Finanzierungsplanung und Risikomanagement bei Projektfinanzierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Michael Kühnelt
- Abgabedatum: Mai 2010
- Umfang: 48 Seiten
- Dateigröße: 497,3 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Bonn, University of Applied Sciences Deutschland
- Bibliografie: ca. 22
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0122-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kühnelt, Michael Mai 2010: Finanzierungsplanung und Risikomanagement bei Projektfinanzierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Photovoltaikanlage, Windkraftanlage, Biogasanlage, Erneuerbare Energie, Projektfinanzierung
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Bachelorarbeit von Michael Kühnelt
Einleitung:
Die Bedeutung der Erneuerbaren Energien in Deutschland hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Im Jahr 2009 wurden bereits 10,6 % des gesamten Endenergieverbrauches durch erneuerbare Energieträger abgedeckt. Bei der Stromversorgung betrug dieser Anteil sogar 16,1%. Der Hauptanteil liegt hier bei den Wind- (38%) und Wasserkraftanlagen (19,0%). Beide Bereiche stagnierten jedoch in den letzten Jahren. Eine deutliches Wachstum war hingegen im Bereich Photovoltaik mit einem Anstieg in 2009 um 40,9% auf einen Anteil von 6,2 % zu verzeichnen.
Für die Zukunft ist von einer weiteren, überproportionalen Zunahme der erneuerbaren Energieträger auszugehen. Aufgrund der Knappheit fossiler Energieträger und den damit verbundenen negativen Umwelteffekten besteht akuter Handlungsbedarf. Hinzu kommen die Risiken der Atomenergie, die aktuell über die Ereignisse im und um das Endlager Asse in Niedersachsen wieder sehr deutlich geworden sind. Die vorangegangenen Bundesregierungen haben vor diesem Hintergrund feste Ziele für einen Wandel der Energieversorgung definiert, die auch durch die aktuelle Regierung weiter vorangetrieben werden. Diese sehen vor, dass bis 2020 der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strombedarf auf 30% erhöht werden soll . Weiterhin soll bis Mitte des Jahrhunderts rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauches durch erneuerbare Energien abgedeckt sein.
Sowohl die Nutzung und Weiterentwicklung bestehender Verfahren zur Gewinnung Erneuerbarer Energien, als auch die Entwicklung neuer Verfahren ist dabei in der Regel mit erheblichen Investitionsvolumen verbunden. Dieses kann häufig nicht allein durch die Initiatoren entsprechender Projekte bereitgestellt werden. Es ist daher zu erwarten, dass auch der Bedarf an entsprechenden Finanzierungslösungen in der nahen Zukunft weiter deutlich zunehmen wird. Die vorliegende Arbeit zeigt auf, wie Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien über Projektfinanzierung realisiert werden können. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Entwicklung der Finanzierungsplanung und dem Risikomanagement. Aus der Vielzahl der Verfahren zur Gewinnung Erneuerbarer Energien werden aufgrund der hohen Praxisrelevanz die Windkraft-, Photovoltaik- und Biogastechnik näher betrachtet.
In Kapitel 2 werden zunächst die genannten Verfahren zur Gewinnung Erneuerbarer Energien kurz vorgestellt. Kapitel 3 stellt anschließend mit den wesentlichen Merkmalen von Projektfinanzierungen die Ausgangsbasis für den weiteren Verlauf der Arbeit. Auf diesen Merkmalen aufbauend, werden in Kapitel 4 die wesentlichen Beteiligten bei Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien mit ihren jeweiligen Aufgaben und Funktionen vorgestellt. Kapitel 5 und 6 beschäftigen sich ausführlich mit der Finanzierungsplanung und dem Risikomanagement von Projekten aus den Bereichen Photovoltaik, Windkraft und Biogas. Im Rahmen der Finanzierungsplanung am Beispiel einer Photovoltaikanlage wird in Kapitel 5 auch auf die Bedeutung der zum 01.07.2010 einsetzenden Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Realisierbarkeit von entsprechenden Projekten eingegangen. Neben der Identifizierung der spezifischen Risiken von Projektfinanzierungen in den Bereichen Photovoltaik, Windkraft und Biogas werden in Kapitel 6 konkrete Handlungsempfehlungen zur Absicherung dieser Risiken gegeben.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und kritischen Beurteilung der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | II | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Symbol- / Formelverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Erneuerbare Energien – Überblick über die Verfahren und Techniken | 2 |
