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Financial Planning in der BRD

Financial Planning in der BRD
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marcel Krede
  • Abgabedatum: Mai 2001
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 401,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4544-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4544-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4544-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krede, Marcel Mai 2001: Financial Planning in der BRD, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Banken, Financial Planning, Finanzplanung, Private Banking, Vermögensanalyse

Diplomarbeit von Marcel Krede

Einleitung:

Das Financial Planning ist eine aus den USA stammende honorarpflichtige Beratungsphilosophie, die in der BRD seit Ende der 80er Jahre vereinzelt vermögenden Privatkunden angeboten wird und erst in den letzten Jahren stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Sie beinhaltet ähnlich der Finanzplanung von Unternehmen eine vollständige Erfassung der gesamten Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in einer Privatbilanz sowie die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben in einer persönlichen Gewinn- und Verlustrechnung. Ebenso werden relevante persönliche Daten, Wünsche, Ziele und Risikoneigungen des Kunden unter Einbeziehung von steuerlichen und rechtlichen Faktoren erfaßt. Mit Hilfe einer computergestützten Vernetzung aller Daten wird einerseits eine Zeitpunkt bezogene Finanzanalyse erstellt und andererseits werden dem Kunden Wege einer strategischen Optimierung seiner Vermögenssituation aufgezeigt.

Den Ergebnissen einer Studie der Commerz Finanz-Management GmbH in Frankfurt, Marktführer im Bereich des Financial Planning in der BRD, zufolge zeigt die Vermögensstruktur von Spitzenverdienern und Besitzern großer Vermögen oft ein ungünstiges Bild mit geringer Rendite nach Steuern auf. Laut Studie liegt die Gesamtrendite der Vermögensanlagen nach Steuern bei 3,85% pro Jahr. Durch eine bessere Strukturierung des Vermögens mit Hilfe des Financial Planning läßt sich die durchschnittliche Jahresrendite auf 5,3% nach Steuern erhöhen, ohne dabei ein höheres Risiko für den Anleger einzugehen. Bei 64% der Vermögenden und Besserverdienenden ergeben sich im Unglücksfall der Berufsunfähigkeit (seit 01.01.2001 gilt für nach dem 02.01.1961 geborene Personen das neue Gesetz zur Erwerbsfähigkeit und Erwerbsminderungsrente) Versorgungslücken, die zu einer Unterversorgung der Familie führen.

Neben der geringen Nachsteuerrendite und Performance ist das Vermögen oftmals unter Steuer-, Risiko-, Absicherungs- und Liquiditätsgesichtspunkten falsch strukturiert bzw. stimmt auch nicht mit den eigentlichen Zielen und Vorstellungen des privaten Anlegers überein. Ebenso wird die Komplexität und Vernetzung von Finanzdienstleistungen für Privatpersonen unterschätzt, und Problemstellungen wie z.B. die von immer größerer Bedeutung werdende private Altersvorsorge, eine zielgerichtete Anlagestrategie und der Zeitaufwand für eine effektive Betreuung oder Verwaltung des Vermögens werden falsch eingeschätzt. Eine weitere Ursache liegt in der Tatsache, dass die Struktur eines Vermögens oftmals aufgrund von Geschäftsbeziehungen des Kunden zu verschiedenen Banken, Versicherungen, Immobilienmaklern, Anlage-, Steuer- und Kreditberatern eher zufällig zustande gekommen ist.

Diese Problemstellungen sind Ausgangslage und Grundüberlegung des ganzheitlich angelegten Financial Planning.

Gang der Untersuchung:

Aufbauend auf diesen Problemstellungen ist die Zielsetzung dieser Arbeit, das Thema Financial Planning in der BRD im Sinne der Definition im Kapitel 1.3 dieser Arbeit vorzustellen. Zur Realisierung der angestrebten Zielsetzung gliedert sich die Arbeit wie im Inhaltsverzeichnis dargestellt in sechs Kapitel.

Der Einleitung nachfolgend wird im zweiten Kapitel das Financial Planning in den entsprechenden Kontext eingeordnet und eine entsprechende Marktübersicht in der BRD gegeben. Im dritten Kapitel wird durch den Aufbau und die Methodik die konzeptionelle Basis des Financial Planning gelegt. Den inhaltlichen Kern dieses Kapitels bilden dabei die Erstellung und der Aufbau eines Finanzplans. Die Nachfrageperspektive mit den unterschiedlichen Nutzen des Financial Planning aus Sicht des Kunden bestimmt das vierte Kapitel. Das nachfolgende fünfte Kapitel beleuchtet das Thema aus der Anbietersicht mit den beiden Kernbereichen Nutzen und Erfolgsfaktoren des Financial Planning. Im sechsten Kapitel erfolgt eine zusammenfassende Schlußbetrachtung des Themas mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Bedeutung des Financial Planning im Rahmen des Private Banking in der BRD.

