Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Faktoren einer gesundheitssportlichen Motivationsstruktur

Faktoren einer gesundheitssportlichen Motivationsstruktur
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Edgar Unger
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 230 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6819-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6819-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6819-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Unger, Edgar Dezember 2001: Faktoren einer gesundheitssportlichen Motivationsstruktur, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bewegung, Programmpartizipation, Selbstmotivation, Instrumentalisierung

Dissertation / Doktorarbeit von Edgar Unger

Zusammenfassung:

Die veränderte Bewegungssituation in unserer Gesellschaft geht mit einem veränderten Krankheits- oder Beschwerdepanorama einher, was zu einer nicht unerheblichen finanziellen Belastung unserer Sozialsysteme führt. Sport und Bewegung, im Sinne von gesundheitssportlicher Aktivität, könnten zu einer Entschärfung dieser Situation beitragen. Damit jedoch Sport und Bewegung als wesentliche Faktoren zur Unterstützung in unser Gesundheitssystem integriert werden, ist es erforderlich, vermehrt Wirksamkeitsmessungen vorzunehmen. Neben der Sicherung von Qualitätsstandards bezüglich Programminhalten und Übungsleiterausbildungen, sind es besonders ökonomische Aspekte, wie, trotz aller dabei auftretenden methodischen Probleme, Kosten-Nutzen-Analysen, die zu einer Integration des Gesundheitssports in das Gesundheitssystem beitragen können.

Darüber hinaus sollte das Hauptaugenmerk neben der intentionalen Phase vor allem auf motivationale Strukturen hinsichtlich der Drop-out-Problematik gelegt werden. Dazu müssen interdisziplinäre Sichtweisen in die Lösungsansätze einfließen, mit dem Schwerpunkt in den Bereichen Verhaltenspsychologie und Pädagogik. Denn durch die fehlende Anwendung systematischer Verhaltensmodifikation bleibt zumeist eine langfristige Bindung an das Programm aus und somit auch der mögliche Erfolg. Wie schon in den 80er Jahren in den USA geschehen, können Verfahren und Methoden der Verhaltensbeeinflussung und Lerntheorien, wie zur Nikotinentwöhnung, Sicherung von Kontinuität der Medikamenteneinnahme oder Vorsorgeuntersuchung auf den Bereich der Trainingsdurchführung übertragen werden.

