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Finanzierungsalternativen für deutsche mittelständische Unternehmen im Hinblick auf Basel II

Finanzierungsalternativen für deutsche mittelständische Unternehmen im Hinblick auf Basel II
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Schwaier
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 70 Seiten
  • Dateigröße: 2,8 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Heidenheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4793-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4793-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4793-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schwaier, Alexander Mai 2005: Finanzierungsalternativen für deutsche mittelständische Unternehmen im Hinblick auf Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Mezzanine, Asset-Backed-Securities, Private Equity, Fördermittel, Beteiligungsfinanzierung

Diplomarbeit von Alexander Schwaier

Einleitung:

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat durch seine Vorschläge zur Überarbeitung von Basel I, der Eigenkapitalvereinbarung von 1988, in Deutschland eine breit angelegte öffentliche Diskussion über die künftigen Perspektiven der Mittelstandsfinanzierung ausgelöst.

Diese durch Basel II eingeleitete Diskussion sollte sich aber nicht nur einseitig auf die in Deutschland weit verbreitete Fremdkapital-geprägte Finanzierungskultur des Mittelstands beschränken, vielmehr scheint eine akribische Analyse des gesamten Spektrums aller Finanzierungsalternativen angebracht, wie sie international bereits vielfach angewandt wird. Die dabei in Deutschland vorherrschenden Finanzierungsstrukturen des Mittelstands werden auf einen harten Prüfstand gestellt, aber durch die veränderten Rahmenbedingungen im Zuge von Basel II können sich nicht nur neue Anforderungen, sondern durchaus auch neue Möglichkeiten in der Mittelstandsfinanzierung ergeben.

Betrachtet man die weit vorangeschrittene Internationalisierung des Kapitalmarkts, welche durch die Einführung des Euros in Europa noch an Fahrt gewonnen hat, so lässt sich auf der einen Seite feststellen, dass sich der Wettbewerb im Finanzsektor in den vergangenen Jahren sehr stark intensiviert hat. Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften ringen um die Gunst der Anleger, und die Unternehmen finanzieren sich zunehmend direkt am Kapitalmarkt, Ländergrenzen spielen hierbei zunehmend eine untergeordnete Rolle.

Der einheitliche internationale und hochliquide Kapitalmarkt ermöglicht aber auf der anderen Seite neue Perspektiven in der Unternehmensfinanzierung. Nicht nur Großunternehmen und weltweit agierenden Konzernen stehen ganz neue Zugangsmöglichkeiten offen, sondern auch große mittelständische Unternehmen können teils beispielsweise über das Instrument der Kreditverbriefung einen indirekten Marktzugang erreichen.

Diese zunehmende Bedeutung des Markts wird mittelfristig zu einer konsequenten, bonitätsabhängigen Preisdifferenzierung führen, wie sie implizit durch die neuen Vorschläge des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht gefordert wird. Die bislang übliche Subventionierung bonitätsmäßig schlechter Risiken durch gute Risiken wird durch die risikoorientierte Differenzierung beendet werden und zu einer faireren Preisgestaltung bei der Unternehmensfinanzierung führen.

Basel II greift diese am Markt zu beobachtenden Tendenzen mit der Forderung einer bonitätsabhängigen Eigenmittelunterlegung der Kreditinstitute aus bankaufsichtsrechtlicher Sicht an, und trägt so zur Stabilität der Finanzmärkte bei.

Oft ist aber im Zuge von Basel II die Rede von „Credit Crunch“ oder „Finanzierungskrise des Mittelstands“. Entgegen diesen Aussagen wird aber die Finanzierung von Vorhaben, welche eine angemessene Rendite erwirtschaften, wohl auch weiterhin gesichert sein, wenn auch evtl. zu anderen Kreditkonditionen und mit höheren Transparenzanforderungen als bislang. Jedoch scheint Basel II das in Deutschland häufig vorzufindendes Merkmal der Eigenkapitalschwäche des Mittelstands aufzudecken. Die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in den vergangenen Jahren zeigt, dass die Eigenmittelausstattung vieler deutscher Mittelständler in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld unzureichend ist.

Betrachtet man die Eigenkapitalquoten von ausländischen Unternehmen, so lässt sich erkennen, dass diese i.d.R. über eine höhere Eigenmittelausstattung verfügen als deutsche Unternehmen, und dass deren besseren finanziellen Rücklagen im momentan schwierigen Umfeld einen deutlichen Vorteil darstellen.

