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Finanzierungsalternativen für den Mittelstand – Eine Bestandsaufnahme

Insbesondere: Beteiligungsfinanzierung, Leasing und Grundlagen der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung

Finanzierungsalternativen für den Mittelstand – Eine Bestandsaufnahme
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Riedel
  • Abgabedatum: Dezember 2003
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 906,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8137-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8137-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8137-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Riedel, Alexander Dezember 2003: Finanzierungsalternativen für den Mittelstand – Eine Bestandsaufnahme, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Leasingmarkt, Statistik, alternative Finanzierungsinstrumente, traditionelle Finanzierung, Umfrage Mittelstand

Diplomarbeit von Alexander Riedel

Einleitung:

Kreditverknappung, Finanzierungsmisere, Bankenkrise, Staatsverschuldung, schlechte konjunkturelle Lage – die Frequenz dieser Schlagwörter erhöht sich in letzter Zeit in deutschen Gazetten merklich. Kaum eine wirtschaftliche oder politische Diskussionsrunde kommt gegenwärtig ohne diese Formulierungen aus. Dabei steht besonders der Mittelstand, wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft, im Blickpunkt der Debatten.

Dies ist wenig verwunderlich, da über 99% aller Unternehmen nach der Mittelstandsdefinition des IfM – Bonn diesem Segment zugerechnet werden, etwa 70% aller Berufstätigen beschäftigen und 49% der gesamten deutschen Bruttowertschöpfung erbringen. Diese Zahlen sollten auf solide, bodenständige Unternehmensstrukturen schließen lassen. Allerdings sprechen die sich ständig erhöhende Insolvenzquote und die erschreckend niedrige Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich eine andere Sprache. Vieles deutet darauf hin, dass diese Probleme nicht alleine durch die Ertragsschwäche der Unternehmen sondern in hohem Maße auch durch eine unausgewogene Finanzierungsstruktur der Mittelständler verursacht werden.

Wie finanzieren sich Unternehmen derzeit und welche Alternativen sehen sie für die Zukunft? Wie groß sind die Defizite bezüglich der Informationen und dem Verständnis von „Alternativen Finanzierungsinstrumenten“. Welche Hürden und Hemmungen bestehen für den Einsatz selbiger. Mit diesen Fragen beschäftigt sich die „Umfrage zur finanzwirtschaftlichen Situation kleiner und mittlerer Unternehmen in Ostdeutschland“, die von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden und dem Bundesverband Junger Unternehmer sowie der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer initiiert wurde. Dabei liegt das Augenmerk der Untersuchung explizit auf Unternehmen in Ostdeutschland, da hier die Finanzierungsprobleme der Unternehmen besonders groß scheinen.

