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Der Faktor Umwelt in der Praxis britischer und deutscher Banken und mögliche Implikationen für die Ausweitung des EG Umwelt Audits (EMAS) auf Finanzdienstleister

Der Faktor Umwelt in der Praxis britischer und deutscher Banken und mögliche Implikationen für die Ausweitung des EG Umwelt Audits (EMAS) auf Finanzdienstleister
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Treptow
  • Abgabedatum: Juni 1998
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 598,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1053-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1053-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1053-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Treptow, Matthias Juni 1998: Der Faktor Umwelt in der Praxis britischer und deutscher Banken und mögliche Implikationen für die Ausweitung des EG Umwelt Audits (EMAS) auf Finanzdienstleister, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzdienstleister, Banken, EMAS, Umweltmanagement

Diplomarbeit von Matthias Treptow

Zusammenfassung:

Die drastische Zunahme ökologischer Probleme auf lokaler, nationaler und globaler Ebene hat sich seit Beginn der neunziger Jahre in Westeuropa in einem wachsenden Umweltbewußtsein der Bevölkerung sowie einer stärkeren Betonung umweltpolitischer und umweltrechtlicher Maßnahmen in vielen Ländern niedergeschlagen. Dies betrifft auch die Länder Großbritannien und die Bundesrepublik Deutschland, die in dieser Diplomarbeit im Mittelpunkt stehen. Weiterhin setzte sich weltweit die Erkenntnis durch, daß eine Lösung dieser ökologischen Probleme nur durch das Prinzip einer "Nachhaltigen Entwicklung" zu erreichen ist, dem sich 1992 in Rio 178 Staaten verpflichteten. Dieser gesamtgesellschaftliche Ansatz basiert auf dem Zusammenwirken von Politik, privaten Haushalten und Unternehmen.

Zunächst mag es ungewöhnlich erscheinen, Banken in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle beizumessen. Schließlich werden sie dem vermeintlich "sauberen" Dienstleistungssektor zugeordnet, der keine Luft- und Gewässerverschmutzungen verursacht und keine besonders umweltbelastenden Produkten herstellt. Banken üben jedoch über ihre Finanzierungsfunktion, d.h. das Zusammenbringen von Kapitalgebern und -nehmern, einen entscheidenden Einfluß auf andere Unternehmen aus und tragen damit eine gesellschaftliche Mitverantwortung. Auch aus einzelwirtschaftlicher Sicht müssen Banken berücksichtigen, welche Risiken und Chancen aufgrund der größeren Bedeutung von Umweltaspekten für sie entstehen, und wie sie adäquat auf diese reagieren können.

Das Ziel dieser Arbeit ist es zum einen darzustellen, welchen Stellenwert das Thema Umweltschutz in der Praxis britischer und deutscher Banken einnimmt und inwiefern Banken in diesen beiden Ländern ökologische Aspekte in ihre Geschäftstätigkeit integriert haben. Zum anderen soll dabei der Bezug zu sogenannten Umweltmanagementstandards dargestellt werden, die bestimmte Vorgaben zur Integration des Umweltschutzes in ein Unternehmen machen. In diesem Zusammenhang werde ich insbesondere auf die mögliche Erweiterung der "EG Umwelt Audit Verordnung" auf den Finanzdienstleistungsbereich eingehen.

Aus praktischen Erwägungen beziehen sich die Aussagen dieser Arbeit auf sogenannte "Universalbanken". Diese sind primär durch ihr breites Leistungsangebot und einer daraus resultierenden breiten Streuung der Kundschaft (Mittelständler, Großkunden, Privatkunden, etc.) gekennzeichnet. Universalbanken sind grundsätzlich in allen bankspezifischen Geschäftsfeldern wie z.B. im Anlage-, Kredit- oder Investmentgeschäft tätig und verfügen meistens über ein größeres regionales oder nationales Filialnetz. Dagegen konzentrieren sich Spezialbanken auf bestimmte Geschäftsfelder bzw. spezifische Kundengruppen. Im folgenden wird der Begriff "Bank" und "Universalbank" synonym verwendet. Die Probleme, die sich für eine Universalbank durch die Integration ihrer Umweltschutzaktivitäten in ein breit gestreutes Filialnetz ergeben, werden im Rahmen dieser Arbeit nicht betrachtet.

Kapitel II betrachtet zunächst die umweltrelevanten Entwicklungen im gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Umfeld der Bank und deren Auswirkungen auf das Bankwesen. Anschließend werden in Kapitel III die existierenden Umweltmanagementstandards BS 7750, die EG Umwelt Audit Verordnung und ISO 14001 dargestellt und verglichen. Weiterhin wird verdeutlicht, welche Aspekte bei einer Erweiterung der EG Umwelt Audit Verordnung auf den Finanzdienstleistungssektor berücksichtigt werden müßten und welche Vorteile eine Bank durch die Teilnahme an der erweiterten Verordnung realisieren könnte. Kapitel II und III stellen den Hintergrund dar, vor dem die Betrachtungen der beiden folgenden Kapitel zu sehen sind.

