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Finanzinnovationen in Deutschland

Chancen und Risiken aus Sicht eines Kapitalanlegers

Finanzinnovationen in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Melanie Hoberg
  • Abgabedatum: April 2000
  • Umfang: 52 Seiten
  • Dateigröße: 570,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Schmalkalden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2514-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2514-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2514-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hoberg, Melanie April 2000: Finanzinnovationen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aktienanleihen, Derivate, Discount-Zertifikate, Indexprodukte, exotische Optionsscheine

Diplomarbeit von Melanie Hoberg

Einleitung:

Finanzinstitute brachten v.a. in den letzten zwei Jahren eine Vielzahl von Anlageneuheiten auf den Markt, die der aktuellen Situation Rechnung tragen sollen und in der Risikoklasse zwischen Aktie und Anleihe angesiedelt sind.

Die Instrumente, die in der vorliegenden Arbeit auf ihre Funktionsweise, ihre Chancen und Risiken für den Privatanleger hin untersucht werden, sind Aktienanleihen, Discount-Zertifikate, Renditejäger, Outperformance-Zertifikate, Bottom Up/Top Down-Optionsscheine, Index-Optionsscheine und Index-Zertifikate. Zur Analyse zählt auch die Betrachtung von Anlagealternativen und der Entwicklung am Sekundärmarkt. Es handelt sich hierbei um Instrumente sowohl aus dem Optionsscheinsektor als auch aus dem Bereich der strukturierten Anleihen. Aktuelle Beispiele sind jeweils im Anhang aufgelistet.

Gemeinsam ist diesen Finanzinstrumenten, dass ihre Kapitalverzinsung bzw. ihre Rückzahlung von der Entwicklung von Aktienkursen/Indizes abhängen, ihre Rendite wird vom Kurs des Basisinstruments bei Fälligkeit bestimmt, sie sind Termingeschäfte. Deren besondere Risiken werden im Anschluss erläutert.

Ebenso wird auf Entstehungsursachen von Finanzinnovationen und damit verbunden auf die Situation am deutschen Finanzmarkt eingegangen.

Schließlich muss noch die Besteuerung der betreffenden Anlagen analysiert werden, die grundsätzlich bei jeder finanziellen Entscheidung einkalkuliert werden muss, da sie oft maßgeblichenen Einfluss auf die Rendite hat, und, besonders bei neuartigen Instrumenten, oftmals noch keine klaren Regelungen vorliegen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Grundlegung 3
2.1 Begriffliche Erläuterung und Themeneingrenzung 3
2.2 Enstehungsursachen von Finanzinnovationen 7
3. Die Finanzinstrumente im Einzelnen 11
3.1 Reverse Convertibles 11
3.2 Discount Convertibles 14
3.3 Two Asset Reverse Convertibles und Two Asset Discount Convertibles 17
3.4 Renditejäger 18
3.5 Outperformance-Zertifikate 20
3.6 Bottom Up- (Top Down-) Optionsscheine 22
3.7 Index-Optionsscheine 26
3.8 Index-Zertifikate 29
4. Termingeschäfte 32
4.1 Allgemeine Risiken 32
4.2 Börsengesetz und Termingeschäftsfähigkeit 34
5. Die steuerliche Situation 36
6. Resümee 38
Anlagen IV
Literaturverzeichnis V
Ehrenwörtliche Erklärung VI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Renditejäger sind mehrjährige Indexanleihen, d.h. ihre Verzinsung ist an die prozentuale Änderung eines Indexstandes bezüglich des Emissionszeitpunkts während der Laufzeit gebunden. Die Besonderheit ist, dass der Emittent jährlich bis ein Jahr vor Laufzeitende die Möglichkeit zu kündigen hat. Bei vorzeitiger Kündigung sind gestaffelte Rückzahlungsbeträge festgelegt, und zwar nach einem Jahr 110% des angelegten Kapitals, nach zwei Jahren 120% usw. mit einer jährlichen Steigerung von 10%. Das bedeutet, bei einer sechsjährigen Anleihe könnte der Emittent nach fünf Jahren das letzte Mal kündigen und müsste den angelegten Geldbetrag zu 150% zurückzahlen. Die Indexkopplung ist im Falle der vorzeitigen Rückzahlung aufgehoben, der Anleger kann nicht mehr von der Aktienmarktlage profitieren. Der Emittent wird sich für die Alternative mit der geringeren Rückzahlung entscheiden, kann aber ex ante keine optimale Entscheidung treffen, da er die zukünftige Index-entwicklung nicht voraussagen kann. Wenn z.B. bei vorzeitiger Rückzahlung (ausgelöst durch einen starken Index-Aufschwung) der Index im letzten Jahr stark abfällt, wäre ex post eine Rückzahlung nach vollständigem Ablauf der Laufzeit günstiger gewesen. Der Anleger kann eine Maximalrendite von 10% p.a. erzielen. Im ungünstigsten Fall verliert der Index im Vergleich zum Ausgabezeitpunkt an Wert, woraus eine Nullverzinsung der Anleihe resultiert. Die eben erwähnten 10% Maximalrendite können übertroffen werden, wenn die Indexsteigerung bis zum Ablauf des letzten Termins der vorzeitigen Rückzahlung moderat verlaufen und im letzten Jahr stärker ausfallen, in sechs Jahren mindestens aber mehr als 60%. Die Stückelung ist mit 100 Euro (auf DAX und SMI) oder 100 Dollar (auf S&P 500) sehr gering, eine sichere Anlage mit Möglichkeit zur Index-Partizipation ist mit geringem Kapitaleinsatz möglich. Laut Verkaufsprospekt stellt der Renditejäger eine „echte Alternative für einen konservativ orientierten Anlagekunden“51 dar. Diese Aussage beruht darauf, dass die vollständige Rückzahlung des eingesetzten Kapitals garantiert wird. [...]

