Die Finanzierungsmöglichkeiten von Unternehmen in den neuen Bundesländern
Problembereiche und Lösungswege
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Konrad Vornhusen
- Abgabedatum: Juli 1996
- Umfang: 127 Seiten
- Dateigröße: 733,6 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0455-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0455-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0455-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vornhusen, Konrad Juli 1996: Die Finanzierungsmöglichkeiten von Unternehmen in den neuen Bundesländern, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Konrad Vornhusen
Einleitung:
Die Bilanz des Aufbaus einer wettbewerbsfähigen und intakten Wirtschaft in Ostdeutschland ist selbst nach fast sechs Jahren Wiedervereinigung ernüchternd. Der Produktivitätsrückstand gegenüber Westdeutschland von annähernd 40 %, die hohe Arbeitslosigkeit, die noch rückständige Infrastruktur, hohe Umweltbelastungen sowie die teilweise noch niedrige Qualität ostdeutscher Produkte sind nur einige Beispiele dafür, daß die bisherigen gemeinsamen Bemühungen von Ost und West nicht ausreichten, die ostdeutsche Wirtschaft an das westliche Niveau heranzuführen und damit konkurrenzfähig zu machen.
Angesichts dieser aus der Vergangenheit resultierenden Probleme in den neuen Bundesländern ist es für einzelne ostdeutsche Unternehmen schwierig, notwendige Finanzmittel aufzubringen, die erforderlich sind, um ihre Defizite abzubauen, so daß sie am Markt weiter bestehen können und in der Lage sind, einen individuellen Beitrag zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen Unternehmenstruktur in Ostdeutschland zu leisten.
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit werden alternative Finanzierungsquellen und -praktiken dargestellt sowie die Möglichkeiten ihrer Inanspruchnahme und Umsetzung unter Berücksichtigung der besonderen Problembereiche in den neuen Bundesländern analysiert. Es sollen auf diese Weise Instrumente zur Lösung der Finanzierungsprobleme ostdeutscher Unternehmen aufgezeigt werden.
Eine Einschränkung im Rahmen dieser Ausarbeitung erfolgt in der Weise, daß kleine und mittlere Unternehmen betrachtet werden, die nicht mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen und rechtlich wie auch wirtschaftlich selbständig sind.
Ebenso werden im folgenden Unternehmen in der Rechtsform der Aktiengesellschaft ausgeschlossen.
Die Konzentration auf kleine und mittlere Unternehmen erfolgt auf Grund der besonderen volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Unternehmenstypen. In den alten Bundesländern sind die Träger der Wirtschaft - und damit die Basis für stetiges Wirtschaftswachstum. Ihre Fähigkeiten, sich veränderten Marktbedingungen schneller anzupassen sowie Ideen schneller in marktfähige Produkte umzusetzen als größere Unternehmen, machen sie unentbehrlich in einer sich ständig im Wandel befindlichen Volkswirtschaft.
