Financial Planning
Eine theoretische Betrachtung und deren Umsetzung in die Praxis
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rainer Fader
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 686,3 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Kaiserslautern Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8780-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8780-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8780-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fader, Rainer Januar 2005: Financial Planning, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Finanzplanung, Family Office, Private Banking, Finanzberatung, Finanzdienstleistung
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Diplomarbeit von Rainer Fader
Problemstellung:
Ziel der Arbeit war es, einen Überblick über die Beratungsdienstleistung „Financial Planning“ im gehobenen Privatkundensegment zu schaffen. Zunächst wurde der Begriff des Private Banking näher betrachtet, seine verschiedenen Ausprägungen näher erläutert und als Betreuungs- und Servicekonzept für die jeweilige Top-Klientel eines Anbieters positioniert. Die Dienstleistung „Financial-Planning“, welche lange Zeit nur als „Praktiker-Disziplin“ am Markt ohne entsprechende Fundierung etabliert war, konnte anschließend unter verschiedenen Definitionsansätzen näher beleuchtet und verglichen werden. Financial Planning ist zentraler Baustein eines ganzheitlichen, strategischen Kundenbindungsmanagements und kann seine herausragende Rolle im Private Banking nur dann entfalten, wenn nicht ein enger, produktorientierter Ansatz, sondern eine kundenorientierte, bedürfnisgetriebene Betreuungsphilosophie verfolgt wird.
Nach einer Abgrenzung zu anderen Geschäftsfeldern und Beschreibung des Ursprungs dieser Dienstleistung wurden unterschiedliche Definitionen der Zielkundensegmente verglichen. Eine eindeutige Definition der Zielgruppe anhand quantitativer Kriterien konnte nicht festgestellt werden, sodass der Finanzplaner seine Kunden anhand allgemeiner Eigenschaften definiert. Eine Marktpotenzialanalyse konnte den vorhandenen Markt bestätigen.
Ausgehend von einer globalen Betrachtung mit Daten des World Wealth Reports kann den deutschen Bundesbürgern anhand statistischer Rechnungen der Bundesbank trotz des schwierigen Konjunkturumfeldes eine deutliche Sparfähigkeit nachgewiesen werden. Weitere Ansatzpunkte bieten z.B. die Zahl der Vermögensübertragungen und die Betrachtung des Geldvermögens unterschiedlicher Anlageklassen. Im Weiteren wurde der qualitative Nutzen, bestehend aus der Kenntnis über die finanzielle Situation, sowie Abstimmung der persönlichen Ziele und der quantitative Nutzen in Form von Ausgabenminderung und Renditesteigerung näher erläutert.
Auch für den Anbieter zeigt sich ein großer Nutzen der privaten Finanzplanung. Neben qualitativen Aspekten wie z.B. Kundenbindung oder Kompetenznachweis eines Finanzdienstleisters existieren quantitative Vorteile wie Ertragssteigerung, Erhöhung der Cross-Selling Quote oder die Marketingfunktion. Im dritten Teil der Arbeit wurde auf die einzelnen Teilbereiche der privaten Finanzplanung, dem Liquiditätsmanagement, Vorsorgemanagement und Vermögensmanagement näher eingegangen und die Arbeitsweise im jeweiligen Teilbereich erläutert. Aufgrund vieler Fehlentwicklungen in der Finanzberatung in Deutschland wurden die Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzberatung entwickelt, welche ihre inhaltlichen Quellen in den wissenschaftlichen Disziplinen Ethikforschung, Qualitätsforschung, Verhaltensforschung, Verbraucherpolitik und der Rechtswissenschaft finden.
Daraus haben sich in der Praxis Beratungsgrundsätze herausgebildet, die Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzplanung. Die Einhaltung dieser Grundsätze wird durch den Deutschen Verband Financial Planners e.V. überwacht und gelten als Pflichtlektüre für alle Berater, die eine qualitäts- und kundenorientierte Beratung durchführen wollen.
