Finanzierungsmöglichkeiten für junge Technologieunternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Braun
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 76 Seiten
- Dateigröße: 536,6 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Munich Business School Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5660-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5660-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5660-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Braun, Christian Mai 2001: Finanzierungsmöglichkeiten für junge Technologieunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Beteiligungskapital, Venture Capital, Business Angel, Unternehmensfinanzierung
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Diplomarbeit von Christian Braun
Einleitung:
Private Unternehmensgründungen sind eine wesentliche Triebkraft zukunftsorientierter und wettbewerbsfähiger Volkswirtschaften, da sie bedeutende Wachstums- und Beschäftigungsimpulse liefern können. Durch die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen tragen insbesondere junge Technologieunternehmen anhaltend zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und damit zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland bei.
Während des Aufbaus und anschließendem Wachstums von jungen Unternehmen ergibt sich für die Gründer eine Reihe von Hindernissen und Schwierigkeiten, die die weitere Entwicklung ihrer Unternehmen belasten und dem Wachstum oftmals Grenzen setzen.
Dies führt allzu häufig zu einer unvollkommenen Ausschöpfung des Potentials, das junge Unternehmen und Unternehmer für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines Landes darstellen.
Junge Technologieunternehmen haben im Vergleich zu anderen neu gegründeten Unternehmen einen hohen Kapitalbedarf. Dieser resultiert vor allem aus der hohen Innovationstätigkeit der Unternehmen und bezieht sich v.a. auf die hohen Kosten des Fertigungsaufbaus, hohe Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie auf die Markteinführung neuer Produkte.
Da hierzu die Ersparnisse der Gründer im Allgemeinen nicht ausreichen und Gewinne erst in späteren Entwicklungsphasen des Unternehmens erwirtschaftet werden, reichen diese Mittel zur Wachstumsfinanzierung der JTU meistens nicht aus. Diese zentrale Problematik im Aufbau des Unternehmens wurde auch mit Hilfe von Empirischen Studien festgestellt. Demnach stellt die Deckung des Kapitalbedarfes bei JTU ein zentrales Problem dar.
Um das weitere Unternehmenswachstum nicht zu unterbrechen und das Wachstumspotential optimal auszuschöpfen, ergibt sich daher bei den Gründern von JTU die Notwendigkeit, sich anderwärtig zu finanzieren.
Hierzu sollen die folgenden Ausführungen sowie Kapitel 3 im Speziellen mögliche Finanzierungsformen aufzeigen.
Bei genauer Betrachtung möglicher, geeigneter Finanzierungsformen ergeben sich jedoch außerordentliche Schwierigkeiten, da erhebliche Risiken mit dem JTU verbunden sind. So besteht unter anderem keine Gewissheit über die Realisierbarkeit und Marktfähigkeit der neuen Idee und ihrer Produkte. Zudem besitzen JTU in der Regel keine dienlichen Sicherheiten; reinvestierbare Gewinne werden zumeist erst nach einigen Jahren erwirtschaftet. Daneben basieren sämtliche Aussagen über Erfolg und Realisierbarkeit des Vorhabens auf Markt- und Branchenanalysen und -prognosen.
Eine genaue Betrachtung der möglichen Finanzierungsformen ist daher notwendig. Schließlich müssen die Besonderheiten der JTU als Nachfrager von Kapital bei der Auswahl der in Kapitel 3 dargestellten Finanzierungsalternativen berücksichtigt werden. Eine Bewertung der Finanzierungsalternativen soll in Kapitel 4 vorgenommen werden.
Die Arbeit beginnt mit der Darstellung der Merkmale JTU. Dazu wird in Kapitel 2 zunächst eine Definition von JTU anhand der Entwicklungsphasen von TU im Allgemeinen herausgearbeitet.
Danach werden die Besonderheiten JTU als Nachfrager von Kapital anhand folgender Gliederungspunkte aufgezeigt:
- Gründer von JTU.
- bisherige Finanzierung.
- Kapitalbedarf.
Die verschiedenen Finanzierungsalternativen werden dann in Kapitel 3 dargestellt.
Aufbauend auf Kapitel 2 und Kapitel 3 erfolgt in Kapitel 4 eine Bewertung der einzelnen Finanzierungsalternativen für junge Technologieunternehmen.
