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Finanzkrisen im ostasiatischen Raum

Entstehungsgründe, Verlaufsmuster und ordnungspolitische Konsequenzen

Finanzkrisen im ostasiatischen Raum
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Boris Hueske
  • Abgabedatum: April 1998
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 4,9 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1105-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1105-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1105-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hueske, Boris April 1998: Finanzkrisen im ostasiatischen Raum, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzkrise, Asien, Währungskrise, Krisentheorien, Ordnungspolitik

Diplomarbeit von Boris Hueske

Zusammenfassung:

Das Problem der Finanzkrise im ostasiatischen Raum ist tiefgreifender und vielschichtiger, als es die Kursverluste der Währungen und Börsen von Thailand, Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Südkorea, Hong Kong, Singapur und Japan seit Mitte 1997 erahnen lassen. Diese Entwicklungen sind zum größten Teil das Ergebnis eines Prozesses, der bereits einige Zeit vorher eingesetzt hat. So kam es in einigen der betroffenen Ländern schon 1996 zu einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums, zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt und zu Kursrückgängen auf den Aktien- und Immobilienmärkten. Daneben wurden über einen sehr langen Zeitraum ordnungspolitische Mißstände vor allem auf den Finanzmärkten und im Bankensektor hingenommen, weil sie das "East Asian Miracle" mit seinen überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der wirtschaftlichen Der erste Teil dieser Arbeit erörtert die empirischen Grundlagen der Finanzkrise, wobei zunächst auf die ordnungspolitischen Grundmuster der betroffenen Staaten eingegangen wird. Hierbei wird - wie auch im folgenden - Thailand im Mittelpunkt stehen, da die Krise dort ihren Ursprung hat. In geringerem Umfang wird auf die Staaten Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Südkorea eingegangen, die vor allem eine Rolle bei der "Ansteckung" und Ausbreitung der Krise gespielt haben. Nach den ordnungspolitischen Grundmustern wird die makroökonomische Entwicklung im ostasiatischen Raum vom Beginn der 90er Jahre bis zum Ende des Jahres 1996 beschrieben, um die tiefer liegenden Ursachen für den Aufstieg der betroffenen Staaten aufzuzeigen aber auch, um die Entwicklungen darzustellen, die zu ihrem Fall und zu weltweiten Auswirkungen an den Finanz- und Gütermärkten geführt haben. Hieran schließt sich eine chronologische Darstellung der Geschehnisse vom Beginn des Jahres 1997 bis in die Gegenwart an. Diese soll dem Leser den Gang der Ereignisse vor Augen führen und mit Hilfe einiger Abbildungen das Ausmaß der Krise - auch anhand bestimmter Indikatoren wie Aktienindizes und Wechselkursentwicklungen - schildern.

Diesem ersten empirischen Teil folgen die theoretischen Grundlagen in Form von Krisentheorien, die im Zentrum dieser Arbeit stehen. Die „Theorie der spekulativen Blasen" versucht zu erklären, wie es aufgrund von Kurssteigerungen und Erwartungen zu erneuten Kurssteigerungen kommt, die wiederum über Erwartungen zu weiteren Kurssteigerungen führen. Wenn diese "Blase" platzt, kommt es schließlich zum ‘crash’ - zum Kurssturz. Die Überschuldungstheorien sehen den Auslöser von Krisen in der Überschuldung einzelner Marktteilnehmer, die zu einer Zahlungsunfähigkeit ihrer Gläubiger führt und so immer weitere Kreise zieht. Die Theorien der Bankenkrise betrachten die Rolle der Finanzintermediäre in einer Wirtschaft. Sie beschreiben, wie es zu einem plötzlichen und unerwarteten Abzug von Einlagegeldern - einem ‘run’ - kommen kann und wie dieser sich über bestimmte Effekte auf das gesamte Bankensystem einer Wirtschaft ausdehnen kann. Schließlich werden die Theorien einer Währungskrise beschrieben, deren Auslöser - je nach theoretischem Ansatz - in fundamentalen Politikfehlern oder in sich selbsterfüllenden Prophezeiungen zu suchen sind. Ein weiterer Punkt der theoretischen Betrachtungen geht auf soziologische Aspekte wie selbsterfüllende Prophezeiungen und Herden-Effekte ein, er erklärt aber auch, wie sich eine (Finanz-) Krise durch Ansteckungseffekte ausbreiten kann. Der letzte Bereich der theoretischen Grundlagen wird kurz zwei Konzepte einer Finanzkrise darstellen, die die im Vorfeld erläuterten Theorien integrieren.