In der ehemaligen DDR sind diese Unternehmen gezielt durch die Vertreter der Wirtschaftsordnung einer Zentralen Verwaltungswirtschaft aufgelöst worden, so daß heute hier erheblicher Handlungsbedarf besteht. Der Wiederaufbau einer großen Anzahl von kleinen und mittleren Unternehmen ist eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft in den neuen Bundesländern.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 1 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Problembereiche ostdeutscher Unternehmen | 3 |
| 2.1 | Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen | 3 |
| 2.1.1 | Ungeklärte Eigentumsverhältnisse | 5 |
| 2.1.2 | Das Personalproblem | 6 |
| 2.1.3 | Wegfall der Ostmärkte | 7 |
| 2.1.4 | Das Altlastenproblem | 8 |
| 2.1.5 | Das Infrastrukturproblem | 8 |
| 2.2 | Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit ostdeutscher Unternehmen | 9 |
| 2.2.1 | Produktqualität und veraltete Fertigungsanlagen | 10 |
| 2.2.2 | Hohe Fertigungstiefe | 11 |
| 2.2.3 | Lohnniveau | 12 |
| 2.2.4 | Qualifikation | 13 |
| 2.3 | Die Treuhandanstalt und ihre Aufgabenbereiche bei der Umstrukturierung der neuen Bundesländer | 15 |
| 2.4 | Administrative Hemmnisse | 20 |
| 2.5 | Bewertungsprobleme ostdeutscher Unternehmen | 22 |
| 3. | Kritische Darstellung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten | 24 |
| 3.1 | Eigenkapitalquellen | 25 |
| 3.1.1 | Eigenkapitalausstattung ostdeutscher Unternehmen | 25 |
| 3.1.2 | Quellen | 27 |
| 3.1.2.1 | Privatvermögen | 27 |
| 3.1.2.2 | Beteiligungsfinanzierung (Venture-Capital) | 29 |
| 3.1.2.2.1 | Quantitative Bestandsaufnahme des ostdeutschen Beteiligungsmarktes | 29 |
| 3.1.2.2.2 | Beteiligungsgesellschaft Neue Länder (BNL): Risikokapitalquelle für den ostdeutschen Mittelstand | 33 |
| 3.2 | Fremdkapitalquellen | 35 |
| 3.2.1 | Die Rolle der Kreditinstitute | 35 |
| 3.2.2 | Die Rolle der Bürgschaftsbanken | 38 |
| 3.3 | Fazit | 42 |
| 4. | Besondere Finanzierungspraktiken ostdeutscher Unternehmen | 42 |
| 4.1 | Management-Buy-Out | 42 |
| 4.1.1 | Zur begrifflichen Abgrenzung | 42 |
| 4.1.2 | Anforderungsprofil an Unternehmen für die Durchführung von MBOs | 44 |
| 4.1.3 | Planung und Ablauf von MBO-Transaktionen | 48 |
| 4.1.4 | MBOs in ostdeutschen Unternehmen | 49 |
| 4.1.4.1 | Anlässe | 49 |
| 4.1.4.2 | Motive | 52 |
| 4.1.4.3 | Die Entwicklung ostdeutscher MBO-Unternehmen | 53 |
| 4.1.4.4 | Fazit für zukünftige ostdeutsche MBOs | 54 |
| 4.2 | Mitarbeiterbeteiligung | 56 |
| 4.2.1 | Formen | 57 |
| 4.2.2 | Ziele der Beteiligungsmodelle | 60 |
| 4.2.3 | Mitarbeiterbeteiligungen in ostdeutschen Unternehmen | 62 |
| 4.3 | Mergers and Acquisitions | 63 |
| 4.3.1 | Die Entwicklung des M&A-Marktes | 64 |
| 4.3.2 | Analyse der Motive und Ziele für M&A-Transaktionen | 68 |
| 4.3.2.1 | Verkäufermotive | 68 |
| 4.3.2.2 | Käufermotive | 70 |
| 4.3.3 | Phasen des M&A-Projektes | 73 |
| 4.3.3.1 | Interne Vorbereitung und Analyse | 73 |
| 4.3.3.2 | Ermittlung und Wahl des Käufers | 74 |
| 4.3.3.3 | Verhandlung und Vertragsabschluß | 78 |
| 4.3.3.4 | Berater und Vermittler | 81 |
| 4.3.4 | Verkauf ostdeutscher Unternehmen | 82 |
