Filmsemiotik und Lebenswelt
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Christine Kopatsch
- Abgabedatum: März 2010
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 657,5 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
- Bibliografie: ca. 38
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0335-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kopatsch, Christine März 2010: Filmsemiotik und Lebenswelt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kommunikation, Drehbuch, Heldenreise, Film, Johannesoffenbarung
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Bachelorarbeit von Christine Kopatsch
Einleitung:
Ausgangspunkt für die nachfolgende Arbeit ist ein Zitat von Andrew Greeley in seinem Buch Religion in der Popkultur: ‘Filme können viel tiefer die menschlichen Sehnsüchte ausdrücken als unsere Predigten in den Kirchen. Doch ich fürchte, dass die Priester und Seelsorger diese Sprache der Filme zu wenig beachten und verstehen’.
Verstehen wir diesen Gedanken als Hypothese, gilt es herauszufinden, erstens, was man unter Sprache des Films eigentlich verstehen kann und zweitens, was es mit den Sehnsüchten auf sich hat, die der Film auszudrücken vermag, in einer Form, mit der sich die Menschen identifizieren können und inspirieren lassen. Statt Form können wir auch Schema sagen, denn, soviel sei bereits vorweg genommen, gibt es ein Schema im Sinne einer strukturellen Einheit, nach dem Filme salopp formuliert funktionieren. In der folgenden Arbeit soll der Film als Text verstanden werden, der einer grammatischen Sprache folgt. Wir werden feststellen, wie sich der Film an der Lebenswelt der Menschen orientiert und warum wir gut gemachte Filme so lieben. Warum die Priester, aber auch vor allem die Soziale Arbeit lernen müssen, Film nicht nur als Unterhaltungsangebot für ihre Adressaten zu verstehen, sondern als Medium zur Kommunikation.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 03 | |
| 1. | Die Phänomene in Terminator | 03 |
| 1.1 | Die Story Terminator im Überblick | 04 |
| 1.2 | Die Zukunft und die Apokalypse | 06 |
| 1.3 | Technische Entwicklung als Wurzel des Üblen | 07 |
| 1.4 | Der Terminator als Allmachtsphantasie? | 09 |
| 1.5 | Der Soldat Kyle Reese | 10 |
| 1.6 | Liebe | 11 |
| 1.7 | Sarahs Wandlung | 12 |
| 2. | Zur Identität (ein Exkurs) | 13 |
| 3. | Die Semiotik | 15 |
| 3.1 | Alles hat Bedeutung | 15 |
| 3.2 | Der Semiotische Akt | 16 |
| 3.3 | Der Film ist die Botschaft | 18 |
| 3.4 | Das Erkennen von Zeichen | 18 |
| 3.5 | Klassen von Zeichen und Spielraum des Codes | 19 |
| 3.6 | Die Anordnung der Elemente | 21 |
| 3.7 | Das Erzählwerk als Sinngefüge | 22 |
| 3.8 | Die Geschichte als Konstruktion | 23 |
| 3.9 | Motive, Funktionen und ihre Gesamtheit | 24 |
| 3.10 | Ein erstes Fazit | 26 |
| 4. | Die Heldenreise als Ur-Story | 27 |
| 4.1 | Die Heldenreise nach Christopher Vogler | 28 |
| 4.1.1 | Erstes Stadium: Gewohnte Welt | 29 |
| 4.1.2 | Zweites Stadium: Ruf des Abenteuers | 33 |
| 4.1.3 | Drittes Stadium: Weigerung | 34 |
| 4.1.4 | Viertes Stadium: Begegnung mit dem Mentor | 35 |
| 4.1.5 | Fünftes Stadium: Überschreiten der ersten Schwelle | 37 |
| 4.1.6 | Sechstes Stadium: Bewährungsproben, Verbündete, Feinde | 39 |
| 4.1.7 | Siebtes Stadium: Vordringen zur tiefsten Höhle | 40 |
| 4.1.8 | Achtes Stadium: Entscheidende Prüfung | 42 |
| 4.1.9 | Neuntes Stadium: Belohnung | 45 |
| 4.1.10 | Zehntes Stadium: Rückweg | 46 |
| 4.1.11 | Elftes Stadium: Auferstehung | 47 |
