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Faktormodelle im Kontext internationaler Kapitalmärkte

Faktormodelle im Kontext internationaler Kapitalmärkte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lars Christian Heise
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 573,1 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6300-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6300-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6300-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heise, Lars Christian November 2001: Faktormodelle im Kontext internationaler Kapitalmärkte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Capital Asset Pricing Model (CAPM), Investment Management, Bruno Solnik, Renditebildung, Portfoliotheorie

Diplomarbeit von Lars Christian Heise

Zusammenfassung:

Faktormodelle, die sich mit der Preisfindung von unsicheren zukünftigen Auszahlungen befassen, spielen in der modernen Finanztheorie, die durch MARKOWITZ, TOBIN, SHARPE, LINTNER und MOSSIN geprägt wurde, eine zentrale Rolle. Im Vordergrund dieser Forschung steht, welche erwartete Rendite sich bei gegebenem Risiko auf effizienten Märkten für einen Vermögenstitel ergeben sollte. Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurde das Capital Asset Pricing Modell entwickelt, welches Gültigkeit für geschlossene Volkwirtschaften besitzt.

Bedingt durch die stetig zunehmende Globalisierung internationaler Kapitalmärkte, die Fortentwicklung der Kommunikationstechnologien und die Liberalisierung von Kapitalverkehrsbeschränkungen wird dem Investor immer mehr die Möglichkeit geboten, seine Investmentstrategie auch international auszulegen und hierdurch die Zusammensetzung seines Portfolios international zu streuen. Seit 1970 stieg die Marktkapitalisierung der 22 Länder, die im MSCI World Index enthalten sind, um ca. 2050%. Ein Indiz für die Öffnung der Finanzmärkte ist die Streuung der gesamten Weltmarktkapitalisierung. Nahm der Usamerikanische Kapitalmarkt noch 1970 mit 66% eine Vormachtstellung ein, so reduzierte sich dieser Anteil auf nunmehr etwa die Hälfte. Dies unterstreicht, dass internationale Investments und somit Diversifikation auf internationaler Ebene zunehmend getätigt werden.

Die für jeweils nationale Ökonomien geltenden Basismodelle des Asset Pricings, wie das Capital Asset Pricing Modell (CAPM) und die Arbitrage Pricing Theorie (APT), sind nicht ohne weiteres auf internationale Kapitalmärkte übertragbar. Innerhalb der Grenzen eines Währungsraumes treten bspw. keine Risiken auf, die durch Wechselkursschwankungen hervorgerufen werden. Bei dem Wunsch internationaler Risikostreuung ist das Wechselkursrisiko jedoch nicht zu vernachlässigen, da es eine zentrale Rolle im Kalkül des Investors spielen sollte. Bei grenzüberschreitenden Investitionen sind darüber hinaus Inflationseffekte oder auch Investitionsbeschränkungen durch z.B. unterschiedliche Besteuerung oder Transaktionskosten zu berücksichtigen. Es wurden in der Kapitalmarktforschung Erweiterungen der traditionellen Modellansätze erarbeitet, die diese spezifischen Merkmale einbeziehen.

Gang der Untersuchung:

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Betrachtung von Gleichgewichtsmodellen des internationalen Asset Pricings, die auf dem CAPM basieren. Es wird dem Leser ein Überblick verschiedener internationaler Asset Pricing Modelle verschafft, die auf unterschiedlichen Annahmen gründen. Darüber hinaus werden Verbindungen und Ähnlichkeiten zum traditionellen Modellrahmen des CAPM sowie zu anderen internationalen Varianten aufgezeigt. Ferner werden Kritikansätze diskutiert.

Alternativen zum CAPM, wie die APT mit ihren Erweiterungen im Rahmen der internationalen Darstellung, werden im Rahmen dieser Diplomarbeit ausgegrenzt. Im nächsten Kapitel werden die Voraussetzungen zur Betrachtung der verschiedenen Asset Pricing Modelle im internationalen Kontext geschaffen. Nach einer kurzen Darstellung des traditionellen CAPM wird auf die Gründe und Bedeutung von internationalen Investitionen eingegangen. Im Anschluss werden oben genannte Spezifika erörtert, die bei internationalen Modellen zu beachten sind.

Den zentralen Teil der Arbeit stellt das dritte Kapitel dar. Es befasst sich mit den unterschiedlichen Ansätzen des internationalen Asset Pricings. Hierbei wird zunächst das Modell von STULZ betrachtet, welches eine direkte Übertragbarkeit des traditionellen Ansatzes auf internationale Ebenen verfolgt. Eine vom Grundmodell verschiedene Methodik wird in der Modellinie von SOLNIK, SERCU und ADLER/DUMAS aufgezeigt. Auftretende Einschränkungen durch Investitionsbarrieren, vorgestellt in den Modellen von BLACK, STULZ, ERRUNZA/LOSQ bzw. EUN/JANAKIRAMANAN, werden schließlich verbal kurz erläutert.