Die Erforschung der Faktoren einer gesundheitssportlichen Motivationsstruktur und die Möglichkeiten ihrer Beeinflussung durch pädagogische oder motivationspsychologische Maßnahmen wird in einer eigenen Längsschnittstudie erfasst, um Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Bindung breiterer Bevölkerungskreise an regelmäßige und dauerhafte sportliche Betätigung erreicht werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 6
Tabellenverzeichnis 8
Einleitung, allgemeine und themenspezifische Problemstellung 12
Teil I Theoretischer Teil
1. Sport und Gesundheit 16
1.1 Historische Aspekte des Gesundheitsbegriffs 16
1.2 Gesundheit: Annäherung an einen komplexen Begriff 17
1.3 Gesundheit zwischen Risikofaktoren- und Salutogenesemodell 19
1.4 Gesundheitsbildung, Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung 20
1.5 Zusammenfassende Betrachtung 24
1.6 Gesundheit aus der Sichtweise verschiedener Disziplinen 24
1.7 Zusammenfassende Annäherung an einen interdisziplinären Gesundheitsbegriff 26
1.8 Zugeschriebene und erwiesene positive Auswirkungen von Sport und Bewegung auf die Gesundheit 29
2. Gesundheitssport 37
2.1 Entstehung eines neuen Segments in der Sportlandschaft 37
2.2 Definitionsversuche und Kritik am Begriff „Gesundheitssport“ 38
2.3 Inhaltliche Analyse des Gesundheitssports 39
2.3.1 Zur Frage der Trainingslehre 39
2.3.2 Das Beispiel Funktionsgymnastik 43
2.3.3 Das Modell Rückenschule 44
2.3.4 Zum Problem der Verhaltensänderung 46
2.3.5 Zum Problem der Monotonie in Rückenschulkursen 50
2.4 Zusammenfassung 51
3. Das Kreuz mit dem Kreuz: ein ungelöstes volkswirtschaftliches Problem 53
3.1 Spezielle Problemstellung: Folgen und Kosten von Dorsopathien 53
3.2 Ätiologie von Rückenschmerzen 54
3.3 Krankheitsverlauf und Verbreitung von Dorsopathien 54
3.4 Perspektiven 55
4. Motivationale Zusammenhänge bei der Aufnahme und Aufrechterhaltung gesundheitssportlicher Aktivitäten 56
4.1 Allgemeines zu Motiv, Motivation/Motivierung 56
4.2 Motive und Sinnorientierungen im Sport 58
4.3 Vulnerabilität als wichtiger Faktor zur Aufnahme einer gesundheitssportlichen Aktivität 60
4.4 Grundlegende Sportmotive und ihr Bezug zum Gesundheitssport 62
4.5 Wertewandel in Gesellschaft, Freizeit und Sport und sein Einfluss auf motivationale Strukturen der Sportpartizipation 65
4.5.1 Wandel im Bereich Arbeitszeit und Einkommen 66
4.5.2 Wandel in der Sportlandschaft 67
4.5.3 Motive im Wandel: Die Gesundheitsorientierung im Sport 68
4.6 Zentrale Faktoren der Bindung und des Drop-outs im Gesundheitssport 69
4.6.1 Modelle zum Prozess der Realisierung und Aufrechterhaltung gesundheitsbezogener Handlungen 71
4.6.2 Erklärungsversuch des Drop-outs unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Gesundheitssystems 73
4.7 „Why people stay“: Neueste Erkenntnisse der Mitgliederbindung in amerikanischen „health-clubs“ 76
4.8 Zusammenfassung der Faktoren, die für eine Verhaltensänderung hinsichtlich der Aufnahme und regelmäßigen, dauerhaften Durchführung von gesundheitssportlichen Aktivitäten eine wesentliche Rolle spielen 80
Teil II Empirische Studie
5. Auswertung vorliegender Teilnehmerlisten/Fragebögen zur Drop-out-Analyse während der laufenden Kurse 83
6. Methodik der Untersuchung 83
6.1 Untersuchungsansatz 83
6.2 Fragestellungen 86
6.3 Zielsetzung 87
6.4 Ablauf der Untersuchung - Datenzugang 87
6.4.1 Auswahl der Kurse - Datenerhebung 88
6.5 Erhebungsinstrument und Interviewmethodik 89
