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Finanzierungsmöglichkeiten einer europäischen Rüstungsbank

Finanzierungsmöglichkeiten einer europäischen Rüstungsbank
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sefedin Bislimovic
  • Abgabedatum: Februar 2006
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 394,6 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9497-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9497-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9497-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bislimovic, Sefedin Februar 2006: Finanzierungsmöglichkeiten einer europäischen Rüstungsbank, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Militär, Finanzierung, Finanzderivate, Budget, Militärbeschränkungen

Diplomarbeit von Sefedin Bislimovic

Einleitung:

Das Zusammenwachsen Europas ist gekennzeichnet durch eine Fülle unterschiedlichster Aufgaben in den einzelnen nationalen Ebenen. Generelle Bedeutung besitzen aber die sicherheits- und militärpolitischen Fragen durch die zunehmende Globalisierung von friedenserhaltenden und friedensschaffenden Aufgaben, zu deren Erfüllung sich die europäischen Staaten besonders als Gemeinschaft organisieren müssen.

In Zeiten von Terrorismus und Krieg muss sich Europa als eine Einheit präsentieren. Die Fragen der Sicherheit sind und bleiben deshalb in der Gesellschaft und in der Politik ein immerwährend aktuelles Thema, da uns ständig neue Nachrichten über den Terror erreichen.

Europa muss sich dem Terror stellen, doch finanzielle Haushaltsprobleme lassen die Budgets des Militärs schrumpfen. Daraus resultiert die Frage, ob der gegenwärtige Sicherheitsstandard dadurch gewährleistet bleibt. Das Ziel muss es aber sein, das Sicherheitsniveau zu steigern, bei bleibenden Militärbudgets.

Experten schlagen deshalb ein gemeinsames Militär vor, mit einer autonomen Institution die die Beschaffung und Finanzierung der Wehrmittel strukturieren soll. Diese Institution, die ab hier Europäische Rüstungsbank (ERB) genannt wird, hat das primäre Ziel die Investitionen für Wehrmaterial zu decken. Da die Militärbudgets der einzelnen Länder für alle nötigen Investitionen nicht ausreichen, muss sich die ERB selber finanzieren. Bei einer erfolgreichen Selbstfinanzierung der ERB, können zusätzliche Investitionen gedeckt werden und es käme zu einer Entlastung der einzelnen Militärbudgets der Nationen.

Die ERB muss sich daher eigenständig mitfinanzieren, damit ihr Verwaltungsauftrag erfüllt wird und es zu einer Entlastung der jeweiligen nationalen Haushalte kommen kann.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten hat die ERB? Die ERB produziert keine Produkte bzw. Dienstleistungen wie andere Unternehmen. Daher kann die ERB keine Umsatzerlöse im eigentlichen Sinn erwirtschaften, welche gleichzeitig die größte Einnahmequelle „normaler Unternehmen“ ist. Sicherlich kann sie ihr Wehrmaterial vermieten und somit etwas Geld erwirtschaften aber die wichtigste Einnahmenquelle ist nicht vorhanden. Deshalb stellt sich die Frage, welche anderen Finanzierungsmöglichleiten die ERB hat.

Zusätzlich, da es sich um eine militärische Institution handelt, könnte es ja gesetzliche Beschränkungen geben die eingehalten werden müssen. Diese Probleme führen uns zu den Zielen dieser Diplomarbeit.

Gang der Untersuchung:

Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es, Finanzierungsmöglichkeiten für die ERB zu erläutern. Dabei werden Finanzierungsmöglichkeiten für das Gründungskapital und für die danach angestrebte Selbstfinanzierung vorgestellt. Dabei sollen Strategien erläutert werden die Gewinne erzielen oder Verluste minimieren. Sekundäre Ziele sind der grobe Aufbau der ERB, und die möglichen Beschränkungen des Militärs aufzuzeigen.

Im ersten Kapital wird auf die Logistik der Bundeswehr eingegangen. Dabei werden die Punkte Beschaffungswesen, Vergabeverfahren sowie rechtliche Beschränkungen bei der Bundeswehrrüstung und bei innovativen Finanzierungsmodellen erläutert. Das Beschaffungswesen wird in zentrale und dezentrale Beschaffung gegliedert, dabei wird kurz auf die BWB eingegangen. Die Vergabeverfahren werden in nationales und internationales Vergabeverfahren unterschieden. Beim nationalen Vergabeverfahren werden dabei die verschiedenen Ausschreibungsarten vorgestellt. Bei dem internationalen Vergabeverfahren werden Entwicklung, Anwendungsbereiche, Verfahren und Ziele erläutert, damit dem Leser die Komplexität klar wird.