Nachdem im vorhergehenden Abschnitt Problemstellung und Zielsetzung dargestellt worden sind, grenzt dieser Abschnitt den Rahmen der Arbeit und die relevanten Begriffe ein und gibt eine Definition des Financial Planning. Um eine angemessene Bearbeitung des Themas in dem vorgegebenen formalen Rahmen zu gewährleisten, wird die Bearbeitung durch geeignete Abgrenzungen fokussiert.

In der BRD werden von Banken und Finanzdienstleistern verschiedene Arten der Finanzplanung für Privatpersonen mit unterschiedlichen Beratungsansätzen angeboten, die zudem auch in der Literatur unter verschiedenen Bezeichnungen geführt werden. Grundlage dieser Beratungsansätze ist ein produktorientierter, problemorientierter, zielgruppenorientierter oder ein individueller bedarfsorientierter Ansatz. Gemeinsame Zielsetzung dieser Ansätze ist der einzelne Produktverkauf gegen Bezahlung über die Provision aus den vermittelten Geschäften.

Im Gegensatz dazu verfolgt das Financial Planning den umfassenden Ansatz, dass eine ganzheitliche Betrachtung der Kundensituation auf Honorarbasis vor dem reinen Produktverkauf steht. Abhängig von dem durch den Anbieter gewählten Beratungsansatz werden Bezeichnungen wie Vermögensanalyse, strategische Vermögensplanung, Private Finanzplanung, Vermögensstrukturanalyse, Vorsorgeplanung, Vermögensstrukturberatung, Finanzcheck, Financial Planning und Financial Consulting oft synonym verwendet. Grundlage dieser Arbeit ist das Financial Planning im Sinne der nachfolgenden Definition, die „erstmals eine grundlegende, wissenschafts-theoretische und praktisch überprüfte Definition des Financial Planning und elementarer Leistungsmerkmale“ ableitet:

„Financial Planning ist eine ganzheitliche Beratungsdienstleistung, die als ein systematisch koordinierter Planungsprozess - bestehend aus Auftragsvergabe, Datenaufnahme, Analyse und Planung, Dokumentation, Betreuung mit Realisierung und periodischer Kontrolle - organisiert ist.

Financial Planning soll Privatpersonen in ihren möglichen Rollen als wirtschaftlich handelnde Individuen, Haushalte oder Unternehmer in die Lage versetzen, ihre durch den Eintritt oder die Erwartung bestimmter Lebensereignisse ausgelösten finanziellen Ziele zu konkretisieren und unter Berücksichtigung der spezifischen finanziellen, rechtlichen, persönlichen und familiären Ausgangslage sowie externer Rahmenbedingungen optimal zu erreichen. Financial Planning ist auf Basis der Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung durchzuführen.“ Die Begriffe Private Finanzplanung und Finanzplanung stehen in dieser Arbeit synonym für den englischen Begriff des Financial Planning im Sinne der vorhergehenden Definition.

Aufgrund der Zielsetzung und dem gegebenen formalen Umfang dieser Arbeit werden keine konkreten Finanzprodukte, Anlagetheorien und -strategien, mathematische Verfahren, Prognoserechnungen, Verfahren der Planungsrechnung und Funktionsweisen einzelner Softwareprogramme erläutert.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung I
Verzeichnis der Abbildungen III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 3
1.3 Abgrenzungen und Definition des Financial Planning 3
2. Marktübersicht in der Bundesrepublik Deutschland 6
2.1 Bedeutung des Private Banking 6
2.2 Einordnung des Financial Planning in das Private Banking 7
2.3 Zielkunden des Financial Planning 8
2.4 Anbieter und Leistungen des Financial Planning 11
2.5 Struktur des Geldvermögens Privater Haushalte in der BRD 14
3. Aufbau und Methodik des Financial Planning 16
3.1 Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung (GOF) 16
3.2 Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzberatung (GoFb) 18
3.3 Ablauf der Erstellung eines Finanzplanes 18
3.3.1 Auftragsvergabe 18
3.3.2 Datenaufnahme 19
3.3.3 Analyse und Planung 20
3.3.4 Dokumentation 20
3.3.5 Betreuung und Aktualisierung 20
3.4 Grundstruktur und Instrumente eines Finanzplanes 22
3.5 Gesetzliche Rahmenbedingungen des Financial Planning 27
3.5.1 Einschränkung der Beratungsinhalte 28
3.5.2 Beratungshaftung nach dem Wertpapierhandelsgesetz 30
3.5.3 Das Beratungshonorar und seine steuerliche Behandlung 31
4. Nachfragedimension des Financial Planning 34
4.1 Verhalten und Ziele privater Anleger 34
4.2 Kundennutzen des Financial Planning 35
4.2.1 Asset Allocation 36
4.2.2 Steuerstrategie und Erbschaftsplanung 38
4.2.3 Vorsorge und Risikoplanung 41
4.3 Honorar kontra Provision aus Sicht des Nachfragers 42
5. Angebotsdimension des Financial Planning 44
5.1 Anbieternutzen des Financial Planning 44
5.1.1 Financial Planning als Kundenbindungsinstrument 44
5.1.2 Ökonomischer Nutzen des Financial Planning 45
5.1.3 Akquisitionsmöglichkeiten 48
5.1.4 Beratungskompetenz und Imagegewinn 49
5.2 Erfolgsfaktoren des Financial Planning 50
5.2.1 Mitarbeiterprofil und Ausbildung 50
5.2.2 Internes und externes Marketing 52
5.2.3 Organisation von Erstellung und Vertrieb 53
5.2.4 Beratungssoftware für Financial Planning 54
5.3 Honorar kontra Provision aus Sicht des Anbieters 56
6. Schlussbetrachtung und Ausblick 58
Literaturverzeichnis 60
Versicherung selbständiger Arbeit 67

