungszeiten ihrer Bankfiliale gebunden oder mussten auf einen Termin bei Ihrem Anlageberater warten, sind heute Information und Transaktion nur noch einen Mausklick weit entfernt.

Das Internet schafft dem Bankkunden eine völlig neue Welt mit einem nahezu unbegrenzten Angebot an Informationsmöglichkeiten und einem zeitlich nicht mehr limitierten Zugang zu Finanzdienstleistungen. Experten gehen davon aus, dass langfristig nahezu 40 % aller Finanzgeschäfte ausschließlich über das Internet abgewickelt werden. Schon 2006 – so die Prognose – soll das Internet der strategisch wichtigste Vertriebskanal für Bankdienstleistungen sein, gefolgt vom Telefon und dem traditionellen Filialnetz.

Der rasante Anstieg der Online-Konten auf insgesamt 20 Millionen, zu Beginn des Jahres 2002, belegt das große Interesse und die Akzeptanz der Kunden für Bankprodukte im Internet. Doch der Wettbewerb spielt sich nicht mehr auf den Internet-Banking-Seiten der jeweiligen Anbieter ab. Internet-Kunden sind verwöhnt durch die hohe Transparenz des Marktes für Finanzdienstleistungen im Internet, die unbegrenzten Wahl- und Vergleichsmöglichkeiten und die geringen Transaktions- und Wechselkosten. Die Bereitschaft, die Kontoverbindung zu wechseln bzw. mehrere Kontoverbindungen zu unterhalten, nimmt zu. Hinzu kommt das Auftreten einstmals fremder Akteure im Bankgeschäft, den sog. Non- und Nearbanks, auf einem von der Anbieterseite gesättigten Markt. Dies zwingt die Banken zu neuen Strategien im e-Commerce.

Für die Banken geht es darum, sich an der Schnittstelle zwischen Internet und Kunden zu positionieren und die Rolle eines Netzwerkkoordinators einzunehmen. Die Entwicklungen an der Schnittstelle, zwischen Finanzdienstleistungen und e-Commerce, wird in der aktuellen Diskussion wesentlich durch die Aktivitäten im Zusammenhang mit Finanzportalen geprägt. Das Konzept des Finanzportals zielt darauf ab, dem Privatkunden einen Kompass für seine Finanzdisposition an die Hand zu geben. Dem Kunden soll im Zuge einer „One-Stop-Shopping“-Anlaufstelle im Netz die Möglichkeit geboten werden, sich über unterschiedlichste Finanzdienstleitungen zu informieren, diese zu vergleichen und auszuwählen. In den USA sind die Portale von AOL oder „Yahoo!“-Finance schon die am häufigsten genutzten Internetseiten, wenn es um Finanzinformation und -dienstleistung geht.