In Kapitel IV wird näher darauf eingegangen, welche Ansatzpunkte für die Integration ökologischer Aspekte in einer Bank aus theoretisch-konzeptioneller Sicht bestehen. Die Betrachtungen sind dabei stark von Literatur aus dem deutschsprachigen Raum geprägt; prinzipiell gelten die getroffenen Aussagen aber ebenso oder zumindest sehr ähnlich für britische Banken. Auf der Grundlage dieser theoretischen Überlegungen werden im Kapitel V die praktischen Ansätze der größten britischen und deutschen Universalbanken untersucht und verglichen. Dabei ist zu beachten, daß sich die dargestellten Praxisansätze zum einen auf einer von mir durchgeführten Umfrage in Großbritannien sowie die Auswertung des mir zur Verfügung gestellten Informationsmaterials der Banken in beiden Ländern stützen. Dies schränkt die Aussagefähigkeit dieser Diplomarbeit insofern ein, als daß bestimmte Banken eventuell sehr aktiv im Bereich des Umweltschutz agieren können, dieses Engagement aber nicht entsprechend durch ihre Öffentlichkeitsarbeit nach außen kommunizieren. Abschließend wird im Kapitel V betrachtet, ob die bisherigen Ansätze der Banken für eine Teilnahme an einer erweiterten EG Umwelt Audit Verordnung geeignet sind, womit der Bezug zu dem in Kapitel III beschriebenen Konzept der Umweltmanagementstandards noch einmal verdeutlicht wird.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
I. Zielsetzung und Vorgehensweise 1
II. Umwelt und Banken 4
1. Umweltrelevante Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Recht 4
a) Großbritannien 4
b) Deutschland 6
2. Auswirkungen auf das Bankwesen 9
a) Image der Bank 10
b) Unternehmenskultur 11
c) Risiken und Chancen für die Geschäftspolitik 11
III. Umweltmanagementstandards 13
1. Darstellung und Vergleich relevanter Umweltmanagementstandards 14
a) BS 7750 14
b) EMAS 16
c) ISO 14001 17
d) Vergleich 19
2. Ausweitung von EMAS auf den Finanzdienstleistungssektor 21
a) Notwendige Anpassungen von EMAS bei einer Ausweitung des Standards auf Finanzdienstleister 21
b) Vorteile durch die Teilnahme an einer erweiterten Verordnung im Bankbereich 22
IV. Integration umweltrelevanter Aspekte in die Geschäftspolitik von Banken 24
1. Geschäftspolitischer Bereich 26
a) Bildung eines Umweltschutzzieles 26
b) Einbindung des Faktors Umwelt in die Unternehmenspolitik 27
c) Strategische Analyse in bezug auf Umweltaspekte 29
2. Technisch-organisatorischer Bereich 31
a) Schaffung einer Umweltinstanz 31
aa) Einbindung in die bestehende Organisation 31
ab) Anforderungsprofil und Aufgaben einer Umweltinstanz 32
b) Ökologische Ausrichtung der Personalarbeit und der Kommunikation 34
c) Verbesserung der Betriebsökologie 35
ca) Banken als "saubere Dienstleister" ? 35
cb) Die "Ökobilanz" als Managementinstrument 37
3. Finanziell-liquiditätsmäßiger Bereich 42
a) Aktivgeschäft 42
aa) Finanzierung von Umweltschutzinvestitionen 43
ab) Erweiterung der Kreditwürdigkeitsprüfung 45
b) Passivgeschäft 48
c) Bilanzindifferentes Geschäft 50
V. Praxisansätze zur Integration von Umweltaspekten im britischen und deutschen Bankwesen 53
1. Praxisansätze in Großbritannien 53
a) Struktur des Banksystems 53
b) Praxisansätze im Bereich der Universalbanken 54
ba) Ergebnisse der Umfrage 55
bb) Analyse des Informationsmaterials 57
c) Die National Westminster Bank als progressiver "Vorreiter" 59
2. Praxisansätze in Deutschland 63
a) Struktur des Banksystems 63
b) Praxisansätze im Bereich der Universalbanken 64
ba) Banken ohne veröffentlichte Ökobilanz 65
bb) Banken mit veröffentlichter Ökobilanz 68
3. Vergleich der unterschiedlichen Praxisansätze 72
a) Gemeinsamkeiten 72
b) Unterschiede 74
4. Eignung der verschiedenen Praxisansätze für die Teilnahme an einer erweiterten EG Umwelt Audit Verordnung 76
VI. Zusammenfassung und Ausblick 79
VII. Anhang 83
1. UNEP-Erklärung der Banken zum Thema Umwelt und langfristig tragfähige Entwicklung 83
2. Standardkontenrahmen einer Betriebsbilanz für Banken und Versicherungen 86
3. Fragebogen zu Aktivitäten britischer Banken im Umweltbereich 87
VIII. Literaturverzeichnis 91

