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Die Finanzkrise und ihre Auswirkung auf den deutschen Mittelstand

Die Finanzkrise und ihre Auswirkung auf den deutschen Mittelstand
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Nina Rösch
  • Abgabedatum: November 2009
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,8
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (ehemals FH Nürtingen) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 150
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4474-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rösch, Nina November 2009: Die Finanzkrise und ihre Auswirkung auf den deutschen Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Mittelstand, Konjunkturpaket, Rettungspaket

Bachelorarbeit von Nina Rösch

Einleitung:

Blickt man auf den Verlauf der Geschichte, gab es immer wieder Wirtschaftskrisen mit massiven Auswirkungen auf die Volkswirtschaften vieler Länder. Erwähnt werden muss hier vor allem die Weltwirtschaftkrise von 1929, sicherlich eine der größten Krisen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Es folgten die Ölkrisen 1973 und 1979 / 1980. Die zunehmende Vernetzung der Märkte und der Einzug der Informationstechnologie im Verlauf des späten 20. Jahrhunderts eröffnete neue Möglichkeiten und ließ die Volkswirtschaften näher zusammenrücken.

Diese Entwicklung begünstigte auch das Entstehen der aktuellen Krise. Ihren Anfang nahm sie im Jahr 2000 als die Dot – Com Blase, eine Spekulationsblase des IT – Bereiches, platzte. Die Maßnahmen, welche daraufhin zur Stabilisierung der Konjunktur getroffen wurden, sorgten in der Folgezeit für eine globale Hochkonjunkturphase. In Deutschland zum Beispiel lag die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2006 auf dem niedrigsten Stand seit den frühen neunziger Jahren. Im Juli 2007 erreichte der deutsche Aktienindex ‘DAX’, mit 8151,57 Punkten seinen bis dato höchsten Stand.

Dieser Zeitpunkt markiert jedoch auch den Wendepunkt dieser Entwicklung, das Wirtschaftswachstum begann zu stocken. Als die Krise auf den internationalen Finanzmärkten in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 einsetzte, verkehrte sich dieser wirtschaftliche Aufschwung langsam in eine Abwärtsspirale, die sich selbst durch den Einsatz der Zentralbanken zur Sicherung der Liquidität auf den Märkten nicht mehr aufhalten ließ. Zunächst wurde vor allem durch Medien und Politik versucht, das Ausmaß zu relativieren. Peer Steinbrück sagte noch im August 2007 ‘Es gibt keinen Grund zur Nervosität über die Realwirtschaft’. Das wahre Ausmaß der Krise wurde durch verstärkt auftretende Hiobsbotschaften, zunächst von Unternehmen des Finanzsektors, immer offensichtlicher und wirkte sich schließlich global auf unterschiedliche realwirtschaftliche Branchen und infolge dessen direkt oder indirekt auf unser individuelles Leben aus. Die Weltwirtschaft verzeichnete einen Einbruch in einem seit der Weltwirtschaftskrise 1929 nicht da gewesenen Ausmaß.

Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach wichtig, sowohl die Ursachen, als auch die Auswirkungen dieser Krise zu analysieren und sich bewusst zu machen, dass ihre Folgen uns alle betreffen.

Auf den Mittelstand beziehe ich mich, da er in Deutschland eine wesentliche Rolle in der Volkswirtschaft spielt. In der nachfolgenden Arbeit soll dem Leser verdeutlicht werden wie die aktuelle Krise entstanden ist, welche Auswirkungen sie auf den Mittelstand bereits hat und auch noch haben könnte. Damit soll ein Beitrag zur Deutung der aktuellen Krise geleistet werden.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Bachelor Thesis unterteilt sich in fünf Kapitel, wovon die Kapitel eins und fünf Einleitung und Schlussbetrachtung ausmachen. Die Hauptteile der Arbeit stellen die Kapitel zwei, drei und vier dar.