Der Abschluss dieser Arbeit zeigt zusammenfassend die Problematik der Auswahl von Finanzierungsalternativen auf und gibt Anregungen für eine mögliche Gesamtfinanzierungsplanung junger Technologieunternehmen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Einführung | 1 |
| 1.2 | Problemstellung | 1 |
| 1.3 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Merkmale junger Technologieunternehmen | 3 |
| 2.1 | Technologieunternehmen | 3 |
| 2.2 | Junge Technologieunternehmen | 5 |
| 2.2.1 | Entwicklungsphasen der Technologieunternehmen | 5 |
| 2.2.1.1 | Seed-Phase (Entstehungsphase) | 7 |
| 2.2.1.2 | Start-up-Phase (Entwicklungsphase) | 7 |
| 2.2.1.3 | Expansion-Phase (Markteinführung, Fertigungsaufbau) | 8 |
| 2.2.1.4 | Later Stage | 9 |
| 2.2.2 | Definition junger Technologieunternehmen | 9 |
| 2.3 | Gründer von jungen Technologieunternehmen | 10 |
| 2.3.1 | Qualifikation / Ausbildung | 10 |
| 2.3.2 | Erfahrung | 10 |
| 2.3.3 | Persönlichkeitsmerkmale | 11 |
| 2.3.4 | Schlussfolgerung | 12 |
| 2.4 | Bisherige Finanzierung (Seed-Phase) | 13 |
| 2.5 | Kapitalbedarf | 14 |
| 2.6 | Besonderheiten junger Technologieunternehmen als Nachfrager von Kapital | 16 |
| 2.6.1 | Risiken | 16 |
| 2.6.2 | Beratungsbedarf | 16 |
| 2.6.3 | Kapitalbedarf | 17 |
| 3. | Finanzierungsalternativen | 18 |
| 3.1 | Innenfinanzierung | 18 |
| 3.2 | Außenfinanzierung | 19 |
| 3.2.1 | Fremdkapital | 19 |
| 3.2.1.1 | Bankdarlehen (langfristig) | 19 |
| 3.2.1.2 | Öffentliche Darlehen/Förderprogramme | 21 |
| 3.2.2 | Eigenkapital/Beteiligungskapital | 24 |
| 3.2.2.1 | Der formelle Beteiligungskapitalmarkt | 28 |
| 3.2.2.1.1 | Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Banken und Versicherungen | 28 |
| 3.2.2.1.2 | Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Sparkassen | 30 |
| 3.2.2.1.3 | Mittelständische Beteiligungsgesellschaften | 31 |
| 3.2.2.1.4 | Venture-Capital Gesellschaften | 32 |
| 3.2.2.1.5 | Corporate Venture Capital | 33 |
| 3.2.2.2 | Der informelle Beteiligungskapitalmarkt | 36 |
| 3.2.2.2.1 | Business Angels | 37 |
| 3.2.2.2.2 | Reine Finanzinvestoren / Passive Investoren | 38 |
| 4. | Vor- und Nachteile der Finanzierungsalternativen | 39 |
| 4.1 | Innenfinanzierung | 39 |
| 4.2 | Außenfinanzierung | 40 |
| 4.2.1 | Fremdkapital | 40 |
| 4.2.1.1 | Bankdarlehen | 40 |
| 4.2.1.2 | Öffentliche Darlehen/Förderprogramme | 42 |
| 4.2.2 | Eigenkapital/Beteiligungskapital | 45 |
| 4.2.2.1 | Der formelle Beteiligungskapitalmarkt | 47 |
| 4.2.2.1.1 | Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Banken und Versicherungen | 47 |
| 4.2.2.1.2 | Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Sparkassen | 49 |
| 4.2.2.1.3 | Mittelständische Beteiligungsgesellschaften | 51 |
| 4.2.2.1.4 | Venture-Capital Gesellschaften | 53 |
| 4.2.2.1.5 | Corporate Venture Capital | 57 |
| 4.2.2.2 | Der informelle Beteiligungskapitalmarkt | 59 |
| 4.2.2.2.1 | Business Angels | 59 |
| 4.2.2.2.2 | Reine Finanzinvestoren/Passive Investoren | 62 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 63 |
| 5. | Fazit | 66 |
VCG sind im Gegensatz zu den KBG der Banken, Sparkassen und Versicherungen unabhängige Beteiligungskapitalgeber. Daher sind sie ausschließlich renditeorientiert und gehen überwiegend direkte Beteiligungen ein. Gewinne sollen weniger durch regelmäßige Ausschüttungen, sondern hauptsächlich als „Capital Gain“, also reine Veräußerungsgewinne, beim Verkauf der Beteiligung realisiert werden.64 Bei den zu finanzierenden Unternehmen handelt es sich überwiegend um kleine, neugegründete Gesellschaften mit einem eng begrenzten Kreis an Inhabern, die in der Regel im Bereich innovativer Produkte, Technologien oder Dienstleistungen tätig sind. Der Investitionszeitraum liegt i.d.R. bei fünf bis zehn Jahren, oft aber auch darüber, je nachdem wann eine möglichst gewinnbringende Veräußerung der Unternehmensanteile zu erwarten ist. VCG gehen grundsätzlich nur Minderheitsbeteiligungen an Portfoliounternehmen ein. Die meisten VCG bevorzugen Anteile zwischen 25 und 49 Prozent.65 Um den Erfolg der Investition in das JTU zu sichern, ist mit der Investition auch immer eine Managementunterstützung durch die VCG verbunden. Sie ist bei VCG untrennbar von der Bereitstellung von Finanzmitteln. Die Managementunterstützung geht über die Hilfe eines exterenen Beraters hinaus, erstreckt sich jedoch hauptsächlich auf strategische Bereiche. Damit verbunden sind jedoch auch weitergehende Kontroll- und Mitentscheidungsrechte. Die VCG wird mittels ihrer Beteiligung Mitunternehmer, greift somit aktiv in das Unternehmensgeschehen ein.66 Somit ist die Finanzierung über eine VCG ist als Finanzierungs- und Beratungskonzept in Einem anzusehen. [...]