6.6 Interviewleitfaden 90
6.7 Exemplarisches Interviewbeispiel mit Herrn D. 93
6.8 Datenauswertung 95
7. Auswertung von Abbruchfaktoren in vorliegenden Untersuchungen zur Erstellung von eigenen Kategorien für die Antworten der Follow-up-Befragung 95
7.1 Struktur zum Auswertungsmodus der Follow-up- Untersuchung 97
Teil III Ergebnisse und zusammenfassende Diskussion
8. Darstellung der Ergebnisse 99
8.1 Allgemeine Ergebnisse der Interviewstudie 101
8.1.1 Soziodemografische Daten der Teilnehmer 101
8.1.1.1 Geschlecht 101
8.1.1.2 Alter 103
8.1.2 Phase der Entscheidungsbildung 105
8.1.2.1 Motivation zur Kursteilnahme 106
8.1.2.2 Erfolgte die Entscheidung zur Kursteilnahme spontan oder länger geplant? 109
8.1.2.3 Erfolgte die Entscheidung zur Kursteilnahme selbstständig, über Ihren Arzt/Therapeuten oder das soziale Umfeld? 111
8.1.2.4 Wie stufen Sie Ihr bisheriges Bewegungsverhalten ein? 114
8.1.3 Phase der Kurspartizipation 117
8.1.3.1 Welches war für Sie das wichtigste Resultat der Kursteilnahme? 119
8.1.3.2 Konnten Sie im Kurs Erlerntes im Alltag anwenden? 122
8.1.3.3 Zufriedenheit mit den räumlich-zeitlichen Gegebenheiten des Kurses 124
8.1.3.4 Zufriedenheit mit der Gruppenzusammensetzung 127
8.1.3.5 Zufriedenheit mit dem Übungsleiter 130
8.1.3.6 Einfluss des sozialen Kontexts auf das Bindungsverhalten 132
8.1.4 Konzeptionelle Vorstellungen der Teilnehmer für die zukünftige Aktivität 135
8.1.4.1 Welche Ziele haben Sie sich für die nächsten sechs Monate gesetzt? 136
8.1.4.2 Organisationsform der zukünftigen Aktivität 138
8.2 Allgemeine Ergebnisse der Follow-up-Untersuchung 140
8.2.1 Organisatorische Merkmale der Aufrechterhaltung der Aktivität 143
8.2.1.1 Wo haben Sie Ihre Aktivität fortgesetzt? 143
8.2.2 Die größten Störfaktoren bei der Aufrechterhaltung der Aktivität 145
8.2.3 Motivationale Merkmale der Aufrechterhaltung der Aktivität 148
8.2.4 Gründe für den Drop-out 151
8.2.5 Faktoren, die den Drop-out unter Umständen verhindert hätten 155
8.3 Vergleich zwischen Aussteigern und Fortsetzenden 160
8.3.1 Unterschiede in der Phase der Intentionsbildung 160
8.3.1.1 Motivation zur Kursteilnahme 160
8.3.1.2 Beitrittsentscheidung: spontan versus länger geplant 165
8.3.1.3 Beitrittsentscheidung: selbstständig versus fremdbestimmt 168
8.3.1.4 Unterschiede zwischen Aussteigern und Fortsetzenden in Bezug auf das habituelle Bewegungsverhalten zum Zeitpunkt der Beitrittsentscheidung 171
8.3.2 Unterschiede beim Erleben des Kurses und des Kursumfelds 176
8.3.2.1 Zufriedenheit mit den räumlich-zeitlichen Gegebenheiten des Kurses 176
8.3.2.2 Zufriedenheit mit der Gruppenzusammensetzung 179
8.3.2.3 Zufriedenheit mit dem Übungsleiter 183
8.3.2.4 Wichtige Resultate der Kursteilnahme 187
8.3.2.5 Transfer der Kursinhalte 189
8.3.3 Unterschiede bei der Unterstützung durch das soziale Umfeld 192
8.3.4 Unterschiede hinsichtlich der zukünftigen Zielsetzung 195
8.3.4.1 Welche Ziele haben Sie sich für die nächsten sechs Monate gesetzt? 196
8.4 Kurzzusammenfassung der Ergebnisse 198
8.4.1 Ergebnisse der Interviewstudie 198
8.4.2 Ergebnisse der Follow-up-Untersuchung 200
8.4.3 Ergebnisse der Verknüpfung beider Studien 201
9. Zusammenfassende Diskussion und Schlussfolgerungen 203
10. Implikationen für Forschung und Praxis 207
10.1 Personale, soziale und programmspezifische Faktoren 207
10.2 Gesundheitssportliche Aktivität als zukünftiger Faktor in der Gesundheitsförderung 209
Literaturverzeichnis 213