In Kapitel zwei wird das Zustandekommen der Finanzkrise und deren Verlauf näher erläutert. Da der Ursprung der Krise in den USA zu suchen ist, gehe ich zunächst auf die Verhaltensweisen der Wirtschaftssubjekte in den Vereinigten Staaten in den letzten acht Jahren und die daraus resultierenden Entwicklungen in der US – amerikanischen Volkswirtschaft ein. Des Weiteren beschreibt dieses Kapitel weshalb sich die Problematik der Finanzkrise nicht auf die USA beschränkte, in welcher Art und Weise sie sich weltweit ausbreitete und zu einem Kollaps des internationalen Finanzmarktes führte. Im Zuge dieser Betrachtung wird ein besonderes Augenmerk auf die deutsche Finanzwirtschaft gelegt.

Da die Finanzkrise eine Krise in der Realwirtschaft auslöste gehe ich in Kapitel drei zunächst auf den Aufbau der deutschen Realwirtschaft ein und wende mich anschließend den Auswirkungen der Krise in selbiger zu. In diesem Zusammenhang werden auch die Maßnahmen der Bundesregierung im Versuch gegen die Krise anzukämpfen erläutert.

In Kapitel vier steht der deutsche Mittelstand während der Krise im Fokus der Betrachtung. Den Lesern soll zunächst ein Überblick über den Aufbau des Mittelstands und seiner Bedeutung in der deutschen Volkswirtschaft verschafft werden. Unabhängig von der Krise gehe ich hier auch auf seine grundlegenden Schwierigkeiten in der Unternehmensfinanzierung ein. Die direkten und indirekten Auswirkungen der globalen Krise auf den deutschen Mittelstand werden in diesem Kapitel thematisiert und anhand von zwei Unternehmensbeispielen veranschaulicht.