| 5. | Öffentliche Förderungen in den neuen Bundesländern | 84 |
| 5.1 | Förderprogramme des Bundes | 86 |
| 5.1.1 | Sonderabschreibungen | 87 |
| 5.1.2 | Investitionszulagen | 88 |
| 5.1.3 | Investitionszuschüsse | 89 |
| 5.1.4 | ERP-Programme | 90 |
| 5.1.4.1 | Das ERP-Aufbauprogramm | 92 |
| 5.1.4.2 | Das ERP-Existenzgründungsprogramm | 93 |
| 5.1.5 | Das Eigenkapitalhilfeprogramm | 94 |
| 5.1.6 | Das KfW- Mittelstandsprogramm | 95 |
| 5.1.7 | Weitere Förderprogramme | 97 |
| 5.1.8 | Die Resonanz auf die Förderhilfen | 98 |
| 5.2 | Europäische Fördermaßnahmen | 100 |
| 5.2.1 | Die strukturpolitische Förderung der Europäischen Union | 100 |
| 5.2.1.1 | EU-Förderziele | 102 |
| 5.2.1.2 | Planung und Durchführung der EU-Strukturpolitik | 104 |
| 5.2.1.3 | Förderungen für kleine und mittlere Unternehmen | 105 |
| 5.2.2 | Darlehen der Europäischen Investitionsbank | 106 |
| 6. | Zusammenfassende Schlußfolgerungen | 107 |
| Anhang | 112 | |
| Literaturverzeichnis | 133 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 145 |
3 se der Entwicklung von bisher mit der Privatisierung durch die Treuhandanstalt entstandenen MBO-Unternehmen. Aus dem Gesamtergebnis dieses Abschnitts werden schließlich Konsequenzen für zukünftige ostdeutsche MBOs abgeleitet. Die zweite besondere Finanzierungsmethode bildet die Mitarbeiterbeteiligung. Nach der allgemeinen Charakterisierung ihrer möglichen Formen und Ziele wird in diesem Absatz ihre denkbare Umsetzung in ostdeutschen Unternehmen geprüft. Schwerpunkt in der Untersuchung ist der Aspekt der Kapitalbeschaffung durch Mitarbeiterbeteiligung. Als letzte Finanzierungspraktik dieses Kapitels wird der Verkauf von Unternehmen an finanzstarke Partnerunternehmen dargestellt. Dazu wird zuerst die Entwicklung von Unternehmenskäufen und -verkäufen sowie anderen Unternehmenszusammenschlüssen in Deutschland aufgezeigt. Danach werden mögliche Käufer- und Verkäufermotive für Unternehmensakquisitionen ermittelt sowie eine Beschreibung der typischen Phasen des Verkaufsprozesses vorgenommen. Abschließend wird die Veräußerung von ostdeutschen Unternehmen unter Berücksichtigung der Tatsache, daß das Unternehmen nach der Übergabe weiter bestehen bleibt, analysiert, um auf diese Weise aufzuzeigen, wie Partnerunternehmen die Finanzierungsprobleme ostdeutscher Unternehmen lösen können. Im fünften Kapitel werden zu Beginn ausgewählte Förderprogramme des Bundes für kleine und mittlere Unternehmen in den neuen Bundesländern vorgestellt und die Inanspruchnahme wichtiger Programme untersucht. Weiter werden in diesem Kapitel die Fördermaßnahmen der Europäischen Union im Rahmen ihrer Strukturpolitik und der Europäischen Investitionsbank aufgezeigt. Das letzte Kapitel beinhaltet eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit mit Schlußfolgerungen. 2 Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Problembereiche ostdeutscher Unternehmen 2.1 Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Planwirtschaft in der ehemaligen DDR hat vierzig Jahre lang ihr Ziel, dem Kapitalismus Widerstand zu leisten, verfehlt. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1989 und mit [...]