Ziel von Finanzdienstleistern und insbesondere von den Banken muss es daher sein, ihre Websites zu Finanzportalen auszubauen und „sich damit als Einstieg in das World Wide Web für all diejenigen Nutzer anzubieten, deren primäres Interesse am Internet darin besteht, schnell, bequem, kostengünstig und umfassend informiert ihre Finanzgeschäfte am Bildschirm zu erledigen“.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Überblick über den oft genutzten jedoch kaum näher determinierten Begriff des „Finanzportals“ zu geben, die Ziele zu verdeutlichen, die einer Portalstrategie zu Grunde liegen und die strategischen Optionen, einer Universalbank auf dem Markt der Finanzportale aufzuzeigen. Des Weiteren soll beschrieben werden, welche konkreten Merkmale eine Finanzportalseite aufweisen sollte und welche Auswirkungen diese Merkmale, insbesondere auf die Kundenakzeptanz und damit den Erfolg des Anbieters auf dem Markt, haben. Abschließend werden vier Finanzportalmodelle und deren Anbieter analysiert, die bereits auf dem deutschen Markt agieren.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 0
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 6
2. Grundlagen 10
2.1 Internetnutzung: Stand der Entwicklung und Prognose 10
2.2 e-Commerce – Entwicklung und Prognose 12
2.2.1 Begriffserläuterung e-Commerce 12
2.2.2 Entwicklung und Potential des e-Commerce 13
2.3 Internet-Banking 16
2.3.1 Begriffserläuterung Internet-Banking 16
2.3.2 Entwicklung und Potential des Internet-Banking 18
3. Portale im Internet 22
3.1 Begriffserläuterung Portal 22
3.2 Begriffserläuterung Finanzportal 23
3.3 Anbieter von Finanzportalen 25
3.3.1 Brick-and-Mortar Unternehmen mit integriertem Internet-Banking 25
3.3.2 Brick-and-Mortar Unternehmen mit Direktbanktochter 26
3.3.3 Non- und Nearbanks 27
4. Zielsetzung von Finanzportalen 29
4.1 Kundenbindung als Hauptzielsetzung 29
4.2 Kundengewinnung 32
4.3 Kundenorientierung durch Customer Relationship Management 34
4.3.1 Bedeutung von Finanzportalen für das Customer Relationship Management 36
4.3.2 Stand der Entwicklung im Customer Relationship Management 38
4.4 Kostenersparnis 38
5. Die verschiedenen Ausprägungen des Finanzportalmodells 40
5.1 Ein Portal als integriertes Geschäftsmodell im e-Business 40
5.1.1 Geschäftsmodelle im Internet 41
5.1.2 Integration der Geschäftsmodelle 43
5.2 Finanzportalmodelle 44
5.2.1 Rein infomediäre Finanzportale 44
5.2.2 Intermediäre Finanzportale 45
5.2.3 Proprietäre Finanzportale 47
5.2.4 Open Finance Portale 48
6. Positionierungsmöglichkeiten für Finanzportale der Universalbanken 51
6.1 Einfluss der Hauptzielsetzungen auf die Positionierung 52
6.1.1 Priorisierte Kundenbindung 52
6.1.2 Priorisierte Kundenakquisition 54
6.2 Trends in der Wettbewerbssituation von Universalbanken 57
6.2.1 Deregulierung 57
6.2.2 Dekonstruktion 58
6.2.3 e-Konvergenz von Banken und Non- und Nearbanks 60
6.3 Möglichkeiten der Positionierung 62
6.3.1 Matchmaker 62
6.3.2 Attracters 63
6.3.3 Transformer 63
6.4 Positionierung einer Universalbank 64
7. Erfolgsfaktoren eines Finanzportals 68
7.1 Das Leistungsangebot als Haupterfolgsfaktor 68
7.2 Sicherheit für den Kunden 73
7.3 Internet Brand 74
7.4 Erschließung alternativer Einnahmequellen 76
8. Bewertung ausgewählter Finanzportale und deren Anbieter 78
8.1 Das Finanzportal von Microsoft – www.moneycentral.de 78
8.2 Das Finanzportal der Deutschen Bank 24 – www.deutsche-bank-24.de 81
8.3 Das Finanzportal der Volks- und Raiffeisenbanken – www.vrnetworld.de 84
8.4 Das Finanzportal der Volkswagen Bank Direct – www.vw-bankdirect.de 88
9. Schlussbetrachtung 91
Literaturverzeichnis 95
Anhang 103

Automatisiert erstellter Textauszug:

Für die von Universalbanken betriebenen Finanzportale bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten der Positionierung auf dem Markt an. Vor dem Hintergrund der bereits beschriebenen Zielsetzungen von Finanzportalen muss hierzu festgelegt werden, welche dieser Ziele von einer Bank priorisiert werden. Zwar können Kundenbindung und Kundengewinnung gleichberechtigt nebeneinander stehen, allerdings ist es auch denkbar eines von beiden vorzuziehen. Demnach kann ein Finanzportal in erster Linie der Bindung des vorhandenen Kundenpotentials dienen oder die Ansprache und Gewinnung neuer bzw. der Erweiterung der Geschäftsbeziehungen mit Neukunden in den Vordergrund stellen. Die Finanzportalstrategie wird des Weiteren in hohem Maße von der neuen Wettbewerbssituation auf dem Finanzdienstleistungssektor beeinflusst. Im Internetzeitalter fällt die traditionelle Markteintrittsbarriere im Banken- bzw. Finanzgeschäft, das kostenintensive Filialnetz nahezu völlig weg. Dies erlaubt es neuen Wettbewerbern, ohne Investitionen in ein teures Filialnetz mit der Akquisition ihrer Kunden zu beginnen.142 Hinzu kommt der anhaltende Trend zur Deregulierung und Dekonstruktion im Finanzsektor sowie die zunehmende Konvergenz und die damit verbundene indifferente Darstellung der verschiedenen Anbieter im Internet. [...]