| 2.1 | Nutzung der Sonneneinstrahlung durch Photovoltaik | 2 |
| 2.2 | Nutzung der Stärke des Windes | 3 |
| 2.3 | Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen durch Biogasanlagen | 5 |
| 3. | Grundlagen der Projektfinanzierung | 6 |
| 3.1 | Off-Balance Sheet Financing | 6 |
| 3.2 | Cash Flow Related Lending | 7 |
| 3.3 | Risk Sharing | 7 |
| 4. | Beteiligte bei Projektfinanzierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien | 8 |
| 5. | Finanzierungsplanung bei Erneuerbare Energien Projekten | 9 |
| 5.1 | Grundlagen der Finanzierungsplanung | 10 |
| 5.2 | Ermittlung des Kapitalbedarfes | 11 |
| 5.2.1 | Grundlagen der Kapitalbedarfsplanung bei Erneuerbare Energien Projekten | 11 |
| 5.2.2 | Besonderheiten der Kapitalbedarfsplanung bei Photovoltaikprojekten | 12 |
| 5.2.3 | Besonderheiten der Kapitalbedarfsplanung bei Windkraftprojekten | 12 |
| 5.2.4 | Besonderheiten der Kapitalbedarfsplanung bei Biogasprojekten | 12 |
| 5.3 | Planung des freien Cash-Flow | 13 |
| 5.3.1 | Grundlagen der Cash-Flow-Planung bei Erneuerbare Energien Projekten | 13 |
| 5.3.2 | Spezifische Ertragsgrößen bei Photovoltaikprojekten | 13 |
| 5.3.3 | Spezifische Aufwandsgrößen bei Photovoltaikprojekten | 15 |
| 5.3.4 | Spezifische Ertragsgrößen bei Windkraftprojekten | 15 |
| 5.3.5 | Spezifische Aufwandgrößen bei Windkraftprojekten | 16 |
| 5.3.6 | Spezifische Ertragsgrößen bei Biogasprojekten | 17 |
| 5.3.7 | Spezifische Aufwandsgrößen bei Biogasprojekten | 18 |
| 5.3.8 | Sonstige Einflussgrößen | 19 |
| 5.4 | Verfügbare Finanzierungsformen | 19 |
| 5.4.1 | Eigenkapital | 20 |
| 5.4.2 | Eigenkapitalersetzende Finanzierungsmittel | 21 |
| 5.4.3 | Klassisches Fremdkapital | 22 |
| 5.5 | Finanzierungsplanung am Beispiel eines Photovoltaik-Projektes | 23 |
| 5.6 | Exkurs: Auswirkungen der zum 01.07.2010 einsetzenden Änderungen des EEG auf den CF-Verlauf und die Realisierbarkeit von Photovoltaik-Projekten | 25 |
| 6. | Risikomanagement bei Erneuerbare Energien Projekten | 26 |
| 6.1 | Technische Risiken | 26 |
| 6.1.1 | Reserve- und Abbaurisiken | 26 |
| 6.1.2 | Fertigstellungs- und Kostenüberschreitungsrisiken | 28 |
| 6.1.3 | Verfahrenstechnische Risiken | 29 |
| 6.2 | Wirtschaftliche Risiken | 30 |
| 6.2.1 | Betriebsrisiko | 30 |
| 6.2.2 | Marktrisiko | 31 |
| 6.2.3 | Zinsänderungsrisiko / Währungsrisiken | 32 |
| 6.3 | Externe Risiken | 32 |
| 6.4 | Sensitivitätsanalyse und Szenariotechnik am Beispiel eines Photovoltaikprojektes | 32 |
| 6.5 | Absicherung der nicht übertragbaren Risiken durch das Kreditinstitut | 33 |
| 6.5.1 | Auswahl der Kreditsicherheiten | 34 |
| 6.5.2 | Besondere Vereinbarungen | 34 |
| 7. | Fazit | 35 |
| Anhangsverzeichnis | IX | |
| Anhang Nr. 1: Zins- und Tilgungsplan Darlehen Nr. 1 zu Kapitel 5.5 | X | |
| Anhang Nr. 2: Zins- und Tilgungsplan Darlehen Nr. 2 zu Kapitel 5.5 | XI | |
| Literaturverzeichnis | XII |
Textprobe:
Kapitel 3, Grundlagen der Projektfinanzierung:
Die in Kapitel 2 vorgestellten Möglichkeiten zur Erzeugung Erneuerbarer Energien erfordern regelmäßig einen hohen Kapitaleinsatz. Die Projektfinanzierung, deren Grundlagen Inhalt des folgenden Kapitels sind, stellt eine optimale Lösung zur finanziellen Strukturierung solcher Projekte dar. Projektfinanzierungen gibt es in vielen Gestaltungsformen und Konstellationen. Über dieser großen Vielfalt stehen jedoch einige wesentliche Merkmale, die allen Projektfinanzierungen zu Grunde liegen und daher im Folgenden näher vorgestellt werden.