Anhand dieser theoretischen Grundlagen wird im vierten Punkt der Gliederung ein Verlaufsmuster der Finanzkrise im ostasiatischen Raum nachgezeichnet. Der letzte Punkt dieser Arbeit befaßt sich mit den ordnungspolitischen Konsequenzen der Finanzkrise im ostasiatischen Raum. Hier wird unter anderem auf die Rolle des International Monetary Fund (IMF) eingegangen, der in seiner Funktion als ‘lender of last resort’ wesentlichen Einfluß auf die zukünftige Entwicklung der betroffenen Länder nehmen wird.

Diese Arbeit wird die Ursachen der Finanzkrise im ostasiatischen Raum auf theoretischer und empirischer Basis erklären und ein Verlaufsmuster entwerfen. Es wird aufgezeigt, welche ordnungspolitischen Aspekte sich besonders krisenfördernd ausgewirkt haben, und welche Maßnahmen - besonders durch den IMF - erfolgversprechend bei der Bekämpfung der Finanzkrise sein könnten.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
1. Problemstellung und Einleitung 1
2. Empirische Grundlagen der Finanzkrise im ostasiatischen Raum 4
2.1 Grundmuster ostasiatischer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen 4
2.1.1 Politische Ordnung 4
2.1.2 Währungssysteme 7
2.1.3 Finanzsystem und Banken 8
2.1.4 Wirtschaftliche Verflechtung 9
2.2 Die makroökonomische Entwicklung im ostasiatischen Raum vom Beginn der 90er Jahre bis Ende 1996 9
2.2.1 Kapitalzuflüsse in den ost- und südostasiatischen Raum 10
2.2.2 Entwicklungen auf den Devisenmärkten 12
2.2.3 Entwicklung der Exportwirtschaft 13
2.2.4 Entwicklung des öffentlichen und privaten Sektors 13
2.2.5 Entwicklung der Aktien- und Immobilienmärkte 14
2.2.6 Konsequenzen aus der makroökonomischen Entwicklung 15
2.3 Chronologie einer Krise 16
2.3.1 Der Weg in die Thailand Krise: Januar 1997 - April 1997 16
2.3.2 Die Thailandkrise: Mai 1997 - Anfang Juli 1997 17
2.3.3 Die Ausweitung der Krise auf die ASEAN-4 Staaten: Anfang Juli 1997 - Mitte Oktober 1997 18
2.3.4 Die Ausweitung der Krise auf die globalen Finanzmärkte: Mitte Oktober 1997 - Gegenwart 19
3. Theoretische Grundlagen und Aspekte einer Finanzkrise 22
3.1 Krisentheorien 22
3.1.1 Theorie der spekulativen Blasen 23
3.1.1.1 Theoretischer Ansatz 23
3.1.1.2 Kritische Würdigung 27
3.1.2 Theorie der Bankenkrise 28
3.1.2.1 Bank 'run' und Paniken 28
3.1.2.2 Kritische Würdigung 33
3.1.3 Theorien der Währungskrise 34
3.1.3.1 Modelle von Währungskrisen 34
3.1.3.2 Kritische Würdigung 37
3.1.4 Verschuldung und finanzielle Instabilität 38
3.1.4.1 Die Theorien von Fisher und Minsky 38
3.1.4.2 Kritische Würdigung 42
3.2 Auslöser, Verstärker und Wege der Ausbreitung von Finanzkrisen 43
3.2.1 Selbsterfüllende Prophezeiungen 43
3.2.2 Herden-Effekte ('herding') 44
3.2.3 Meinungsführer, Gurus und Soroi 46
3.2.4 Ansteckungs-Effekte ('contagion') 47
3.3 Integrierende Konzepte 48
3.3.1 Der Monetaristische Ansatz 48
3.3.2 Minsky-Kindleberger Ansatz 49
3.3.3 Abschließende Bemerkungen 51
4. Ableitung eines Verlaufsmuster der ostasiatischen Finanzkrise aus den Krisentheorien 51
4.1 Formales Verlaufsmuster der Finanzkrise 52
4.2 Betrachtung der integrierenden Konzepte 56
5. Ordnungspolitische Konsequenzen der Finanzkrise 57
5.1 Konsequenzen für die politische Ordnung 58
5.2 Konsequenzen für die Wechselkurssysteme 58
5.3 Konsequenzen für den Finanzsektor 59
5.4 Die Rolle des IMF 60
Anhang 61
Literaturverzeichnis 77

Arbeit zitieren:
Hueske, Boris April 1998: Finanzkrisen im ostasiatischen Raum, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzkrise, Asien, Währungskrise, Krisentheorien, Ordnungspolitik

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