Aktienanleihen und Discount-Zertifikate mit zwei Basisinstrumenten bieten höhere Zinsen bzw. Abschläge, der Emittent kann entweder die eine oder die andere Aktie liefern oder einen Geldbetrag auszahlen. Doppelaktienanleihen haben einen wesentlich höheren Kupon als „One Asset Reverse Convertibles“. Für jede der beiden Aktien wird eine Stückzahl festgelegt. Notiert der Wert des einen Aktienpakets unter dem Nennbetrag, wird dieses angedient. Ist das für beide Aktien der Fall, wird die mit dem niedrigeren Marktwert geliefert. Liegt der Wert beider Aktien über dem Nennbetrag, wird der Nennbetrag ausgezahlt. Dem doppelten Wahlrecht liegt ein komplexe Put-Option zugrunde. Die Prämie ist höher als für einen einfachen Put, aber niedriger als für zwei einzelne. Dabei wird die Höhe der Prämie von der Korrelation zwischen den beiden Aktien bestimmt.49 Die Korrelation ist Ausdruck für den Zusammenhang oder die Wechselbeziehungen beider Aktien bzw. ihres Kursverlaufs. Ist die Korrelation negativ, geht also die Kurssteigerung der einen mit einem Kursverfall der anderen Basis einher, ist die Prämie (und der Kupon) am höchsten, da der Wert des Wahlrechts für den Emittenten am höchsten ist. Ein positive Korrelation bedeutet, dass die Kurse beider Aktien gleichmäßig in dieselbe Richtung verlaufen. Theoretisch entspricht das einer einfachen Aktienanleihe. Denkbar sind auch Doppelaktienanleihen mit drei, vier oder mehr Basiswerten, der Kupon nimmt dann aber nur noch unterproportional zu. Bei Doppel-Discount-Zertifikaten erfolgt eine Auszahlung des Höchstbetrags nur, wenn beide Aktien an Laufzeitende über dem jeweiligen Cap notieren. Liegt der Kurs der einen darunter, wird diese angedient, liegen die Kurse beider Aktien unter dem Cap, wird die mit dem niedrigeren Wert geliefert. Die Höhe des Discounts wird analog zum Kupon bei Doppelaktienanleihen von der Korrelation beider Aktien bestimmt. Für beide Doppelvarianten gilt, dass Anleger eine Entscheidung zwischen maximal möglicher Rendite und der Verlustwahrscheinlichkeit treffen müssen. Beide Basiswerte [...]

Beim Kauf eines Discount-Zertifikats rechnet der Investor mit stagnierendem oder leicht steigendem Kurs der Basis, um dann mit Rabatt einsteigen zu können. Für den Rabatt nimmt er eine Begrenzung des Gewinnpotenzials bis zum Cap in Kauf.43 Aber teilweise muss die Aktie um einen hohen Prozentsatz steigen, um den Cap zu erreichen. Grundsätzlich unterliegen Discount-Zertifikate den gleichen Kursrisiken wie die Aktie, doch durch den Discount wird das Risiko verringert. Fällt die Aktie um einige Prozentpunkte, macht der Anleger noch einen kleinen Gewinn. Fällt die Aktie unter den Einstiegspreis, wird der Verlust im Vergleich zur Direktanlage in Aktien um den Rabatt gemindert. Somit hat der Discount die Funktion eines Sicherheitspuffers gegen Kursverluste.44 Nichtsdestotrotz werden bei einem Börseneinbruch verlustreiche Aktien ins Depot gebucht. Wird die Aktie völlig wertlos, erleidet der Anleger einen totalen Verlust des eingesetzten Kapitals, der Risikopuffer wirkt nur im Vergleich zur direkten Aktienanlage bezogen auf den Ausgabepreis des Zertifikats. Als Portfoliobeimischung sind Discount-Zertifikate eine preiswerte Alter-native zur Aktiendirektanlage mit defensivem Chance-Risiko-Verhältnis und ermöglichen einen günstigen Einstieg in den Aktienmarkt, bieten allerdings keinen Schutz vor einem Crash. Eher konservative Anleger können damit in unsicheren Börsenphasen ihr Risiko begrenzen, bei moderat steigenden Kursen ist eine höhere Rendite als mit Aktien möglich. Weniger risikoscheue Anleger wählen Zertifikate mit volatilen Basiswerten und einem höheren Discount. So sind Chancen und Risiko beliebig variierbar. Werden stark steigende Kurse erwartet, ist eine Anlage in Aktien oder Calls profitabler.45 Neben Zertifikaten auf deutsche Standardwerte existieren einige Discount-Zertifikate auf Indizes und Währungen. Bei Indizes erfolgt natürlich keine Andienung, wird der Cap nicht erreicht, wird der Gegenwert des Indexstandes ausgezahlt. Das Bezugsverhältnis ist hierbei 1:10 oder 1:100, damit kann man schon mit geringem Kapitaleinsatz an der Indexentwicklung teilnehmen.46 Bei Währungen profitiert der Anleger von einer steigenden Auslandswährung (z.B. US$), sinkt diese, wird der Anlagebetrag in Dollar statt in DM zurückgezahlt.47 [...]

Arbeit zitieren:
Hoberg, Melanie April 2000: Finanzinnovationen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aktienanleihen, Derivate, Discount-Zertifikate, Indexprodukte, exotische Optionsscheine

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