Bei den Kunden erfreut sich dieses Konzept sehr großer Beliebtheit.137 Nach einer Studie von Forrester Research geben 45 % der befragten Finanzunternehmen die Kundenforderung nach Open Finance Portalen als Hauptmotiv für die Verfolgung einer solchen Strategie an, gefolgt von den Punkten „gestiegener Konkurrenzdruck“ (32 %) und „gestiegene Internetaffinität der Kunden“ (30 %).138 Modelle dieser Art wurden bisher nur vereinzelt realisiert. Die Deutsche Bank startete im September 2000 mit ihrem Finanzportal Moneyshelf als erste deutsche Großbank eine solche Initiative. Grundidee war es, eine integrierte Plattform zu schaffen, über die der Benutzer nahezu alle Finanzgeschäfte online abwickeln und dabei zwischen Produkten bzw. Abwicklungsleistungen konkurrierende Anbieter auswählen konnte.139 Das Portal erfüllte zwar nicht die hohen Erwartungen und wurde bereits nach einem Jahr wieder geschlossen, es hatte jedoch zukunftsweisenden Charakter für das Internetengagement der Universalbanken. Teile des Konzepts wurden in das Finanzportal der Deutschen Bank 24 übernommen. Die meisten Universalbanken treiben ihr Engagement im Bereich Open Finance jedoch noch völlig unzureichend voran. Meist wird gegen den Vertrieb von Drittprodukten das Argument angeführt, dass damit die eigenen (qualitativ oder preismäßig) unterlegenen Produkte kannibalisiert werden würden. Auch wird angebracht, dass die Qualität fremder Produkte, die in das Portal aufgenommen werden, nicht richtig eingeschätzt werden könne und Fremdprodukte entsprechend nicht offensiv vermarktet werden können.140 Hier liegt die Versuchung nahe, nur diejenigen Fremdprodukte in das Portal aufzunehmen, die den eigenen Produkten unterlegen sind und damit den Absatz der eigenen Produkte nicht gefährden. Ein weiteres [...]

Finanzprodukte und -dienstleistungen bzw. die der angeschlossenen Unternehmen im Konzernverbund im Vordergrund.129 Typische Anbieter dieses Modells sind die traditionellen deutschen Universalbanken. Proprietäre Finanzportale stellen demnach vorwiegend eine virtuelle Bankfiliale im Internet dar.130 Für Produkte, die von der betreibenden Bank nicht selbst angeboten werden, gibt es meist Kooperationspartner, wobei die über den Konzern verbundenen Unternehmen den Vorzug genießen.131 Die Dresdner Bank bietet entsprechend über Links die Versicherungsleistungen der Allianz auf ihren Seiten an, die Deutsche Bank 24 bietet auch eine Suchmaschine für fremde Versicherungen an, mit der Möglichkeit, diese gleich online abzuschließen. Eine Aufnahme von Fremdprodukten die von der Bank auch selbst angeboten werden, ist bis heute kaum realisiert. Ein solches Open Finance Modell wird im anschließenden Abschnitt noch genauer erläutert. [...]

Arbeit zitieren:
Schmitz, Michael September 2002: Finanzportale, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kundenbindung, Kundengewinnung, Finanzportalmodelle, Positionierungsmöglichkeiten, Erfolgsfaktoren

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