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Fallpauschalen im Krankenhauswesen

Eine ökonomische Analyse der Einführung von DRG-Pauschalen in Deutschland

Fallpauschalen im Krankenhauswesen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Verena Roth, geb. Koch
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 4,8 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5235-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5235-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5235-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Roth, geb. Koch, Verena Dezember 2001: Fallpauschalen im Krankenhauswesen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Principal-Agent-Theorie, Krankenhaus, DRG, Gesundheitswesen, Vergütungssystem

Diplomarbeit von Verena Roth, geb. Koch

Einleitung:

Im Mittelpunkt der gesundheitspolitischen Diskussionen steht in den letzten Jahren immer wieder die Frage nach der Finanzierung des sozialen Gesundheitssystems in Deutschland. Angesichts steigender Krankenhauskosten und knapper Ressourcen der Krankenkassen ist dabei insbesondere die Vergütung der Leistungen von Krankenhäusern immer wieder diskutiert und geändert worden, zuletzt durch die Gesundheitsreform 2000. Kernpunkt der Reform ist die Entwicklung und Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für allgemeine Krankenhausleistungen auf der Grundlage der Australian Refined –Diagnosis Related Groups (AR-DRGs).

Mit der verpflichtenden Einführung des neuen Vergütungssystems zum 1. Januar 2004 sollen die leistungsbezogenen DRG-Fallpauschalen das bestehende gemischte Pflegesatzsystem ersetzen. Gesundheitspolitische Ziele der Einführung des DRG-Fallpauschalensystems sind neben der beitragssatzstabilen Ausgabenentwicklung, die Förderung der Qualität der Versorgung und der Transparenz des Leistungsgeschehens sowie die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser. Inwieweit diese Ziele mit einem Fallpauschalensystem erreicht werden können, welche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen und welche Konsequenzen die Einführung für Krankenhäuser und Krankenkassen hat, ist bislang für alle Parteien schwer abzuschätzen.

Die Gründe für den stetigen Anstieg der Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im Krankenhaussektor sind sehr komplex und vielfältig. Gesundheitsökonomische Analysen konzentrieren sich überwiegend auf exogene Wachstumsfaktoren wie medizinischen Fortschritt und demografische Veränderungen, die zu Verschiebungen im Morbiditäts- und Mortalitätsspektrum führen. Dabei wird den endogenen Ursachen der Ausgabenentwicklung nur wenig Bedeutung beigemessen. Aber gerade diese Informations- und Anreizprobleme, die innerhalb des Gesundheitssystems zwischen den Akteuren auftreten, tragen maßgeblich zur Ausgabenentwicklung bei. Ein Vergütungssystem für Krankenhausleistungen soll zum einen möglichst die angefallene Kosten decken, zum anderen Anreize für die Krankenhäuser setzen, bei bestmöglicher Versorgungsqualität wenig Ressourcen zu verbrauchen. Durch fehlende oder falsche Anreize entstehende Ineffizienzen führen zu einer Verschwendung der knappen Ressourcen im stationären Bereich und tragen somit unter Umständen zur Ausgabensteigerung oder zur Qualitätsminderung in der Versorgung bei.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Anreizwirkungen, die vom geplanten G-DRG-System als Vergütungssystem für stationäre Leistungen ausgehen, zu untersuchen. Da das Krankenhaus in der Regel vor der Leistungserbringung sein Effizienz- und Qualitätsniveau kennt, während Krankenkassen und Patienten lediglich Erwartungen darüber bilden können, bestehen im Krankenhaussektor weitreichende Informationsasymmetrien. Die Prinzipal-Agent-Theorie steht für einen Zweig der Institutionenökonomik, der sich mit der Anreizproblematik innerhalb asymmetrischer Informationsverteilung beschäftigt. Daher wird diese Theorie als Instrument zur Bewertung des auf Fallpauschalen basierenden Vergütungssystems herangezogen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2. Darstellung der Krankenhausvergütungssysteme 4
2.1 Grundzüge des bestehenden Krankenhausvergütungssystems 4
2.1.1 Charakteristika des Vergütungsmodells 4
2.1.2 GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000 7
2.2 Diagnoses Related Groups (DRGs) 9
2.2.1 DRGs als Klassifizierungs- und Abrechnungssystem 9
2.2.1.1 Systematik der DRGs 9
2.2.1.2 Grundstruktur eines DRG-gestützten Entgeltsystems 10
2.2.2 Die German Diagnosis Related Groups (G-DRGs) auf Basis der Australian Refined -Diagnosis Related Groups (AR-DRGs) 13
2.2.2.1 Fallgruppierung im AR-DRG-System 14
2.2.2.2 Anforderungen an ein deutsches DRG-System 16
3. Die Rolle des Krankenhauses im Gesundheitswesen aus Sicht der Prinzipal Agent-Theorie 17
3.1 Grundlagen der Prinzipal Agent Theorie 17
3.2 Die Prinzipal Agent-Beziehung zwischen Patient und Krankenhausarzt 19
3.2.1 Informationsdefizite des Patienten gegenüber dem Krankenhaus 19
3.2.2 Informationsdefizite des Krankenhauses gegenüber dem Patienten 21
3.3 Die Krankenversicherung als ergänzender Sachwalter 23
3.4 Lösungsmöglichkeiten im Rahmen der Prinzipal Agent-Theorie 24
4. Ökonomische Analyse der Vergütungssysteme 28
4.1 Anreizwirkungen des gemischten Pflegesatzsystems 28
4.2 Anreizwirkungen des DRG-basierten Vergütungssystems 32
4.2.1 Motivation zur Kostensenkung 33
4.2.1.1 Ökonomisierung des Ressourceneinsatzes 34
4.2.1.1.1 Prozeßoptimierung 34
4.2.1.1.2 Spezialisierung 36
4.2.1.1.3 Einführung der abgestuften Pflege 37
4.2.1.2 Maßnahmen zur Verweildauerverkürzung 38
4.2.1.2.1 Nutzung vor- und nachstationärer Behandlung 38
4.2.1.2.2 Gefahr der Risikoselektion 40
4.2.1.2.3 Technologischer Fortschritt in der Medizin 41
4.2.1.3 Mobilisierung von Managementeffizienzen 43
4.2.2 Mengensteigerung durch Erhöhung der Fallzahlen 44
4.2.2.1 Mengenwettbewerb 45
4.2.2.2 Qualitätswettbewerb 46
4.2.3 Erlössteigerung durch Erhöhung des CMI 47
4.2.3.1 Upcoding 48
4.2.3.2 Patient-Shifting 50
4.2.4 Beurteilung des Vergütungssystems 52
5. Wirtschaftspolitische Empfehlungen 54
5.1 Maßnahmen zur Qualitätssicherung 55
5.2 Integrierte Versorgung 56
6. Fazit 59
Anhang 61
Literaturverzeichnis 63
Verzeichnis der verwendeten Rechtsquellen 74

Arbeit zitieren:
Roth, geb. Koch, Verena Dezember 2001: Fallpauschalen im Krankenhauswesen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Principal-Agent-Theorie, Krankenhaus, DRG, Gesundheitswesen, Vergütungssystem

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