Bei den rechtlichen Beschränkungen der Bundeswehrrüstung werden relevante Grundgesetzte und allgemeine Verfassungsrechte auf die Auswirkungen der Ausrüstung vorgestellt. Zuletzt wird auf die rechtlichen Beschränkungen bei den innovativen Finanzierungsmodellen eingegangen.

Mit diesem zweiten Kapitel soll ein sekundäres Ziel dieser Arbeit erreicht werden, indem die Beschränkungen des Militärs für die Investitionen und Beschaffung erläutert werden. Im folgenden Kapitel werden die Grundlagen der Finanzierung dargestellt. Dies soll Aufschluss über die groben Finanzierungsmöglichkeiten der europäischen Rüstungsbank geben.

Hierzu wird zwischen Außenfinanzierung und Innenfinanzierung unterschieden. Die Außenfinanzierung wird zusätzlich in Beteiligungs-, Fremd- und Sonderformenfinanzierung unterteilt. Jede dieser Finanzierungsart wird mit Beispielen erklärt. Bei der Beteiligungsfinanzierung wird hauptsächlich auf die AG und die dazugehörigen Aktien aufmerksam gemacht. Die Fremdfinanzierung richtet ihr Hauptaugenmerk auf Anleihen jeder Art. Schließlich werden die Sonderformen grob unter die Lupe genommen, wobei dort das Leasing den Hauptpunkt ausmacht.

Bei der Innenfinanzierung werden drei Punkte erläutert. Die Finanzierung aus Vermögensumschichtung und Abschreibungen werden nur kurz vorgestellt, da diese für eine europäische Rüstungsbank keine große Rolle spielen sollte. Als Schwerpunkt wird die Finanzierung aus einbehaltenen Gewinnen angesehen. Dieser Punkt wird in diesem Kapitel nur auf die Grundlagen begrenzt, da dies der Schwerpunkt im vierten Kapitel ist.

Mit dem dritten Kapitel wird ein primäres Ziel dieser Arbeit teilweise erreicht. Indem die Grundlagen der Finanzierung vorgestellt werden, erreicht die ERB Wissen, wie sie ihr Gründungskapital und danach sich selber finanzieren kann.

Im vierten Kapitel wird auf den Aufbau und die Handlungsmöglichkeiten der europäischen Rüstungsbank im Finanzmarkt eingegangen. Die einbehaltenen Gewinne werden somit als Investitionsmittel angesehen. Im ersten Punkt wird der mögliche grobe Aufbau der ERB erläutert, indem die Rechtsform einer solchen Institution ausgewählt wurde.

Dabei wirkt die AG als kompletteste Rechtsform, denn sie eröffnet der ERB die meisten Finanzierungsmöglichkeiten bezüglich des hohen Startkapitalbedarfs und der komplexen Selbstfinanzierung auf den Finanzmärkten. Dabei wird die AG allgemein vorgestellt. Es werden dabei die Organe mit den jeweiligen groben Aufbau und den Aufgaben erläutert. Zuletzt wird auf die Gewinnverwendung verwiesen, da die ERB mögliche Richtlinien zwecks einer Gewinnverwendung haben sollte. Mit diesem Punkt wird ein weiteres sekundäres Ziel dieser Arbeit erreicht.

Im nächsten Punkt werden die Grundlagen der Terminkontrakte erläutert. Dabei wird auf die Merkmale, Unterschiede zwischen Forward und Future sowie auf die Financial Future eingegangen. Dieser Punkt soll Grundinformation bezüglich der Terminkontrakte vermitteln, damit die späteren Strategievorschläge besser verstanden werden.

Nach den Terminkontrakten werden die Grundlagen der Optionen vorgestellt. Diese sollen ebenfalls als Grundinformation zwecks des Strategieverständnisses dienen.

Es werden die Anwendungsmöglichkeiten der vorgestellten Finanzderivate erläutert. Dabei werden Strategien für verschiedene Erwartungen ausführlich erklärt. Die Optionen werden dabei von eigenen Beispielen unterstützt, wobei die Terminkontrakte in Bezug auf mehrere Investitionsbereiche aufgeteilt werden.