Wesentlicher Bestandteil dieser Diplomarbeit sind die Betrachtungen zu den Finanzierungsinstrumenten Leasing und Beteiligungskapital, deren Fundamente in Kapitel 2 erläutert werden. Nachdem in Kapitel 3 aufgezeigt wird, welche Grundlagen empirischer Sozialforschung für die Durchführung der vorliegenden Studie essentiell waren, werden im Folgeabschnitt wichtige Ergebnisse der Umfrage analysiert, wobei wiederum die Instrumente Leasing und Beteiligungskapital im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Für weitere Detailbetrachtungen, speziell zu Factoring und Fördergeldern, wird die Diplomarbeit von Jana Schneider mit dem Titel „Finanzierungsalternativen für den Mittelstand – eine Bestandsaufnahme“, die zeitgleich an der HTW Dresden angefertigt wurde, empfohlen.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
FORMELVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
1. EINLEITUNG 1
2. FINANZIERUNG DURCH „ALTERNATIVE INSTRUMENTE“ 2
2.1 LEASING 3
2.1.1 Leasingmarkt 4
2.1.2 Rechtliche Einordnung des Leasingvertrages 5
2.1.3 Vor- und Nachteile 9
2.2 BETEILIGUNGSFINANZIERUNG 14
2.2.1 Formen und Finanzierungsphasen von Beteiligungskapital 15
2.2.2 Kapitalgeber 17
2.2.3 Beteiligungskapitalmarkt 19
2.2.4 Vor- und Nachteile 21
3. GRUNDLAGEN DER EMPIRISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALFORSCHUNG 24
3.1 ENTWICKLUNG DER PROBLEMSTELLUNG 25
3.2 DER OPERATIONALISIERUNGSPROZESS 26
3.3 AUSWAHL UND ANWENDUNG VON FORSCHUNGSMETHODEN 27
3.3.1 Methoden empirischer Sozialforschung 27
3.3.2 Auswahlverfahren 30
3.4 ANALYSE UND AUSWERTUNGSVERFAHREN/ INTERPRETATION VON ERGEBNISSEN 32
3.4.1 Deskriptive Statistik 32
3.4.2 Induktive Statistik 33
3.4.3 Interpretation von Ergebnissen 35
4. UMFRAGE ZUR FINANZWIRTSCHAFTLICHEN SITUATION KLEINER UND MITTLERER UNTERNEHMEN IN OSTDEUTSCHLAND 36
4.1 AKTUELLE FINANZIERUNGSSITUATION 36
4.1.1 Traditionelle Finanzierung 36
4.1.2 Alternative Finanzierung 39
4.1.3 Das Planetensystem der Unternehmen 40
4.2 ZUKÜNFTIGER FINANZIERUNGSBEDARF 42
4.3 POTENTIALE UND HEMMNISSE ALTERNATIVER FINANZIERUNGSFORMEN 46
4.3.1 Leasing 46
4.3.2 Beteiligungskapital 48
4.4 INFORMATIONSQUELLEN 53
4.5 BASIS DER UNTERSUCHUNG 55
4.5.1 Begriffbestimmung 55
4.5.2 Untersuchungsbreite 56
4.5.3 Branchenverteilung 57
4.5.4 Statistische Relevanz 57
5. ZUSAMMENFASSUNG 60
ANHANG 62
ANHANG A - BEISPIELE FÜR DESKRIPTIVE STATISTIK 62
ANHANG B - DETAILINFORMATIONEN ZUM BETEILIGUNGSKAPITALMARKT 64
ANHANG C - KALKULATIONEN ZUM VERGLEICH VON FINANZIERUNGSALTERNATIVEN IM LEASINGGESCHÄFT 66
ANHANG D - REGIONALE BETRACHTUNG VON INFORMATIONSQUELLEN 68
ANHANG E- VORGEHENSWEISE BEI DER KREATION DES PLANETENSYSTEMS DER UNTERNEHMEN 69
ANHANG F NACHWEIS DER REPRÄSENTATIVITÄT DER UNTERSUCHUNG 70
ANHANG G FRAGEBOGEN 71
LITERATURVERZEICHNIS 75

Automatisiert erstellter Textauszug:

Weiterhin ist es ratsam, besonders heikle Fragen indirekt zu stellen oder zu entschärfen, da z. B. bei der Frage nach dem Umsatz eines Unternehmens eine gewisse Antworthemmung bestehen kann. Möglichkeiten diesbezüglich bietet die Vorgabe von Antwortklassen. Eine sehr wichtige Entscheidung bezüglich der Antwort der Probanden und der Auswertung der Umfrage ist zwischen der Verwendung von offenen oder geschlossenen Fragen zu treffen. „Offen“ bedeutet, dass dem Befragten keine Antwortkategorien vorgegeben werden, er also selbst die Antwort „eintragen“ muss. Bei „geschlossenen“ Fragen werden vom Forscher Antwortalternativen vorgegeben. Die Testperson muss lediglich die für ihn zutreffende markieren. Wählt der Forscher geschlossene Fragestellungen, muss er sicher sein alle möglichen Antworten zu kennen, da sonst das Prinzip der Vollständigkeit verletzt wird. Ist er sich nicht sicher, welches Antwortspektrum die Testpersonen haben, sollte er auf offene Fragestellungen ausweichen. Auch die Fragebogenkonstruktion an sich birgt erhebliches Fehlerpotential, welches aber bei Berücksichtigung der folgenden Hinweise entscheidend vermindert werden kann. Es ist ratsam den Fragebogen mit einigen „Eisbrecherfragen“ zu beginnen um den Probanden auf die Befragungssituation einzustimmen und ihn „anzufüttern“, sind erst einige Fragen erwidert, wird ein Abbruch der Beantwortung durch die Testperson unwahrscheinlicher. Als förderlich erweist sich auch eine Trichterung der Fragen vom Allgemeinen hin zum Speziellen, da der Proband eine gewisse Entwicklung des Fragebogens nachvollziehen kann und damit eher bereit ist die Befragung bis zum Ende „durchzustehen“. Um die Beantwortungszeit möglicht kurz zu halten, bietet es sich an, jeweils gleiche Frage- und Antwortformate zu verwenden. Hat der Befragte einmal die Systematik der Fragen verstanden, fällt es ihm leichter, mit der Beantwortung fortzufahren, als wenn er die Konstruktion der Frage immer wieder neu erfassen muss. Abschließend soll noch darauf hingewiesen werden, dass ein Frageblock mit demoskopischen Angaben wie „Alter“ oder „Geschlecht“ am Ende des Fragebogens anzusetzen ist, um die Probanden nicht schon im Vorhinein dazu zu verleiten nachzudenken, nach welchen Kriterien die Umfrage ausgewertet wird und gegebenenfalls ihre Antworten anzupassen. Ist der Forscher der Meinung, der Fragebogen sei nach allen wissenschaftlichen Kriterien entworfen und entsprechend formuliert, ist es angebracht, einen Pretest durchzuführen. Dafür wird ein geringer Teil der Grundgesamtheit ausgewählt (Zufallsauswahl ist nicht unbedingt erforderlich), um den Fragebogen zu proben. Dies geschieht hinsichtlich Verständlichkeit und Vollständigkeit der Fragen. Fallen dem Forscher ungewünschte [...]

ein vom Forscher frankierter Rückumschlag positiven Einfluss, da so für den Probanden bis auf den Zeitfaktor keine Kosten entstehen. An dieser Stelle soll auf einen wichtigen Punkt hinsichtlich der Validität und Reliabilität von Befragungen hingewiesen werden: die Fragestellung an sich. Die Problematik ist ebenfalls für die anderen Befragungsformen relevant, die Abhängigkeit der Gültigkeit und Zuverlässigkeit der Umfrage von der Art der Frage ist aber bei der postalischen Befragung am höchsten, da es keinen Interviewer gibt, der eventuelle Unklarheiten seitens des Probanden beseitigen kann. Einige bedeutende Kriterien45 zur wissenschaftlichen Fragestellung werden im Folgenden vorgestellt. Eindimensionalität – Die Frage muss so formuliert sein, dass sie sich auf genau eine Dimension bezieht, d. h. eine Frage wie: „Welcher Fußballtrainer ist Ihrer Meinung nach im Moment der sympathischste und erfolgreichste?“, ist nicht zulässig, da der Proband einen Fußballtrainer zwar als den erfolgreichsten ansehen kann, er ihm aber nicht besonders sympathisch ist. Sparsam sollte der Forscher auch mit dem Einsatz von Wörtern wie „immer“, „niemals“, „niemand“, „alle“ o. ä. sein, da diese eine besondere Form der Mehrdimensionalität darstellen. Wer ist schon „immer freundlich“ oder „niemals aufgeregt“? Eindeutige Formulierungen – Fragen müssen eindeutig formuliert sein. So kann beispielsweise eine Frage „Sind Sie der Meinung, dass die Sicherheit in Deutschland gewährleistet ist?“ mehrfach interpretiert werden. Unter Sicherheit kann der Befragte z. B. den Schutz vor Terrorangriffen, gesundheitliche Gefahrlosigkeit oder die Sicherheit des Arbeitsplatzes verstehen. Aufgrund dieser Tatsache kann bei mehrdeutigen Fragestellungen nicht eingeschätzt werden, ob das, was vom Forscher gemessen werden soll, auch wirklich gemessen wird. Einfache Frageformulierung – Um es dem Probanden möglichst leicht zu machen die Frage zu verstehen und damit ordnungsgemäß zu beantworten muss darauf geachtet werden, die Frage so einfach wie möglich zu formulieren. Diesbezüglich sollte auf unbekannte Ausdrücke in der Fragestellung, doppelte Negationen und komplexe Fragen verzichtet und die Frage möglichst konkret gestellt werden. Keine Suggestivfragen – Um aussagefähige Ergebnisse der Umfrage zu erhalten, sollte darauf verzichtet werden, dem Probanden bestimmte Antworten „in den Mund zu legen“. [...]