Automatisiert erstellter Textauszug:

Abb. 4: Motivation zur Kursteilnahme Bezüglich ihrer Motivation zur Teilnahme am Kurs gaben 55,1% rehabilitative Gründe an, das heißt, sie leiden oder litten bereits an Rückenschmerzen. Bei 41,9% stand die präventive Intention im Vordergrund. Bei allen Teilnehmern der Interviewstudie wurde eruiert, ob sie aktuell von Rückenschmerzen betroffen sind. Wurde dies bejaht, erfolgte automatisch eine Zuordnung in die Sparte rehabilitativ. Ob allerdings Teilnehmer mit präventiven Absichten in der Vergangenheit immer rückenschmerzfrei waren und in welcher Dimension sich der Rückenschmerz bei den Rehabilitativen bewegt, lässt sich anhand der erhobenen Daten nicht feststellen und ist zudem vom persönlichen Schmerzempfinden abhängig. Das Anschlussmotiv (Geselligkeit), im Interviewleitfaden mit „Erfahrungsaustausch, Kontakte knüpfen“ beschrieben, war gerade mal für 3,1% ausschlaggebend. Auch HUBER (1999) bezeichnet den Faktor Spaß und Geselligkeit als „unwichtigsten Punkt“ bei der Entscheidung zum Kursbesuch, obwohl dies sicher im Widerspruch zu diversen Rückenschulkonzeptionen steht. Die Arbeit von Willis/Campbell (1992) dokumentiert, welch zentrale Rolle die erwartete Wirksamkeit von Gesundheitsprogrammen bei der Motivation zur Teilnahme spielt. Der Unterpunkt „Kompetenzerweiterung und Handlungsfähigkeit für das persönliche Gesundheitsmanagement“ wurde wegen Sinnüberschneidung dem präventiven Votum zugerechnet. [...]

Ob präventive oder rehabilitative Gründe zur Entscheidung für die Kursteilnahme geführt haben, die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der eigenen Gesundheit ist das wichtigste Zuwendungsmotiv zu Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik. Wenn wir auch in der Regel davon ausgehen, dass beim menschlichen Handeln, wie auch bei der Sportpartizipation, sogenannte „Motivkomplexe“ wirksam sind, konnte in der Untersuchung aus Gründen der Überschaubarkeit nur das Hauptmotiv berücksichtigt werden. Wie Abb. 1 zeigt, entspricht das vorliegende Votum nicht der ursprünglich präventiven Ausrichtung der Rückenschulen, da mehr als die Hälfte aller Teilnehmer bereits über Rückenschmerzen in unterschiedlicher Ausprägung klagte und zum Großteil schon über einen längeren Zeitraum ärztliche Behandlung in Anspruch nahm. [...]

der Selbstwirksamkeitserwartung ist dies die zentrale Komponente im Entscheidungsprozess für die Teilnahme an gesundheitssportlichen Aktivitäten (SCHWARZER 1992). Die Fragestellungen erfolgten insbesondere vor dem Hintergrund, ob bestimmte Motive oder Merkmale auffallend mit der Bindung an die Aktivität korrelieren bzw. ob sich gravierende Unterschiede zwischen Abbrechern und Fortführenden darstellen lassen. Vor dem Beginn einer gesundheitssportlichen Aktivität durchläuft der potenzielle Teilnehmer eine mehr oder weniger ausgeprägte intentionale Phase, die bei PROCHASKA/MARCUS (1994) bei der Anwendung des transtheoretischen Modells auf Trainingsprogramme in Handlungsabsicht und Handlungsvorbereitung unterteilt wird. Es ist der Übergang zwischen der ernsthaften Absicht, sein Verhalten innerhalb der kommenden sechs Monate zu ändern und der konkreten Planung der Verhaltensänderung bis zu ersten Schritten in Richtung Aktivität, wie Kursanmeldung oder Sportartikelkauf. 8.1.2.1 Motivation zur Kursteilnahme [...]

Arbeit zitieren:
Unger, Edgar Dezember 2001: Faktoren einer gesundheitssportlichen Motivationsstruktur, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bewegung, Programmpartizipation, Selbstmotivation, Instrumentalisierung

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren