Die Finanzlage der Farbwerke Hoechst in den Jahren 1969, 1970 und 1971 aufgrund einer Analyse der Jahresbilanzen, Konzerninlandsbilanzen und Weltbilanzen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kurt Klüver
- Abgabedatum: Mai 1973
- Umfang: 112 Seiten
- Dateigröße: 6,5 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
- Bibliografie: ca. 56
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1089-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-1089-6 P - ISBN (CD) :978-3-8366-1089-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Klüver, Kurt Mai 1973: Die Finanzlage der Farbwerke Hoechst in den Jahren 1969, 1970 und 1971 aufgrund einer Analyse der Jahresbilanzen, Konzerninlandsbilanzen und Weltbilanzen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Finanzanalyse, Cash Flow, Working capital, Außenfinanzierung, Verschuldung
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Diplomarbeit von Kurt Klüver
Problemstellung:
Zweck dieser Abschlussarbeit ist es, die Bestimmungsgrößen des Finanzierungsvolumens herauszufinden und anhand der vorliegenden Jahresabschlüsse der Farbwerke Hoechst AG nach bestimmten erarbeiteten Kriterien zu ermitteln, um aufgrund dessen die Finanzlage zu beurteilen.
Die Finanzlage kann sich nur auf die Untersuchungszeiträume 1969, 1970 und 1971 beziehen, keinesfalls aber auf die Zukunft, da ihre Ermittlung ausschließlich auf Vergangenheitsdaten beruht und Prognosen den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.
Die Arbeit befasst sich mit noch heute gebräuchlichen finanztechnischen Begriffen, wie zum Beispiel Kapitalflussrechnungen (Bewegungsbilanzen), Cash-flow, Working capital, Außenfinanzierung, Effektiv-Verschuldungsfaktor/-grad, und kommt im Einzel-, Konzerninlands- und Weltabschluß zu deutlich unterschiedlichen Aussagen bezüglich der Bestimmung der Finanzlage.
Der Verfasser hat sich nicht darauf beschränkt, die Literatur wiederzugeben, sondern hat sich kritisch mit ihr auseinandergesetzt. Eine Fülle von Zahlenmaterial wurde in 13 Darstellungen und 9 Tabellen übersichtlich zusammengestellt. Abbildungen und Tabellen sind teilweise selbständig entwickelt worden.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | 2 | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 5 | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 6 | |
| TABELLENVERZEICHNIS | 7 | |
| A. | VORWORT | 8 |
| B. | GRUNDLEGUNG | 9 |
| I. | Das Unternehmen Farbwerke Hoechst | 9 |
| a) | Kurzer Rückblick auf die Finanzgeschichte | 9 |
| b) | Unternehmensstruktur, Tätigkeitsbereiche und Marktstellung | 13 |
| II. | Jahresbilanz - Konzerninlandsbilanz - Weltbilanz = drei notwendige Informationen als Ausgangsmaterial | 20 |
| a) | Jahresabschluß der AG | 20 |
| b) | Jahresabschluß des Inlandkonzerns | 22 |
| c) | Jahresabschluß des Weltkonzerns | 23 |
| III. | Begriffe und Arten der Analyse und Kritik | 26 |
| a) | Begriffe | 26 |
| b) | Interne und externe Analyse | 28 |
| c) | Formelle und materielle Analyse und Kritik | 29 |
| d) | Statistische und dynamische Analyse und Kritik | 30 |
| IV. | Definition der Finanzlage und Zweck der Untersuchung | 30 |
| C. | ANALYSE DER JAHRESABSCHLÜSSE ZUR ERMITTLUNG DER FINANZLAGE IN DEN UNTERSUCHUNGSZEITRÄUMEN | 33 |
| I. | Finanzierungsvorgänge im betrieblichen Umsatzprozeß | 33 |
| a) | Grundsätzliche Zusammenhänge | 33 |
| b) | Erkenntnisgehalt der Bilanz als Investitionsrechnung | 36 |
| c) | Erkenntnisgehalt der Erfolgsrechnung als Desinvestitionsrechnung | 37 |
| II. | Die Komponenten des Finanzierungsvolumens | 39 |
| a) | Der Cash-flow als Maßstab der Innenfinanzierungskraft | 40 |
| 1. | Allgemeines | 40 |
| 2. | Einheitliche Bestimmungsgrößen für alle Jahresabschlüsse | 41 |
| 3. | Ermittlung des Cash-flow aus den Jahresabschlüssen | 44 |
| (a) | Gewinn | 44 |
| (b) | Erfolgsvorträge | 46 |
| (c) | Offene Rücklagen | 48 |
| (d) | Sonderposten mit Rücklagenanteil | 52 |
| (e) | Pensionsrückstellungen | 54 |
| (f) | Abschreibungen | 56 |
| 4. | Entwicklung des Cash-flow bei den Untersuchungsobjekten in den betrachteten Perioden | 58 |
| 5. | Cash-flow, dargestellt in Bewegungsbilanzen | 60 |
| (a) | Bedeutung der Bewegungsbilanz | 60 |
| (b) | Aufbau der Bewegungsbilanz | 61 |
| (c) | Cash-flow als Mittelherkunft und seine Verwendung | 62 |
| 6. | Cash-flow-Kennziffern | 65 |
| b) | Working capital - Kontrollinstrument über die Lebenskraft der Unternehmung | 67 |
| 1. | Wesen und Bedeutung des Working capital | 67 |
| 2. | Aktive und passive Bilanzpositionen des Working capital | 69 |
| 3. | Entwicklung des Working capital in den betrachteten Zeiträumen und die beeinflussenden Faktoren | 70 |
| c) | Außenfinanzierung - Sicherung des betrieblichen Umsatzprozesses | 74 |
| 1. | Wesen und Bedeutung der Außenfinanzierung | 74 |
| 2. | Die Inanspruchnahme der Außenfinanzierung | 75 |
| 3. | Darstellung Finanzierungsvolumen und -vorgänge | 78 |
| III. | Das Ausmaß der Verschuldung | 78 |
| a) | Allgemeines | 78 |
| b) | Anwendbarkeit der Finanzierungsregeln | 80 |
| c) | Effektiv-Verschuldungsfaktor der Untersuchungsobjekte | 82 |
| D. | BEURTEILUNG DER FINANZLAGE | 85 |
| I. | Die Finanzlage im Geschäftsjahr 1969 | 85 |
| II. | Die Finanzlage im Geschäftsjahr 1970 | 88 |
| III. | Die Finanzlage im Geschäftsjahr 1971 | 92 |
| IV. | Die abweichenden Ergebnisse aus den AG-, Konzern- und Weltabschlüssen | 95 |
| V. | Grenzen des Aussagewertes | 98 |
| ANHANG | 100 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 109 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 113 |
Textprobe:
Kapitel III. Begriffe und Arten der Analyse und Kritik:
Nachdem in den vorangegangenen Ausführungen die Jahresabschlüsse als Ausgangsmaterial erläutert wurden, soll an dieser Stelle die eigentliche Bilanzanalyse und –Kritik in den Grundzügen behandelt werden. „Die Notwendigkeit der Bilanzanalyse und –Kritik ergibt sich im wesentlichen 1. aus den Mindestanforderungen der durch Brauch (GoB) und Gesetz (§§ 151, 157 AktG) festgelegten Regeln für die Aufstellung betrieblicher Gesamtübersichten (Jahresabschlüsse), 2. aus der Technik der kontenmäßigen Verrechnung in den Beständebilanzen (Wertberichtigungs-, Rechnungsabgrenzungsposten) und 3. aus der Bewertung von Vermögensteilen (Vorsichtsprinzip).
a) Begriffe:
Das Begriffspaar Bilanzanalyse und – Kritik geht über seinen eigentlichen wörtlichen Inhalt hinaus. Nach der allgemeinen betriebswirtschaftlichen Literatur umschließt das Begriffspaar nicht nur die Bilanz, sondern auch die GuV-Rechnung, also den gesamten Jahresabschluß einer AG.