Somit wird das Hauptziel dieser Arbeit erreicht, indem das Vorstellen ausführlicher Finanzierungsmöglichkeiten der ERB im dritten und vierten Kapitel erläutert werden und durch zusätzliche Strategievorschläge Investitionsrisiken minimiert und Gewinne maximiert werden können.

Im letzten Kapitel werden die Anwendbarkeit der ERB auf verschiedenen Umweltzustände untersucht. Dabei werden Konflikte, Naturkatastrophen und Zeiten des Friedens als Umweltzustände angesehen. Jeder dieser Umweltzustände hat verschieden Auswirkungen auf die ERB, Investoren, Finanz- und Gütermärkte. Es werden dabei die jeweiligen Geldzu- bzw. Geldabflüsse beschrieben. Zum Schluss wird auf den Nutzen der Länder bzw. Parteien durch die ERB eingegangen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Abbildungsverzeichnis IV
II. Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Motivation 1
1.2 Problemstellung und -abgrenzung 2
1.3 Ziel der Arbeit 2
1.4 Vorgehen 3
2. Die Logistik der Bundeswehr 6
2.1 Beschaffungswesen 7
2.1.1 Zentrale Beschaffung 7
2.1.2 Dezentrale Beschaffung 8
2.2 Vergabeverfahren 8
2.2.1 Nationales Vergabeverfahren: 9
2.2.2 Internationales Vergabeverfahren 10
2.2.2.1 Anwendungsbereiche 11
2.2.2.2 Vergabearten 11
2.2.3 Internationales WEAG-Verfahren 12
2.3 Rechtliche Beschränkungen bei der Bundeswehrrüstung 13
2.3.1 Relevante Grundgesetze 13
2.3.2 Allgemeine Verfassungsrechte 14
2.3.3 Auswirkungen auf die Ausrüstung 15
2.4 Rechtliche Beschränkungen bei innovativen Finanzierungsmodellen 16
3. Grundlagen der Finanzierung 19
3.1 Außenfinanzierung 19
3.1.1 Beteiligungsfinanzierung 20
3.1.1.1 Beteiligungsfinanzierungen einer AG 21
3.1.2 Fremdfinanzierung 23
3.1.2.1 Langfristige Fremdfinanzierung 23
3.1.3 Sonderformen der Außenfinanzierung 30
3.1.3.1 Leasing 31
3.2 Innenfinanzierung 33
4. Die europäische Rüstungsbank 37
4.1 Aufbau der europäische Rüstungsbank AG 37
4.2 Terminkontrakte 40
4.2.1 Merkmale von Terminkontrakten 40
4.2.2 Abgrenzung zwischen Forward-Kontrakten und Future-Kontrakten 41
4.2.3 Merkmale von Financial Futures 42
4.3 Grundlagen der Optionen 44
4.3.1 Grundlagen des Optionshandels 45
4.4 Anwendungsmöglichkeiten 48
4.4.1 Anwendungsmöglichkeiten von Optionen 48
4.4.2 Strategien in Erwartung steigender Aktienkurse 49
4.4.2.1 Kauf eines Long Call: 49
4.4.2.2 Verkauf einer Verkaufsoption (Short Put) 51
4.4.2.3 Protective Put 53
4.4.2.4 Bull Call Price Spread 55
4.4.3 Strategien in Erwartung fallender Aktienkurse: 57
4.4.3.1 Kauf einer VerkaufsoptionLong Put 57
4.4.3.2 Verkauf einer Kaufoption (Short Call) 59
4.4.3.3 Bear Call Price Spread 61
4.4.3.4 Bear Put Price Spread 63
4.4.4 Anwendungsmöglichkeiten von Financial Futures 65
4.4.4.1 Absicherungsgeschäfte 65
4.4.4.2 Spekulationsgeschäfte 67
4.4.4.3 Der Terminkontrakt auf dem DAX 72
5. Anwendbarkeit der Grundlagen auf die ERB 80
5.1 Die Konfliktsituation 82
5.2 Die Naturkatastrophe 85
5.3 Friendenszeit 87
6. Zusammenfassung und Fazit 88
III. Glossar 91
IV. Literaturverzeichnis 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Käufer einer Kaufoption erwartet steigende Kurse des Optionspapiers, da sein Gewinnpotential an den Kursanstieg des Basiswertes gekoppelt ist149. Das Besondere an der Kaufoption ist, dass man voll am Anstieg des Aktienkurses beteiligt ist, wobei der mögliche Verlust entgegen den Erwartungen jedoch auf die gezahlte Optionsprämie beschränkt bleibt150. Ein spekulativer Investor kann mit wenig Einsatzkapital sehr hohe Gewinne einfahren. Es wird dabei von der Hebelwirkung der Option gesprochen, dem so genannten Leverage-Effekt. Dieser zeigt an, um wie viel sich der Optionspreis verändert, wenn sich der Kurs des Basiswertes um eine Einheit verändert151. Beispiel: Der Anleger erwartet für die nächsten Wochen eine starke Kurssteigerung der Aktie A nach oben. Daher kauft er sich einen Long Call:. Beide Vertragsparteien vereinbaren eine Optionsprämie von 3 € wobei der Basispreis der Aktie A 34 € beträgt. Der Kurs der Aktie A müsste größer als 37 € sein [...]