Abgerundet wird die Arbeit in Kapitel 4 durch eine Untersuchung empirischer Studien, die die in Kapitel 3 erarbeiteten Modelle testen. Es wird überprüft, in welcher Form diese Modelle ihre wahre Evidenz beweisen können, d.h. inwieweit den theoretischen Konzepten in der Realität Rechnung getragen wird.

Zuletzt werden die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf weitere Forschungsgegenstände geliefert.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
SYMBOLVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS VIII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IX
1. EINLEITUNG 1
2. VORAUSSETZUNGEN FÜR DAS INTERNATIONALE ASSET PRIC 3
2.1 Grunddefitionen im Zusammenhang mit Asset Pricing 3
2.2 Das tradionelle CAPM nach Sharpe/Lintner/Mossing 3
2.3 Gründe für internationale Investitionen und ein Internationales Asset Pricing 7
2.4 Besonderheiten im internationalen Kontext 10
2.4.1 Grundlegende Definitionen im internationalen Kontext 10
2.4.2 Einfluss von Wechselkursen 11
2.4.3 Purchasing Power Parity (PPP) 11
3. MODELLE INTERNATIONALEN ASSET PRICINGS 15
3.1 Abgrenzung der verschiedenen Ansätze 15
3.2 Das Internationale CAPM von STULZ 17
3.2.1 Annahmen des Modells 17
3.2.2 Herleitung des Modells 18
3.2.3 Zwischenfazit und Kritik 21
3.3 Das Internationale Asset Pricing Modell von SOLNIK 22
3.3.1 Annahmen des Modells 23
3.3.2 Herleitung des Modells 24
3.3.3 Zwischenfazit und Kritik 37
3.4 Das Internationale Asset Pricing Modell von SERCU 39
3.4.1 Annahmen des Modells 40
3.4.2 Herleitung des Modells 40
3.4.3 Zwischenfazit und Kritik 46
3.5 Das Internationale Asset Pricing Modell von ADLER/DUMAS 47
3.5.1 Annahmen des Modells 47
3.5.2 Herleitung des Modells 47
3.5.3 Zwischenfazit und Kritik 53
3.6 Vergleich und Verbindungen der diskutierten Internationalen Asset Pricing Modelle 53
3.7 Internationales Asset Pricing mit Investitionsbarrieren 57
3.7.1 Investitionsbarrieren aufgrund unterschiedlicher Besteuerung nach BLACK und STULZ 57
3.7.2 Milde Segmentierung von ERRUNZA/LOSQ und EUN/JANAKIRAMANAN 60
3.7.3 Fazit und Ergebnis 62
4. EMPIRISCHE EVIDENZEN 64
4.1 Überblick empirischer ICAPM-Tests 64
4.2 Überblick empirischer IAPM-Tests 68
4.3 Überblick empirischer IAPM-Tests mit Investitionsbarrieren 72
4.4 Evaluierung der betrachteten Studien 74
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 78
6. Anhang 81
6.1 Anmerkungen zu den verwendeten stochastischen Prozessen 81
6.2 Berechnung des Anlagepreises in inländischer Währung 83
6.3 Berechnung der realen Rendite 84
6.4 Berechnung des Bondpreises in inländischer Währung 85
6.5 Wert des Hedge-Portfolios 85
6.6 Formel der Optimalitätsbedingungen nach SOLNIK 85
6.7 Notwendige Nebenbedingungen eines Maximums 87
6.8 Berechnung des Zinsunterschieds und seine Bedeutung 88
6.9 Formel der Optimalitätsbedingungen nach ADLER/DUMAS mit Hilfe des Ausschöpfungstheorems (Euler’sches Theorem) 89
6.10 Ermittlung der erwarteten Rendite bei ADLER/DUMAS über das aggregierte Marktniveau 91
Literaturverzeichnis 94

Automatisiert erstellter Textauszug:

ausländischer Märkte und insbesondere internationale Anleihen enthält, d.h. hier spielen neben den Marktrisiken von Aktien auch Unsicherheiten in bezug auf Wechselkursentwicklungen eine Rolle. Dieser Fond ist global für jeden Investor gültig.113 Diese Aussage ist eine signifikante Änderung im Vergleich zum vorherigen IAPM. Wie schon bei SOLNIK [1974a] ist der Fond des national sicheren Papiers abhängig von der Herkunft des Marktteilnehmers. Im folgenden Schritt wird gezeigt, dass sich obige Nachfrage nach dem international diversifizierten Fond in zwei separate Nachfragefunktionen, nämlich die Nachfrage nach abgesicherten riskanten Wertpapieren und dem purem Wechselkursrisiko, trennen lässt. In diesem IAPM werden Korrelationen zwischen Anlagerenditen und Wechselkursänderungen berücksichtigt, weswegen die ((n-1) x (n-1))-Kovarianzmatrix der Erträge dieser Anlageformen aus der Perspektive des Referenzgebietes zu betrachten ist. Während die ersten l der n-1 riskanten Papiere hierbei Aktien sind, repräsentieren die verbleibenden L dieser n-1 Titel die ausländischen Bonds. Der nominal risikofreie Bond n wird in dieser Kovarianzmatrix nicht aufgeführt, da aus seiner Sicht generell Korrelationen von Null bestehen. Die ((n-1) x (n1))-Kovarianzmatrix der Anlagerenditen kann wie folgt zerlegt werden: Ω (3.59) Ω =  TS Ω  SB ΩSB   ΩB   [...]