Unter Bilanzanalyse versteht man die systematische „ ... Untersuchung eines Jahresabschlusses oder mehrerer Jahresabschlüsse, um Aussagen über den Vermögens- und Kapitalaufbau, die finanziellen Verhältnisse und die verfolgte Betriebspolitik zu gewinnen“. Die Bilanzanalyse bedient sich dabei einer Reihe von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Nach dem mit der Analyse verbundenen Zweck kann man i. S. dieser Arbeit von einer finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse sprechen, weil nur solche Positionen des Jahresabschlusses zur Analyse herangezogen und betriebswirtschaftliche Kennziffern gebildet werden, die von finanzieller Bedeutung sind.
Die Bilanzanalyse stellt die Vorstufe dar und liefert somit die Grundlagen für die Bilanzkritik, die dem üblichen Wortsinne nach Beurteilung bedeutet. Die Bilanzkritik oder Beurteilung des Unternehmens aufgrund der Jahresabschlüsse ist also dann möglich, wenn eine Bilanzanalyse vorliegt. Erst „Die Ergebnisse der Bilanzanalyse, insbesondere der Vergleich verschiedener Jahresbilanzen (Zeitvergleich, Anm. d. Verf.) des gleichen Unternehmens führen zur Bilanzkritik“, die neben der Vermögens- und Ertragslage auch die Finanzlage aufzuzeigen versucht. Bilanzkritik ist einer kritischen Durchleuchtung der Jahresabschlüsse gleichzusetzen. Je nach dem Zweck der Analyse beurteilt sie den Vermögensstand, die Liquidität, Wirtschaftlichkeit, Finanzlage usw.
Obwohl die Begriffe Bilanzanalyse und Bilanzkritik sachliche Unterschiede aufweisen (zerlegen, zergliedern, untersuchen der Bilanzpositionen – beurteilen dieser Vorarbeit oder Ergebnisse), werden sie doch in der betrieblichen Praxis und von einigen Autoren als Synonyme betrachtet, da „die Bilanzanalyse niemals Selbstzweck ist und so immer eine kritische Stellungnahme mit einschließt“. Diesem Argument ist zuzustimmen. Eine Analyse ist allein ohne Aussagewert. Sie wäre mit einer arithmetischen Aufgabe zu vergleichen, bei der das Ergebnis fehlt. Im Rahmen dieser Arbeit soll daher eine sachliche Trennung dieser Begriffe nicht vorgenommen werden, so dass der Begriff Analyse die Kritik mit einschließt.
b) Interne und externe Analyse:
Entscheidungskriterium für eine interne oder externe Analyse ist die Personengruppe, die sich einer kritischen Untersuchung des Jahresabschlusses annimmt. Sind es von der Unternehmung Beauftragte (Vorstand, Unternehmer, Pflichtprüfer) oder außerhalb der Unternehmung stehende Interessentenkreise, so spricht man einerseits von interner und andererseits von externer Analyse.
Die interne Analyse ist am aussagefähigsten, weil sie gegenüber der externen den Vorzug hat, dass dem Beauftragten sämtliche im Betrieb vorhandenen Unterlagen zur Verfügung stehen. Aufgrund dessen hat er die Möglichkeit, z. B. einen Einblick in die „ ... tief gegliederte Aufwands- und Ertragsstruktur, genaue Fälligkeit der Forderungen und Verbindlichkeiten, die Bewertungsverfahren und damit ... (in den, Anm. d. Verf.) ungefähren Umfang der stillen Reserven u. a.“ zu nehmen. Die Ergebnisse dieser Analyse müssen daher ungleich zuverlässiger und weitreichender als die der externen Analyse sein, die sich lediglich nur auf die Jahresabschlüsse, Geschäftsberichte, Bilanzerläuterungen und Mitteilungen der Wirtschaftspresse stützen kann. Die Erkenntnisse der externen Analyse sind mit Vorsicht zu beurteilen, da Verschleierungen, wie z. B. die in der Bilanz enthaltenen stillen Reserven, das Ergebnis verfälschen können.
