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Finanzierungsmodelle von Nonprofit Organisationen in Theorie und Praxis

Finanzierungsmodelle von Nonprofit Organisationen in Theorie und Praxis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Henning Rohweder
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 716,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8571-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8571-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8571-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rohweder, Henning Januar 2005: Finanzierungsmodelle von Nonprofit Organisationen in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Spenden, Sponsoring, Finanzierung, Fundraising, Soziale Arbeit

Diplomarbeit von Henning Rohweder

Einleitung:

Die derzeit angespannte finanzielle Haushaltslage in Deutschland fordert die Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten von Nonprofit Organisationen.

Diese Thematik betrifft sowohl den kleinen gemeinnützigen Verein, als auch die großen Wohlfahrtsverbände.

Die praktischen Erfahrungen, die ich im Rahmen meines Studiums sammeln konnte, haben mir gezeigt, dass die Vielfältigkeit von Finanzierungsmöglichkeiten in den Einrichtungen oft nicht bekannt sind.

Wer aber weiterhin auf dem Markt der Sozialen Arbeit Erfolg haben will und neue Ideen und Projekte verwirklichen möchte, muss Kenntnisse über den Finanzierungs-Mix besitzen. Zudem hat sich der Beruf der Fundraiserinnen und des Fundraisers schon in vielen Organisationen etabliert und bietet somit eine neue Berufschance auch für SozialpädagogInnen.

Die aktuelle Wirtschaftslage erfordert ein Umdenken in der Sozialen Arbeit. Viele SozialpädagogInnen sträuben sich nach wie vor, sich mit der sozialökonomischen Neuorientierung zu befassen. Ich halte es für notwendig sich mit dieser Thematik auseinander zusetzen.

Daher werde ich im Rahmen dieser Diplomarbeit die Finanzierungsmöglichkeiten für Nonprofit Organisationen darstellen.

Ich möchte dem Leser zu Beginn einen Einblick über mögliche Finanzierungsformen der Sozialen Arbeit gewähren, bevor ich die Stellenwerte der einzelnen Finanzierungsformen der Sozialen Arbeit in Deutschland betrachte.

Im Anschluss werde ich mich eingehend mit den einzelnen Finanzierungsmöglichkeiten auseinandersetzen.

Den Schwerpunkt meiner Diplomarbeit lege ich dabei auf die alternativen Finanzierungsmöglichkeiten, dem so genannten Fundraising.

Der Begriff Fundraising wird erläutert und anschließend der aktuelle Fundraising-Markt in Deutschland, mit seiner Bedeutung für die Soziale Arbeit dargestellt.

Die Erklärung der einzelnen Finanzierungsformen im Rahmen vom Fundraising, wird auch den Bezug zwischen Theorie und Praxis beinhalten, indem ich die Möglichkeiten und Grenzen einzelner alternativer Finanzierungsformen aufzeige. Die angeführten Praxisbeispiele, sowie die Zusammenfassung werden sich auf Grund meines fachlichen Hintergrundes häufig auf den Bereich der Sozialen Dienste und Hilfen beziehen.

Diese Diplomarbeit soll dem Leser einen Überblick gewähren, um einzelne Finanzierungsarten einschätzen und deren Anwendbarkeit für einzelne Organisationen überprüfen zu können.

Ich habe versucht, die geschlechtsneutrale Schreibweise durchgängig zu benutzen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 4
2. NONPROFIT ORGANISATIONEN 5
3. ÜBERBLICK ÜBER DIE FINANZIERUNGSARTEN SOZIALER ARBEIT 7
4. FINANZIERUNGSARTEN DURCH DEN ÖFFENTLICHEN TRÄGER 9
4.1 ZUWENDUNGSFINANZIERUNG 9
4.1.1 Zuwendungsformen 10
4.1.1.1 Projektbezogene Zuwendungen 10
4.1.1.2 Institutionelle Zuwendungen 10
4.1.2 Zuwendungsarten 11
4.1.2.1 Vollfinanzierung 11
4.1.2.2 Teilfinanzierung 11
4.2 PFLEGE- UND KOSTENSÄTZE 13
4.3 LEISTUNGSVERTRÄGE 14
5. FUNDRAISING 15
5.1 BEGRIFFSDEFINITION 15
5.2 GRUNDLEGENDE ASPEKTE DES FUNDRAISINGS 17
5.3 QUALITÄTSANFORDERUNGEN AN FUNDRAISERINNEN 19
5.4 FUNDRAISING-SOFTWARE 21
5.5 STEUER- UND GEBÜHRENRECHTLICHE PRIVILEGIERUNGEN VON NONPROFIT ORGANISATIONEN 22
5.5.1 Steuerrechtliche Privilegierungen 22
5.5.2 Gebührenrechtliche Privilegierungen 23
6. SPENDEN 24
6.1 DIE AKTUELLE SITUATION AUF DEM DEUTSCHEN SPENDENMARKT 24
6.2 SPENDERMOTIVE UND SOZIODEMOGRAPHISCHE ENTWICKLUNG 26
6.3 DIE PRAXIS DER PRIVATEN SPENDER 28
6.4 VOR- UND NACHTEILE VON SPENDEN 33
7. SPONSORING 34
7.1 BEGRIFFSDEFINITION 34
7.2 DER SPONSORINGMARKT 35
7.3 SPONSORING IN DER PRAXIS 36
7.4 RECHTSGRUNDLAGEN UND SPONSORINGVERTRAG 39
7.5 VOR- UND NACHTEILE DES SPONSORINGS 39
8. STIFTUNGEN 41
8.1 STIFTUNGSWESEN IN DEUTSCHLAND 41
8.2 PRAXIS DES STIFTUNGSWESENS 43
8.3 VOR- UND NACHTEILE VON STIFTUNGEN 46
9. FORMEN UND METHODEN DES FUNDRAISINGS 48
9.1 DER SPENDENBRIEF (MAILINGS) 49
9.2 ERBSCHAFTSMARKETING 52
9.3 BUßGELDMARKETING 54
9.4 VERANSTALTUNGEN 55
9.5 MERCHANDISING 56
9.6 ONLINE-FUNDRAISING 58
9.7 FÖRDERMITTEL DER EU 61
9.7.1 Strukturfonds 61
9.7.2 Aktionsprogramme 61
9.8 HAUS- UND STRAßENSAMMLUNGEN 62
9.9 RECYCLING-MARKETING 63
9.10 TELEMARKETING 64
9.11 EHRENAMT 65
10. ZUSAMMENFASSUNG 68
11. ANHANG 70
11.1 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 70
11.2 LITERATURVERZEICHNIS 71
11.3 INTERNETVERZEICHNIS 74
11.4 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

(Haibach 2002, S.197; Quelle EMNID-Institut 2001) Der größte Teil der Sponsoringaufwendungen verteilt sich auf das Sport- und Mediensponsoring. Das Sozialsponsoring hat dagegen einen relativ geringen Stellenwert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es für die Anbieter Sozialer Arbeit nicht interessant wäre. Im Gegenteil, hier sind noch Ressourcen vorhanden, die durch innovative Ideen weiter ausgebaut werden können. „Laut Umfrageergebnissen wird das Sponsoring sozialer Einrichtungen von 30 Prozent der Befragten mit -sehr gut- bewertet, weniger Menschen, nämlich 27 Prozent der Befragten, honorieren dagegen das SportSponsoring an erster Stelle und nur 19 Prozent akzeptieren das Kultursponsoring -voll und ganz-“ (Halfar 1998, S.437). Zudem sind die notwendigen Finanzmittel bei Sozialsponsoring oft geringer als beim Sportsponsoring, und somit interessanter für Unternehmen, und die Anbieter Sozialer Arbeit können häufig auf ein gutes Image zurückgreifen. „Social Sponsoring profitiert auf Dauer von den bekannten Schwächen des Sportsponsoring- wie Doping (…), Spitzensportgagen etc.“ (Berthold 1995, S.4 ). „Die Etablierung des Sponsorings zu einer festen Größe im MarketingMix von Unternehmen lässt sich auch daran ablesen, dass sich Mitte der Neunzigerjahre eine Infrastruktur auf diesem Gebiet etabliert hat“(Haibach 2002, S.198). [...]