Den abschließenden Punkt der Arbeit bildet ein Fazit, in dessen Rahmen die Ergebnisse der Arbeit nochmals zusammengefasst werden. Es soll einen Ausblick auf die mögliche weitere Entwicklung der Thematik gewagt werden.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
TABELLENVERZEICHNIS VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau und Vorgehensweise 2
2. DIE ENTSTEHUNG UND VERLAUF DER FINANZKRISE 4
2.1 Die US - Immobilienkrise 4
2.1.1 Die Entstehung der Immobilienblase und der übermäßigen Verschuldung in den USA 4
2.1.1.1 Die Dot.com - Blase als Ausgangspunkt 4
2.1.1.2 Die Entstehung der Immobilienblase und die Erweiterung der Kreditvergaben durch ‘Subprime Kredite’ 5
2.1.1.3 Der Anstieg des fremdfinanzierten Konsums durch Zusatzkredite 7
2.1.2 Verbriefung 8
2.1.3 Die Immobilienblase platzt 9
2.2 DIE FINANZKRISE 11
2.2.1 Definition Finanzwirtschaft 11
2.2.2 Der Beginn der Krise 12
2.2.3 Die ‘Finanzkrisen - Welle’ schwappt nach Europa 13
2.2.4 Die Finanzkrise in Deutschland 14
2.2.4.1 Erste deutsche Banken geben Verluste bekannt 14
2.2.4.2 Das Bankenmisstrauen 15
2.2.4.3 Reaktionen der Zentralbanken 16
2.2.4.4 Die Finanzkrise spitzt sich zu 16
2.2.5 Die Krise der Finanzwirtschaft wird zur Krise der Realwirtschaft 17
3. DIE WIRTSCHAFTSKRISE 19
3.1 Die Gesamtwirtschaft 19
3.1.1 Die Realwirtschaft, Definition 19
3.1.2 Die Struktur der deutschen Wirtschaft, die einzelnen Sektoren 19
3.1.2.1 Bedeutung der Landwirtschaft in der deutschen Volkswirtschaft 21
3.1.2.2 Bedeutung der Industrie in der deutschen Volkswirtschaft 23
3.1.2.3 Bedeutung der Dienstleistung in der deutschen Volkswirtschaft 25
3.2 Die Wirtschaftskrise 26
3.2.1 Auswirkung der Krise auf die einzelnen Sektoren der deutschen Realwirtschaft 27
3.2.1.1 Auswirkung auf die Landwirtschaft 27
3.2.1.2 Auswirkung auf die Industrie 29
3.2.1.3 Auswirkung auf die Dienstleistung 29
3.2.2 Auswirkung der Krise auf unterschiedliche Industriebereiche innerhalb Deutschlands 31
3.2.2.1 Krise im Automobilbereich 31
3.2.2.2 Krise im Maschinen- und Anlagenbau 32
3.3 Maßnahmen der deutschen Regierung um der Krise entgegenzusteuern 33
3.3.1 Das Rettungspaket 34
3.3.2 Das Konjunkturpaket I 38
3.3.3 Das Konjunkturpaket II 39
4. DER DEUTSCHE MITTELSTAND IN DER KRISE 41
4.1 Definition Mittelstand 41
4.1.1 Qualitative Abgrenzung 43
4.1.1.1 Qualitative Abgrenzung nach Definition des Institut für Mittelstandforschung Bonn 43
4.1.1.2 Qualitative Abgrenzung nach Definition der Europäischen Kommission 44
4.1.2 Quantitative Abgrenzungen 44
4.1.2.1 Quantitative Abgrenzung nach Definition des Institut für Mittelstandforschung Bonn 44
4.1.2.2 Quantitative Abgrenzung nach Definition der Europäischen Kommission 46
4.2 Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Volkswirtschaft 48
4.3 Grundlegende Schwierigkeiten der Unternehmensfinanzierung im deutschen Mittelstand unabhängig von der Krise 50
4.4 Auswirkungen der Krise auf den Mittelstand 53
4.4.1 Entwicklung der Konjunktur 54
4.4.1.1 Frühjahr 2008 54
4.4.1.1a Die Geschäftslage im Mittelstand 54
4.4.1.1b Umsatzentwicklung im Mittelstand 55
4.4.1.1c Personalentwicklung im Mittelstand 56
4.4.1.2 Herbst 2008 57
4.4.1.2a Die Geschäftslage im Mittelstand 57
4.4.1.2b Umsatzentwicklung im Mittelstand 58
4.4.1.2c Personalentwicklung im Mittelstand 59
4.4.1.3 Frühjahr 2009 59
4.4.1.3a Die Geschäftslage im Mittelstand 59
4.4.1.3b Umsatzentwicklung im Mittelstand 60
4.4.1.3c Personalentwicklung im Mittelstand 61
4.4.2 Die Exporte sinken 62
4.4.3 Die Kreditklemme 63
4.4.4 Wechselkursverluste 65
4.5 Beispiele mittelständischer Unternehmen in der Krise 68
4.5.1 Firma Märklin 68
4.5.2 Firma Rosenthal 70
5. SCHLUSSBETRACHTUNG 71
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 75
Online - Verzeichnis 75
Literatur - Verzeichnis 84
Sonstige Quellen 84

Textprobe:

Kapitel 3.2.2.1, Krise im Automobilbereich:

Als erster Wirtschaftszweig bekam die bereits vorher angeschlagene Automobilbranche und deren Peripherie, kurz gesagt die Zulieferbetriebe, die Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren.