Mittelständische Beteiligungsgesellschaften auch als Länderfonds (MBG) bezeichnet, haben einen wirtschaftspolitischen Auftrag. Sie werden als „Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft“ meist von Industrie- und Handelskammern, Landesbanken, Bürgschaftsbanken und regionalen Kreditinstituten getragen und arbeiten eng im regionalen Verbund mit Kreditinstituten zusammen.59 Ihr Ziel ist es, möglichst vielen KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) in ihrem Einzugsgebiet Eigenkapital bereitzustellen, um die regionale Wirtschaftskraft und das Arbeitsplatzangebot zu stärken. Da sie nur geringe eigene Mittel haben, müssen sie primär auf öffentliche Förderangebote zurückgreifen.“60 Hierbei handelt es sich um Angebote des Bundes und der Länder, von denen die ERP-Mittel die größte Bedeutung haben. Daher werden ihre Beiteilungskonditionen bezüglich Beteiligungsbetrag, Alter des Unternehmens, Beteiligungsform, Entgeltregelung und Rückzahlungszeitpunkt im Wesentlichen durch die Modalitäten dieser Programme bestimmt.61 Durch die verstärkte Refinanzierung über das ERP-Beteiligungsprogramm ergibt eine Obergrenze vom 12 % für das Beteiligungsentgelt im Durchschnitt der gesamten Laufzeit. Für Technologiebeteiligungen an jungen und kleinen Unternehmen erfolgt die Refinanzierung und Risikoabsicherung meist über das Förderprogramm BTU oder über ein entsprechendes Länderprogramm (MBG Baden-Württemberg aus einem landeseigenen Risikokapitalfonds). Der Investitionsschwerpunkt der meisten MBG liegt daher bei der Finanzierung kleinerer oder mittlerer Unternehmen. Eine Förderung bei Neugründungen ist eher die Ausnahme. „Beteiligungen an Existenzgründungen generell und an TOU (technologieorientierte Unternehmensgründung)haben für die große Mehrheit der MBG anzahlmäßig nur eine untergeordnete Bedeutung.“62 Die Unterstützung ihrer Portfoliounternehmen beschränkt sich i.d.R. auf finanzierungs- und kaufmännische Fragen, wobei ihre Funktion als stiller Partner, die große Anzahl an Beteiligungsnehmern und ihre personellen Kapazitäten Hilfestellungen nur in begrenztem Umfang zulassen. Sie sind aber Teil eines öffentlichen Unterstützungsnetzwerkes, das sie auch für die Betreuung ihrer Portfoliounternehmen nutzen.63 [...]
Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Sparkassen, Volksbanken, Raiffeisenbanken und deren Dachorganisationen (im wesentlichen Landesbanken und Girozentralen) verfolgen ebenfalls vorrangig Renditeziele, zum Teil aber auch Ziele der regionalen Wirtschaftsförderung.55 Daher beteiligen sie sich zumeist an wachsenden kleinen und mittleren, z.T. auch an jungen Unternehmen durch stille, aber auch direkte Beteiligungen. Die Renditeerzielung über laufende Entgeltzahlungen steht dabei im Vordergrund. Grundsätzlich bieten sie Beteiligungen zu günstigen Konditionen an, wobei sie häufig das Refinanzierungsangebot aus ERP-Mitteln nutzen. Ihre Aktivitäten sind vorwiegend auf Unternehmen ihrer Region bzw. ihres Einzugsgebiets gerichtet. Eine Managementunterstützung wird von diesen Gesellschaften meist angeboten, beschränkt sich jedoch primär auf kaufmännische und Finanzierungsfragen, so dass von Managementunterstützung nur in beschränktem Maße gesprochen werden kann.56 Anfang der achtziger Jahre zeigten KBG der Sparkassen im Zusammenhang mit dem damaligen Aufbau der Gründer- und Technologiezentren ein hohes Engagement bei der Finanzierung von JTU. Heute investieren sie, ähnlich wie die KBG der Banken und Versicherungen, jedoch überwiegend in Wachstumsunternehmen; nur einige regionale Gesellschaften beteiligen sich noch in nennenswertem Umfang an JTU.57 Grundsätzlich sind bei KBG der Sparkassen Rendite- und Förderziele nicht klar voneinander zu trennen.58 [...]
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Braun, Christian Mai 2001: Finanzierungsmöglichkeiten für junge Technologieunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Beteiligungskapital, Venture Capital, Business Angel, Unternehmensfinanzierung



