Zur Feststellung von Körpermaßen auf Bilddokumenten unter kriminal-anthropologischer Fragestellung
- Art: Dissertation / Doktorarbeit
- Autor: Michael Mittler
- Abgabedatum: Dezember 1998
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 6,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5355-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5355-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5355-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mittler, Michael Dezember 1998: Zur Feststellung von Körpermaßen auf Bilddokumenten unter kriminal-anthropologischer Fragestellung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Probandenauswahl, Untersuchung, Arbeitsweise, Messwand, Superimposition
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Dissertation / Doktorarbeit von Michael Mittler
Zusammenfassung:
In der vorliegenden Arbeit werden Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt, Körpermaße von Personen anhand von Foto- und Videoaufnahmen festzustellen und die erhaltenen Messergebnisse mit entsprechenden Maßen zu vergleichen, die durch direkte anthropometrische Messung an denselben Personen erhalten worden waren. Mit Hilfe dieses Methodenvergleiches sollen Erkenntnisse und Erfahrungen über die Zuverlässigkeit der Erfassung von Körpermaßen auf Bilddokumenten gesammelt und eventuell erforderliche Korrekturdaten für die Messergebnisse erarbeitet werden.
Körpermaße können ein wesentliches Hilfsmittel bei der Personenerkennung sein. Die Methodik der Feststellung von Körpermaßen am Menschen wird Anthropometrie genannt. Sie stellte eine wichtige Arbeitsmethode der Anthropologie und der Rechtsmedizin dar: Die Personenidentifizierung durch die Anthropometrie geht im wesentlichen auf BERTILLON zurück. Das von ihm ausgearbeitete Untersuchungsverfahren wurde 1882 in die Ermittlungs- und Arbeitstechniken der Polizei in Frankreich, später auch im übrigen Europa und vielen Ländern der Welt eingeführt. Zu jener Zeit war die Daktyloskopie als erkennungsdienstliche Methode noch nicht bekannt. Sie wurde erst im Jahre 1888 als Arbeitstechnik der Polizei in Preußen eingeführt.
Im Unterschied zur anthropologischen und rechtsmedizinischen Forschung hat die Anthropometrie für die erkennungsdienstliche Arbeit der Kriminalpolizei heute kaum noch eine Bedeutung.
Dass die Feststellung von anthropometrischen Körpermaßen für Zwecke der Identifizierung von Personen in jüngster Zeit wieder an Relevanz gewonnen hat, geht besonders auf die Forschungen von HELMER zurück.
Er untersuchte die Möglichkeiten, Körpermaße von vermummten und unkenntlich gemachten Straftätern zu erfassen, die auf Tatfotos oder Videofilmen von Überwachungskameras bei Bankraub, Geiselnahme, Computerbetrug oder anderen Straftaten abgebildet worden waren, um diese Werte mit den entsprechenden Maßen von tatverdächtigen Personen vergleichen zu können. Insbesondere wenn keine Fingerabdrücke und Mikrospuren oder Aufnahmen des Gesichtes, das nach HUNGER und LEOPOLD den höchsten Informationsgehalt aller Körperteile bietet, vorhanden sind, werden solche alternative Methoden zur Täterbeschreibung und -identifizierung benötigt.
Um die erforderlichen Messdaten von den Täterbildern zu ermitteln, wurde die von HELMER entwickelte computergestützte Superimpositionstechnik verwandt. Dabei werden am jeweiligen Tatort in der Position des Täters und aus derselben Kameraposition wie zur Tatzeit Messskalen fotografiert oder videografiert, um diese mit den Täterfotos mit Hilfe der digitalen Bildverarbeitung zur Superimposition zu bringen. Dadurch gelingt es, geeignete Körpermaße zu ermitteln.
Die gewonnenen Ergebnisse werden sodann mit den anthropometrisch ermittelten Maßen eines Verdächtigen verglichen. So kann diese Vorgehensweise einen wesentlichen Beitrag zur Identifizierung oder auch zum Ausschluss von Tatverdächtigen leisten.
Von ganz wesentlicher Bedeutung für die zukünftige Anwendung dieses Superimpositions Messverfahrens, das beim deutschen Patentamt zum Patent angemeldet wurde, ist die Klärung folgender Fragen:
1) Mit welcher Genauigkeit lassen sich Körpermaße an Bilddokumenten mit Hilfe des Superimpositionsverfahrens bestimmen?
2) Welchen Einfluss hat die Kameraposition auf die Genauigkeit der Auswertung?
3) Welche Maßdifferenzen zu den tatsächlichen Körpermaßen ergeben sich durch unterschiedliche Verkleidung und Vermummung?
4) Lassen sich an dem untersuchten Personenkollektiv akzellerationsbedingte Maßabweichungen von ausgewählten Körpermaßen im Vergleich zu entsprechenden Daten aus einer Publikation anthropologischer Standardmaße feststellen?
5) Welche Korrelationen bestehen zwischen den individuellen Körpermaßen des untersuchten Personenkollektivs?
Bei den Untersuchungen zur Beantwortung dieser Fragen wurden anthropometrische Messungen an 100 Probanden durchgeführt. Mit Hilfe der Foto- und Videoaufnahmen, auf welchen die Versuchspersonen abgebildet waren, wurden die Körpermaße ermittelt und mit den gemessenen Werten verglichen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG | 4 |
| 2. | MATERIAL UND METHODEN | 7 |
| 2.1 | Untersuchungsstrategie und Arbeitsweise | 7 |
| 2.2 | Probandenauswahl | 8 |
| 2.3 | Auswahl der Körpermaße | 9 |
| 2.4 | Anwendung der anthropometrischen Messtechnik | 10 |
| 2.5 | Erstellen des Datenerhebungsbogens für den Hauptversuch | 11 |
| 2.6 | Erstellen der Messwand | 11 |
| 2.7 | Anfertigen der Foto- und Videoaufnahmen | 12 |
| 2.8 | Anwendung der Superimpositions-Messtechnik | 15 |
| 2.9 | Positionsversuch | 17 |
| 2.10 | Auswertung | 18 |
| 3. | ERGEBNISSE | 20 |
| 3.1 | Ergebnisse des Hauptversuches | 20 |
| 3.2 | Ergebnisse des Positionsversuches | 30 |
| 3.3 | Ergebnisse und Schlussfolgerungen | 35 |
| 4. | DISKUSSION | 36 |
| 4.1 | Frühere Untersuchungen | 36 |
| 4.2 | Kritische Erörterung der eigenen Ergebnisse | 38 |
| 4.3 | Zukünftige Entwicklungen | 44 |
| 5. | ZUSAMMENFASSUNG | 46 |
| 6. | LITERATURVERZEICHNIS | 47 |
| 7. | ANHANG | 52 |
| 7.1 | Auflistung der ausgewählten Körpermaße | 52 |
| 7.2 | Datenerhebungsbogen für den Hauptversuch | 55 |
| 7.3 | Datenerhebungsbogen für den Positionsversuch | 68 |
| 7.4 | Ergebnisübersicht des Hauptversuches | 69 |
| 7.5 | Ergebnisübersicht des Positionsversuches | 76 |
| 7.6 | Bildlegende und -dokumentation | 89 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832453558
Arbeit zitieren:
Mittler, Michael Dezember 1998: Zur Feststellung von Körpermaßen auf Bilddokumenten unter kriminal-anthropologischer Fragestellung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Probandenauswahl, Untersuchung, Arbeitsweise, Messwand, Superimposition