Die deutschen Mittelständler sollten also bestrebt sein ihre Eigenmittelausstattung zu erhöhen, und ihre Finanzierungsstrukturen kritisch, anstatt nur unter steuerrechtlichen Aspekten, zu überprüfen. Durch Basel II sollte sich daher die Flexibilität im Hinblick auf neue Finanzierungsalternativen erhöhen. Da die Innenfinanzierung, also die Selbstfinanzierung aus Gewinnen, Abschreibungen und Rückstellungen, nach wie vor das Finanzierungsrückgrat deutscher Unternehmen bildet, könnte die Bundesregierung durch eine konsequente Fortführung der durch die Unternehmenssteuerreform 2000 eingeleitete Steuerpolitik in Form einer rechtsformunabhängigen, angemessenen Besteuerung, wie sie international verbreitet ist, zur Stärkung der Eigenmittelausstattung beitragen.

Um jedoch zeitnah an das international übliche Eigenkapitalniveau heranzukommen, wird zusätzlich haftendes Kapital von außen zugeführt werden müssen. Dies geschah in den vergangen Jahren vielfach durch Beteiligungskapital oder auch durch die Emission von Aktien. Eine Optimierung der deutschen mittelständischen Finanzierungsstrukturen endet aber nicht bei einer gestärkten Eigenkapitalbasis, sondern erfordert auch eine Intensivierung der Nutzung alternativer Finanzierungsformen.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen auf deutsche mittelständische Unternehmen und deren Finanzierung zu untersuchen. Hierbei sollen alternative Finanzierungsformen zur traditionellen Kreditfinanzierung vorgestellt und kritisch beurteilt werden, sowie deren Einsatzmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen betrachtet werden.

Nachfolgend wird der Aufbau dieser Arbeit kurz erläutert. Zunächst werden im zweiten Kapitel die Neuerungen beleuchtet, wie sie durch Basel II gefordert werden. Dabei liegt der Fokus auf einer historischen Betrachtung sowie einer Betrachtung der Zielsetzung von Basel II.

Im dritten Kapitel wird dann die vergangene und aktuelle Finanzierungssituation des deutschen Mittelstands untersucht. Dabei werden sowohl das aktuelle Finanzierungsverhalten der Mittelständler, als auch aktuelle Entwicklungen in der Kreditpolitik der Banken betrachtet, um so sich ergebende Konsequenzen für die Unternehmensfinanzierung durch Basel II aufzudecken.

Hierauf aufbauend werden im vierten Kapitel in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für mittelständische Unternehmen in der Praxis alternative Finanzierungsformen deskriptiv vorgestellt, anschließend kritisch beurteilt und abschließend eine Bewertung für deren Einsatz in deutschen mittelständischen Unternehmen erstellt.

Im abschließenden fünften Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Basel II im Überblick 4
2.1 Historie der Baseler Eigenkapitalvereinbarung 5
2.2 Zielsetzung von Basel II 7
2.3 Die drei Säulen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung 7
2.3.1 Säule I: Mindestkapitalanforderungen 8
2.3.2 Säule II: Aufsichtsrechtliches Überprüfungsverfahren 8
2.3.3 Säule III: Förderung der Marktdisziplin 9
3. Der deutsche Mittelstand 10
3.1 Begriffsbestimmung und Bedeutung des Mittelstands in Deutschland 10
3.2 Finanzierungs- und Eigenkapitalsituation 12
4. Alternative Finanzierungsformen für den deutschen Mittelstand 16
4.1 Stärkung des Eigenkapitals 17
4.2 Beteiligungsfinanzierung 19
4.2.1 Venture Capital und Private Equity 19
4.2.2 Business Angels und Inkubaturen 22
4.3 Öffentliche Fördermittel 24
4.4 Mezzanine-Kapital 27
4.4.1 Privatplatzierte Mezzanine-Instrumente 29
4.4.2 Kapitalmarktorientierte Mezzanine-Instrumente 30
4.5 Leasing 33
4.6 Factoring bzw. Forfaitierung 35
4.7 Asset-Backed-Securities 37
5. Abschließende Betrachtung 39
Anhang 43
Literaturverzeichnis 57
Ehrenwörtliche Erklärung 64

Arbeit zitieren:
Schwaier, Alexander Mai 2005: Finanzierungsalternativen für deutsche mittelständische Unternehmen im Hinblick auf Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Mezzanine, Asset-Backed-Securities, Private Equity, Fördermittel, Beteiligungsfinanzierung

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