Im weiteren Verlauf der Arbeit wurden ausgehend vom allgemeinen Problemlösungsprozess die einzelnen Phasen der Finanzplanung und deren Besonderheiten beschrieben. Im letzten Teil erfolgte die Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse in die Praxis. Anhand eines realen Kunden konnte vor allem der hohe Kundennutzen noch einmal deutlich unterstrichen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 2 | |
| 1. | Einführung in die Thematik | 4 |
| 1.1 | Ausgangssituation und Problemstellung | 4 |
| 1.2 | Definitionen und Abgrenzungen | 6 |
| 1.2.1 | Private Banking versus Retail Banking | 6 |
| 1.2.2 | Definition des Financial Planning | 9 |
| 1.2.3 | Abgrenzung zu anderen Geschäftsfeldern | 17 |
| 2. | Die Bedeutung des Financial Planning | 21 |
| 2.1 | Ursprung und Einordnung der privaten Finanzplanung | 21 |
| 2.2 | Kunden des Financial Planning | 23 |
| 2.2.1 | Zielgruppen | 26 |
| 2.2.2 | Marktpotenzial | 29 |
| 2.3 | Nutzen der privaten Finanzplanung | 35 |
| 2.3.1 | Nutzen aus Kundensicht | 35 |
| 2.3.2 | Nutzen aus Anbietersicht | 41 |
| 3. | Inhalt und Prozess des Financial Planning | 46 |
| 3.1 | Inhalt des Financial Planning | 46 |
| 3.1.1 | Teilgebiete | 47 |
| 3.1.2 | Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzberatung | 50 |
| 3.1.3 | Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzplanung | 58 |
| 3.2 | Der Prozess und seine Instrumente | 63 |
| 3.2.1 | Die Phasen des Financial Planning | 63 |
| 3.2.2 | Financial Planning in der Praxis | 70 |
| 4. | Zusammenfassung und Ausblick | 89 |
| Anhang | 92 | |
| Abbildungsverzeichnis | 103 | |
| Tabellenverzeichnis | 105 | |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 106 | |
| Versicherung selbständiger Arbeit | 114 |
nanzberatungen berücksichtigen die Bedürfnisse der Kunden nicht oder nicht ausreichend. Als Gründe für diese Fehlentwicklungen werden z.B. mangelnde Fachkenntnisse der Berater und Ausnutzen der Unerfahrenheit der Kunden genannt.153 Ein weiteres Problem stellen die Interessenskonflikte, denen der Berater ausgesetzt ist, dar. Die meisten Finanzberatungen in Deutschland werden unentgeltlich geführt, d.h. die Berater erzielen Ihr Einkommen durch Provisionen. Können Kunden nicht zum Abschluss eines Vertrages bewegt werden, bleibt die Tätigkeit des Beraters ohne Entlohnung. Falsche Handlungsempfehlungen können die Folge sein. Bis Ende der 90er Jahre fehlte ein umfassendes, in sich geschlossenes Normensystem, das zur wissenschaftlichen Diskussion in diesem Problemkreis herangezogen werden konnte. Die Entwicklung von Verhaltensnormen wurde als eine Lösung gesehen, negative Verhaltensausprägungen innerhalb einer Branche oder eines Unternehmens zu unterbinden.154 Es wurden die „Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzberatung (GoFb)“ formuliert. Neben dieser wissenschaftlichen Herleitung entwickelte sich aus der Praxis ein weiteres Normensystem, die Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzplanung (GOF). Folgende Abbildung zeigt die Normensysteme im Überblick: [...]