Automatisiert erstellter Textauszug:

weiterzuleiten. Dieses Verbot beschränkt sich aber nur auf die genannten Versicherungen, während die Weitergabe von Provisionen aus der Vermittlung von Finanzanlagen wie Beteiligungen und Fondsprodukte aus rechtlicher Sicht erlaubt ist.49 An dieser Stelle wird auf die nachfolgenden Kapitel verwiesen, die sich mit der Problematik der Vor- und Nachteile einer Honorar- oder Provisionsvereinbarung aus Sicht von Nachfrager und Anbieter auseinandersetzen.50 Das vom Kunden zu zahlende Honorar für die Private Finanzplanung kann grundsätzlich als Werbungskosten oder theoretisch auch als Sonderausgabe im Sinne des Einkommenssteuerrechts gesehen werden. Sonderausgaben sind abzugsfähige private Lebenshaltungskosten, die im Gesetz abschließend aufgeführt werden. Nach dem für eine mögliche Abzugsfähigkeit relevanten § 10 Abs. 1 Ziffer 2,3 und 6 und Abs. 3 ESTG [...]

anleger- und objektgerechten Beratung bei der Vermittlung von Wertpapieren im Sinne des § 2 WpHG und der daraus möglicherweise resultierenden Haftungsfragen.44 Das Gesetz ist für die Private Finanzplanung nur insoweit von Bedeutung, als es im Rahmen der Umsetzung der Finanzanalyse zu Transaktionen im Sinne dieses Gesetzes kommt, z.B. zum Kauf von Wertpapieren. In diesem Fall ist der Berater aufgrund der §§ 31-34 WpHG zu allgemeinen und besonderen Verhaltensregeln verpflichtet.45 Insbesondere zählt hierzu für den Berater die Pflicht, vom Kunden vor dem Kauf von Wertpapieren die Erfahrungen mit dieser Anlageform, seine finanziellen Verhältnisse und seine Anlageziele in Erfahrung zu bringen, wobei diese letzten beiden Pflichten mit Erarbeitung der Finanzanalyse schon erfüllt sind. Insgesamt wird der Berater aufgrund des Gesetzes zu Informations-, Frage-, Beratungs-, Organisations-, Warnund Sorgfaltspflichten im Umgang mit dem Kunden verpflichtet.46 Auf die aktuelle werden.47 Rechtsprechung und rechtliche Diskussion in diesem [...]

3.3.2 Datenaufnahme Eine umfassende Aufnahme aller für die Beratung relevanter Daten mit Hilfe eines Datenerfassungsbogens ist Grundlage für eine aussagekräftige Finanzanalyse. Dabei dient der Datenerfassungsbogen während des persönlichen Gesprächs als Leitfaden für den Ablauf der Datenaufnahme. Die Datenaufnahme umfaßt die Bereiche Vermögen und Verbindlichkeiten, Einnahmen und Ausgaben, persönliche und familiäre Informationen, Daten über Immobilien und Versicherungen aller Art und Angaben zu der persönlichen Risikoeinstellung und den Zielen und Wünschen des Kunden in der Zukunft. Vertrauen und Offenheit sind in dieser Phase der Finanzplanung wichtig für eine gute Kommunikation zwischen Berater und Kunde und Basis für eine vollständige Erhebung der relevanten Daten.24 Als hilfreich erweist es sich, dem Kunden bereits im Vorfeld der Datenaufnahme eine Checkliste mit einer Übersicht der benötigten Unterlagen auszuhändigen und ggf. den Steuerberater einzubeziehen, um so den Zeitaufwand in dieser Phase der in Grenzen zu halten.25 [...]

Arbeit zitieren:
Krede, Marcel Mai 2001: Financial Planning in der BRD, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Banken, Financial Planning, Finanzplanung, Private Banking, Vermögensanalyse

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