Im Folgenden werden die grundlegenden Strategien beim Optionshandel aus der Sicht der Erwartungshaltung des Anlegers aufgeführt146: • Erwartung steigender Aktienkurs o Long Call: o Short Put o Protective Put o Bull Call Price Spread • Erwartung sinkender Aktienkurse o Long Put o Short Call o Bear Call Price spread o Bear Put Price Spread147 4.4.2 Strategien in Erwartung steigender Aktienkurse Erwartet der Investor eine ansteigende Kursentwicklung, wird er versuchen mit so genannten „Bull“-Strategien Gewinne einzufahren. Diese werden in den nächsten Punkten ausführlich mit einem jeweiligen Beispiel erläutert. 4.4.2.1 Kauf eines Long Call: Der Anleger erwirbt das Recht, innerhalb der Laufzeit der Optionen eine bestimmte Anzahl von Aktien zum Basispreis zu erwerben. Dafür zahlt er an den Verkäufer die Optionsprämie148. [...]

Dieser Punkt dient dazu, Grundwissen über die Optionen aufzubauen Dieses Wissen ist deshalb wichtig, um die Strategien im nächsten Punkt besser zu verstehen. 4.3.1 Grundlagen des Optionshandels Eine Option ist ein Recht, eine feste Anzahl bestimmter Güter (z.B. Aktien) zu einem festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Frist zu kaufen oder zu verkaufen128. Die Nutzung von Optionen erweitert das Spektrum zur Umsetzung von Erwartungen in Gewinne, die dann aber von dem Eintreten der Erwartungen abhängig sind129. Der festgelegte Kauf- oder Verkaufspreis wird als Basispreis oder Ausübungspreis bezeichnet. Der Zeitraum zur Ausübung des Optionsrechts ist die Laufzeit der Option bzw. die Optionsfrist. Der letzte Tag, an dem die Option ausgeübt werden kann, stellt das Verfalldatum dar130. Der Basiswert bezeichnet das Gut, auf das sich das Optionsrecht bezieht. An den Börsen werden nicht das zugrunde liegende Gut, sondern ein Optionskontrakt darauf gehandelt131.Ein Kontrakt stellt die kleinste handelbare Einheit dar. Der Käufer einer Option zahlt die Optionsprämie an den Verkäufer. Sein Risiko ist auf die Optionsprämie begrenzt, da er die Option nicht ausüben muss, wenn sich der Kurs anders als erwartet verhält132. Der Verkäufer ist dem Käufer verpflichtet, falls dieser sein Recht wahrnimmt, die bestimmte Menge des Basiswertes an ihn zu verkaufen (Stillhalter in Kaufoption) oder die bestimmte Menge des Basiswertes zu kaufen (Stillhalter in Verkaufsoption) zum festgelegten Basispreis und zum Käufer der Option bestimmten Ausübungstermin133, d.h. der Käufer hat das Recht auf Erfüllung und der Stillhalter der Option hat die Verpflichtung zur Erfüllung [...]

Arbeit zitieren:
Bislimovic, Sefedin Februar 2006: Finanzierungsmöglichkeiten einer europäischen Rüstungsbank, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Militär, Finanzierung, Finanzderivate, Budget, Militärbeschränkungen

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