ner zeigt dem Kunden auf, wie groß die Lücke zwischen dem Mittelbedarf und den Erträgen aus staatlicher, privater und betrieblicher Versorgungsleistung ist. Da die Ertragskraft des Vermögens in den seltensten Fällen zur Deckung der Lücken ausreicht, können Wege zur Lösung dieses Problems aufgezeigt werden.145 Schließlich obliegt dem Vorsorgemanagement die Gesundheitsversorgung, wie z.B. die laufende Absicherung, Pflegefall oder schwere Erkrankungen. Auch hier kann nach eingehender Analyse eine optimale Gestaltungsmöglichkeit aufgezeigt werden. Der dritte Teilbereich des Financial Planning befasst sich mit dem Vermögensmanagement. Dieses betrifft zunächst einmal den Aufbau von Geld- du Kapitalvermögen, sei es zu Konsum- oder Investitionszwecken, und zwar bei Nutzung aller zustehenden finanziellen Zuwendungen durch Staat und Arbeitgeber. Die Vermögensaufbauplanung beinhaltet auch die Prüfung, ob Subventionen oder Steuervorteile sinnvoll in das Finanzkonzept des Kunden integriert werden können.146 Hierzu korrespondierend gehört auch die Kreditfinanzierung zu Konsum- und Investitionszwecken. Weiterhin geht es beim Vermögensmanagement im Sinne des Asset Managements um den strukturierten Ausbau von Geld- und Kapitalvermögen, sowie die Bildung von Sachvermögen.147 Die Erfassung und Analyse der Vermögens- und Ertragsstruktur soll hierbei die Rolle der Vermögenswerte als Ertragsquellen verdeutlichen. Stärken und Schwächen des Vermögens wie z.B. größere Vermögensbestandteile, die nur in geringem Umfang zu den Gesamterträgen beitragen, werden aufgedeckt.148 Weitere Aspekte des Vermögensmanagements sind die Planungen zur Vermögensnutzung sowie zur Übertragung durch Vererben und Schenken. Dieser Bereich wird als „Estate Planning“ bezeichnet und wird vielfach unter Konsultierung von Steuerund Rechtsberatern im Rahmen des Financial Planning durchgeführt. Die folgende Darstellung zeigt die genannten Teilgebiete des Financial [...]
Die Grundvoraussetzung zu einer optimalen Planung stellt das Liquiditätsmanagement dar.140 Die Liquidität beschreibt die Eigenschaft von Vermögensgegenständen, mehr oder weniger leicht in Zahlungsmittel (Geld) umgewandelt werden zu können.141 Nach einer eingehenden Analyse der planmäßigen und außerplanmäßigen Liquidität erfolgt die zeitliche Koordination der Ein- und Auszahlungsströme, sodass die für die Umsetzung der Finanzplanung erforderlichen Mittel fristgerecht zur Verfügung stehen. Nicht nur bei Unternehmen kann es zu Liquiditätsengpässen kommen, was zu erheblichen Kosten führen kann, sondern auch private Haushalte können davon betroffen sein. Diese Kosten drücken sich in Zinsverlusten, z.B. verursacht durch Aufnahme eines kurzfristigen Dispositionskredites, aus und können im Extremfall die völlige Zahlungsunfähigkeit eines Haushaltes bedeuten. Aber nicht nur Unterdeckung verursacht Kosten, auch die Überdeckung kostet im Sinne entgangener Zinsen Geld. Ein weiterer Teilbereich ist das Vorsorgemanagement. Hier geht es einmal um die Planung der gesetzlich, der betrieblich und der privat gestützten Altersvorsorge, letzteres durch die Bildung von Kapital- und Sachvermögen wie insbesondere selbstgenutztem Wohneigentum.142 Nach der Fragestellung über das mögliche Eintrittsdatum und welches Versorgungsniveau im Ruhestand angestrebt werden soll sind weitere Aspekte zu betrachten. Wichtigste Frage in diesem Zusammenhang ist, ob der heutige hohe Lebensstandard im Ruhestand gehalten werden kann. Es wird geprüft, ob das Sparpotenzial ausreicht, oder ob auf gewünschte Ausgaben zugunsten zukünftiger Absicherung verzichtet werden muss.143 Weiterhin ist mit dem Vorsorgemanagement die Sicherung des laufenden Einkommens angesprochen, im Einzelnen die finanzielle Absicherung von Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit, Hinterbliebenen sowie Unfallfolgen.144 Der Finanzpla140 141 142 143 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832487805
Arbeit zitieren:
Fader, Rainer Januar 2005: Financial Planning, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Finanzplanung, Family Office, Private Banking, Finanzberatung, Finanzdienstleistung