| 4.1.12 | Zwölftes Stadium: Rückkehr mit dem Elixier | 48 |
| 4.2 | Die Heldenreise als unendliche Geschichte | 49 |
| 5. | Die Symmetrie der Metaphern | 53 |
| 6. | Von biblischen Themen und menschlichen Sehnsüchten | 57 |
| Schluss | 58 | |
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | 60 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 61 | |
| Literaturverzeichnis | 62 | |
| Quellenverzeichnis | 64 | |
| Filmverzeichnis | 65 | |
| Anhang |
Textprobe:
Kapitel 3.2, Der Semiotische Akt:
Eine Bedeutung kann aber erst entstehen im Akt des Empfangs. Der Empfänger der Nachricht (die nicht unbedingt einen Sender voraussetzt) muss ihr einen Sinn zumessen; in der Terminologie ist dies der ‘Interpretant’.Um es auf den Punkt zu bringen: Die Dinge ergeben keinen Sinn, wenn sie niemand interpretiert. ‘Der grundlegende semiotische Akt besteht also nicht in der Erzeugung von Zeichen, sondern in der Erfassung eines Sinnes’. Sehen wir also von der möglichen Manipulation, wie oben beschrieben ab, bestimmt es der Rezipient (in unserem Fall der Zuschauer) welchen Sinn oder welche Bedeutung er den Zeichen zumisst. Diese Zeichen oder Gegenstände aber, so bemerkt Volli, sind aufgrund ihrer Machart oder Position so beschaffen, dass sie nach einer Deutung verlangen.In der Semiotik des Films geht man davon aus, dass in der Montage, also im Zusammensetzen einzelner Bilder (Schnitt), eine neue Bedeutung entsteht, nach dem Motto: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. ‘Werden zwei beliebige Stücke aneinandergefügt, so vereinigen sie sich unweigerlich zu einer neuen Vorstellung, die aus dieser Gegenüberstellung als neue Qualität hervorgeht.’ Freilich hat der Autor oder eben der Drehbuchautor wie James Cameron eine gewisse Idee, welche Qualität von Bedeutung und Sinn bei dem Rezipienten entsteht. Diesen Vorgang nennt Umberto Eco ‘Musterlesen’, indem der Autor ein bestimmtes (ideologisches) Weltbild und einen bestimmten Bildungsstand als gewiss voraussetzt. Der Autor muss sich also in sein mögliches Publikum hineinversetzen können. Man könnte aber auch sagen, er muss die Codes kennen, damit der Film für den Zuschauer funktionieren kann. Umberto Eco beschreibt es so: ‘Die semiotische Analyse geht von dem Prinzip aus, daß Kommunikation dann und nur dann stattfindet, wenn sich der Sender eines Systems von konventionell durch die Gesellschaft (wenn auch auf unbewußter Ebene) festgelegten Regeln – eben der Codes – bedient.’ Es darf aber hier nicht der Eindruck entstehen, dass es lediglich der Sender ist, der die Kommunikation ermöglicht. Wie bereits weiter oben erwähnt ist es auch, oder vor allem, die Leistung des Empfängers, diese Codes entsprechend anzunehmen, zu begreifen, sie zu hinterfragen. Denn, so Volli, sollte man in der Theorie zur Erforschung von Massenkommunikation nicht danach fragen, was der Text aus seinem Leser macht, sondern umgekehrt, was der Leser mit dem Text anstellt. Der Leser könnte in etwa das anstellen, was wir zu Beginn als ‘die Phänomene in Terminator’ bezeichnet haben, wie beispielsweise die Empfehlung, sich nicht zu sehr von der Technik abhängig zu machen oder uns vor Augen zu führen, dass ein Soldat möglicherweise ein Leben lang mit den Traumata des erlebten Krieges zu kämpfen hat.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842803350
Arbeit zitieren:
Kopatsch, Christine März 2010: Filmsemiotik und Lebenswelt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kommunikation, Drehbuch, Heldenreise, Film, Johannesoffenbarung