eine bestimmte Frage zu geben, oder der Interviewer vergisst nach einer Antwort einen Wert für die vorgesehene Zelle zuzuordnen. Deshalb wird dieses Prinzip der Datensammlung in der Praxis nicht so eng gefasst. Die HTW – Studie verwendet die Methodik der Befragung, genauer die postalische Befragung, weshalb im Folgenden diese Art der empirischen Forschung näher beleuchtet wird42. Als Befragung wird ein Instrument bezeichnet43, wenn der Forscher mit dem Probanden in Kommunikation tritt, er also verbale Stimuli (Fragen) einsetzt um eine (verbale) Reaktion (Antwort) bei der Testperson hervorzurufen. Durch diesen direkten Kontakt mit der Testperson sind zwei entscheidende Voraussetzungen für die Gültigkeit der Erhebung zu erfüllen: Der Befragte muss willig und fähig sein bei der Untersuchung als Testperson aufzutreten, d.h. er muss zum einen bereit sein die Forschung zu unterstützen und zum anderen die Sach- und Sprachkompetenz aufweisen um die Befragung ordnungsgemäß zu erwidern. Im speziellen Fall der postalischen Befragung nimmt der Forscher Kontakt zur Testperson auf dem Postweg auf, dabei versendet er einen Briefumschlag mit dem systematisierten Fragebogen und gegebenenfalls mit einem Anschreiben und einem Rückumschlag. Ein Vorteil dieser Methode ist die Ausschaltung des Interviewers als Fehlerquelle, andererseits werden durch die Abwesenheit des Forschers Möglichkeiten hinsichtlich einer Überwachung, i. S. v. Kontrolle der Mimik und Gestik, als auch der Einsatz komplizierter, zusammenhängender Fragekomplexe limitiert. Die Anonymität dieser Erhebungsmethode führt dazu, dass die Rückläufe nur 8-12%44 betragen. Diese Rate kann durch verschiedene Maßnahmen gesteigert werden, wird aber stets unter der der anderen Befragungsformen liegen. Zur Verbesserung der Quote trägt das Beilegen eines Anschreibens bei. In diesem sollte kurz dargelegt werden, wer für die Umfrage verantwortlich ist, zu welchem Zwecke sie geschieht und welchen Nutzen der Befragte davon haben wird. Eine Zusicherung der Anonymität des Befragten hat sich ebenfalls als förderlich erwiesen. Weiterhin hat auch [...]

Arbeit zitieren:
Riedel, Alexander Dezember 2003: Finanzierungsalternativen für den Mittelstand – Eine Bestandsaufnahme, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Leasingmarkt, Statistik, alternative Finanzierungsinstrumente, traditionelle Finanzierung, Umfrage Mittelstand

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