2 sind sie die „Träger der Wirtschaft“ und damit die Basis für stetiges Wirtschaftswachstum. Ihre Fähigkeiten, sich veränderten Marktbedingungen schneller anzupassen sowie Ideen schneller in marktfähige Produkte umzusetzen als größere Unternehmen, machen sie unentbehrlich in einer sich ständig im Wandel befindlichen Volkswirtschaft. In der ehemaligen DDR sind diese Unternehmen gezielt durch die Vertreter der Wirtschaftsordnung einer Zentralen Verwaltungswirtschaft aufgelöst worden, so daß heute hier erheblicher Handlungsbedarf besteht. Der Wiederaufbau einer großen Anzahl von kleinen und mittleren Unternehmen ist eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft in den neuen Bundesländern. 1.3 Vorgehensweise Die Arbeit ist neben Einleitung und Zusammenfassung in vier weitere Kapitel untergliedert. Im Kapitel 2 werden zunächst die besonderen volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Problembereiche ostdeutscher Unternehmen aufgezeigt. Ebenso werden in diesem Abschnitt die in der Vergangenheit von der Treuhandanstalt erfüllten wesentlichen Aufgaben bei der Umstrukturierung der neuen Bundesländer dargestellt. Schließlich werden die Probleme ostdeutscher Unternehmen mit dem Verwaltungsapparat öffentlicher Ämter sowie die Schwierigkeiten der Treuhandanstalt und Investoren bei der Bewertung der Unternehmen dargelegt. Im dritten Kapitel erfolgt eine kritische Darstellung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten. Zu diesem Zweck wird zuerst eine Prüfung der Eigenkapitalausstattung kleiner und mittlerer Unternehmen in den neuen Bundesländern durchgeführt. Anschließend werden denkbare Eigen- und Fremdkapitalquellen unter dem Aspekt ihrer möglichen Inanspruchnahme durch ostdeutsche Unternehmen aufgezeigt. In Kapitel 4 werden besonders für ostdeutsche Unternehmen interessante Finanzierungspraktiken aufgeführt. Als erste Methode wird der Management-Buy-Out (MBO) vorgestellt. Hierzu wird zunächst eine begriffliche Abgrenzung zu anderen verwandten Finanzierungspraktiken vorgenommen. Ferner werden generelle Voraussetzungen für die erfolgreiche Realisierung bei Unternehmen sowie der typische Ablauf von MBO-Transaktionen dargelegt. In einem nächsten Schritt erfolgt ein Vergleich von Anlässen und möglichen Motiven für die Durchführung von MBOs in Ost- und Westdeutschland sowie eine Analy- [...]
1 Einleitung 1.1 Problemstellung Die Bilanz des Aufbaus einer wettbewerbsfähigen und intakten Wirtschaft in Ostdeutschland ist selbst nach fast sechs Jahren Wiedervereinigung ernüchternd. Der Produktivitätsrückstand gegenüber Westdeutschland von annähernd 40 %, die hohe Arbeitslosigkeit, die noch rückständige Infrastruktur, hohe Umweltbelastungen sowie die teilweise noch niedrige Qualität ostdeutscher Produkte sind nur einige Beispiele dafür, daß die bisherigen gemeinsamen Bemühungen von Ost und West nicht ausreichten, die ostdeutsche Wirtschaft an das westliche Niveau heranzuführen und damit konkurrenzfähig zu machen. Angesichts dieser aus der Vergangenheit resultierenden Probleme in den neuen Bundesländern1 ist es für einzelne ostdeutsche Unternehmen schwierig, notwendige Finanzmittel aufzubringen, die erforderlich sind, um ihre Defizite abzubauen, so daß sie am Markt weiter bestehen können und in der Lage sind, einen individuellen Beitrag zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen Unternehmenstruktur in Ostdeutschland zu leisten. 1.2 Zielsetzung In dieser Arbeit werden alternative Finanzierungsquellen und -praktiken dargestellt sowie die Möglichkeiten ihrer Inanspruchnahme und Umsetzung unter Berücksichtigung der besonderen Problembereiche in den neuen Bundesländern analysiert. Es sollen auf diese Weise Instrumente zur Lösung der Finanzierungsprobleme ostdeutscher Unternehmen aufgezeigt werden. Eine Einschränkung im Rahmen dieser Ausarbeitung erfolgt in der Weise, daß kleine und mittlere Unternehmen2 betrachtet werden, die nicht mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen und rechtlich wie auch wirtschaftlich selbständig sind. Ebenso werden im folgenden Unternehmen in der Rechtsform der Aktiengesellschaft ausgeschlossen. Die Konzentration auf kleine und mittlere Unternehmen erfolgt auf Grund der besonderen volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Unternehmenstypen. In den alten Bundesländern [...]
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Vornhusen, Konrad Juli 1996: Die Finanzierungsmöglichkeiten von Unternehmen in den neuen Bundesländern, Hamburg: Diplomica Verlag
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