3.1, Off-Balance Sheet Financing:
Initiatoren eines Projektes sind die Projektträger. Oftmals sind diese jedoch nicht in der Lage und/oder nicht bereit, die mit dem Projekt verbundenen Risiken, insbesondere die vollständige Haftung für das Fremdkapital, in voller Höhe zu tragen. Aus diesem Grund wird zur Errichtung und zum Betrieb des Projektes eine Einzweckgesellschaft (Single Purpose Company) gegründet. Dabei wird meist eine streng haftungsbeschränkte Rechtsform gewählt. In Deutschland sind dies meist die GmbH oder die GmbH & Co. KG. Um wichtige Kennzahlen in den Bilanzen der Projektträger, insbesondere die Eigenkapitalquote, nicht zu belasten, wird die Beteiligungsstruktur in der Regel so gewählt, dass eine Konsolidierung mit der Projektgesellschaft nicht erforderlich wird.
3.2, Cash Flow Related Lending:
Durch das Off-Balance Sheet Financing befinden sich die Verbindlichkeiten der Projektgesellschaft außerhalb des Haftungsbereiches der Projektträger. Als Sicherheiten stehen oftmals nur die Aktiva der Projektgesellschaft zur Verfügung. Da diese jedoch meist sehr projektspezifisch und damit schwer be- und verwertbar sind, ist bei der Projektfinanzierung die nachhaltige Tragbarkeit des Kapitaldienstes Kern der Kreditprüfung. Es ist daher detailliert zu prüfen, welcher freie Cash-Flow in den einzelnen Perioden des Projektes zur Verfügung steht, welchen Risiken dieser Cash-Flow unterliegt und welche Maßnahmen bei ungeplanten Veränderungen zur Sicherung des Projekterfolges ergriffen werden können. Im Rahmen dieser Prüfung haben Simulationen auf Basis verschiedener Ertragsszenarien eine wichtige Rolle. Die Entwicklung der Finanzierungsstruktur, die detailliert in Kapitel 5 beschrieben wird, basiert auf den Ergebnissen dieser Cash-Flow Planung. Es ist sicherzustellen, dass der vorgesehene Kapitaldienst der verschiedenen Finanzierungskomponenten zu jedem Zeitpunkt und bei jeder Simulationsstufe durch den jeweils zur Verfügung stehenden freien Cash-Flow bedient werden kann.
3.3, Risk Sharing:
Die Strukturierung einer Projektfinanzierung außerhalb der Bilanzen und Haftung der Sponsoren macht eine Verteilung der Projektrisiken auf mehrere Parteien erforderlich. Da alle an einem Projekt beteiligten Parteien einen persönlichen Nutzen aus der Umsetzung des Projektes erwarten, werden die erkennbaren Risiken entsprechend der jeweiligen Risikotragfähigkeit und des jeweiligen Nutzens auf die Projektbeteiligten verteilt. Für die Banken besitzt dabei die Absicherung des im Extremfall eintretenden Kreditausfalls einen hohen Stellenwert. Da sie durch die Zinserträge aus der Bereitstellung der Kredite nur einen erfolgsunabhängigen Anteil am Projektergebnis haben, besteht bei den Banken auch kein Interesse an einer Übernahme unternehmerischer Risiken. Diese werden durch entsprechende Verträge und Vereinbarungen auf die Projektbeteiligten verlagert, die den größten Einfluss auf das Eintreten bzw. die Begrenzung dieser Risiken haben. Zur Absicherung der verbleibenden Risiken wird meist eine begrenzte Haftung der Projektträger über Bürgschaften vereinbart (Limited Recourse Financing). Eine vollständige Haftungsübernahme (Full Recourse Financing) bzw. ein vollständiger Verzicht auf eine Haftung der Projektträger (Non Recourse Financing) sind die Ausnahme. Wie das Risikomanagement bei Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien erfolgen kann, wird in Kapitel 6 beschrieben. Die Vorstellung der verschiedenen Projektbeteiligten folgt im folgenden Kapitel.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842801226
Arbeit zitieren:
Kühnelt, Michael Mai 2010: Finanzierungsplanung und Risikomanagement bei Projektfinanzierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Photovoltaikanlage, Windkraftanlage, Biogasanlage, Erneuerbare Energie, Projektfinanzierung