6.4. Vor- und Nachteile von Spenden Eine Nonprofit Organisation wie z.B. Greenpeace kann sich überwiegend aus Spendengeldern finanzieren. Dies bedeutet aber nicht, dass die Spenden eine sichere Finanzierungsform für alle Nonprofit Organisationen darstellen können. Das Spenderverhalten unterliegt, wie bereits beschrieben, mehreren Einflüssen, die nur schwer einzuschätzen sind. Insbesondere im „Trend“ liegende Organisationen profitieren von der Spendenbereitschaft. „Die Spender tendieren immer mehr zu den Spendenzwecken „Kinder“ und Gesundheit“, während „Entwicklungszusammenarbeit“ und „Religion“ deutlich an Boden verlieren“(Haibach/Müllerleile 2003, S.132). Dies bedeutet wiederum für Organisationen die nicht im Trend liegen, dass SpenderInnen von der eigenen Arbeit zu überzeugen sind. Jede einzelne Organisation muss sich mit ihren eigenen Ideen und Visionen auf dem Spendenmarkt profilieren. Die Organisation bedarf hierfür einer professionellen Öffentlichkeitsarbeit um die Wertigkeit der eigenen Arbeit zu präsentieren. Halfar bewertet dies auch als Herausforderung: „Neben dieser klassischen Funktion der Spenden, den Eigenmittelanteil für die Organisation zu sichern, wird eine weitere Funktion zunehmend wichtiger, nämlich die Möglichkeit für die Träger, sich mit Kampagnen, Aktionen, sozialen Zusatzangeboten oder mit neuartigen sozialen Diensten und Einrichtungen, die in der öffentlichen Förderung (noch) nicht berücksichtigt werden, zu profilieren und sich somit von anderen Anbietern Sozialer Arbeit zu unterscheiden“(Halfar 1998, S.431). Es hat sich gezeigt, dass Spendengelder in einem beachtlichen Wert zur Verfügung stehen, deren Verteilung aber verschiedenen Faktoren unterliegt. Daher kann innerhalb einer Organisation mit Spenden nur begrenzt kalkuliert werden, da sie keine Planungssicherheit bieten. Spenden stellen einen weiteren, wichtigen Baustein im Finanzierungs-Mix dar, sind in der Regel aber nicht für eine autonome Finanzierung geeignet. [...]

Im Spendenmarketing unterscheidet man grundsätzlich „warme“, „kalte“ und „heiße“ Adressen. Zu den „warmen“ Adressen gehören alle Personen, die mit der Organisation in Kontakt stehen oder zu denen eine Verbindung bestanden hat. Bei den „kalten“ Adressen handelt es sich um den Personenkreis, der bisher keine Verbindung zu der Organisation hat. Die „heißen“ Adressen sind die Personen, die bereits gespendet haben. Bei dem SpenderInnennetzwerk sind es zum Beispiel die drei inneren Kreise, die zur Erfassung von Adressen interessant. Ein Problem bei der Sammlung von Adressen scheint hierbei die Angst zu sein, jemanden anzusprechen. Seien es nun fremde Personen oder Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. „In unseren Breiten besteht oftmals eine gewisse Scheu, andere Menschen „auszuliefern“, die dann um Geld angesprochen werden sollen. Noch größer ist die Angst, selbst „betteln“ zu gehen“ (Fabisch 2002, S.113). Um an „kalte“ Adressen zu gelangen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Denkbar wären Gewinnspiele, Veranstaltungen und Events (Konzerte, Workshops usw.) um Beziehungen mit potentiellen Spendern knüpfen zu können. Natürlich spielt auch hier die Medienarbeit eine wichtige Rolle, um von der Organisation und entsprechenden Vorhaben reden zu machen. Dies geht über Pressemitteilungen, Anzeigen, Beilagen und Webespots bis hin zum Presselunch. Zudem ist es möglich Adressen zu kaufen oder zu mieten. In Deutschland gibt es mehrere große Adressenverlage, so genannte List-Broker, die die Adressen nach verschiedenen Gruppen segmentieren. „Die Preise von Privatadressen liegen zwischen 60 und 260 Euro per tausend Adressen. Für Selektion nach zusätzlichen Kriterien fallen in der Regel Mehrkosten an“ (Haibach 2002, S.227). Diese Art der Spenderfindung lohnt sich daher erst ab einer gewissen Größenordnung. „Ein persönliches Schreiben auf edlem Papier mit echter Briefmarke und handgeschriebener Unterschrift an 100 Menschen aus Ihrem näheren Umfeld kann einen viel größeren Effekt haben, als ein Standard Spendenbrief an eine Auswahl von 10.000 gekauften Adressen. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Kosten für gemietete Adressen erst nach etwa drei Jahren amortisiert haben“ (Fabisch 2002, S.120). Abschließend ist hier anzumerken, dass der Bereich der SpenderInnenforschung und Adressenrecherche beim Fundraising nicht nur für die Privatspender gilt, sondern auch für Unternehmen und Stiftungen. [...]

Arbeit zitieren:
Rohweder, Henning Januar 2005: Finanzierungsmodelle von Nonprofit Organisationen in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Spenden, Sponsoring, Finanzierung, Fundraising, Soziale Arbeit

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