Der vorliegenden Untersuchung der Finanzlage liegt eine externe Analyse zugrunde, die sich der o. a. Hilfsmittel und der Werkzeitung „Farben – Post“ bedient. Sie stützt sich auf Handelsbilanzen.
c) Formelle und materielle Analyse und Kritik:
Die formelle Analyse befasst sich mit der äußeren Form des Jahresabschlusses, den Vorarbeiten für eine Unternehmensbeurteilung sowie mit dem zu untersuchenden Unternehmen selbst. Daraus lassen sich folgende Aufgaben ableiten:
Darstellung des zu untersuchenden Unternehmens durch Erläuterungen über die Rechtsform, den Wirtschaftszweig, die Unternehmensstruktur, Tätigkeitsbereiche und Marktstellung.
Beachtung gesetzlicher Gliederungs- und Ausweisvorschriften.
Aufbereitung des Bilanzstoffes durch Umgliederungen, Errechnung der Veränderungsbilanz, Bewegungsbilanz sowie der Kennzahlen und Aufstellung grafischer Darstellungen.
Mit der formellen Analyse wird die Sicherung, Erleichterung und Vertiefung der Einblicke in das zu beurteilende Material erreicht. Nach Le Coutre ist die materielle Analyse die Hauptsache, die die wirtschaftlichen Aussagen des Jahresabschlusses erfaßt. Sie vermittelt die wirtschaftlichen Erkenntnisse aus dem Zahlenmaterial des Jahresabschlusses und den Angaben des Geschäftsberichtes. Dazu ist allerdings die formelle Analyse als Vorarbeit notwendig. Eine materielle Analyse ist also ohne eine vorausgegangene formelle Analyse nicht möglich.
Die formelle Analyse soll in der folgenden Untersuchung der Finanzlage eine gemäßigte Rolle spielen, da das Unternehmen Farbwerke Hoechst bereits zu Beginn dieses Kapitels dargestellt wurde und eine Analyse, um festzustellen, dass die gesetzlichen Gliederungs- und Ausweisvorschriften eingehalten wurden, erübrigt sich, weil die uneingeschränkten Bestätigungsvermerke der Pflichtprüfer nach den §§ 162, 166, 167 AktG diese Tatsache bekunden. Die Weltabschlüsse, die keine Bestätigungsvermerke tragen, also nicht testiert sind, unterliegen nicht den gesetzlichen Gliederungs- und Ausweisvorschriften. Weltabschlüsse werden auf freiwilliger Basis erstellt; für sie gibt es – wie bereits erwähnt – noch keine gesetzlichen Formvorschriften. Die formelle Analyse kommt daher nur für die unter (3) aufgeführte Aufgabe in Betracht und beeinflusst den Hauptabschnitt C dieser Arbeit.
Die materielle Analyse stellt die eigentlichen finanziellen Erkenntnisse aus der Vorarbeit der „Analyse der Jahresabschlüsse ...“ heraus und führt zur Beurteilung der Finanzlage. Sie findet ihre Anwendung in Kapitel D.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836610896
Arbeit zitieren:
Klüver, Kurt Mai 1973: Die Finanzlage der Farbwerke Hoechst in den Jahren 1969, 1970 und 1971 aufgrund einer Analyse der Jahresbilanzen, Konzerninlandsbilanzen und Weltbilanzen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Finanzanalyse, Cash Flow, Working capital, Außenfinanzierung, Verschuldung