Automatisiert erstellter Textauszug:

Dagegen besteht in der Großindustrie aber auch im Mittelstand ein höherer Investitionsbedarf, der von den Banken als Chance genutzt werden kann, über Kredite den Einsatz von Umwelttechnologie zu finanzieren. Eine Bank kann dadurch eventuell neue Kunden gewinnen und sie über das eigentliche Kreditgeschäft hinaus an sich binden. Unternehmen stehen jedoch oftmals vor dem Problem, daß sich eine Umweltschutzinvestition nicht zwingend kapazitätserweiterend oder produktivitätssteigernd auswirkt. Weiterhin können die Kosten aufgrund der Marktlage meist nicht direkt auf die Endverbraucher umgelegt werden. Investitionen werden somit häufig als kurzfristiger Kostenfaktor und nicht als Mittel der langfristigen Unternehmenssicherung gesehen. Hier muß eine Bank prüfen, inwieweit sie als Anreizmittel günstigere Konditionen für Umweltkredite gewährt, d.h. Darlehen unter den marktüblichen Zinsen anbietet. Für eine Bank gibt es hierbei theoretisch vier mögliche Varianten106: Die erste Variante besteht darin, über die bestehenden hauseigenen Kredite die Umweltschutzinvestitionen zu finanzieren. Dabei ist jedoch eine ökologische Subventionierung der Kredite aus eigenen Mitteln der Bank, d.h. ein Angebot unter marktüblichen Zinsen, kritisch zu beurteilen. Gesellschaftsrechtliche bzw. satzungsmäßige Bestimmungen können ein solches Engagement verhindern. In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, inwieweit das Ziel der Förderung des Umweltschutzes im Zielsystem der Bank erwerbswirtschaftlichen, bzw. monetären Zielen untergeordnet ist107. Aus einer ideellen Motivation darf es nicht zu einer Vernachlässigung erwerbswirtschaftlicher Ziele kommen108. Eine bessere Alternative bieten öffentliche Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU. Öffentliche Fördermittel werden zu günstigen Zinsen angeboten und sind z.B. über die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) oder auf supranationaler Ebene über das European Recovery Programme (ERP) erhältlich. 1996 wurden aus beiden Programmen [...]

Hier ist nochmals die gesellschaftliche Verantwortung der Banken als „Investitionslenker“ hervorzuheben. Daneben gilt es, die auf strategischer Ebene beschlossene Umweltpolitik konkret in der Praxis umzusetzen und damit im Marktbereich Chancen zu nutzen und Risiken zu vermeiden bzw. zu vermindern102. Der Marktbereich einer Bank unterteilt sich normalerweise in Anlehnung an den Aufbau der Handelsbilanz in das Aktiv- und Passivgeschäft sowie das bilanzindifferente Geschäft. Unter dem Begriff des Aktivgeschäfts versteht man Dienstleistungen der Kreditgewährung und der Vermittlung von Krediten. Dagegen werden unter dem Begriff des Passivgeschäfts spiegelbildlich die Anlageleistungen bzw. die Entgegennahme von Einlagen der Kundschaft subsumiert. Das bilanzindifferente Geschäft umfaßt Leistungen wie z.B. die Beratung von Kunden, die Bereitstellung von Informationen, u.ä. Für jeden dieser Teilbereiche werde im folgenden Ansatzpunkte für eine umweltorientierte Strategie dargestellt103. [...]

in der technischen Ausrüstung oder Gebäudesubstanz zu erkennen. Durch entsprechende Maßnahmen (z.B. Isolierung, bessere technische Wartung, etc.) können die Verbrauchswerte gesenkt werden. Bei der Wassernutzung kann außerdem der Einsatz von Brauch- bzw. Regenwasser sinnvoll sein. Outputkonten: Umlaufgüter: Die Dienstleistung einer Bank wird für den Kunden meist durch den Einsatz von Papier sichtbar, wobei sich die Umweltorientierung eines Unternehmens nach außen gut dokumentieren läßt. Es kann beispielsweise bewußt auf Hochglanzbroschüren verzichtet werden oder mehrere Postsendungen an einen Kunden (z.B. Kontoauszug + Werbematerial) könnten nicht mehr einzeln sondern gebündelt verschickt werden. Weiterhin ist ein sparsamerer Einsatz von Werbemitteln möglich, die außerdem kein umweltschädigendes Verpackungsmaterial beinhalten sollten. Abfall: In Zeiten steigender Entsorgungskosten ist ein vernünftiges Ab- [...]

Arbeit zitieren:
Treptow, Matthias Juni 1998: Der Faktor Umwelt in der Praxis britischer und deutscher Banken und mögliche Implikationen für die Ausweitung des EG Umwelt Audits (EMAS) auf Finanzdienstleister, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzdienstleister, Banken, EMAS, Umweltmanagement

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