Dieses IAPM von SERCU [1980] greift einen ganz bedeutsamen Kritikpunkt des SOLNIKModells [1974a] auf. Vor allem die realitätsferne Annahme SOLNIKS [1974a], Anlagerenditen seien stochastisch unabhängig von Wechselkursen, bildet den Stein des Anstoßes. Es wird ein Modellrahmen entwickelt, der mit weniger restriktiven Voraussetzungen auskommt und somit die Realität besser abbilden kann. Die Basis dieses M odells ist bereits mit Abschnitt 3.3 gelegt, so dass an dieser Stelle auf wiederholende Erläuterungen verzichtet wird. Lediglich neue Aspekte werden behandelt. 3.4.1 Annahmen des Modells Die wesentlichen Annahmen dieser Theorie beruhen wie auch die grundsätzliche Vorgehensweise auf dem Artikel von SOLNIK [1974a]. Es verändert sich nur folgende zen-trale Eigenschaft: Im Gegensatz zum vorherigen IAPM baut SERCU [1980] darauf auf, dass Korrelationen der Renditen von Anlagemöglichkeiten mit Wechselkurveränderungen zugelassen werden, die ungleich Null sind.111 3.4.2 Herleitung des Modells SERCU [1980] beginnt seine Untersuchungen an der Stelle, bei der im SOLNIK-IAPM [1974a] die Gewichte für riskante und sichere Anlagen im Portfolio des Investors gefunden sind. Für einen Investor aus einem beliebigen Referenzgebiet gilt dann in Anlehnung an Gleichung (3.33):112 (3.56) wκ−1 = n 1 Aκ ⋅ ∑ si , j ⋅ (αj − Rn ) für die n-1 riskanten Wertpapiere [...]

rendite. „Der Proportionalitätsfaktor ist das internationale Beta der Aktie.“105 Abgeschlossen wird der Artikel mit der Aussage, dass die Forwardprämie zweier Währungen der erwarteten Paritätsänderung plus einer Prämie, die für den Schutz vor Wechselkursfluktuationen zu leisten ist, gleicht. Zwei wesentliche Annahmen liegen dem SOLNIK-IAPM [1974a] zugrunde, die kritisch zu beurteilen sind. Die erste kritikwürdige Prämisse stellt die Unkorreliertheit von Anlagerenditen und Wechselkursveränderungen dar. Aufgrund konstanter Preisniveaus, die die zweite realitätsferne Voraussetzung in diesem Modell bildet, repräsentieren Wechselkurse relative Preise. Daher ist es keineswegs haltbar, dass sie nicht den Wert eines Unternehmens beeinflussen.106 Eine völlige Unabhängigkeit des Preises einer Firma von Wechselkursentwicklungen ist nur mit vollständig isolierten Volkswirtschaften vereinbar. Doch im Zuge wachsender internationaler Globalisierung sind isolierte Ökonomien mit integrierten Kapitalmärkten nicht verträglich.107 Diesem Kritikpunkt nimmt sich SERCU [1980] an und entwickelt ein IAPM, dass auf die Annahme stochastischer Unabhängigkeit von Marktrenditen mit Wechselkursen verzichtet. Die zweite kritikwürdige Prämisse ist, dass alle Zentralbanken es schaffen, das Preisniveau innerhalb eines Landes stabil zu halten und so Inflationsraten von Null vorherrschen können. Diese Theorie widerspricht der Realität. Nicht SERCU [1980], sondern erst ADLER/DUMAS [1983] schenken dieser Tatsache Berücksichtigung und modellieren, wie in Abschnitt 3.5.2 gezeigt wird, die Inflationsentwicklung stochastisch. Abschließend sei nochmals auf die vereinfachende Annahme hingewiesen, dass alle weltweit erwarteten Wechselkursveränderungen temporär gleich Null sind. Das IAPM von SOLNIK [1974a] behält auch dann seine Gültigkeit, wenn die erwarteten Devisenkursunsicherheiten ungleich Null sind; es verkomplizieren sich nur die Terme bzw. verändert die Ergebnisse marginal.108 Nur dies kann SOLNIKS [1974a] Intention gewesen sein. 109 Ansonsten würde das vollständige Ausblenden der Wechselkursveränderungen die Varianzen zwischen diesen Werten eliminieren.110 Die Folge wären nicht mehr stochastische, sondern vielmehr deterministische Devisenkurse. [...]

Arbeit zitieren:
Heise, Lars Christian November 2001: Faktormodelle im Kontext internationaler Kapitalmärkte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Capital Asset Pricing Model (CAPM), Investment Management, Bruno Solnik, Renditebildung, Portfoliotheorie

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