Die weltweite Rezessionsangst und die Furcht vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes und damit der Existenzgrundlage, ließ die Verbraucher sparsamer mit ihrem Kapital umgehen, was als Konsequenz ein eingeschränktes Konsumverhalten mit sich brachte. Dieser Sparwille schränkte zuerst die Anschaffung teurer Konsumgüter ein. Aus diesem Grund wurde die Automobilindustrie in großem Maße in Mitleidenschaft gezogen. Viele Autobauer, vor allem amerikanische Hersteller wie Chrysler, General Motors oder Ford, haben den Trend zu kleineren, verbrauchsärmeren und damit für den Verbraucher günstigeren Automobilen verpasst. Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft und so genannter Automobilexperte, bemängelte schon 2007, dass auch die deutsche Autoindustrie die Herstellung von Billigautos vernachlässigt. Auf das Automobil an sich verzichten, das wollte niemand. Aus diesem Grund war es sinnvoll, dass Ausweichmöglichkeiten vorhanden waren und man nicht auf die großen, in der Anschaffung und im Unterhalt teuren ‘Spritfresser’, wie sie hauptsächlich in den USA vorkommen, angewiesen war. Ein Paradebeispiel dafür ist der Dacia Logan, ein Fahrzeug aus der Billigsegmentmarke von Renault. Dieser in Rumänien produzierte Wagen brachte durch seine positiven Argumente, eine günstige Anschaffung, Verbrauch und Unterhalt, trotz Krise in der Automobilindustrie einen stark positiven Absatz ein. Dacia erwirtschaftete im Jahr 2008 eine Absatzsteigerung von 44%. Die Unsicherheit bezüglich steigender Kosten für Autobesitzer, herbeigeführt durch die damals geplante Reformierung der Kraftfahrzeugsteuer, kombiniert mit der Erfahrung sehr hoher Benzinpreise sowie der Diskussion um die Pendlerpauschale stellen weitere Gründe für das eingeschränkte Konsumverhalten der Verbraucher in der Automobilbranche dar. Noch kurze Zeit vor dem Ausbruch der Finanzkrise wurden, zumindest in den USA, Kredite leichtfertig weitergegeben. Die durch die Finanzkrise ausgelöste restriktive Kreditvergabe, schwächte den Automobilabsatzmarkt aufgrund seiner häufig fremdfinanzierten Produkte und ließ ihn ab Ende 2008 immer weiter einbrechen. Zulieferer der Automobilindustrie wurden mit in die Krise gezogen.

Diese Entwicklung wirkte sich negativ auf den Arbeitsmarkt in Deutschland aus, da jeder siebte Arbeitsplatz von der Automobilbranche abhängig ist und bewahrheitete damit die Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde die Umweltprämie ins Konjunkturpaket II einbezogen.

Krise im Maschinen- und Anlagenbau:

Diese beiden Bereiche sind eng miteinander verbunden. Die Definition im Lexikon besagt: ‘Während es im Maschinenbau in erster Linie um den Bau einer bestimmten Maschine geht werden im Anlagenbau viele Maschinen, Apparate, technische Vorrichtungen, Transportmittel usw. zu einer ganzen Anlage kombiniert.’ Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau gehört zu den wichtigsten Industriezweigen in Deutschland. Er ist stark exportabhängig mit einem Exportanteil von 77 % im Jahr 2008. Mit einem Welthandelsanteil von über 19 % gehört Deutschland zu den weltweit führenden Anbietern von Maschinen. Noch vor Japan und den USA, jedoch aber seit 2008 auf dem zweiten Platz und erstmalig von China überholt.

Mit seiner knapp einer Million Beschäftigten gehört der deutsche Maschinen- und Anlagenbau auch zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Den Ruf eines Spitzenreiters verdankt er unter anderem seinem technischen Fortschritt und vor allem seiner hochwertigen Qualität welche im internationalen Vergleich als führend bezeichnet werden kann. Die hohe Exportabhängigkeit dieser Branche lässt aufgrund des durch die Finanzkrise herbeigeführten globalen Nachfragerückganges für das Jahr 2009 insgesamt wenig Spielraum für eine positive Entwicklung.

Langfristig betrachtet kann dennoch mit einem soliden Aufwärtstrend gerechnet werden, da weiterhin in technologischen Fortschritt investiert wird und der Qualitätsstandard ‘Made in Germany’ auch in Zukunft erhalten bleiben wird.

Arbeit zitieren:
Rösch, Nina November 2009: Die Finanzkrise und ihre Auswirkung auf den deutschen Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Mittelstand, Konjunkturpaket, Rettungspaket

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